26.05.2014

SPIEGEL-Gespräch„Ich habe nie gefragt“

Der Mathematiker Andrew Ranicki über sein Leben als Sohn von Teofila und Marcel Reich-Ranicki und den Tod des Literaturkritikers im Spätsommer 2013
Am kommenden Sonntag findet in der Frankfurter Paulskirche die Gedenkfeier für Marcel Reich-Ranicki statt. Der Literaturkritiker war am 18. September 2013 im Alter von 93 Jahren gestorben. Sein Sohn Andrew Ranicki, 65, lehrt Mathematik an der Universität Edinburgh.
SPIEGEL: Herr Professor Ranicki, welche Erinnerungen haben Sie an die letzten Stunden Ihres Vaters?
Ranicki: Das Erste, woran ich mich spontan erinnere, ist ein Anruf der Bild-Zeitung, ganz kurz nach dem Tod meines Vaters, mit sehr direkten Fragen. Aber der Artikel war in Ordnung. Nur eine Antwort von mir haben sie nicht gedruckt. Sie hatten gefragt: Was hat Ihr Vater erreicht? Und ich hatte geantwortet: dass das Wort "Literatur" in Bild gedruckt wird.
SPIEGEL: Können Sie uns etwas über die Umstände des Todes Ihres Vaters sagen?
Ranicki: Er war nicht allein, als er starb. Ich habe in den letzten Monaten immer dafür gesorgt, dass eine Vertrauensperson bei ihm war, auch nachts. Er hatte mich darum gebeten, nicht allein sterben zu müssen. Und das ist auch nicht passiert.
SPIEGEL: Gab es ein letztes Gespräch?
Ranicki: Nein, eigentlich nicht. In den letzten 24 Stunden konnte er auch nicht mehr reden. Er war zu schwach. Man bemühte sich nur darum, dass es ihm gut ging. Er wusste, dass es zu Ende ging.
SPIEGEL: Er wusste es?
Ranicki: Er muss es gewusst haben. Aber wir scheuten uns, ihn darauf anzusprechen. Kurz nach seinem Geburtstag am 2. Juni mussten wir ihn ins Krankenhaus bringen. Ich war in den drei Monaten fast die ganze Zeit in Frankfurt, um bei ihm zu sein.
SPIEGEL: War er am Ende mit sich, wie man so sagt, im Reinen?
Ranicki: Einmal war er sehr zornig auf uns. Wir hatten ihn aus dem Krankenhaus noch einmal kurz zurück in die Wohnung gebracht, ein paar Wochen bevor er starb. Und er dachte wohl, dass er jetzt gesund sei. Als wir ihm dann sagten, dass er jetzt zurück ins Krankenhaus müsse, da war er auf uns böse, sehr böse. Beim nächsten und letzten Mal war das schon anders. Da sagte er selbst nach ein paar Stunden: So, jetzt müssen wir zurück ins Krankenhaus. Er war zu schwach, um zu Hause zu bleiben. In den letzten paar Tagen hat er mich übrigens Olek genannt, nach seinem Bruder, der von den Nazis ermordet wurde. Aleksander, also Olek, ist auch mein zweiter Vorname.
SPIEGEL: Haben Sie sich in dieser Zeit mit Ihrem Vater über Literatur unterhalten?
Ranicki: Nein, an Literatur hatte er am Ende wenig Interesse. Er freute sich mehr über Menschen als über Bücher. Er hatte da noch ein paar Neuerscheinungen am Bett liegen, darunter Safranskis Goethe-Biografie. Er hat gewissermaßen Kontakt zu diesen Büchern aufgenommen, vielleicht ein bisschen geblättert, aber lesen konnte er nichts mehr.
SPIEGEL: Und die Musik?
Ranicki: Ja, ja, die konnte er noch hören. Ich hatte ihm einen CD-Spieler ins Krankenhaus gebracht.
SPIEGEL: Was hat er gehört?
Ranicki: Kammermusik vor allem. Musik war ihm zeitlebens besonders wichtig gewesen. Vielleicht war es am Ende wieder ein wenig wie einst im Getto ...
