09.09.2013

EISHOCKEYWeite Wege

Wladiwostok ist Russlands wichtigste Hafenstadt am Pazifik, bis zur Grenze nach Nordkorea sind es nur 147 Kilometer. Im Mai dieses Jahres wurde in Wladiwostok ein neuer Eishockey-Club gegründet, dessen Namen die Bewohner der Region online wählen konnten: "Admiral" gewann mit 72 Prozent vor "Killerwale" und "Vorposten". Admiral spielt nun in der KHL, der Kontinental Hockey League, einer eurasischen Liga mit 28 Mannschaften aus acht Ländern, darunter auch Lettland, die Slowakei, Tschechien und Kroatien. So muss das Team von Admiral zum Auswärtsspiel bei Medveš čak Zagreb rund 8300 Kilometer weit reisen. Die Spiele der KHL finden in neun Zeitzonen statt, von den annähernd 700 Spielern kommen etwa zwei Drittel aus Russland, aber auch US-Amerikaner und Kanadier sind dabei, bei Admiral steht ein Deutscher im Kader, Felix Schütz aus Erding, der von den Kölner Haien gekommen ist. Der Energiekonzern Gazprom ist der größte Sponsor der Liga, die ein Gegenwicht bilden soll zur nordamerikanischen Profiliga, der NHL. Einer der Topstars dieser Saison, die am Wochenende begonnen hat, ist Ilja Kowaltschuk. Er wechselte von den Devils in New Jersey zu SKA Sankt Petersburg, obwohl er in den USA einen Vertrag besaß, der ihm in den kommenden zwölf Jahren 77 Millionen Dollar garantiert hätte. Und die KHL soll weiter wachsen: Ein Trio unter der Führung des Ölhändlers und Milliardärs Gennadij Timtschenko hat Ende Juni den finnischen Club Jokerit Helsinki gekauft, einen Kandidaten für die nächste Saison. Von Helsinki nach Wladiwostok sind es 6770 Kilometer.

DER SPIEGEL 37/2013
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