21.09.2013

FERNSEHEN IBöse sein

„Breaking Bad“ ist die spektakulärste und verstörendste der vielen guten amerikanischen Fernsehserien. In diesen Tagen erreicht sie nach 62 Folgen ihr Finale: Welches Ende wird der Antiheld Walter White finden?
In den letzten Wochen des Ringens mit seiner Teufelsfigur Walter White schien es ihrem Erfinder Vince Gilligan manchmal so, als wäre dieser Walter White stärker als er. Als wehrte sich diese Figur dagegen, sich für immer zu verabschieden. Als hätte Gilligan ein Monster geschaffen, das er nicht wieder loswird. Gilligan hatte sich in jenen Wochen, als er die letzten Episoden der Fernsehserie "Breaking Bad" schrieb, mit kompliziertesten Fragen von Schuld und Moral, Buße und Erlösung herumgeschlagen, und diese hatten ihn so belastet, dass er zeitweilig nicht mehr schlafen konnte. Wochenlang seien er und seine sieben Autoren nur spazieren gegangen und hätten keine Drehbuchzeile schreiben können, so fest steckten sie, sagt er.
Wenn nun an diesem Sonntag in Los Angeles die Emmys für die beste Fernsehserie verliehen werden, geht es nur noch am Rande um die Frage, wie viele Auszeichnungen "Breaking Bad" bei ihren 13 Nominierungen schließlich erhält. Es werden ohnehin viele sein.
Es geht darum, wie Gilligan in den beiden allerletzten Folgen, die in den nächsten Tagen zu sehen sein werden, sein Epos von Walter White, dem ehemaligen Chemielehrer und jetzigen Drogenbaron, auflöst(*). Wird dieser große Antiheld der seriellen Erzählkunst, der den Weg von Gut nach Böse angetreten ist, seine Strafe bekommen? Wird er sterben oder zumindest alles verlieren, was das kollektive Gerechtigkeitsgefühl der Zuschauerschaft befriedigen würde? Einerseits. Andererseits hat er sie jahrelang gefesselt mit seiner Metamorphose vom Spießer zum Monster und hat aller Verwerflichkeit zum Trotz immer noch viele Sympathisanten.
Walter White, genannt Walt, ist zu Beginn der ersten Staffel Chemielehrer an einer Highschool in Albuquerque, New Mexico, einer Stadt in der Wüste, dort, wo Amerika nach Amerika aussieht, mit Autohäusern und Schnellrestaurants, den Reihenhäusern aus Pappe, vor denen sich die Nachbarn grüßen, Pick-up-Trucks und Indianerreservaten, den Canyons, dem Rio Grande, den Kakteen. Dies hier ist keine andersartige Parallelwelt wie in den anderen berühmten Serien: Hier ist nicht das Mobster-New-Jersey von Tony Soprano, nicht das Ghetto von Baltimore aus "The Wire", nicht das Sixties-New-York der "Mad Men" oder das Haifisch-Washington von "House of Cards".
Walter White hat sich dieser Umgebung angepasst. Er trägt am liebsten hellgrüne bis beigefarbene Kleidung, sein Gesicht mit diesem seltsam unbeholfenem Schnurrbart ist eine Wüste der Resigna-
tion, jede Spannung scheint aus seinem Körper gewichen zu sein. Er hat eine Frau, die er liebt, aber nicht begehrt, und einen 15-jährigen behinderten Sohn. Weil das Geld nicht reicht, muss er nach der Schule in einer Waschanlage Autos polieren, oft die seiner Schüler. Die Sympathien waren dieser armseligen Filmfigur sicher, wenn auch nur aus Mitleid. Doch diesen Walt gibt es inzwischen, da sich die Erzählung ihrem Ende nähert, längst nicht mehr. Er ist wie eine verblasste Erinnerung an einen lieben, fast vergessenen Freund.
Der Walter White von heute nennt sich Heisenberg. Er hat sich den Schädel rasiert, anstelle des Schwächlinksschnauzers trägt er einen sinistren Kinnbart, statt Resignation steht Resolution in seinem Gesicht. Dieser Heisenberg ist ein Schwerkrimineller, er stellt für internationale Drogenkartelle Crystal Meth her, er hat dafür seine Familie und Freunde hintergangen, belogen und betrogen und mit Kalkül Menschen ermordet.