SPIEGEL: Wo er viele Konzerte besucht hatte. War ihm Musik wichtiger als Literatur?
Ranicki: Nein, nein. Aber zur Literatur hatte er ein kritisches Verhältnis, Musik liebte er ohne Vorbehalte.
SPIEGEL: Als Sie 1957 mit Ihrer Mutter Teofila Polen verließen und in den Westen zogen, ahnten Sie, dass es für immer sein würde?
Ranicki: Meine Eltern haben mir das nicht gesagt, aber ich habe es geahnt. Ich hatte genug Feingefühl, nicht direkt zu fragen. Ich spürte, dass das Thema heikel war. Da war etwas, na wie soll man sagen ...
SPIEGEL: ... im Busche?
Ranicki: Im Busche, genau. Zunächst war ich ein Jahr lang bei meiner Tante in London. Deswegen hatten meine Eltern mir auch Englisch beibringen lassen, von einem polnischen Soldaten, der bei den Briten gedient hatte. Ich habe da ein paar Stunden gehabt, aber seine Kriegserlebnisse bei der Schlacht um Montecassino haben mich eindeutig mehr interessiert als die englische Sprache.
SPIEGEL: Ihr Vater ging direkt nach Deutschland. Wie kam es dazu?
Ranicki: Niemand interessierte sich in Polen für die deutsche Literatur, und er wollte darüber schreiben. Interessant ist ein Dokument aus der Stasi-Unterlagen-Behörde. Da fragt Anfang der Sechzigerjahre die polnische Stasi bei den Kollegen in Ostberlin an, ob sie wüssten, wo dieser Reich-Ranicki abgeblieben sei. Und die DDR-Stasi antwortet, sie hätte keine Ahnung. Und das zu einer Zeit, als er längst regelmäßig für die Welt und die Zeit schrieb. Unsere Nummer war im Telefonbuch. Sehr komisch!
SPIEGEL: Als Sie nach Deutschland kamen, muss das ein Kulturschock gewesen sein.
Ranicki: Zerrissen war man natürlich: Zu Hause, in Hamburg, sprachen wir Polnisch, draußen Deutsch und in der Schule, der Internationalen Schule, Englisch. Bei meinen Eltern drehte sich alles um Literatur, bei mir selbst alles um Mathematik. Also, es waren fünf verschiedene Welten, die da aufeinanderkrachten.
SPIEGEL: War Ihre frühe Begeisterung für die Mathematik eine Trotzreaktion auf die Liebe Ihres Vaters zur Literatur?
Ranicki: Ich glaube nicht. Jeder Mathematiker hat doch so etwas wie eine Berufung.
SPIEGEL: Ihr Vater war nicht enttäuscht?
Ranicki: Nein, im Gegenteil, es hätte ihn enttäuscht, wenn aus mir ein deutscher
Schriftsteller geworden wäre. Er kannte ja das Schicksal von Klaus Mann, der vor allem daran gelitten hatte, dass er als Schriftsteller der Sohn des Schriftstellers Thomas Mann gewesen war.
SPIEGEL: In seiner Autobiografie erzählt er, dass er in seiner Schulzeit ebenfalls ein Talent für die Mathematik gehabt habe.
Ranicki: Ja, und meine Tante sagte daraufhin: Das hat er nur gesagt, nachdem du Mathematiker geworden bist. Sie konnte sich daran nicht erinnern. Allerdings hatte auch sie einen Hang zur Übertreibung.
SPIEGEL: Er hat wohl auch nie verstanden, womit Sie sich in der Mathematik beschäftigt haben.
Ranicki: Nein, das konnte er nicht verstehen. Aber schlimmer noch: Er hat eigentlich auch nie verstanden, warum ich überhaupt Mathematiker geworden bin.
SPIEGEL: Ihr Spezialgebiet, die algebraische Chirurgie, ist allerdings auch eine besondere Herausforderung für jeden Laien. Können Sie uns erklären, worum es geht?
