25.11.2013

DOPINGSchweigegeld für die Ex

Nachdem Lance Armstrong vor einem Jahr des Dopings überführt worden war und er den Betrug in einer US-Fernsehshow gestanden hatte, war es still um den Texaner geworden. Damit ist es vorbei. Armstrongs Vergangenheit beschäftigt derzeit intensiv Juristen und Medien. Vorigen Mittwoch stimmte der ehemalige Radprofi einem außergerichtlichen Vergleich mit der Versicherungsgesellschaft Acceptance Insurance zu, die ihm von 1999 bis 2001 drei Millionen Dollar Erfolgsprämien gezahlt hatte und ihr Geld zurückverlangte. Damit verhinderte Armstrong einen Prozess, in dem heikle Fragen zu klären gewesen wären. In der Klageschrift wird unter anderem behauptet, Armstrong habe seiner Frau Kristin bei der Scheidung im Herbst 2003 zehn Millionen Dollar gezahlt, damit sie über seine Dopingaktivitäten schweige. Dazu hat er sich bislang nicht geäußert, in einem Prozess hätte er jedoch unter Eid aussagen müssen. Zwei weitere Klagen könnten ihn noch teuer zu stehen kommen: Eine andere Versicherung, SCA Promotions, hätte gern 12 Millionen Dollar Prämien wieder, und Armstrongs langjähriger Teamsponsor erhält womöglich 100 Millionen zurück. Auch amerikanische Filmemacher und Journalisten widmen sich dem tief gestürzten Superstar. In den Kinos der USA ist gerade der zweistündige Dokumentarfilm "The Armstrong Lie" von Oscar-Preisträger Alex Gibney angelaufen. Gibney geht der Frage nach, warum Armstrong so lange die Welt belügen konnte, ohne als Doper überführt zu werden. Außerdem wird im März das Buch "Cycle of Lies" erscheinen, geschrieben von Juliet Macur. Die Reporterin der "New York Times" kündigt an, es enthalte Neuigkeiten zu Armstrongs Fall. Die Filmrechte am Buch sind bereits verkauft.

DER SPIEGEL 48/2013
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