02.09.2013

SPIEGEL-GESPRÄCH„So mächtig wie ein Drogentrip“

Der Schriftsteller Lawrence Wright über die Manipulationen von Menschen durch Scientology und über gläubige Scientologen, die freiwillig über Jahre in Straflagern vegetieren
SPIEGEL: Herr Wright, Sie haben sich mit einer klagefreudigen Organisation angelegt: mit Scientology. Für Ihr Buch haben Sie mit 200 Scientologen und Aussteigern gesprochen. Wie hat die Organisation darauf reagiert?
Wright: Die Kirche wusste natürlich von meinen Recherchen. Als ich Aussteiger interviewte, wurden wir von Privatdetektiven beschattet, die Kirche veröffentlichte Überwachungsfotos davon. Bevor der Artikel, aus dem das Buch hervorging, herauskam, gab es ein Treffen mit den Anwälten von Scientology, vier waren es, sie hatten meterweise Akten mitgebracht. Gemeinsam mit Dokumentaren des Verlags klärten wir 971 Faktenfragen, um uns abzusichern.
SPIEGEL: Sie haben zu Hause eine aufwendige Alarmanlage, warum?
Wright: Die habe ich als Vorsichtsmaßnahme einbauen lassen. Nach meinen Veröffentlichungen hat die Kirche ein Sonderheft gedruckt, in dem sie versucht, meine angeblichen Lügen zu widerlegen. Und Scientology hat einen Gegenfeldzug gestartet, etwa mit einem Fernsehspot während der Super Bowl.
SPIEGEL: Für deutsche Ohren klingt Ihr Buch sehr verständnisvoll, Sie nennen Scientology eine Kirche, es schwingt sogar Sympathie für den Gründer L. Ron Hubbard mit. Warum?
Wright: Es stimmt, dass ich vorsichtig war. Der Hauptgrund ist, dass der Leser in der Lage sein soll, seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Es ist verblüffender, ihm alle Fakten ohne Kommentar zu präsentieren - und wirkungsvoller.
SPIEGEL: Sie haben vor diesem Buch über den Aufstieg von al-Qaida geschrieben und mit diesem Werk den Pulitzer-Preis gewonnen. Wie sind Sie auf Scientology gekommen?
Wright: Wie so viele Leute habe ich Scientology als ein bizarres Glaubenssystem betrachtet. Gleichzeitig gab es viele bekannte Persönlichkeiten wie Tom Cruise oder John Travolta, die trotz großer öffentlicher Kritik und Karrierenachteilen weiterhin in Treue zur Kirche standen.
SPIEGEL: Aber allein die scientologische Genesis ist doch schon völlig irre. Hubbard, der ehemalige Science-Fiction-Autor, schrieb, der galaktische Herrscher Xenu habe vor 75 Millionen Jahren in einem Universum gelebt, das unserem geähnelt habe. Er habe Menschen mit dem Vorwand einer Steuerprüfung angelockt, in Raumschiffe gebracht, die ausgesehen hätten wie die amerikanischen Jets DC-8. Dann seien sie auf den Gefangenenplaneten Erde verfrachtet, in Vulkane gestopft und mit Wasserstoffbomben in die Luft gejagt worden. Das kann man doch nicht ernst nehmen.
Wright: Richtig, aber dann kommt einer wie Paul Haggis, der skeptischer ist als man selbst, klüger und kreativer, der zweimal Drehbücher für Oscar-Filme schreibt, "L. A. Crash" und "Million Dollar Baby". Und der bleibt 35 Jahre dabei, obwohl er vieles für Wahnsinn hält? Warum? Das ist das Thema dieses Buchs.
SPIEGEL: Warum interessieren sich anscheinend vernünftige Menschen für eine Organisation, deren Ziel schlicht Geldschneiderei zu sein scheint?
Wright: Das sind Leute, die spirituelle Antworten suchen und sie in anderen Religionen nicht gefunden haben, Menschen mit persönlichen Problemen. Scientology bietet sogenannte Persönlichkeitstests an und Kurse, um bei der Lösung von Problemen zu helfen, die in dem Test gefunden wurden. Vielen Teilnehmern ist mit diesen Kursen auch tatsächlich subjektiv geholfen worden.
