19.04.2014

Oh, Baby!

Die Zahl der Paare, die im fortgeschrittenen Alter Eltern werden, steigt. Manche Experten sprechen von einer unterschätzten Entwicklung, sie ist ein Segen für die Gesellschaft - und gleichzeitig ihr Fluch.
Eine junge Mutter wollte Luise Helbach werden, von zwei, drei, auch vier Kindern träumte sie, von Trubel und Zusammenhalt unter Geschwistern. Es kam nicht dazu. Irgendwie habe das Leben ständig anderes gebracht, sagt die zupackend wirkende Frau. Eine Buchhändlerlehre, ein Studium, verschiedene Partner, Umzüge, berufliche Krisen - die Jahre seien nur so zusammengeschnurrt.
Mit 44 Jahren nun ist sie selbständige Kulturberaterin und ihr Sohn, das einzige Kind, gerade mal zwei Jahre alt. Sein Sandkasten steht in einem Garten der bürgerlichen Bonner Südstadt. Ein knorriger Apfelbaum, Holztisch und Stühle, meterhohe Stangenbohnen, im Winter ein Schneemann.
Regelmäßig tauscht die Mutter das Idyll gegen einen öffentlichen Spielplatz. Wenn er schon ohne Geschwister aufwächst, soll der Sohn doch möglichst oft andere Kinder um sich haben, meint sie. Und jedes Mal packt sie Erleichterung, wenn an der Rutsche Menschen stehen wie sie: Frauen über vierzig, eher zurückhaltend in der Erscheinung, dem optimalen Fortpflanzungsalter längst entwachsen. Über Matschhosen und Dinkelstangen reden diese Frauen. Doch viel mehr beschäftigen sie Netzwerke, Karriere und Projekte.
"Wir Alten bilden eine eigene Welt", sagt Luise Helbach, die eigentlich anders heißt. "Uns trennt vor allem eines von den Jungen: Wir sind im Leben angekommen."
Es ist eine wachsende Gruppe, die sich da auf den Spielplätzen trifft, lauter Paradebeispiele eines neuen biografischen Musters. "Späte Eltern" nennen Wissenschaftler die etablierten Frauen ab Mitte dreißig und ihre oft noch älteren Männer. Sie finden sich vor allem in Universitätsstädten wie Bonn, in Großstädten und deren Speckgürtel - und grundsätzlich eher im Westen als im Osten, wo nachwirkt, dass Paare in der DDR früher Kinder bekamen. Beide Partner haben in der Regel studiert, auch die Frauen arbeiten bald nach der Geburt wieder in hoher Stundenzahl, sie verdienen gut und besser, sie leben in einer Ehe oder stabilen Partnerschaft, sie teilen Haushalt und Hausarbeit. Und sie bedeuten, so zahlreich sind sie längst, einen Lichtblick inmitten düsterer demografischer Statistik.
Ideale Bürger einer leistungsorientierten Gesellschaft also - und gleichzeitig doch deren Fluch. Die neue Spielplatzelite steht an der Spitze einer problematischen Entwicklung: Deutschlands Eltern entfernen sich zunehmend von jenem Lebensalter, das die Biologie für diese Rolle vorgesehen hat. Nachwuchs ist, wenn überhaupt, für viele Menschen ein Projekt der zweiten Lebenshälfte.
"Ein Megatrend", urteilt Wolfgang Holzgreve, Professor für Frauenheilkunde und Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Bonn, "er wird in seiner Bedeutung noch vollkommen unterschätzt." Sabine Walper, Entwicklungspsychologin und Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut, spricht von einem "Finger in der Wunde unserer Gesellschaft": "Späte Eltern führen vor, dass junge Erwachsene heute kaum gleichzeitig Karriere und Familie aufbauen können", sagt sie. Und Hans Bertram, Soziologieprofessor und langjähriger Berater von Landes- und Bundesregierungen, sieht in der Entwicklung eine riesige Herausforderung für Politik, Wirtschaft und jeden Einzelnen. "Das Thema ist durchweg zwiespältig", sagt er. "Biologisch gesehen tickt die Uhr, und es grenzt an Dummheit, einen Kinderwunsch lange hinauszuzögern. Aus sozioökonomischer und psychologischer Sicht aber sind späte Eltern vor allem eins - bessere Väter und Mütter."
Die Zahlen: Waren Frauen in Westdeutschland 1970 bei ihrer ersten Entbindung durchschnittlich 24 Jahre alt, sind sie heute 29, jene mit Studium sogar 33 Jahre; im Osten liegt der mittlere Wert bei 28 Jahren.