Aber er ist bei sich. Er hat es mit einigen der gefährlichsten Verbrecher aufgenommen und gewonnen, er ist ein gefürchtetes Phantom, das sich den Namen des Entdeckers der Unschärferelation gegeben hat (von dem dort in Albuquerque allerdings die wenigsten bisher gehört hatten), und er ist steinreich.
Dieser Walter White hat per Zufall ein Monster in sich entdeckt, das er 50 Jahre lang vor lauter Pflichtbewusstsein übersehen hatte. Und es fühlt sich gut an.
Helden in Episodenserien sind oft statische Charaktere. Sonst verlieren sie den Zuschauer, der sich plötzlich nicht mehr mit ihnen identifizieren kann. Tony Soprano bleibt in seinem Kern immer der New-Jersey-Mafioso, Don Draper aus "Mad Men" wird seine Don-Draperhaftigkeit nie ablegen. Wenn Figuren sich verändern, dann verändern sie sich, weil äußere Umstände sich verschoben haben, aber nicht aus sich selbst heraus.
Diese Praxis der fiktionalen Figurenentwicklung findet ihre Entsprechung in den Alltagserfahrungen der Zuschauer: Der Mensch ist, wer er ist. Sicher, er kann sich Kraft seines Willens graduell optimieren. Er kann seinen Ärger unter Kontrolle kriegen oder seltener die Unwahrheit sagen, er kann mit dem Alkohol aufhören oder seine Traumata verarbeiten. Aber im Prinzip hat jeder Mensch einen Kern in sich, der unveränderlich ist.
Das Experiment, das der Erfinder Gilligan in "Breaking Bad" unternimmt, lautet: Was, wenn ein Mensch etwas völlig anderes in sich trägt und sich bei vollem Bewusstsein entscheidet, dieses andere herauszulassen? Und was, wenn dieses andere zufällig das Böse ist?
Auch bei Walter White ist es zunächst ein äußeres Ereignis, das die Veränderung anschiebt. Im Pilotfilm bekommt Walter eine Krebsdiagnose. Lungenkrebs, fortgeschrittenes Stadium, irreparabel, keine zwei Jahre mehr zu leben. Er wird eine schwangere Frau und einen behinderten Sohn hinterlassen, aber keinerlei finanzielle Mittel. Ausgerechnet sein Schwager, der bullige, mit schlechten Witzen um sich werfende Hank, Agent der US-Drogenfahndung DEA, bringt ihn auf die lebensverändernde Idee, als er Walter von der Crystal-Meth-Szene in Albuquerque erzählt. Diese zerstörerische synthetische Drecksdroge boomt - und sie lässt sich, vermutet Walt, für einen Chemielehrer relativ leicht herstellen. Walt rekrutiert seinen ehemaligen Problemschüler Jesse, ein verlorenes Drogenkid, sie kaufen ein Wohnmobil, richten darin ein Labor ein, fahren in die Wüste, ziehen sich Masken und Schutzanzüge an und beginnen, Crystal Meth zu kochen.
Weil Walter White wohl der einzige Crystal-Meth-Koch der Welt ist, der an die Herstellung der Droge mit der Akribie, Akkuratesse und Vernunft eines Chemielehrers herangeht, ist sein "product", wie er es nennt, dem handelsüblichen Stoff haushoch überlegen. Walt macht schnell viel Geld und gibt sich dabei der Illusion hin, er könne ein Verbrecher sein, ohne ein Verbrecherleben zu führen. Er kocht doch nur. Dort, wo es richtig kriminell wird, beim Handel und Vertrieb, will er sich raushalten.
Was ist moralisch richtig? Das Loserleben zu Ende zu leben, bis man stirbt, und eine Familie zu hinterlassen, die mittellos ist, weil man selbst ein Verlierer war? Oder seine Talente zu nutzen, für ein paar Monate etwas Unmoralisches tun, um dafür mit einem gutem Gewissen gegenüber Frau und Kindern abtreten zu können?
