17.03.2014

SCHICKSALEBald

Leben und Sterben meines Neffen Florian, der mit 18 Jahren einem Gehirntumor erlag. Von Guido Mingels
Wie viel Zeit bleibt? Wie spät ist es? 11.30 Uhr am 16. Oktober 1993, unendlich viel Zeit, ein ganzes Leben lang Zeit, für Florian, zu dieser Stunde geboren in Sursee, Schweiz, Sohn des Käsermeisters Toni Thalmann und der Lehrerin Kathrin Thalmann-Egli, meiner Schwester.
Eine Kindheit auf dem Lande. Bauern bringen die Milch ihrer Kühe zum Haus an der Dorfstraße, der Vater verarbeitet sie zu Emmentaler, der Sohn, hellbraun gelockt, spritzt mit dem Wasserschlauch die Kessel sauber, schaut dem rotierenden Rührwerk zu, das sich unaufhörlich durch die Milchmasse dreht wie ein Zeiger über das Ziffernblatt, unendlich viel Zeit. Er mag keinen Käse. Der Junge vom Käser mag keinen Käse. Jetzt probier doch mal, Florian. Sein ganzes, kurzes Leben lang isst er keinen Käse.
Er hat seinen eigenen Kopf, sagt lächelnd und weinend die Mutter im neuen, weißen Wohnzimmer in Schenkon am Sempachersee. Hatte seinen eigenen Kopf. Weißer Boden, weißer Tisch, weiße Wände, alles weiß im neuen Haus, in das die Eltern mit der Tochter, Lena, der Zweitgeborenen, umgezogen sind, weil das alte, braune, holzvertäfelte zu groß war, zu dunkel, zu viel Tod darin. Wenn meine Schwester von ihrem Sohn erzählt, meinem Neffen und Patenkind, rutscht sie oft vom Präsens in die Vergangenheit und wieder zurück. Er ist, er war. Der Vater sitzt am Tisch, Florians jüngere Schwester auch, Überlebende. An der Wand Dutzende Kinderfotos.
Wäre es Sommer 1999, würde Florian, fünf Jahre alt, mit dem Nachbarsjungen hinter dem Haus spielen und ihm erzählen, dass Mitsch, eine Gestalt aus seiner Phantasie, der er diesen Namen gab, die ganze Welt hochheben kann. Wäre es 2005, würde er in der Werkstatt seines Großvaters, meines Vaters, sein erstes Mofa auf Höchstgeschwindigkeit tunen, zwölf Jahre alt. Könnte man bloß die Zeit zurückdrehen. Und dann ganz rasch vorspulen, die Jahre 2010, 2011 und 2012 überspringen, erst wieder anhalten am 16. Oktober 2013, seinen 20. Geburtstag mit ihm feiern.
15 Uhr am 22. Juli 2010, Kantonsspital Luzern, Onkologie. Wir sprechen nicht von Jahren, sondern von Monaten, sagt der Mann im weißen Kittel. Was heißt das?, fragt die Mutter. Wie meinen Sie das? Am Bildschirm Aufnahmen aus dem Innern des Schädels des Sohnes. Auf dem Parkplatz des Krankenhauses sagt Florian, 16 Jahre alt, später zur Mutter: Die sollen mir den Kopf aufschneiden, das Zeug rausnehmen, ich will im August auf die Motorradtour mit meinen Freunden, ist schon lang so geplant. Nicht Jahre, sondern Monate. Man kann nicht immer Glück haben im Leben, sagt Florian. Danach sagt er sehr lange nichts mehr über sein Sterben und konzentriert sich auf das Leben.
Wenn er mir im Traum erscheint, sagt die Mutter heute, sehe ich ihn immer gesund, nie krank. Er tritt mir gegenüber als kräftiger, junger Mann, mit nacktem, muskulösem Oberkörper, samt dem Sixpack, für den er fast bis zum Schluss trainierte, ist das nicht seltsam?
