01.12.2014

ErnährungWarum frisst Ihr Hund nur bio, Frau Stix?

Martina Stix, 50, Inhaberin eines Ökoladens für Tiere, über Gemüse und Reis-Käse-Kekse
SPIEGEL: Frau Stix, Sie haben in Hamburg "Poodlewohl" eröffnet, einen Laden mit Biofutter für Hunde und Katzen. Warum sollen Hunde bio fressen?
Stix: Weil in konventionellem Fleisch Antibiotika und Hormone stecken. Das ist nicht artgerecht. Man kann Hunde mit Dosen- und Trockenfutter ernähren. Aber am besten ist es, die Mahlzeiten selbst zuzubereiten: rohes Fleisch, aber auch ein bisschen Gemüse, außerdem Reis oder Kartoffeln und Öl. Leinöl und Lachsöl sind gut wegen der Omega-3- und -6-Fettsäuren. Selbst der mäkeligste Hund fängt dann das Fressen an.
SPIEGEL: Auch veganes Futter ist im Angebot. Der arme Hund.
Stix: Wieso? Da gibt es zum Beispiel einen sehr schönen Gemüseeintopf mit Kartoffeln, Zucchini und Soja. Aber ob man seinen Hund vegan ernährt, ist eine Glaubensfrage.
SPIEGEL: Aus Ihrem Viertel, Hamburg-Eimsbüttel, kommen Proteste: Einer schrieb auf Facebook, er hätte lieber eine Dönerbude als Ihren Laden in der Nachbarschaft.
Stix: Ich nehme das nicht ernst - auch die werden sich schnell daran gewöhnen. Und wahrscheinlich sind das Menschen, die keine Tiere haben. Die muss ich nicht überzeugen.
SPIEGEL: Was frisst Ihr Hund?
Stix: Ich habe einen Bichon Frisé, der sieht aus wie ein kleiner Pudel mit kurzen Beinen und weißem Fell. Er bekommt jeden Tag rohes Fleisch, meistens vom Rind.
SPIEGEL: Sie essen bio, Ihr Hund isst bio, teilen Sie das Essen?
Stix: Nein, ich esse meines am Tisch, und Telfi bekommt seines im Napf. Aber im Laden bieten wir zum Beispiel Reis-Käse-Kekse an. Die Kekse gibt es in zwei Varianten, für Menschen und für Hunde. Dabei sind es die gleichen Kekse.
SPIEGEL: Sie essen Hundekekse?
Stix: Nein, ich nicht. Aber manche meiner Kunden sitzen abends mit ihrem Hund auf dem Sofa vor dem Fernseher und essen Hundekekse: einen für den Hund, einen fürs Herrchen.
Von Red

DER SPIEGEL 49/2014
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