Ranicki: Es ist ein Fach der Topologie, der höheren Mathematik. Dabei geht es um das Schneiden und Kleben von geometrischen Gestalten, aber sonst hat es nichts mit der medizinischen Chirurgie zu tun. Das, was ich mache, befindet sich an der Grenze zwischen Algebra und Geometrie. Und das wiederum ist vielleicht kein Zufall. Das passt zu meiner Biografie, dass ich immer an der Grenze zwischen zwei Welten unterwegs bin.
SPIEGEL: Sie haben prägende Jahre in Hamburg erlebt. Und als kleiner Junge wächst man ja normalerweise mit Oma und Opa auf ...
Ranicki: Nein, ich nicht, nur mit meiner Tante.
SPIEGEL: Entschuldigung, aber darauf wollten wir hinaus. Im Regelfall hat man in dem Alter zwei Großelternpaare.
Ranicki: Ja, stimmt. Die hatte ich nicht.
SPIEGEL: Weil Ihre Großeltern im Holocaust umgekommen waren. Wie sind Sie damit umgegangen?
Ranicki: Weil die anderen Schüler der Internationalen Schule auch alle nicht aus Hamburg kamen, fiel es nicht so auf, dass ich keine Großeltern hatte.
SPIEGEL: Konnten Sie mit Ihren Eltern darüber sprechen? Haben Sie gefragt?
Ranicki: Nein, nein. Ich wusste, was passiert war. Der Begriff "Warschauer Getto" war schon in unserer Warschauer Zeit sehr präsent. Man konnte in Polen in den Fünfzigerjahren nicht aufwachsen, ohne zu wissen, was geschehen war.
SPIEGEL: Das heißt, Sie haben Ihre Eltern erst später nach den Großeltern gefragt?
Ranicki: Eigentlich habe ich nie gefragt. Ich kannte die Namen der Großeltern, allerdings: Als meine Tochter Carla Helen Emily 1979 geboren wurde, wollte ich sie nach meinen Großmüttern nennen, die beide in Treblinka ermordet worden waren. Damals habe ich tatsächlich nachgefragt: Wie hießen eure Eltern genau, wie schreibt man ihre Namen? So ganz wusste ich es doch nicht.
SPIEGEL: Haben Ihre Eltern vom Getto erzählt?
Ranicki: Nicht viel. Erst als ich elf Jahre alt war, hat mir meine Mutter ihre Zeichnungen aus dem Getto gezeigt, die dann später veröffentlicht wurden. Selbstverständlich haben die Eltern mir das Schlimmste ersparen wollen. Und das habe ich irgendwie gefühlt. Ich hatte Augen und Ohren, ich musste nicht fragen.
SPIEGEL: Haben Sie im Nachhinein den Eindruck, dass Ihre Eltern vielleicht doch gern gefragt worden wären?
Ranicki: Ich weiß nicht. Erst in den Neunzigerjahren wurde meiner Mutter und mir klar, dass mein Vater all das, was er berichtet hat, auch aufschreibt. Und das Buch enthielt dann viel, viel mehr, als er mir je erzählt hatte.
SPIEGEL: Ihr Vater hat sich tatsächlich einmal im kleinen Kreis darüber beklagt, dass Sie, sein Sohn, ihn nie so richtig nach seiner Vergangenheit befragt hätten.
Ranicki: Ja? Das kann sein. Ich hätte mehr fragen können, aber irgendwie war es wie am Ende seines Lebens, als ich eine Scheu hatte, mit ihm über seinen bevorstehenden Tod zu reden. So mochte ich auch nicht mit ihm über den Tod meiner Großeltern und seines Bruders sprechen. Zum Beispiel der Selbstmord meines Großvaters in Warschau, des Vaters meiner Mutter: Davon wusste ich, weil meine Mutter in den Sechzigerjahren einmal in einem Radiointerview darüber gesprochen hatte. Ich konnte sie nicht einfach fragen: Wie war das, als dein Vater starb? Das geht nicht. Gut, vielleicht hätte ich mehr fragen sollen.