Vor allem die Schar später Mütter wächst - und führt, wie Daten des Statistischen Bundesamts nahelegen, sogar zu einem Rückgang der hohen Kinderlosigkeit von Akademikerinnen. Während die Geburtenzahl bei den unter 30-Jährigen sinkt, steigt sie bei Frauen ab 40 seit Jahren an. Mehr als vier Prozent der Neugeborenen brachte diese Altersgruppe 2012 zur Welt - knapp 29 000 Kinder. Etwa jeder fünfte Säugling, insgesamt fast 120 000, gehörte zu einer Mutter zwischen 35 und 39. Auch eine große Zahl Männer entscheidet sich später, fast jeder 20. Sprössling stammt von einem Vater über fünfzig. Und selbst wenn Männer schon häufiger Töchter und Söhne aus früheren Partnerschaften haben: Auf Seiten der Frauen handelt es sich in vielen Fällen um das erste Kind.
Die Zahlen überraschen selbst Experten für Familienpolitik. Fortpflanzung im fortgeschrittenen Alter erschien lange nicht besonders relevant: Obwohl die Lebenserwartung von Frauen in den vergangenen hundert Jahren um 35 Jahre stieg, liegt der optimale Zeitraum für eine Schwangerschaft nach wie vor zwischen dem 20. und 30. Geburtstag. Bereits eine 35-jährige werdende Mutter gilt statistisch als risikogefährdet. Spätgebärende tauchten in den Berechnungen der Demografen lange kaum auf. Nun aber erfahren die Vernachlässigten zunehmend Aufmerksamkeit - auch als Musterexemplare "verantworteter Elternschaft".
"Unsere Befunde sind eindeutig", sagt der Soziologe Hans Bertram. "Je gefestigter Mütter und Väter sich in ihrer Biografie fühlen, desto stabiler sind das Wissen und die Werte, die sie vermitteln. Dass sie ein erfolgreiches Bild der Lebensbewältigung widerspiegeln, stimuliert zudem die Leistungsbereitschaft ihrer Töchter und Söhne." Zusammengefasst gilt: Kinder, deren Eltern ihren Platz in der Gesellschaft gefunden haben, sind weniger belastet als jene, deren Eltern noch suchen.
Ein Samstagmorgen im Herbst; in einer privat geführten Kindertagesstätte im Düsseldorfer Umland steht ein Familienausflug auf dem Programm. Die Buggys entstammen einem niederländischen Trendfabrikat; die Kinder - Emma, Louisa, Joseph, Johann und Greta mit Namen - tragen Frühstücksdosen in kleinen Rucksäcken eines schwedischen Herstellers für Outdoor-Kleidung. Zwölf Jungen und Mädchen, darunter vier Zwillinge, ein Vater trägt Hut, die meisten Erwachsenen siezen sich. Sie sind 50, 43, 44, 52 oder 38 Jahre - die jüngste Mutter ist 35. Die Eltern führen Anwaltskanzleien und Arztpraxen, beraten Großkonzerne, leiten Klinikabteilungen. Zusammengerechnet besitzen sie fünf Häuser, mehrere Wohnungen und 16 Autos.
Es spricht einiges dafür, dass Emma, Louisa, Joseph, Johann und Greta als Generation Sorglos heranwachsen: Ausgestattet mit einem überdurchschnittlichen Einkommen, können späte Eltern wie ihre auch dann für Bildung und Betreuung aufkommen, wenn staatliche Institutionen versagen. Meist können sie sich dank umfassender Hilfe im Haushalt trotz anspruchsvoller Berufe Zeit für ihre Kinder nehmen. Sie werden, das legen Studien nahe, von ihren Söhnen und Töchtern häufig als besonders unterstützend wahrgenommen; sie zeigen größere Gelassenheit - auch weil sie im Umgang mit Problemen, schwierigen Mitmenschen oder sich selbst erfahrener sind. Und sie erliegen - sie haben ja schon einiges erlebt - seltener dem Gefühl, bei nächtlichem Geschrei und Windelwechsel Bedeutsames zu verpassen.
"Ihr innerer Freiraum für die umfassende Verpflichtung, die Elternschaft bedeutet, ist groß", sagt die Entwicklungspsychologin Sabine Walper. "Sie empfinden ihr bisheriges Leben als gelungen - und nun kommt, wie der i-Punkt auf dem Glück, zu guter Letzt ein Kind." Häufig bewahrt es sie auch vor der Leere, die um sich greifen kann, wenn beruflicher Erfolg abnutzt, die Welt bereist ist und die Sehnsucht nach elementarer Bindung wächst.
"Für späte Eltern ist ein Kind oft die letzte Möglichkeit, der Verdinglichung des Lebens zu entgehen - der Selbstdefinition allein über Leistung und Besitz", so formuliert es Johannes Huinink, Professor für Soziologie in Bremen und Projektleiter der größten deutschen Studie zum Paar- und Familienverhalten (pairfam). Während frühe Elternschaft eher mit "schlechter Ressourcenausstattung" einhergeht, mit geringerem Einkommen, weniger Bildung und instabilen Partnerschaften, scheint der einzige Nachteil der neuen Elternelite zu sein, dass ihr Dasein inmitten von soliden Autos, Nannys, ausgewogener Ernährung und musikalischer Früherziehung eine nur unzureichende Ahnung von den dunkleren Seiten des Lebens vermittelt.