SPIEGEL: Es fällt trotzdem schwer, den Reiz von Scientology zu verstehen.
Wright: Viele kluge, skeptische Leute werden Mitglied bei Scientology, wie eben der Drehbuchautor Haggis. Ich wollte dem Leser zeigen, wie sehr der Verstand und die Persönlichkeit eines Menschen von äußeren Kräften verändert werden können, weil es möglich ist, das Denken und das Verhalten eines Menschen zu leiten.
SPIEGEL: Was hat Haggis zu Scientology getrieben?
Wright: Er war ein junger Mann mit einer schwierigen Beziehung. Nachdem er auf der Straße angesprochen worden war, brachte er seine Freundin mit, und die beiden absolvierten einen Kurs, der ihrer Beziehung helfen sollte. Haggis hatte das Gefühl, es klappte. Was ihn ansprach, war der scheinbar wissenschaftliche Ansatz für ein spirituelles Problem, eine Technik, mit der man Probleme löst.
SPIEGEL: Wie geht Scientology bei dieser Technik vor?
Wright: Am Anfang ist das Ziel, "clear" zu werden. Hubbard hat geschrieben, dass es einen rationalen und einen reaktiven Verstand gebe. Der rationale funktioniere perfekt wie ein Computer, der reaktive erzeuge all die Ängste und negativen Erfahrungen. Gedanken sollen so oft wiederholt werden, bis sie keine negative Bedeutung mehr haben.
SPIEGEL: Das klingt ein bisschen nach Traumatherapie. Wie muss man sich die Scientology-Therapie vorstellen?
Wright: Beim sogenannten Auditing ist der Mensch an ein E-Meter angeschlossen, eine Art Lügendetektor. Er hält zwei Blechdosen in den Händen - früher waren es Suppendosen, von denen man die Etiketten gekratzt hatte -, damit soll der Hautwiderstand gemessen werden. In einer Sitzung im Auditing könnte er sagen: "Ich fühle mich schlecht, weil meine Mutter mich heute heruntergeputzt hat." Dann würde der Auditor ihn die Geschichte wieder und wieder erzählen lassen, bis das E-Meter nicht mehr ausschlägt. Danach würde der Auditor ihn bitten nachzudenken, ob es früher ähnliche Erlebnisse gab. Er erinnert sich vielleicht, dass die Lehrerin ihn mit dem Lineal geschlagen hat, und es geht weiter zurück, bis es keine Erinnerungen mehr gibt. Der Auditor insistiert. Dann flackert das E-Meter vielleicht, der Auditor fragt nach, und plötzlich sieht der andere sich auf einem Raumschiff, in einer früheren Zivilisation, in einem Krieg mit anderen Raumschiffen. So werden vermeintliche Erinnerungen fabriziert, die Nadel bewegt sich und sagt, dass dies echte Erinnerungen aus einem früheren Leben seien.
SPIEGEL: Ist es einfach, solche Erinnerungen zu induzieren?
Wright: Erstaunlich leicht. Die Geschichte mit den Raumschiffen haben Scientologen mir erzählt, manchen Leuten passiert das schon bei der ersten Sitzung. Du glaubst auf einmal, du hast schon einmal gelebt - und Scientology hat geholfen, bei dir diese Erinnerungen wachzurufen. Oft haben Menschen dabei die Erfahrung, dass sie ihren Körper verlassen und ihre Seele im Raum herumguckt oder auch auf einen anderen Planeten geht. Das ist wie ein Drogentrip, so mächtig, dass die Kritik an Scientology abprallt.
SPIEGEL: Solcher Hokuspokus reicht, um alle Vorsicht in den Wind zu schlagen?