Wie spät ist es? Vielleicht 10.30 Uhr am 9. Februar 2012, dem Tag vor seinem Tod. Immer wieder, Dutzende Male, fragt Florian, jetzt 18 Jahre alt, in den letzten Tagen im Krankenhaus nach der Uhrzeit, was isch für Ziit, Mam?, was isch für Ziit, Toni? Oder er deutet, als er nicht mehr sprechen kann, mit einem Finger auf sein Handgelenk, dorthin, wo er seine Uhr trug, Swatch Irony Get Fly Black, gekauft vom ersten Lehrlingsgehalt als Metallbauer, zuverlässig zerteilte sie für ihn den Zeitstrahl in Tage, Stunden, Minuten, Sekunden. Halb elf, sagt die Mutter. Mit einem Stift, den er kaum noch halten kann, schreibt Flo im Bett einen Wunsch auf einen Zettel, oder eine Gewissheit, vier Buchstaben nur, ein B, ein a, ein l, ein d, schräg neigt sich das Wort zum Ende hin.
Bald.
Verliert ein Kind seine Eltern, so wird es zum Waisenkind. Wenn eine Frau oder ein Mann den Partner verliert, so nennen wir sie Witwe oder Witwer. Aber es gibt keinen Begriff für Eltern, die ein Kind verlieren. Wir alle fürchten uns so sehr vor diesem größtmöglichen Unglück oder rechnen so wenig damit, dass wir nicht einmal ein Wort dafür haben.
Denn heimlich glauben wir daran, es gebe eine natürliche Sterbeordnung auf Erden, eine Garantie, vom Schöpfer ausgestellt: Keine Sorge, dieses Kind, das du in deinen Armen hältst, wird erst lange nach dir sterben. Zuerst die Alten, dann die Jungen, wenn die Eltern nicht mehr dabei sind. So soll es sein. Und jede Ausnahme davon ist ein Skandal, empörend, inakzeptabel, und doch kann es jeden treffen, jede Familie, jedes Kind. Das wissen wir, und deshalb lebt jeder Vater, jede Mutter mit einer Angst. Vor dem Auto, das zu schnell durch die Wohnstraße fährt. Vor dem Wasser, vor der Höhe und der Tiefe. Vor dem Schatten auf dem Röntgenbild.
Du bist doch Journalist, sagt meine Schwester vor ein paar Monaten am Telefon, mehr als ein Jahr nach Florians Tod. Du schreibst doch Geschichten auf, das muss man doch aufschreiben. Florians Geschichte.
Ja, muss man. Um die Erinnerung an ihn wachzuhalten und sie zu teilen. Um die Verzweiflung bändigen zu helfen. Um anderen Eltern, die Ähnliches erleben oder sich still davor fürchten, also allen, ausnahmslos allen zu zeigen, dass man überleben kann.
Sommer 2010. Florian schaut die "Simpsons" auf ProSieben, Homer, Marge, Bart, Lisa, Maggie, er liebt die Serie seit vielen Jahren. Der Mutter fällt auf, dass der Sohn beim Fernsehschauen den Kopf seltsam verdreht. Warum tust du das, Florian, warum schaust du so schräg? Tu ich doch gar nicht. Doch, tust du. Der Augenarzt kann nichts feststellen, er empfiehlt eine Magnetresonanztomografie.
Die Röhre, in die man Flo im Krankenhaus schiebt, macht laute Töne, schrille, klopfende Rhythmen, sie klingen fast wie die Musik, die sonst aus Flos Kopfhörern dringt, Swedish House Mafia, DJ Antoine, Insulin Junky. Die Bilder zeigen einen Tumor, der auf den Sehnerv drückt und das Gesichtsfeld beeinträchtigt. Diffuses intrinsisches Hirnstamm-Gliom, so nennt es der Arzt. Dort, wo das Rückenmark in das Gehirn übergeht. Im innersten Kern des Menschen Florian Thalmann.
Als der Vater, heute, im weißen Wohnzimmer, die Frage beantworten soll, wie die Geschwulst aussah auf den Aufnahmen, formt er wortlos beide Hände zu Krallen. Ein unauflösbarer Krallengriff um die zentralen Nervenbahnen. Ja, sagt der Vater, manchmal spreche ich mit ihm. Bei der Jagd zum Beispiel, wenn ich auf dem Hochstand sitze und in die Landschaft blicke, dann schildere ich ihm, was ich sehe, wie schön der Anblick ist.