Die Väter und Mütter allerdings sehen durchaus andere Nachteile. Abnehmende Flexibilität zum Beispiel, sagt Gerald Dziekan, der 50-jährige Generaldirektor eines internationalen Verbands von Unternehmen der pharmazeutischen Industrie. Fünfmal hat seine vierjährige Tochter an diesem Morgen gewütet, wenn das Frühstück anders verlief, als sie es sich vorstellte. Fünfmal Geschrei und gleich darauf eitel Sonnenschein. Diesen schnellen Gemütswechseln komme er kaum noch hinterher, sagt der Vater.
Die Bonnerin Luise Helbach kämpft mit "einer permanenten Sorge". In ihrem Alter wisse man ja nun einmal recht genau, wie brüchig das Glück sei, sagt sie; auch die 48-jährige Maria Rüther, Pressesprecherin und Mutter einer Tochter von sechs Jahren, vermisst manchmal mehr Unbefangenheit. Ein 50-jähriger Mediziner befürchtet, die Gedankenwelten seines Sohnes irgendwann nicht mehr nachvollziehen zu können und auch körperlich nachzulassen; eine 44-jährige Managerin hadert, weil sie trotz aller guten Vorsätze zu sehr um die kleine, einzige Tochter kreist. Auch die Familienpsychologin Sabine Walper beobachtet ein unter späten Eltern verbreitetes " Überengagement", das es Kindern oft erschwere, etwas beiläufiger aufzuwachsen. Häufig fehlen Großeltern als Bezugspersonen, sie sind verstorben, pflegebedürftig oder zu alt, um für die Enkel da zu sein.
"Mich überfällt manchmal die Angst, dass es mir viel zu schnell genauso ergehen wird", sagt die 46-jährige Wencke Knecht, die bei einer Stiftung für Begabtenförderung arbeitet. "Meine Tochter ist sechs, und natürlich wünsche ich mir, sie bis ins hohe Erwachsenenalter zu begleiten. Aber nüchtern betrachtet bin ich längst auf dem Rückweg meines Lebens."
Doch die Nachteile wiegen, zumindest in der Theorie, nicht schwer. Allein ein derart verantwortlicher Blick auf die eigenen Daseinsbedingungen sei bereits von Vorteil, urteilt Soziologe Bertram. Überhaupt gleichen Lebensstil und Lebensart typischer später Mütter und Väter einen Großteil möglicher Nachteile aus.
Bereits während der Schwangerschaft lassen sich die Frauen überdurchschnittlich häufig untersuchen und senken dadurch ihr größeres Risiko für Komplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes oder eine Wachstumsstörung des Embryos. "Erst bei geringer Bildung ist der Einfluss der Biologie voll wirksam", so formuliert es Rüdiger Peuckert, Professor für Soziologie an der Universität Osnabrück. Auch das Fazit einer Studie des Rostocker Max-Planck-Instituts für demografische Forschung fällt entsprechend positiv aus: Kinder, deren Mütter bei der Geburt 35 bis 44 Jahre alt waren, erleiden - anders als lange angenommen - auch langfristig keine gesundheitlichen Nachteile. Und weil sich die Töchter und Söhne besonders erwünscht fühlen, entwickeln sie in hohem Maß Selbstvertrauen und den notwendigen Glauben an sich selbst.
"Beeindruckende Ergebnisse", urteilt der Frauenarzt Wolfgang Holzgreve. "Sie täuschen nur leider darüber hinweg, dass das biologische Zeitfenster ja trotzdem existiert. Die Kehrseite des späten Glücks sind erhöhte Komplikationsraten in der Schwangerschaft wie Fehlgeburten oder Chromosomenanomalien. Späte Elternschaft ist in den meisten Fällen nur als minutiös geplantes Projekt möglich."
Bis zu 20 Monate müsse eine 40-Jährige im Durchschnitt auf einen positiven Schwangerschaftstest warten, rechnet die Journalistin und ehemalige SPIEGEL-Redakteurin Susanne Fischer in ihrem unlängst erschienenen Buch über späte Mutterschaft vor; sie hatte Glück, und es ging schneller(*). Die Grafikerin Kristin Polten und ihr Mann hingegen planten ihr Leben drei Jahre lang auf den Punkt. Eine Pendelbeziehung, zwei Arbeitgeber, zwei Städte, und immer wieder erreichte ihn die Nachricht im ICE: "Umdrehen, sofort!", weil der Arzt den optimalen Zeugungszeitpunkt noch für denselben Tag festgestellt hatte. Doch auch eine künstliche Befruchtung verlangt umfängliche Flexibilität. "Ich habe fünf Jahre lang die Arbeitszeit reduziert, um bloß die Termine beim Reproduktionsmediziner passend wahrnehmen zu können", bilanziert die 45-jährige Abteilungsleiterin eines Unternehmens für Computerelektronik. 60 Monate Fortpflanzung auf dem Gynäkologiestuhl - dann kam ihre Tochter, die mittlerweile drei Jahre alt ist.
