30.12.2013

AFFÄRENBetriebsprüfung bei EADS

In der Affäre um mögliche Schmiergeldzahlungen beim Verkauf von 15 Kampfflugzeugen des Typs "Eurofighter" an Österreich hat EADS Deutschland nun die Betriebsprüfer im Haus. Die Beamten suchen angeblich nach Belegen für mehr als 100 Millionen Euro, die im Zusammenhang mit dem Geschäft an Offshore-Firmen und fragwürdige Berater geflossen sein sollen. Bei EADS heißt es dagegen, es handle sich um eine "normale Prüfung, ohne irgendeinen Schwerpunkt". Staatsanwälte in München und Wien ermitteln seit gut einem Jahr in dem Fall. Inzwischen gibt es mehr als ein Dutzend Beschuldigte. Laut einem vertraulichen Papier aus dem Oktober gehen die österreichischen Ermittler weiter davon aus, dass "EADS versucht hat, Schmiergeldzahlungen an Unternehmen bzw. Beamte zu leisten". Dabei sei "im Rahmen des EADS-Konsortiums eine kriminelle Vereinigung" gegründet worden, um "über Scheinverträge Gelder aus den Partnerunternehmen abzuziehen und für korrupte Zwecke verfügbar zu machen". Unterdessen neigen sich die internen Untersuchungen der Affäre offenbar dem Ende zu. Im November 2012 hatte EADS-Chef Tom Enders in der Sache schnelle Aufklärung versprochen und eine "Tiefenbohrung" angekündigt. Daraufhin wurde die Wirtschaftskanzlei Clifford Chance mit internen Untersuchungen betraut, die ursprünglich schon im vergangenen Frühjahr abgeschlossen sein sollten. Anwälte hatten sich immer wieder über die angeblich "rauen Methoden" der internen Ermittler beschwert. Dies habe die Mitarbeit etlicher Beteiligter "nicht gerade gefördert" und das Projekt somit verzögert. EADS erklärt dagegen, die längere Ermittlungsdauer sei auf die Fülle an Material zurückzuführen. Clifford Chance, so beteuert das Unternehmen, arbeite "äußerst professionell".

DER SPIEGEL 1/2014
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