Kein Arzt auf der Welt kann das operieren, sagt der Mann im weißen Kittel. Was heißt das? Die Eltern, die ohne Florian vor dem Arzt sitzen, erzählen ihm von Urlaubsplänen, stellen Fragen zur Zeit nach der Therapie. Mir scheint, wir reden nicht von derselben Sache, sagt der Arzt, es tut mir leid. Flo will doch diese Tour machen, mit Freunden will er mit dem Motorrad ins Tessin fahren, zelten, trinken, feiern. Auf dem Röntgenbild ein Tumor mit Schweregrad IV nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation, äußerst bösartig, rasch wachsend. Wir reden nicht vom Gleichen, sagt der Arzt. Ich rede nicht von heilen. Ich rede von verlangsamen. Was heißt das? 6 bis 18 Monate, sagt der Arzt. Niemand überlebt länger als zwei Jahre. Wir sollten so bald wie möglich mit der Therapie starten. Der Arzt gibt den Eltern ein paar Informationsbroschüren mit und sagt: Wenn Sie nach Hause kommen, googeln Sie nicht. Es macht Sie nur verrückt.
7. August 2010, Florian beginnt mit einer kombinierten Radio-Chemotherapie, sie passen ihm eine Schutzmaske an, sie bestrahlen seinen Nacken, dazu schluckt er Temodal, 300 Milligramm pro Tag, an fünf Tagen pro Woche, dazu Paspertin, gegen die Übelkeit, die Motorradtour findet ohne ihn statt. Flo schreibt in seine Facebook-Chronik: Florian Thalmann hat sich gerade das neue Samsung Galaxy gekauft, muss sagen, ein supper Handy!
In den Broschüren steht: Das diffuse intrinsische Hirnstamm-Gliom gehört zu den Hirntumoren. Das Gehirn kontrolliert wichtige Funktionen wie das Gedächtnis, die Sinneswahrnehmung, die Bewegungsabläufe. Hochmaligne Hirnstamm-Gliome, auch Ponsgliome genannt, haben aufgrund ihrer Lage im Bereich der Brücke, Pons, eine besonders schlechte Prognose. Die Brücke ist ein Bereich im Hirnstamm, durch den alle wichtigen Nervenverbindungen vom Gehirn zu den Gliedmaßen und umgekehrt verlaufen. Häufigkeit bei Kindern und Jugendlichen: etwa fünf bis zehn Fälle pro eine Million Einwohner pro Jahr.
Warum er? Die Frage, auf die es keine Antwort gibt.
Lena, Florians Schwester, heute 17, hat in ihrem Zimmer eine kleine Gedenkstätte für den Bruder eingerichtet, ein Foto von ihm, ein paar Engelsfiguren, eine kleine Dose mit ein wenig Asche von Florian, eine Haarlocke von ihm. Sie sagt: Es ist nichts mehr, wie es vorher war, aber ich kann nicht erklären, was anders ist. Er ist nicht mehr da.
Die Fotos an der Wand im weißen Wohnzimmer zeigen Florian als Knirps mit Xylophon, im Garten mit seinem Hund Irco, beim Hämmern, beim Mofaflicken, zeigen sein schönes, ernsthaftes, fragendes Jungengesicht.
Ein Macher, ein Zupacker, ein Gestalter wächst heran, leidenschaftlich interessiert an der Dingwelt, an Holz, Metall, an Motoren.
Wer ist er? Ich sehe ihn damals an jedem Geburtstag, Patenpflichten, jedem Weihnachten, bringe Geschenke vorbei, nehme ihn mal mit zu einem Fußballspiel, Grasshoppers Zürich gegen FC Basel, mal ins Kino, "Harry Potter", und kenne ihn doch kaum. Einmal koche ich Zitronenhühnchen für ihn, er kann es so deutlich nicht leiden, isst es trotzdem, lobt es. Ein höflicher, ruhiger, abwartender, unsicherer, wortkarger, schlauer, ungeheuer liebenswerter Junge. Wer war er? Wer wäre er geworden? So wenig Zeit.
Abend am 26. August 2010, die Eltern eröffnen dem Sohn das Urteil. Eine Psychologin des Krankenhauses, spezialisiert auf die Begleitung sterbender Kinder und ihrer Familien, hat der Mutter und dem Vater erzählt, dass manche Eltern ihrem Kind den drohenden Tod verschweigen, es anlügen, und das sei das Schlimmste, es sei Betrug, es raube allen, Kind, Eltern, Geschwistern, die Zeit des Abschieds. Sie hat Florians Eltern gesagt, dass es zwei Türen gebe für ihren Sohn, den Tod und die Hoffnung: Öffnen Sie die erste, schließen Sie die zweite nicht.