Es sind die Aufstiegsmuster ihres Lebens, die diese Frauen schließlich doch ans Ziel gebracht haben. Ihre Karriere hat sie gelehrt, selbst minimale Chancen mit Ausdauer, Disziplin und Strategie zu nutzen. Doch das Risiko zu scheitern ist auch bei höchstem Einsatz groß. Schon bei einer 35-Jährigen liegt die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Jahres schwanger zu werden, um 40 Prozent niedriger als bei einer 22-Jährigen. Ab dem 40. Lebensjahr - es ist das Alter, in dem auch der männliche Samen an Qualität verliert - sinkt sie sprunghaft weiter ab; um den 50. Geburtstag herum endet die reproduktive Phase.
Von den rund 500 000 Eizellen, die ein neugeborenes Mädchen in sich trägt, sind beim Übergang zur Menopause nur rund 1000 verblieben. Und längst nicht alle sind intakt; Alter und Umwelteinflüsse haben ihnen zugesetzt. Statistisch gesehen erleiden 42-Jährige daher fast sechsmal so häufig eine Fehlgeburt wie 20-Jährige. Und eine 35-Jährige hat im Vergleich ein viermal höheres Risiko, ein Kind mit der Chromosomenstörung Trisomie 21, dem Down-Syndrom, zur Welt zu bringen. Vereinzelt leiden Kinder später Väter außerdem eher an psychischen Erkrankungen wie Autismus oder Schizophrenie. Die Zahl medizinisch indizierter Schwangerschaftsabbrüche ist in keiner
Altersgruppe so hoch wie bei Frauen zwischen Mitte dreißig und Mitte vierzig.
Die vermischten Seiten der Zeitungen hingegen erzählen oft von schrankenlosem Glück. Eine pensionierte Schweizer Pastorin bringt Zwillinge zur Welt. Die amerikanische Schauspielerin Halle Berry wird mit 47 Jahren Mutter; die italienische Sängerin Gianna Nannini gebärt mit 54, ein deutscher Fernsehmoderator wiegt 69-jährig seine Neugeborenen.
"Die schönste Überraschung überhaupt!", so und ähnlich lauten die hingerissenen Kommentare. Nur aus dem Piemont kamen andere Schlagzeilen, als ein Jugendamt vor drei Jahren einem Ehepaar das Sorgerecht für seine damals einen Monat alte Tochter entzog. Vater und Mutter, 69 und 57 Jahre alt, seien nicht mehr jung genug und daher überfordert, hieß es. Das Urteil berührt die Altersnormen, die sich eine Gesellschaft setzt. Wer allein an das Kindeswohl denkt, kann kaum allgemeine Aussagen darüber treffen, wie alt Eltern höchstens sein dürfen. So zumindest sieht es Claudia Wiesemann, Direktorin des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Göttingen (siehe Interview Seite 38).
Die bunten Fälle aber verzerrten das Bild, meint Holzgreve. "Sie gaukeln Normalität vor und verstärken den Irrglauben an die Allmacht der Reproduktionsmedizin." Auch bei einer Kinderwunschbehandlung sinkt die Chance auf eine Schwangerschaft mit jedem Lebensjahr der Mutter. Gleichzeitig steigt, wegen der erforderlichen Hormongaben, das Risiko für komplikationsträchtige Mehrlingsschwangerschaften. Späte Eltern, so lässt sich alle Biologie zusammenfassen, sind von der Natur als Ausnahme, nicht aber als Massenerscheinung vorgesehen.
Doch obwohl die Risiken seit langem bekannt sind, hat auch eine hohe Zahl akademisch gebildeter Paare sie nicht verinnerlicht. "Verständlich", sagt der Soziologe Hans Bertram. "Die Natur ist da so chauvinistisch, das möchte man nicht akzeptieren." Es fällt zudem schwer. Die Grenzen des Körpers spiegeln sich nur selten äußerlich. Sportlich, rege, erfolgreich: Die typischen Vertreter bürgerlicher Kreise sehen auch im mittleren Alter oft eher aus wie Abbilder strotzender Lebenskraft - und nicht wie reproduktive Auslaufmodelle.
"Man pflegt da eine Art kleine Persönlichkeitsstörung", sagt Luise Helbach selbstkritisch. "Man optimiert und plant, im Beruf, in der Partnerschaft und beim Lebensstil, aber in dieser existentiellen Frage will man seine Beschränkungen nicht wahrhaben." So glücklich die Mutter über ihren Sohn ist - rückblickend schmerzt sie ihr unbedarftes Verhalten. "Dass er voraussichtlich nun ohne Geschwister aufwachsen muss, habe ich in dieser Konsequenz nicht durchdacht."