Wright: Anscheinend, ein Scientologe hat mir dazu seine Geschichte erzählt. Er litt unter Hämorrhoiden, seit er beim Militär war, und jedes Mal, wenn er einen Kriegsfilm sah oder eine Militärparade, sei die Krankheit wieder ausgebrochen. Beim Auditing erinnerte er sich dann, dass er ein Kind im Amerikanischen Bürgerkrieg während des 19. Jahrhunderts gewesen sei. Ein Soldat habe ihm in den Hintern geschossen. Nach dieser Entdeckung im Auditing habe er nie wieder Hämorrhoiden gehabt. Dieser Mann war fest überzeugt, dass ihn das Auditing kuriert hatte. Leute erzählen sogar von Erinnerungen aus dem Mutterleib oder aus der Zeit, als sie noch Sperma waren.
SPIEGEL: Das klingt ziemlich gaga.
Wright: Sogar Hubbard hielt das für gaga. Bis immer mehr Leute ihm von solchen Sperma-Träumen erzählten, und dann hatte er sie, angeblich, selbst auch.
SPIEGEL: Wie kann das sein?
Wright: Es ist erschreckend leicht, Menschen falsche Erinnerungen einzupflanzen, die sie dann für real halten.
SPIEGEL: Wie viele Mitglieder hat Scientology?
Wright: Die Kirche behauptet, es seien acht bis zehn Millionen, aber das ist eine Lüge, die Internationale Vereinigung der Scientologen hat nur 50 000 Mitglieder. Die wirkliche Zahl liegt wohl dazwischen.
SPIEGEL: Was ist Ihnen bei den Recherchen besonders nahegegangen?
Wright: Die Misshandlung von Kindern, sie kommen mit acht, neun Jahren in die sogenannte See-Organisation, so hat Hubbard den Klerus getauft, weil die Mitglieder auf einem Schiff herumfuhren. Sie unterschreiben einen Vertrag für eine Milliarde Jahre, weil das in der Unendlichkeit nicht viel ist. Sie geben ihre Bildung auf, sie sind arm, sie haben später nicht die Voraussetzungen, in der normalen Welt zu überleben.
SPIEGEL: Scientology sagt, die Organisation halte sich an alle Arbeitsgesetze, Mitglieder der See-Organisation müssten 16 oder 18 Jahre alt sein und bekämen den vorgeschriebenen Schulunterricht.
Wright: Es gab da einen jungen Mann namens Daniel Montalvo, der mit sechs Jahren der See-Organisation beitrat. Er musste Asbestverkleidung aus einem Hotel entfernen, das Scientology gekauft hatte - ohne Schutzkleidung. Später war er eine Art Diener für einen Prominenten, ein Wächter, der vor dem Gebäude stand, wenn der Prominente beim Auditing war. Ich frage mich, ob der sich je darüber gewundert hat, dass das Kind nicht in der Schule war.
SPIEGEL: Es gibt einen Ort, der intern "das Loch" heißt und dessen Existenz Scientology bestreitet. Was ist das?
Wright: Scientology hat sogenannte Rehabilitationszentren, das sind Straflager. Sie ähneln jenen im kommunistischen China. Man verbringt den Tag damit, seine Sünden zu beichten, Hubbards Bücher zu lesen und hart zu arbeiten. 2003 hat der Chef der Kirche, David Miscavige, ein Gefangenencenter auf der "Goldbasis" in Südkalifornien eröffnet. Dort stehen doppeltbreite Wohnwagen.
SPIEGEL: Die Menschen sind in Wohnwagen gefangen?
Wright: Ja, und zwar in Wagen, in denen es keine Möbel gibt, überall laufen Ameisen herum, die Gefangenen schlafen auf dem Fußboden, essen Abfälle aus Eimern. Sie dürfen nur einmal am Tag raus, werden mit einem Schlauch abgespritzt und müssen wieder rein, um sich selbst zu kritisieren. Dabei werden sie oft geschlagen.
SPIEGEL: Scientology bestreitet all das. Die Schilderungen von Gewalt seien Lügen von verbitterten Aussteigern. Von wem werden die Insassen geschlagen?
Wright: Die Menschen werden dazu aufgestachelt, sich gegenseitig zu verprügeln. Ein Führungsmitglied der Kirche musste den Boden in der Toilette mit seiner Zunge wischen.
SPIEGEL: Wie lange müssen Menschen, die bei Scientology in Ungnade gefallen sind, dort bleiben?