Wir müssen dir etwas sagen, Florian.
6 bis 18 Monate, vielleicht zwei Jahre, so sagen es die Ärzte, Florian, eine Heilung sei nicht möglich, sagen die Ärzte, aber es gibt immer eine Hoffnung, es gibt medizinische Wunder, Florian, vielleicht wächst der Tumor einfach nicht weiter. Flo schweigt. Dann sagt er: Wenn das so ist, dann will ich nur noch schöne Sachen erleben.
Und geht zurück an den Computer, 16 Jahre alt, spielt "Cossacks 2, Battle for Europe", ein Kriegs- und Strategiespiel, er baut Festungen, besiegt Armeen, im Kinderzimmer erobert er die Welt. Auf Facebook postet er einen Clip des Rappers Eminem, tippt dazu: Hammer!!!
Zwei Möglichkeiten haben die Eltern. Sie könnten mit Florian jetzt von Klinik zu Klinik reisen, von Arzt zu Arzt, in andere Länder, könnten ihren Sohn an klinischen Studien teilnehmen lassen, könnten auf eine andere Diagnose hoffen oder auf jemanden, der einen Eingriff wagt, so unwahrscheinlich der Erfolg auch sein mag. Oder sie können den Krankenhausgeruch so lange wie möglich fernhalten aus dem bisschen Zeit, das ihrem Sohn bleibt. Ihn leben lassen, indem sie ihn sterben lassen.
Im Nacken fallen ihm die Haare aus, er macht einen modischen Haarschnitt draus. Was ihn stört: Vom Cortison, gegen Nebenwirkungen, kriegt er ein Mondgesicht, rund und voll, er kann den Motorradhelm, mit dem er zur Arbeit fährt, Huber Kontech AG, Metallbau, Buttisholz, kaum mehr aufziehen. Peinlich ist ihm, was sichtbar ist von seinem Leiden, das hängende Augenlid, das leichte Schielen. Den Rest, die Sache mit dem Tod, macht er mit sich selbst aus. Und bloß nicht auffallen dabei. Er will nicht gezeichnet sein, nicht behindert, er will normal sein. Der Krebs erwischt ihn in der Zeit, als er anfängt, sich attraktiv zu finden, den Mädchen gefallen will, als er, wie alle mit 16, mit Hilfe immer neuer Handy-Selbstbildnisse, Selfies, eine Identität sucht in seinem Gesicht. Was sieht er, wenn er in den Spiegel blickt? Vielleicht stören ihn die Pickel mehr als der unsichtbare Feind in seinem Nacken. Er trainiert für ein Sixpack, macht seine Sit-ups neben dem Bett, der Tod kann ihn mal.
Der Tumor schrumpft von 5,5 auf 2,5 Zentimeter, September 2010, Florian kann sein rechtes Auge wieder besser bewegen, er postet auf Facebook: heute super Bericht bekommen, jetzt hoffen, dass es so weitergeht!!:-)). Kollegen, die Bescheid wissen, geben Kommentare ab, super!, top!, freue mich mega.
In Kalabrien gibt es einen Wunderheiler namens Fratel Cosimo, die Familie fährt für eine Woche gemeinsam nach Süditalien, Oktober 2010, mit der Diagnose kann man leben, ohne Hoffnung nicht. Für die Begegnung mit Bruder Cosimo, der seine Bittsteller allein empfängt, an jenem Samstag ein paar Dutzend, hat Florian einen Satz auf Italienisch vorbereitet, die Aussprache geübt, ho un tumore maligno e inoperabile sul tronco cerebrale. Der Mann legt seine Hand auf den Hinterkopf meines Neffen und gibt ihm geweihtes Wasser mit, es ist der 16. Oktober, Florians 17. Geburtstag.
Facebook-Meldung von Flo vom 2. November 2010: Heute Abend Jackass 3D im kino!!!!