Es ist die demografische Tragik dieser Republik, in der, gemessen an der Einwohnerzahl, so wenig Kinder geboren werden wie in keinem anderen Land der Europäischen Union: Viele Spätentschlossene wollen, können aber nicht. 15 Prozent der 35- bis 49-Jährigen wünschen sich "bestimmt" noch Sohn oder Tochter, 31 Prozent "vielleicht". Gerade die Frauen aber sind oft zu alt, um aufzuholen, was sie versäumt haben.
Etwa eineinhalb Millionen Deutsche hoffen vergebens auf ein erstes oder weiteres Kind, nur 18 Prozent der Kinderlosen unter 50 Jahren schließen eine Elternschaft aus. Dennoch weisen die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes darauf hin, dass es künftig noch weniger Nachwuchs geben wird. Die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist auch deswegen gewaltig, weil immer mehr Menschen die Entscheidung aufschieben: Fast die Hälfte aller kinderlosen Paare zwischen 40 und 50, so berichten Reproduktionsmediziner, sind es allein deshalb, weil sie zu lange gewartet haben.
Es wirkt, als hinke die evolutionäre Ausstattung des Menschen seinen Bedürfnissen und Lebensentwürfen hinterher. Wer beruflich hoch hinaus und seine Kinder in jeder Hinsicht bestmöglich ausstatten möchte, scheint um die Risiken später Fortpflanzung nicht herumzukommen - auch wenn er Gefahr läuft, am Ende auf Söhne und Töchter verzichten zu müssen.
So jedenfalls sieht es Anne-Marie Slaughter - zwei Jahre war sie in einflussreicher Position in Barack Obamas Regierung tätig, der Öffentlichkeit wurde sie aber vor allem als späte Mutter bekannt. Ihre pubertierenden Kinder hätten sie nötiger, erklärte die Politikwissenschaftlerin 2011, als sie als Chefin im Planungsstab des Außenministeriums zurücktrat.
Ihr Schritt löste eine Debatte über die Vereinbarkeit von Spitzenpositionen und Familie aus: "Hätte sie mal früher geboren, wären die Nervensägen längst aus dem Gröbsten raus, und sie könnte weitermachen", lautete, grob zusammengefasst, eine Kritik. Doch gerade weil Slaughter eine späte Mutter ist, hatte sie eine angemessene Alternative, sie lehrt nun wieder in Princeton, an einer der angesehensten Universitäten der USA. Hätte sie ihr Leben erst nur ihren Kindern und anschließend dem Fortkommen gewidmet, wäre ihre Karriere möglicherweise weniger glanzvoll verlaufen. "Einfrieren", lautet daher Slaughters Empfehlung, "Eizellen einfrieren, egal ob verheiratet oder nicht." Nur so könnten junge Frauen sicherstellen, am Ende auf jeden Fall das Beste beider Welten erreichen zu können: Kinder und Karriere.
Der Befund ist bitter. Auch in Deutschland bieten Gynäkologen an, Eizellen zu entnehmen und in flüssigem Stickstoff zu konservieren, damit Frauen, mit etwa 3000 Euro Einsatz und rund 300 Euro Lagerungsgebühr im Jahr, für die Nachwuchsfrage gerüstet bleiben. Bislang konnten sie allenfalls auf gespendete Eizellen zurückgreifen, im Ausland; in Deutschland sind solche Spenden wegen ethischer Bedenken verboten. Aber auch das sogenannte Social Freezing ist umstritten. Die Schwangerschaftsrate ist vergleichsweise niedrig und das Risiko, etwa für Wachstumsverzögerungen des Embryos, nicht ausgeschlossen.
So entlastend die Lösung im Einzelfall dennoch sein mag: Als Reparaturprogramm einer ganzen Gesellschaft taugt sie allein deshalb nicht, weil sie Politik und Wirtschaft aus der Verantwortung entließe. "Wir müssen politisch ansetzen", sagt auch Hans Bertram, der langjährige Berater zahlreicher Ministerien. "Also müssen wir uns ansehen, warum die Deutschen immer länger warten, bevor sie eine Familie gründen."
Die Gründe erwachsen durchweg verwirrenden Zweifeln und einem ausgeprägten Bedürfnis nach Sicherheit. Sie kreisen um Ausbildung, Beruf und Partnerschaft, um Arbeitsklima und Rollenverständnis.