SPIEGEL: Viele Kinder von Überlebenden haben sich ähnlich verhalten: Um ihre Eltern vor schmerzlichen Erinnerungen zu schützen, haben sie lieber geschwiegen. Immerhin hat Ihr Vater Ihnen dann mit seinen Lebenserinnerungen das Fragen sozusagen erspart.
Ranicki: Ja, es gab aber auch Dinge, die er nicht aufgeschrieben hat. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Episode aus dem Getto: Als er und meine Mutter ihre Flucht planten, wurde gerade der Aufstand im Getto vorbereitet, 1943 also. Und die beiden fragten die Verantwortlichen für den Aufstand, wie sie sich verhalten sollten. Und die jüdischen Kämpfer sagten nur etwas mitleidig: Ach, ihr Intellektuellen, geht besser weg. Das hat mir sehr gefallen.
SPIEGEL: Ihr Vater war kein Kämpfer?
Ranicki: Ach, nicht in diesem Sinne, er war viel zu kurzsichtig (lacht).
SPIEGEL: Noch einmal zurück zur Literatur: Hat Ihr Vater auch mal gesagt: Das Buch musst du lesen?
Ranicki: Natürlich! Ich sollte zwar kein Schriftsteller werden, aber er achtete sehr darauf, dass ich das Richtige las. Er hat mir Bücher zum Lesen empfohlen.
SPIEGEL: Deutsche oder polnische?
Ranicki: In Polen polnische, in Deutschland deutsche. Ich habe Deutsch erst in Deutschland gelernt. Die Wohnung war mit Büchern gestopft, wovon ich sehr profitiert habe. Er empfahl einiges von Grass und die Erzählungen von Siegfried Lenz zum Beispiel. Übrigens nie etwas von Martin Walser. Ich weiß, das ist nicht fair - aber es stimmt. Später dann habe ich die großen Klassiker gelesen, wie Theodor Fontane und Thomas Mann.
SPIEGEL: Und darüber haben Sie auch mit ihm gesprochen?
Ranicki: Ja. Das war nicht so ein verfängliches Thema wie die Familiengeschichte. SPIEGEL: Sie leben in Schottland. Wenn Sie heute nach einer Heimat gefragt werden, was antworten Sie?
Ranicki: Dann sage ich: Die Mathematik ist meine Heimat. So wie es die Literatur für meinen Vater war.
SPIEGEL: Haben Sie eine Beziehung zur jüdischen Gemeinde hier in Edinburgh?
Ranicki: Ja, ein wenig. Ich gehe aber nicht in die Synagoge. Schon meine Eltern gingen nicht in die Synagoge. Der Großvater meines Vaters allerdings war Rabbiner.
SPIEGEL: Haben Sie eine Erklärung dafür, dass Ihre Mutter gegen Ende ihres Lebens sehr viel mehr unter ihren Erinnerungen gelitten hat als Ihr Vater, mit regelrechten Angstzuständen?
Ranicki: Sie war nach dem Krieg sehr labil. Schon in den Fünfzigerjahren hatte sie mehrere Zusammenbrüche. Sie war gefährdeter als er. Sie litt vor allem nachts. Ohne Schlaftabletten konnte sie nicht schlafen. Er konnte das nach außen mit enormer Energie verarbeiten, sie immer nur nach innen. Aber sie hat den Ruhm meines Vaters sehr genossen.
SPIEGEL: Er selbst hat ihn auch sehr genossen.
Ranicki: Ja, er arbeitete daran, unablässig.
SPIEGEL: Womit erklären Sie sich sein ausgeprägtes Bedürfnis nach öffentlicher Wertschätzung? War diese Medienpräsenz, diese öffentliche Anerkennung so etwas wie eine Wiedergutmachung für ihn, für das, was er erlitten hatte?
Ranicki: Wiedergutmachung ist nicht das richtige Wort, eher eine Genugtuung. Aber er hat nie damit gerechnet, dass seine Autobiografie ein so großer Erfolg werden würde. Meine Eltern hatten im Krieg gelernt: Sie haben nur ein Leben, und das muss man genießen. Daran haben sie sich gehalten. Kein Tag sollte vergeudet werden.