Möchtest du, dass wir eine große Reise machen, Florian, eine Weltreise? Die Eltern wären bereit, der Vater würde den Betrieb einstellen, sie möchten dem Sohn alles ermöglichen, was er sich wünscht. Aber Florian will keine Weltreise. Er will den Alltag, den er kennt und der ihm bisher so gut gefallen hat. Er spürt, dass er nicht einfach vorspulen kann in dem langen Leben, das er nicht haben wird, dass sich eine Biografie nicht komprimieren lässt wie eine Computerdatei. Ein paar Versuche, die Zeit zu beschleunigen, wird er trotzdem machen.
Florian fährt zur Arbeit, mit seiner Husqvarna CH Racing 50, von Schenkon über Sursee und Oberkirch nach Buttisholz, im Betrieb lernt er, wie man Treppengeländer, Vordächer und Metalltüren herstellt und montiert. Facebook-Status: Metallbauer is best, fuck the rest.
2010 ist fast vorbei. Mein Patenjunge besucht mich zum Jahreswechsel in New York, wo ich mit meiner Familie in dieser Zeit lebe. Ein paar kleine Fluchten, ein paar Vorbezüge, ein paar Dinge, die in dem Leben, das ihn erwartet hätte, erst später erfolgt wären, will er sich erlauben, nach New York mit 17, wo die Eltern noch nie waren und seine Freunde schon gar nicht. Wir gehen auf das Rockefeller Center, zum Times Square, über die Brooklyn Bridge, besuchen Konzerte, shoppen eine Lederjacke an der Fifth Avenue, er gibt jetzt gern Geld aus, wozu soll ich sparen?, sagt er einmal, lachend, selbst erstaunt über seinen Humor. Ich stelle ihm vorsichtig Fragen, vielleicht will er ja reden, er antwortet knapp und abwehrend. Er fotografiert in Manhattan auffällige Metallkonstruktionen, Vordächer, Aufzugschächte, sucht in der fremden seine eigene Welt. Er fliegt wieder heim.
Da ist diese Nachttischlampe in unserem Schlafzimmer im neuen Haus, erzählt die Mutter, heute. Die kann ich so oft ausmachen, wie ich will, jedes Mal, wenn ich wieder reinkomme ins Zimmer, leuchtet sie. Ich nehme das als ein Zeichen von ihm. Wir haben die Lampe untersucht, auch die Steckdose, alles ist in Ordnung. Er will uns zeigen, dass er bei uns ist.
Facebook-Meldung vom 4. Februar 2011: Florian Thalmann ist breit wie noch nie! Jeden Freitag und Samstag geht er mit den Kumpels feiern, Flavio, Marco, Michi, Patricia, Tobias, Pascal. Fasnacht in Sursee, die Stammbar in Nottwil, Mai-Fest in St. Erhard, überall ist Party, Florian sucht den Rausch mit Bier, Jägermeister und einem üblen Modedrink namens Gemma aus Grapefruit, dunklem Rum und Wodka. Die Sonntage verschläft er, am Montag geht er zur Arbeit.
Die Jungen sterben leichter als die Alten, sagt die Psychologin den Eltern im Krankenhaus, Frühling 2011. Sie hängen noch nicht so am Leben. Sie haben noch keine Vorstellung von der Dauer, keinen echten Begriff davon, was ihnen versagt bleibt. Sie haben ihr Leben noch nicht existentiell an andere gebunden, an einen Partner oder an Kinder, sie haben noch nicht so viel, das sie loslassen müssen. Sie sagt den Eltern: Ihr Sohn hat vor dem Tod nicht so viel Angst wie Sie.
Wichtig ist Flo, dass er keine Umstände macht. Dass die anderen nicht an ihm leiden. Mitleidsbekundungen weist er zurück, er will keine Tränen sehen. Einmal, bei einem Arzttermin am 16. Mai 2011, ist ihm die weinende Mutter peinlich, er herrscht sie an: Dein trauriges Gesicht kannst du später machen, wenn wir draußen sind! Der Tumor ist wieder gewachsen. Ein neuer, siebter Chemotherapieblock steht an, Flo sagt zum Arzt: Fangen wir bitte erst Montag an. Dann kann ich am Wochenende noch mal richtig feiern.