In Umfragen sehen 46 Prozent der unter 45-Jährigen eine abgeschlossene Berufsausbildung beider Partner als "unabdingbar" für eine Familiengründung an; 60 Prozent finden außerdem, dass mindestens ein Elternteil über eine gesicherte Arbeitsposition verfügen müsse. Doch zahlreiche junge Erwachsene sind noch mit Ende zwanzig wirtschaftlich von den eigenen Eltern abhängig; mehr als ein Drittel aller 25-jährigen Männer wohnt nach wie vor zu Hause. Studium, Einstieg in den Beruf, erste Karriereschritte, Festigung der Position, Kinder: Die typische deutsche Erfolgsbiografie ist linear und sieht unumkehrbare Experimente wie Elternschaft erst am Ende vor. Nur etwa fünf Prozent der Studenten sind Vater oder Mutter.
Mit wachsendem beruflichem Erfolg dann schleicht sich eine Kosten-Nutzen-Rechnung ins Leben: Männer kalkulieren das neue väterliche Rollenbild, das auch von ihnen Familienarbeit verlangt, Frauen die Dreifachbelastung aus Erwerbstätigkeit, Haushalt und Kinderbetreuung. Vor allem sie zahlen in der Regel mit Karriereknick und Einkommensverlust - als langfristige Festlegung vertragen sich Kinder nicht mit dem herrschenden Anspruch an Flexibilität und Mobilität. Das Elterngeld ändert an diesen Opportunitätskosten wenig. Vor zwei Jahren berechnete das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut erstmals systematisch den Einkommensausfall einer 28-Jährigen, die sich für drei Jahre Elternzeit und drei Jahre Teilzeit entscheidet: Gegenüber einer Kollegin, die keine Pause einlegt, verliert sie bis zum 18. Geburtstag ihres Kindes 201 016 Euro. Zudem wirkt das Arbeitsklima wettbewerbsorientierter Unternehmen oft nicht ermutigend - allein die Vorstellung, mit dickem Bauch und Umstandsmode in dynamischen Meetings sitzen zu müssen, schreckt ab. Je männerdominierter der Beruf, desto später entscheiden sich Frauen für ein Kind. Grundschulpädagoginnen werden früher schwanger als Gymnasiallehrerinnen und die wiederum eher als Professorinnen oder Abteilungsleiterinnen börsennotierter Unternehmen.
Auch der hohe Anspruch an das Privatleben führt zu später Familiengründung. Zwei Drittel der unter 45-Jährigen meinen, dass Kinder unbedingt in einer stabilen Paarbeziehung aufwachsen sollten. Verheiratete Eltern sind nach wie vor das Ideal, gleichzeitig aber wird jede dritte Ehe geschieden. Vor allem hochqualifizierte Frauen haben es zudem schwer, überhaupt einen Mann zu finden. Sie wünschen sich in der Mehrheit "homogame Partnerschaften" und damit Lebensgefährten von mindestens vergleichbarem sozialem Status. Sind sie mit Mitte dreißig noch oder wieder alleinstehend, lässt sich das wesentlich darauf zurückführen, dass sie sich um ihre Karriere gekümmert haben. Die dann noch ungebundenen Männer hingegen sind nicht selten auch deswegen ohne Gefährtin, weil sie keine Erfolgsbilanz vorweisen können. Je älter Menschen mit Kinderwunsch werden, desto schwieriger wird also die Partnersuche. Am Ende haben ehrgeizige Frauen häufig einen zwar etablierten, aber unterhaltspflichtigen, geschiedenen Mann an ihrer Seite, der wenig Interesse an weiteren Kindern mitbringt.
Und schließlich ist auch der vielbeschriebene hohe Anspruch an die Elternrolle eine Ursache. Dutzende Regalmeter voll Ratgeberliteratur und zahlreiche Untersuchungen zeugen davon, dass sich Väter und Mütter zunehmend verunsichert und psychisch belastet fühlen. Außerdem meinen immer mehr junge Erwachsene, den Bedürfnissen eines Kindes kaum gerecht werden zu können. Das heutige Modell "verantworteter Elternschaft", in dem Nachwuchs das Ergebnis einer bewusst getroffenen Entscheidung ist, verlangt, Söhne und Töchter vom ersten Tag an bestmöglich zu fördern - und schürt die Zweifel, wie das denn zu bewerkstelligen sei. In den alten Bundesländern erschweren zudem tradierte Rollenvorstellungen die Lebensplanung berufstätiger Frauen: Nach wie vor erklären in Umfragen mehr als die Hälfte der Westdeutschen, dass ein Vorschulkind leide, wenn die Mutter arbeitet.
So lehrt erst das Alter die Spätberufenen, sich über alle Zwänge hinwegzusetzen. "Vielleicht braucht man in unserer individualisierten Welt mit ihren zahllosen Lebensentwürfen, ihrem Hang zum Optimieren und Ausprobieren, auch bis Mitte dreißig, um grundsätzlich die Richtung zu finden", so sagt es die Entwicklungspsychologin Sabine Walper.