Zunächst schien es so, als sei dies das moralische Dilemma der Serie. Doch der dramaturgische Kern von "Breaking Bad" wird erst erkennbar, als Walts Krebs sich aus seinem Körper zurückzieht, er vorerst geheilt ist und in sein altes Leben zurückkehren könnte.
Was Walt nicht will. Er hat Talente in sich entdeckt: Er kann Menschen manipulieren, bis er sie beinahe fernsteuert; er hat festgestellt, dass er mit seinem Verstand die hartgesottensten Kriminellen ausmanövrieren kann, dass er, ehrlich gesagt, auch Mut hat sowie die Fähigkeit zu eiskalt-logischer Konsequenz. Diese bringt den ehemaligen Lehrer unter anderem dazu, ein Kind zu vergiften, ein Altenheim mit einer Bombe anzugreifen, ein Mädchen in seiner Kotze ersticken zu lassen und viele andere zu töten, die es möglicherweise sogar verdient hatten. Anfangs wimmert Walt beim Morden dem Opfer noch ein "I'm so sorry" herüber, bis er merkt, dass es ihm gar nicht leidtut, weil er nur tat, was seine Vernunft ihm vorgab.
Der Krebs, wäre er nicht nur eine Krankheit, sondern auch eine Metapher, ist nun aus Walter White hinausgetreten in die Welt. Er wird nun vorerst nicht Walt töten, sondern andere Menschen, die mit Walt in Kontakt kommen.
Als seine Frau Skyler nach der zweiten Staffel endlich die ausweglose Verstrickung ihres Mannes in den Drogenhandel entdeckt und um die Sicherheit der Familie fürchtet, erklärt Walt ihr:
"Nein, du weißt offensichtlich nicht, mit wem du redest. Ich bin nicht in Gefahr, Skyler. Ich bin die Gefahr. Jemand öffnet seine Haustür und wird erschossen, und du denkst, das bin ich? Nein. Ich bin derjenige, der draußen klopft."
Auf einmal kann Walt seine Frau richtig vögeln und seinen Sohn auf furchterregende Art verteidigen, wenn dieser von Halbstarken gehänselt wird. Der Biedermann Walter White nimmt den Zuschauer mit in die Welt des (bald internationalen) Drogenhandels: Seht her, man muss nicht Scarface sein, um hier zu bestehen. Kühle Rationalität und klares Denken reichen völlig. Die Unterwelt in ihrer geballten Irrationalität ist beherrschbar von dem, der nur vernünftig ist. Oder anders formuliert: Jeder hat Scarface in sich. Und ehrlich gesagt: Es macht mehr Spaß, Scarface zu sein als ein Hybridautofahrer.
Die Frage, die sich hier Walt (und damit leider auch dem Zuschauer) stellt, lautet also: Falls Schuld sich einfach so abschütteln ließe, welchen Grund gäbe es dann, ein moralisches Leben zu führen?
Der Schriftsteller Chuck Klosterman hat darauf hingewiesen, dass schon in der ersten Staffel die Tücken dieser Fragen verhandelt werden. Walts Kompagnon Jesse erklärt ihm: "You can't just break bad", man könne nicht einfach auf die böse Seite wechseln. Zunächst schien es, als ginge es hier um naheliegende praktische Erwägungen. Wer sein Leben lang ein gesetzestreuer Mittelschichtsverlierer war, hat es einfach nicht drauf, plötzlich erfolgreich kriminelle Energie zu entwickeln. Später erst, als Walt aus freien Stücken jeglichen moralischen Boden verlassen hat, wird klar, dass es Jesse in diesem Dialog um viel Grundlegenderes ging, um ein anthropologisches Argument: Man kann sich nicht einfach für das Böse entscheiden. Selbst wenn Walt das wollte, würde sein innerster Kern ihn immer daran hindern. Jesse hatte sich getäuscht. Walt konnte.