Immer wenn ich in dieser Zeit mit meinen Eltern spreche, Florians Großeltern, sagen sie denselben Satz, äußern denselben verzweifelten Wunsch. Wenn ich doch nur mit ihm tauschen könnte. Mein Leben hergeben für seines. Ich bin doch schon alt und er noch so jung. Es ist nicht richtig so, die Reihenfolge ist falsch.
Nur noch Schönes erleben. Im Sommer 2011 fährt Florian mit Kollegen für drei Tage in den Europa-Park in Rust, nach Deutschland, blödeln und saufen. Er macht einen Tandem-Fallschirmsprung aus 2000 Meter Höhe, ein Geschenk der Organisation Make-a-Wish, die Wünsche schwerstkranker Kinder erfüllt. Er kriegt 50 000 Franken von der Lebensversicherung, er kauft ein iPhone, ein iPad, schicke Klamotten, teure Schuhe, eine Stereoanlage mit Subwoofer für sein Zimmer, lässt die Boxen zittern, Linkin Park, Eminem, Green Day, er macht pflichtgetreu seine Hausaufgaben für die Berufsfachschule, Werkstoffkunde, Fachrechnen, Fachzeichnen.
Er beschleunigt sein Leben in zwei gegensätzliche Richtungen: mehr Spaß, mehr Vernunft. Am Wochenende Party, aber sonst bitte keinen Bullshit mehr, keinen Kinderkram. Er regt sich auf über die Mitschüler an der Berufsschule, die Quatsch machen im Unterricht, schwatzen, mit ihren Handys spielen, geht einmal, September 2011, nach der Stunde zum Lehrer und sagt ihm, Sie müssen härter durchgreifen, so kann das nicht weitergehen, er spricht wie ein Erwachsener. Auf Netlog, einem Online-Kontaktnetzwerk für Jugendliche, schreibt er ein paar wütende Sätze in sein Profil. Floh_Foxracing, 18 Jahre, männlich, Schweiz: alle die hier schreiben was sie für ein scheißleben haben nur wegen ein bisschen stress sollen erst mal mit mir tauschen verdammt dann wisst ihr was es heißt ein verfluchtes pech im leben zu haben!!
Vielleicht die beste Antwort auf die Frage: warum er? Verfluchtes Pech.
Den 18. Geburtstag verbringt er mit Freunden auf Mallorca, er postet ein Bild der Torte auf Facebook, 92 Leuten gefällt das, 92 Likes. Happy b-day Flo ;D, genieß deinen Tag :o), alles gute Flori =D. Am 19. November lässt er sich ein Tattoo in den rechten Unterarm stechen, Carpe Diem, in großer Schnörkelschrift, nutze den Tag, er stellt ein Foto davon ins Netz: Meins!!!!!!!!!!
Wie viel Zeit noch? Er nutzt seine Tage, kauft für 10 000 Franken ein neues Motorrad, Yamaha WR 450F, schraubt einen Auspuff ohne Schalldämpfer dran, lärmt die Hügel hoch. Nur ein paar Wochen kann er die Maschine noch fahren, dann setzen Gleichgewichtsprobleme ein, er sieht Doppelbilder, ein Tinnitus klingt im Ohr. Avastin, intravenös, 600 Milligramm. Er kann nicht mehr zur Arbeit.
Einmal fragte ich ihn, erzählt die Mutter, ob er gern eine Freundin hätte, mit einem Mädchen zusammen wäre, er antwortete, das könne er ja keiner antun. Dass man sich womöglich verliebe. Und dann sei er plötzlich weg. Bloß niemandem zur Last fallen mit dem Sterben. Eine Bekannte, der Flo sich anvertraut, schlägt ihm vor, in den Puff zu gehen, will ich aber nicht, sagt Florian. Auf Mallorca kehrt er einmal nachts nicht ins Hotel zurück, die Mutter sieht nach seinem Tod Fotos auf seinem Handy, ein Mädchen, das sie nicht kennt.
Facebook-Chronik, 28. Dezember 2011: für jedes "Like" trinke ich an Silvester einen Kurzen! Wer macht mit? Bitte tötet mich nicht. 42 Likes.