Es sei eine "Rushhour des Lebens" entstanden, ein Lebensstau, den junge Erwachsene heute zu bewältigen hätten, urteilt der Soziologe Hans Bertram. Tatsächlich bleiben üblicherweise fünf bis sieben Jahre, um sich beruflich zu etablieren, eine stabile Partnerschaft aufzubauen und Kinder zu zeugen, bevor die Biologie beginnt, Grenzen zu setzen. Es sind Mammutaufgaben in einer Rekordzeit, die viele nicht erreichen - also verschieben sie die Kinderfrage. Politisch gesehen seien späte Eltern trotz all ihrer Vorzüge daher "Schlüsselfiguren einer überforderten Generation", schließt Bertram, lauter Beweise für die widrige Ökonomisierung des Daseins.
Entsprechend grundlegend sind die Reformvorschläge des Politikberaters. Finanzielle Anreize und ein Ausbau von Infrastruktur reichten nicht aus, argumentiert er. Dass Geld allein keine Kinder schafft, zeigen auch die jüngsten Prognosen, denen zufolge die Geburtenrate trotz Elterngeld, Krippen-Offensive und Ganztagsschulen nicht steigen wird.
"Natürlich sind Ganztagsschulen unverzichtbar, die verlässlich bis in den späten Nachmittag hinein geöffnet haben und Eltern außerdem aus der Verantwortung für Nachhilfe und Hausaufgaben entlassen", sagt Bertram. "Aber in erster Linie müssen wir unsere Ideen von Ausbildung und Arbeit überdenken."
Den Lebensstau entzerren, nennt das der Soziologe, der viel von dem Ideal hält, jederzeit neu anfangen zu können. "Warum können wir uns nicht vorstellen, dass eine 40-Jährige ein Jurastudium beginnt, vorab eine Rentenzahlung für diese Ausbildung bekommt und dann bis zu ihrem 70. Lebensjahr als Richterin arbeitet?" Er ist überzeugt, dass solche Modelle es vielen erleichtern würden, früher eine Familie zu gründen. "Solange wir aber an unseren überkommenen Altersnormen kleben, wird sich der Knoten in der Mitte unseres Lebens nicht lösen."
So verstiegen solche Ideen im ersten Augenblick klingen - in anderen Ländern gehören sie zum Alltag. In Großbritannien und den USA gilt es als üblich, nach Jahren erfolgreicher Berufstätigkeit wieder Studienphasen einzulegen; Frankreichs Concours-System ermöglicht zumindest theoretisch jedem jederzeit, sich an einer akademischen Karriere zu versuchen. Im südfranzösischen Toulouse zum Beispiel lehrt an der Universität ein Soziologe, der erst mit 61 und nach zahlreichen gescheiterten Versuchen sein Ziel erreichte. Zuvor hatte er jahrelang als Hilfslehrer gearbeitet.
"Unser System aber ist so starr, dass wir Frauen einen Teil ihrer Kompetenzentwicklung nehmen, wenn sie sich zu früher Mutterschaft entschließen", kritisiert auch der Bremer Soziologe Huinink. "Wir brauchen verlässliche Karriereaussichten in Teilzeitjobs. Qualifizierte Frauen müssen die Gewissheit haben, dass ihnen Führungskräftetrainings und Spitzenpositionen trotz Kindern offenstehen." Dann, meint der Soziologe, würden sich viele wohl früher für eines entscheiden.
Die Einsicht, dass die klassischen biografischen Muster nicht zukunftsträchtig sind, ist längst auch in die Politik eingezogen. Alle zwei Jahre, so steht es im Koalitionsvertrag, soll künftig ein Expertenbericht Modelle zur Entzerrung von Lebensläufen aufbereiten - flexible Arbeitszeiten, Auszeiten, Wiedereinstieg. "Familienfreundlichkeit muss ein zentrales Unternehmensziel werden", heißt es, ohnehin greift der Vertrag einige Probleme des Lebensstaus auf: Väter und Mütter sollen die Elternzeit flexibler handhaben können; bei Karrieren im Öffentlichen Dienst soll Kindererziehung positiv berücksichtigt werden, und das Elterngeld soll sich künftig 28 Monate lang ohne finanzielle Einbußen mit einer Teilzeitarbeit kombinieren lassen, um den Anschluss an das Berufsleben zu erleichtern.
Doch die Hürde, sich vom Ideal der linearen Berufsbiografie zu verabschieden, liegt hoch. Seit Jahrhunderten regiert in Deutschland ein ständisches Beamtenprinzip, bei dem Karriere einem festen Muster folgt und, so läuft das Primat der Seniorität, ein Mensch schon dies, das und jenes hinter sich gebracht haben muss, bevor er wirklich wichtig wird.