Wright: Sogar ein Präsident der Kirche, Heber Jentzsch, lebt seit sieben Jahren im Loch, auch wenn Scientology behauptet, er trete nur seltener in der Öffentlichkeit auf. Es gibt da eine Geschichte, die viel offenbart. Eines Abends kam der oberste Scientology-Chef, David Miscavige, zu den Gefangenen und sagte: "Wir spielen jetzt Reise nach Jerusalem. Nur der Letzte, der einen Stuhl bekommt, darf bleiben." Alle anderen würden aus dem Loch rausgeschmissen.
SPIEGEL: Und was passierte?
Wright: Die Menschen dort waren seit Jahren gefangen, Miscavige bot ihnen ein Ticket in die Freiheit an. Was taten sie? Sie kämpften darum, bleiben zu dürfen, und schlugen sich fast darum, den letzten Stuhl zu ergattern.
SPIEGEL: Muss hier nicht der Staat eingreifen?
Wright: Während meiner Recherchen erfuhr ich von einer Ermittlung des FBI. Die Beamten erwogen, die Menschen im Straflager zu befreien - aber der erste Zusatz zur amerikanischen Verfassung gebietet Religionsfreiheit. Und so gab es keine Razzia.
SPIEGEL: Sie verdammen den Scientology-Gründer L. Ron Hubbard trotz allem nicht.
Wright: Er ist einer der interessantesten Menschen, über die ich je geschrieben habe, faszinierend, voller Widersprüche. Er steht im Guinness-Buch der Rekorde, weil er mehr als tausend Bücher geschrieben hat. Er schuf eine Kirche, die es seit einem halben Jahrhundert gibt. Wenn er nur ein Betrüger gewesen wäre, hätte er irgendwann das Geld genommen und wäre weggerannt. Er hat die meiste Zeit seines Lebens mit dem E-Meter verbracht und versucht zu verstehen, was in ihm passiert.
SPIEGEL: Stimmt es, dass Scientology schwangere Frauen in der See-Organisation zu Abtreibungen gezwungen hat?
Wright: Ja, wenn sie schwanger waren, mussten sie abtreiben oder die See-Organisation verlassen, auch wenn Scientology das bestreitet. Die Kirche möchte junge Leute formen, sich aber nicht um sie kümmern.
SPIEGEL: Vielleicht, weil Familienstrukturen totalitäre Systeme stören?
Wright: Ja, denn die Loyalität wird dann geteilt. Scientology fordert Leute auf, sich scheiden zu lassen, wenn so etwas droht.
SPIEGEL: In den siebziger Jahren wollte Scientology US-Behörden unterwandern. Sind solche Pläne Geschichte?
Wright: Scientologen wollen nach wie vor Abgeordnete beeinflussen, haben Anwälte, die für sie arbeiten. Aber inzwischen dienen ihnen Prominente als wichtigste Lobbyisten, um Gesetzgebung zu beeinflussen.
SPIEGEL: Wie helfen sie Scientology noch?
Wright: Die Kirche würde ohne sie ja nicht existieren. Sie hat Prominentenzentren, zu denen auch normale Scientologen gehen können, man suggeriert, dass man sich mit berühmten Schauspielern und Musikern umgeben und einer von ihnen werden kann. Tatsächlich werden die abgeschottet.
SPIEGEL: Wie nahe steht Tom Cruise der Organisation?
Wright: Frühere Kirchenmanager haben mir erzählt, dass er der wichtigste Scientologe nach Hubbard ist. Kirchenführer Miscavige war Trauzeuge bei den beiden letzten Hochzeiten von Cruise.
SPIEGEL: Gibt es auch eine junge Generation von prominenten Scientologen?
Wright: Der Sänger Beck, Elisabeth Moss aus der US-Serie "Mad Men", Lisa Marie Presley.
SPIEGEL: Was zieht gerade Schauspieler zu Scientology?
Wright: Sie beenden die Schule früh und versuchen, Stars zu werden. Sie sind jung, haben keine gute Ausbildung und fühlen sich ihren Altersgenossen, die Ingenieure und Ärzte werden, intellektuell unterlegen. In diese Lücke stößt Scientology.