Je mehr Walt seinen angestammten Platz auf dem Figurentableau verlässt, desto stärker verändern sich spiegelbildlich die anderen Charaktere der Serie: Der DEA-Schwager Hank Schrader wird von einem tumben Red-Neck-Bullen mit Aggressionsproblemen zu einem sensiblen Faktentüftler, der zum Ende der Serie der Einzige zu sein scheint, der Walt noch zur Strecke zu bringen kann; Walts Frau Skyler beginnt als vom Stumpfsinn sediertes Housewife und entwickelt sich zur resoluten, durchtriebenen Kämpferin teils für, teils gegen das Monster an ihrer Seite (übrigens wird sie ähnlich wie Carmela Soprano oder Betty Draper von vielen Zuschauern dafür gehasst, wogegen sich schließlich sogar die Skyler-Darstellerin Anna Gunn in einem Beitrag in der "New York Times" gewehrt hat). Und ausgerechnet Jesse Pinkman, ursprünglich der Meth rauchende Nichtsnutz, der seinem Partner Walt stets unterlegen war, arriviert zum Gewissen der Serie und wird Walt dadurch plötzlich überlegen. Es scheint, je schlechter Walt wird, desto besser können alle anderen werden.
Ohnehin sind Walts Kosten immens. Die Lügentürme, die er vor seiner Familie und dem immer misstrauischer werdenden Schwager Hank hochzieht, sind für ihn keine moralischen Vergehen mehr, sondern Ausdruck seiner Intelligenz. Seine Idee, zwar böse zu sein, aber mit dem Rest des Bösen nichts zu tun zu haben, entpuppt sich als Illusion. Zunehmend muss er mit anderen furchterregenden Figuren aus dem Drogenhandel zurechtkommen, und so gerät die Handlung immer wieder an so aussichtslose wie düstere Punkte.
Gilligans Maxime in der Handlungsfortschreibung lautet: Alles, was sich denken lässt, kann auch geschehen, völlig unabhängig von moralischen Erwägungen. Das führt zu einem unvorhersehbaren, rasanten, oft zum Niederknien originellen Handlungsverlauf, wie ihn keine Serie zuvor vorgeführt hat. Es führt aber auch in die Düsternis, in ein ethisches Niemandsland, zu einer existentiellen Verlassenheit, die es manchen unmöglich macht, "Breaking Bad" zu ertragen.
Dabei ist der Kern von "Breaking Bad" eine tiefgehend moralische Erzählung: Es gibt hier kein Erbarmen, was die Konsequenzen von Handlungen betrifft. Das Schlimmste, das eintreten kann, tritt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein. Was jemand verdient hat - das ist eine zweitrangige Frage. Er bekommt erst mal all die Scheiße ab, die sich logisch aus der Summe seiner Handlungen ergibt.
Das Verdienst von Serien wie "Die Sopranos", "The Wire" oder auch später "Homeland" bestand darin zu zeigen, dass Handlung, Figuren und Moral immer auch ambivalent sind. "Breaking Bad" stellt sich dagegen. Gut und Böse sind hier keine verschiebbaren Begriffe. Die Serie folgt der unbequemen Annahme, dass es einen klaren Unterschied zwischen richtigem und falschem Handeln gibt und jede Figur sich dazwischen frei entscheiden kann.
Es ist natürlich kein Zufall, dass der Ausgangspunkt von alldem die Chemie ist. Sie ist eines der übergreifenden Motive der Serie. Denn die Welt funktioniert am Ende wie ein chemischer Baukasten: Wer bestimmte Flüssigkeiten richtig zusammenkippt, bekommt mit Sicherheit eine Explosion.
Eine solche Reaktionskette (der zugegeben etwas drastischen Art) führt Gilligan in der zweiten Staffel vor. Da schaut Walt mit tatenloser Grausamkeit zu, wie die Junkie-Freundin von Jesse in ihrem Erbrochenen erstickt. Ihr Vater, den Walt auch kennt, ist Fluglotse. Als er vom Tod seiner Tochter erfährt, versagen ihm im Tower die Nerven, was eine Flugzeugkollision über Albuquerque verursacht.
Doch wie bei einer chemischen Reaktion geraten die Dinge immer nur kurz aus ihrer Balance. Das Chaos, der Ausbruch, die Gewalt sind in "Breaking Bad" immer nur ein vorübergehender Zustand. Am Ende fügt sich alles wieder in eine logische Ordnung. Die Materie geht zurück in den Zustand, in den sie gehört.