Wenn die Mutter mit ihm spazieren geht, will Florian, dass sie erst mit dem Wagen rausfahren aus dem Dorf, in den Wald, wo keiner sieht, dass sein Gang schleppend geworden ist, dass die Mutter ihn stützen muss. Er bestellt ein Modellauto zum Zusammenbauen, "Dualhunter Racing Truck", gegen die Langeweile im Haus, das er kaum mehr verlässt, er kann den Schraubenzieher nicht mehr halten. Auf Facebook postet er den Eminem-Song "When I'm Gone", und wenn ich weg bin, macht einfach weiter, trauert nicht. Er schläft im Bett der Eltern im Erdgeschoss, um die steile Treppe zu vermeiden, um der Mutter nahe zu sein. Der Vater schläft im Bett des Sohnes.
Einer Freundin, Patricia, sagt Florian, er habe keine Angst vor dem Tod, wohl aber vor dem Sterben, dem körperlichen Verfall. Er hat Angst, dass er am Ende zum Krüppel wird, zum Schwerstbehinderten, dass er die Kontrolle über seinen Körper verliert, dass er erstickt. Er hofft, dass es schnell gehen wird.
31. Januar 2012, Florian postet: The simpsons!!! 6 Freunden gefällt das.
Bei vielen Eltern stirbt mit dem Tod eines Kindes auch die Liebe füreinander, sagt die Psychologin. Es ist eine Erfahrung, die eher trennt als zusammenschweißt. Ein völliges Darüberhinwegkommen gibt es für niemanden. Meine Schwester, ihr Mann und ihre Tochter haben sich auf den Weg gemacht. Bislang scheinen sie es zu schaffen. Der Vater hat sein Handwerk aufgegeben und arbeitet als Einkaufsleiter eines internationalen Käseunternehmens, die Mutter hat wieder angefangen zu arbeiten, als hauswirtschaftliche Leiterin in einem Pflegeheim.
2. Februar 2012, Florian nimmt Kontakt mit einem ebenfalls krebskranken Mädchen im Nachbarort auf, sie chatten auf Facebook, sie fragt: Hast du noch lange Chancen? Er schreibt: Hab eigentlich schon zu viel Zeit gehabt. Sie haben mir bei der Diagnose gesagt, so ca 7 Monate. Das ist jetzt 1,5 Jahre her!! Du, wie siehts aus? Sie antwortet: Weiß auch nicht. Monate, sagten sie bei mir. Nicht Jahre. Er sagt: Tja, machen wir das Beste draus. Klingt hart, müssen wir aber!!
Das Mädchen, 18, stirbt zwei Monate nach Florian.
Die Rückentwicklung verschnellert sich. Florian verliert innerhalb weniger Tage Fähigkeiten, die er als Kind langsam erlernte. Er kann sich die Schuhe nicht mehr binden. Das Besteck fällt ihm aus den Fingern. Seine Sprache wird undeutlich. Stehen und Gehen fallen ihm zunehmend schwer, er liegt die meiste Zeit im Bett der Eltern. Im Sterben wird er noch einmal zum Kind. Als ob die Lebensuhr am Ende zum Anfang zurückgedreht würde, rückwärtsliefe. Er bittet die Mutter, sich zu ihm zu legen, ihn zu umarmen. Zurück an den Bauch, aus dem er kam.
Am Dienstagabend, 7. Februar 2012, kommt das Fieber, Verdacht auf Lungenentzündung, man bringt ihn ins Krankenhaus, Kantonsspital Luzern, 13. Stock. Ein Sauerstoffschlauch hilft ihm zu atmen, er wird künstlich ernährt. Am Tag darauf kommen die Besucher, seine Freunde, die Großeltern, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen, allen erlaubt er, ihn noch einmal zu sehen, aber bitte nur kurz, fünf Minuten, sagt er immer wieder, müde, er sagt: Ich muss von so vielen Abschied nehmen, ihr nur von mir. Sein Chef von der Metallbaufirma bringt ihm ein selbstgebautes Modell seines Motorrads vorbei, Yamaha WR 450F, aus Chromnickelstahl gelasert, es wird später auf der Grabplatte stehen, Friedhof Dägerstein, Sursee. Dann fällt Flo ein, dass er vergessen hat, seinem Hund tschüs zu sagen, Irco, das Tier wird geholt, Pfleger rollen Flo im Krankenbett in die Tiefgarage, die Klinik erlaubt keine Tiere im Zimmer, sie legen Florian den Hund auf das Bett.