SPIEGEL: Haben Sie das übernommen?
Ranicki: Ja, es muss einem stets bewusst sein, dass das Leben jeden Tag zu Ende sein kann. Insofern hat auch mich der Holocaust indirekt geprägt. Es wäre dumm, das zu leugnen.
SPIEGEL: Hat Sie die Allgegenwart dieser Erfahrung nicht belastet?
Ranicki: Nein, das war für mich normal. Mein Vater hatte vielleicht nur einen Fehler: Er wollte immer, dass ich sehr gut angezogen sein soll. Aber ich bin Mathematiker!
SPIEGEL: Und der trägt nun mal eher Pullover.
Ranicki: Selbstverständlich! Aber er hat mich jahrelang genervt: Warum ziehst du dich so schlecht an? Die Erklärung fand ich in seiner Autobiografie: Er meinte, dass man im Warschauer Getto vielleicht eine bessere Überlebenschance hatte, wenn man gut angezogen war. Und als ich das gelesen habe, habe ich ihm verziehen.
SPIEGEL: Viele Freunde haben sich von Ihrem Vater abgewendet, nachdem er sie privat oder öffentlich attackiert hatte. So sind die Freundschaften mit Walter Jens und Joachim Fest zerbrochen. Warum war er ein so schwieriger Freund?
Ranicki: Mein Vater hatte in persönlichen Beziehungen nicht das, was man im Englischen mit Common Sense bezeichnet. Er sagte Dinge, die man abstrakt vielleicht richtig finden konnte, die aber übertrieben waren, überzogen, gerade im privaten Bereich. Als ich im Fernsehen das "Literarische Quartett" sah, in dem er so auf Sigrid Löffler eingedroschen hat, da wusste ich sofort: Das ist vorbei, er hätte das nicht tun sollen.
SPIEGEL: Dabei war er selbst so empfindlich.
Ranicki: Ja sehr! In der Sache hatte er ja vielleicht sogar recht. Aber er ließ sich dann zu sehr mitreißen.
SPIEGEL: Sie sagen, Ihr Vater habe sein Leben sehr genossen. In seinen Memoiren hat er erklärt, dass er nicht immer treu gewesen sei, nicht monogam gelebt habe.
Ranicki: Ich wusste es vorher nicht. Das heißt, doch, ein wenig schon. Es ist eine heikle Sache. Aber wenn meine Mutter damit leben konnte, dann kann ich es auch. Wer bin ich, jemanden anderen zu richten?
SPIEGEL: Wusste Ihre Mutter davon?
Ranicki: Mein Vater hat sie gefragt, ob er darüber schreiben darf. Er hätte es sonst in seiner Autobiografie weggelassen.
SPIEGEL: Für Kinder ist das ein kompliziertes Thema.
Ranicki: Ich hatte so Vermutungen, so dumm bin ich ja auch nicht, aber ich gebe zu, auch das gehört zu den Dingen, bei denen ich niemals nachgefragt habe.
SPIEGEL: Für Ihre Mutter muss es so oder so schwierig gewesen sein.
Ranicki: Ich erinnere mich an einen Besuch meiner Eltern in Edinburgh in den Neunzigerjahren. Ich hatte sie hier in der Nähe zu einem Bed and Breakfast gebracht. Die Vermieterin zeigte ihnen ihre beiden Zimmer, und mein Vater stand ziemlich grimmig herum. Um die Situation etwas zu entspannen, erzählte ich, dass die beiden gerade ihre goldene Hochzeit gehabt hätten - worauf die Vermieterin meine Mutter etwas mitleidig anschaute und sagte, dann habe sie aber das Victoria-Kreuz verdient, das ist der höchste britische Kriegsorden für Tapferkeit.
SPIEGEL: Herr Professor Ranicki, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
* Mit einer Büste seines Vaters.
* Mit den Redakteuren Volker Hage und Martin Doerry in seinem Haus in Edinburgh.
Von Volker Hage und Martin Doerry

DER SPIEGEL 22/2014
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