SPIEGEL: Sie suchen also einfach nach Struktur und Richtung?
Wright: Anders als starke politische Überzeugungen beeinflussen starke religiöse Überzeugungen oft das Leben. Religion kann die Persönlichkeit verändern. Der Physiker und Nobelpreisträger Steve Weinberg hat einmal geschrieben, es sei kein Mysterium, wenn gute Menschen Gutes und böse Menschen Böses tun. Aber wenn gute Menschen Böses tun, sei meistens der Glaube im Spiel.
SPIEGEL: Interessiert sich die Organisation außer für vermögende, erfolgreiche Menschen auch für solche am Rande der Gesellschaft?
Wright: Nein, man muss Hunderttausende Dollar für Kurse und Bücher ausgeben können, manche spenden Millionen Dollar. Wer das nicht kann, wird auch nicht vorankommen.
SPIEGEL: Trotz allem nennen Sie Scientology eine Kirche. Was macht es für Sie zu einer Kirche?
Wright: Die Steuerbehörde, sie traf diese Entscheidung 1993. Scientology bekam damals den legalen Schutz, den der erste Verfassungszusatz bietet.
SPIEGEL: Sie schreiben, Scientology besitze flüssige Finanzmittel in Höhe von einer Milliarde Dollar.
Wright: Manche Leute sagen, es sei sehr viel mehr. Der katholischen Kirche würde es schwerfallen, eine Milliarde Dollar mal eben bereitzustellen, Scientology hat das auf Offshore-Konten. Die Organisation kauft Immobilien in Spitzenlagen in Amerika und in Europa.
SPIEGEL: Die Geschichte, wie Scientology steuerbefreit wurde, ist eine der faszinierendsten des Buches.
Wright: Bevor Hubbard starb, entschied er, keine Steuern zu zahlen. Bis 1993 häufte die Kirche Steuerschulden in Höhe von einer Milliarde Dollar an. So viel Geld hatte sie damals nicht.
SPIEGEL: Was machte Scientology?
Wright: David Miscavige, der Kirchenführer, entschied, 2500 Gerichtsverfahren gegen die Behörde und einzelne Finanzbeamte anzustrengen, die er von Privatdetektiven überwachen ließ. Es legte die ganze Steuerbehörde lahm, Miscavige prahlte damit, dass die Steueranwälte der Behörde nicht zu ihrer eigenen Tagung fahren konnten, weil sie zu beschäftigt mit Scientology waren. Scientology schleuste sogar Mitglieder in die Behörde ein, wo sie Informationen stahlen.
SPIEGEL: Wie ging dieser Krieg zu Ende?
Wright: Miscavige war 1993 mit seinen Anwälten in Washington. Er beschloss, zur Steuerfahndung zu gehen und zu reden. Am Ende kapitulierte die Behörde, erließ die Steuern bis auf zwölf Millionen Dollar und stellte Scientology frei, selbst zu entscheiden, welche Teile der Organisation steuerbefreit sein sollten.
SPIEGEL: Wer in Bayern für den Staat oder ein Staatsunternehmen arbeiten will, muss ankreuzen, ob er für Scientology arbeitet.
Wright: Wirklich? Welche Gefahr stellt die Organisation für Deutschland dar?
SPIEGEL: Scientology sagt, dass sie Führungspositionen in der Gesellschaft besetzen wolle. Aber laut Verfassungsschutzberichten lehnt die Organisation das demokratische Rechtssystem ab.
Wright: Ich schreibe über viele Verbrechen und Misshandlungen in der Kirche, aber als antidemokratisch würde ich sie nicht sehen. Die Gefahr, die von Scientology ausgeht, ist persönlich, nicht gesellschaftlich. Auch wenn Scientology das bestreitet: Die Kirche zerstört Familien und Individuen. Aber in Amerika greift der Staat bei so etwas nicht ein.
SPIEGEL: Herr Wright, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Das Gespräch führte die Redakteurin Cordula Meyer in Austin, Texas.
Von Cordula Meyer

DER SPIEGEL 36/2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.