Auf dem Laptop tippt Flo seinen letzten Eintrag in die Facebook-Chronik, 8. Februar 2012:
Game over!!! Liebe euch alle
37 Kommentare. Wir dich auch! danke für die verdammt geile zeit mit dir! <3 du wirst nie wirklich weg sein!!! wir werden dich nie vergessen <3 bist ein super mensch! danke für die gute zeit in der berufsschule <3 he leute, es ist noch nicht vorbei!!!!!! Flo packt das noch mal! rest in peace Flo!
Am Wohnzimmertisch sagt der Vater: Wir tragen alle manchmal irgendein Kleidungsstück von ihm. Ich zum Beispiel ab und zu eines seiner Hemden. Die Mutter trägt eine Strickjacke, die Schwester manchmal einen Pyjama. Die Mutter hat auf Anraten der Psychologin geübt, wie sie sich, wenn es die Situation erfordert, neuen Leuten vorstellt: Mein Name ist Kathrin Thalmann, ich bin hauswirtschaftliche Betriebsleiterin und habe zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter, meine Tochter ist 17, mein Sohn ist vor zwei Jahren gestorben.
Wie viel Zeit bleibt? Wie spät ist es?
Donnerstag, 9. Februar 2012, der Tod soll sich bitte beeilen, Florian hat keine Geduld mehr. Immer wieder fragt er nach der Uhrzeit, was isch für Ziit? Er entscheidet, die Antibiotika gegen die Lungenentzündung abzusetzen, den Widerstand aufzugeben. Schon am Tag zuvor erkundigt er sich, ob die Ärzte nicht noch irgendetwas weglassen könnten, das ihn am Leben hält. Er schlägt vor, Blut abzulassen, bittet um eine Vollnarkose. Er fragt nach einem Gewehr.
Auf dem Laptop schaut Flo mit seinem Vater einen Film auf DVD, "Johnny English - Der Spion, der es versiebte", mit Rowan Atkinson, eine Komödie, er lacht, auch am letzten Tag lacht er noch.
Er schreibt Wörter auf Zettel, weil der Tumor ihn am Sprechen hindert. Ice Tea steht auf einem, man bringt ihm einen Eistee. 1 Min frische Luft, man fährt ihn im Rollstuhl ins Freie. Er schreibt: nicht mehr. Er schreibt: sterben. Er schreibt: Bald.
Freitagvormittag, 10. Februar 2012, Florian vermacht Hab und Gut. Das iPhone und ein Sparkonto mit 2500 Franken für die kleine Schwester. Die Yamaha für den Vater. Die Uhr, Swatch Irony Get Fly Black, kriegt Christian.
Wann kommt Christian? Sein Cousin Christian, wie ein großer Bruder für Flo, mit dem er zusammen als Kind in der Werkstatt des Großvaters, meines Vaters, Motoren auseinanderschraubte, Christian wollte doch noch vorbeischauen heute. Es schneit, Christian ruft an, er komme nur mühsam voran auf den Straßen, verspäte sich, Florian wartet. Aus Höflichkeit will er mit dem Sterben warten.
Regelt letzte Verantwortlichkeiten. Der Schwester, Lena, nimmt Flo, 18, das Versprechen ab, dass sie sich anstrengen werde bei ihrer Ausbildung zur Optikerin, aber wenn es ihr partout nicht gefallen sollte, dürfe sie abbrechen, etwas anderes machen, sie solle sich nicht zwingen. Die Eltern ermahnt er, bitte immer gut für die Schwester zu sorgen.
Er sieht seine Mutter an, deutet auf sein Handgelenk.
Du musst nicht warten, wenn du gehen kannst, geh.
Die Mutter legt einen Arm um den Kopf ihres Sohnes, der Vater hält eine Hand, die Schwester die andere. Dann lässt Florian das Atmen sein. Und schwingt sich, vielleicht, hoffentlich, auf sein Motorrad, fährt unbemerkt davon, während die anderen weinen. Man kann nicht immer Glück haben im Leben.
19.30 Uhr. Für eine Weile noch erkennt die Mutter in Flos Halsschlagader den Puls, dann versiegt auch der. ◆
Von Guido Mingels

DER SPIEGEL 12/2014
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