Dass die moderne Fernsehserie das Gefäß für die großen Erzählungen unserer Zeit ist, dass nirgends die Figuren und ihre Motive so vielschichtig erzählt werden können - das ist seit den "Sopranos" und den vielen anderen Serien bekannt, die ihre Zuschauer in den vergangenen Jahren am Schlafen gehindert haben. Umwerfend gut erzählen können sie alle. Was "Breaking Bad" von seinen Vorgängern abhebt, ist nicht nur der moralische Rigorismus, sondern auch die Bereitschaft, diesen Rigorismus auf einem anderen Schauplatz wieder ins Wanken zu bringen.
Dieses Albuquerque-Nest, die karge Wüstenlandschaft, überhaupt der Südwesten der USA, wo die Hitze über dem Boden flimmert und die Sicht verschwimmt - hier in New Mexico wurde die erste Atombombe zusammengebaut und getestet, und natürlich gibt es dort allerlei Geschichten über Monster, die durch die Strahlung entstanden sind.
In den Bildern, die "Breaking Bad" von dieser Landschaft zeigt, sind die Farben oft künstlich verstärkt, auf einmal jagen Wolken im Zeitraffer über den Himmel, Blätter segeln in Zeitlupe, Autos fahren wie an Strippen gezogen. Die Welt sieht hier mitunter aus, als würde der Zuschauer sie selbst auf Crystal Meth betrachten.
Diese Welt scheint zu machen, was sie will, als wollte sie durch ihre Surrealität das vergebliche Streben der Menschen kommentieren: die Jagd nach dem Phantom Heisenberg, der der ausgezehrte Polizist Hank sich verschrieben hat, bis zur letzten Staffel nicht wissend, dass er hinter seinem eigenem Schwager her ist; die immer brutaleren Kämpfe der Drogenbanden (in die nun zum Schluss auch noch die unvermeidlichen Aryan-Brotherhood-Nazis eingreifen); der ursprünglich existentielle Kampf Walts, der jeden Sinn verloren hat und sich nurmehr um seinen Narzissmus dreht; das Ringen seiner Frau Skyler um die Rettung einer längst zerstörten Familie oder das Verlangen des psychisch zerrütteten Jesse, das Monster, das er mit herangezüchtet hat, seinen ehemaligen Partner und Freund Walt, zu vernichten.
Der Erfinder Vince Gilligan sagt: Wenn Religion etwas sei, das die Menschen sich ausgedacht haben, um das Leben besser zu ertragen - dann repräsentiere sie auch das Verlangen der Zuschauer, dass Übeltäter bestraft werden. "Ich selbst spüre eine Notwendigkeit für eine Art biblische Sühne, eine Gerechtigkeit oder was auch immer. Ich möchte daran glauben, dass es so etwas wie eine wohlverdiente Strafe gibt, ein Karma, das plötzlich sein Recht einfordert. Selbst wenn es Jahre oder Jahrzehnte braucht, um sich bemerkbar zu machen."
Das allerdings würde nichts Gutes bedeuten für Walter Whites finales Schicksal. In zwei kurzen Vorgriffen, die Gilligan in die letzte Staffel eingebaut hat, sieht man Walt, wieder mit Haaren und einem dicken Bart und einer neuen Existenz, dabei zu, wie er ein Maschinengewehr kauft. Offenbar lebt er jetzt an der Ostküste, und ist auf Besuch in Albuquerque.
Walt schluckt Pillen, vielleicht ist der Krebs zurückgekehrt. Er fährt zu seinem Haus. Es ist verlassen und verfallen. Im Wohnzimmer hat jemand in gelber Farbe "Heisenberg" an die Wand gesprüht. Im Garten skaten Jugendliche im Becken seines ehemaligen Swimmingpools. Es wirkt wie der erste friedliche Moment in den fünf Staffeln dieser Serie. Möglicherweise hat sich die Materie endgültig wieder in ihre Ordnung gefügt.
* Die finalen acht Folgen von "Breaking Bad" sind in Deutschland auf dem Bezahlsender AXN jeweils dienstags um 21 Uhr zu sehen. Die letzte Folge wird am 1. Oktober ausgestrahlt.
Von Philipp Oehmke

DER SPIEGEL 39/2013
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