DER SPIEGEL 36/2013
Titelbild
Der digitale SPIEGEL
Diese Ausgabe jetzt digital lesen

Die digitale Welt der Nachrichten. Mit interaktiven Grafiken, spannenden Videos und beeindruckenden 3-D-Modellen.
Sie lesen die neue Ausgabe noch vor Erscheinen der Print-Ausgabe, schon freitags ab 18 Uhr.
Einmal anmelden, auf jedem Gerät lesen - auch offline. Optimiert für Windows 8, Android, iPad, iPhone, Kindle Fire, BlackBerry Z10 sowie für PC/Mac.

Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

SPIEGEL-GESPRÄCH:
„So mächtig wie ein Drogentrip“

Video 02:58

Theresa Mays erbitterter Gegner Charmant, höflich, ganz schön rechts

  • Video "Schiffskollision vor Borkum: Frachter verkeilen sich - und werden getrennt" Video 01:04
    Schiffskollision vor Borkum: Frachter verkeilen sich - und werden getrennt
  • Video "Kommunikation zwischen Koalas: So laut wie ein Elefant (Bitte Ton anschalten!)" Video 00:42
    Kommunikation zwischen Koalas: So laut wie ein Elefant (Bitte Ton anschalten!)
  • Video "Flucht durch Amerika: Volles Risiko mit La Bestia" Video 12:04
    Flucht durch Amerika: Volles Risiko mit "La Bestia"
  • Video "Chaos in Sri Lankas Parlament: Sie warfen mit Stühlen und Chilipaste" Video 00:45
    Chaos in Sri Lankas Parlament: Sie warfen mit Stühlen und Chilipaste
  • Video "Rätselhaftes Unterwasser-Wesen: Feuerwalze vor Neuseeland gefilmt" Video 01:33
    Rätselhaftes Unterwasser-Wesen: "Feuerwalze" vor Neuseeland gefilmt
  • Video "Lindnern, Lauch, Verbuggt: Sprechen Sie Jugend?" Video 01:29
    "Lindnern", "Lauch", "Verbuggt": Sprechen Sie Jugend?
  • Video "Amateurvideos aus New York: Verkehrschaos durch Schneesturm" Video 01:29
    Amateurvideos aus New York: Verkehrschaos durch Schneesturm
  • Video "Überwachungsvideo: Zug kreuzt Straße" Video 00:38
    Überwachungsvideo: Zug kreuzt Straße
  • Video "Kampf um CDU-Vorsitz: Mir hat Herr Spahn gefallen - erstaunlicherweise" Video 04:57
    Kampf um CDU-Vorsitz: "Mir hat Herr Spahn gefallen - erstaunlicherweise"
  • Video "Panoramavideo aus Kalifornien: Was vom Feuer übrig blieb" Video 01:02
    Panoramavideo aus Kalifornien: Was vom Feuer übrig blieb
  • Video "Kontrollierte Detonationen: Südkorea sprengt Grenzposten" Video 01:13
    Kontrollierte Detonationen: Südkorea sprengt Grenzposten
  • Video "Revolution in der Medizin: Die Mensch-Maschinen" Video 12:36
    Revolution in der Medizin: Die Mensch-Maschinen
  • Video "Phantasy-Epos Phantastische Tierwesen 2: Wer stoppt Grindelwald?" Video 01:47
    Phantasy-Epos "Phantastische Tierwesen 2": Wer stoppt Grindelwald?
  • Video "Seltenes Lichtphänomen: Amateurfilmerin sichtet mehrere Halos" Video 00:43
    Seltenes Lichtphänomen: Amateurfilmerin sichtet mehrere "Halos"
  • Video "Nach Kritik der First Lady: Trumps Vize-Sicherheitsberaterin abgesetzt" Video 00:54
    Nach Kritik der First Lady: Trumps Vize-Sicherheitsberaterin abgesetzt
  • Video "Theresa Mays erbitterter Gegner: Charmant, höflich, ganz schön rechts" Video 02:58
    Theresa Mays erbitterter Gegner: Charmant, höflich, ganz schön rechts