Auch das Bewusstsein, dass Arbeitnehmer gleichzeitig Familienmitglieder sind, müsste in Unternehmen ausgeprägter sein. In den Niederlanden zum Beispiel ist es verbreitet, dass Väter und Mütter kleiner Kinder ihre Arbeitszeit reduzieren und jeweils einen Wochentag zu Hause verbringen. In Deutschland hingegen kann es immer noch die Karriere behindern, sich mit dem Hinweis auf die Schließzeiten der Kita aus dem Büro zu verabschieden. Und obwohl Eltern jeweils zehn freie Tage im Jahr wegen der Krankheiten eines Kindes beanspruchen können, melden sich vor allem Leistungsträger lieber selbst krank, als einzugestehen, dass frühkindlicher Scharlach oder Durchfall sie am Einsatz für das Unternehmen hindern.
Im Arbeitszimmer von Wolfgang Holzgreve, im alten Turmgebäude des Universitätsklinikums auf dem Bonner Venusberg, hängt ein Foto. Elf Frauen in Weiß, etwa 30 Jahre alt, sie arbeiteten als Ärztinnen einer Frauenklinik in Basel, Holzgreve war einmal ihr Chef.
11 von insgesamt 50 ärztlichen Mitarbeitern - und sie alle wurden während eines einzigen Jahres schwanger. Holzgreve nutzt das Bild in Vorträgen, um zu zeigen, wie wichtig es sei, sich mit den Bedingungen von Fortpflanzung auseinanderzusetzen. "Die Kolleginnen hatten ein privilegiertes Wissen", sagt er dann, "sie saßen alle schon einmal neben einer blutenden älteren Frau, die ihre ersehnte Schwangerschaft verloren hat. Mit solchen Bildern im Kopf schiebt man Familiengründung möglichst nicht auf."
Mindestens so stimulierend aber war, da ist er sicher, die Selbstverständlichkeit, mit der in einer gynäkologischen Klinik auf Schwangere reagiert wird. "Auch um diese Selbstverständlichkeit geht es", sagt er, "die müssen die Betriebe herstellen. Es findet sich immer eine Lösung, vor allem durch Job-Sharing, mit der sich die entstehenden Engpässe überbrücken lassen."
Eines allerdings können weder Unternehmenschefs noch Berliner Politik ändern: die oft aufreibende Suche nach dem richtigen Partner. In einer Gesellschaft, die sich dem Zwang der Optimierung verschrieben hat, fällt sie besonders schwer. Der Mensch hat es ohnehin nicht leicht in dieser Frage voller Gefühl, dem er bei all seiner Vernunft ausgeliefert ist.
Sie habe sich 13 Jahre lang nicht von einem Mann gelöst, weil sie trotz allem daran geglaubt habe, in ihm den richtigen Vater für ihre Kinder gefunden zu haben, schreibt Susanne Fischer in ihrem Buch. Lange Zeit war sie überzeugt, auch er werde es bald so sehen. Es waren Jahre voll bester Absicht, aber vergeblicher Liebe.
Petra Ritzinger hat in den vergangenen Jahren Dutzende solcher Berichte gehört und einen Vorsatz gefasst. Die Mitarbeiterin und Mitautorin eines wissenschaftlichen Großprojekts zur "Zukunft mit Kindern" beschäftigt sich seit langem mit den Risiken und Chancen später Elternschaft und möchte "im Hinterkopf von Jugendlichen verankern, dass der Mensch rechtzeitig Entscheidungen fällen muss, wenn er ein Leben mit Kindern plant"(*).
Ritzinger sitzt im Beirat der "Stiftung Kinderwunsch", einer Gründung des Bayerischen Berufsverbands der Reproduktionsmediziner. Die Ärzte hatten beobachtet, dass viele Heranwachsende zwar durch und durch sexualisiert, in Fragen der Fortpflanzung aber weitgehend ahnungslos sind. Mit eigens entwickeltem Unterrichtsmaterial wollen die Stiftungsvertreter künftig vor allem Schulen dabei unterstützen, "Wissen zur Fruchtbarkeitsvorsorge" zu vermitteln. In einem Münchner Gymnasium traf Petra Ritzinger neulich auf acht Mädchen, die fest davon überzeugt waren, auch mit Ende vierzig
noch problemlos schwanger werden zu können. Das sei es, was man korrigieren müsse, findet sie.
Als Petra Ritzinger so alt war wie diese Mädchen, träumte sie von drei Kindern und einem Hund. Es kam, so geht die immer gleiche Geschichte, das Leben. Ausbildung und Beruf, der nächste Schritt, der übernächste, und dann, mit 40 Jahren, der Schreck, es eigentlich doch ganz anders eingerichtet haben zu wollen.
"Hätte ich meinen Sohn dann nicht mehr bekommen", sagt sie, "ich weiß nicht, wie ich damit umgegangen wäre."
* Susanne Fischer: "Ansichten einer späten Mutter". Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg; 208 Seiten; 14,99 Euro.
* "Zukunft mit Kindern. Fertilität und gesellschaftliche Entwicklung". Campus-Verlag, Frankfurt am Main, 2012; 476 Seiten; 29,90 Euro.
Von Katja Thimm

DER SPIEGEL 17/2014
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