08.12.2014

KorruptionEx-EADS-Chef im Visier der Fahnder

In der Korruptionsaffäre um den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus (früher EADS) zählt ein ehemaliger Topmanager zu den Beschuldigten. Stefan Zoller, bis Herbst 2012 Chef von EADS Deutschland, soll in Schmiergeldzahlungen seiner Exfirma involviert gewesen sein. Konkret geht es um zwei Aufträge für Grenzsicherungssysteme in Saudi-Arabien und Rumänien. Hintergrund der Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft sind offenbar zwei anonyme Anzeigen von Juli 2008 und April 2011. Zudem bot sich ein Insider den Fahndern als Zeuge an. Bereits Ende Oktober hatten Beamte einige süddeutsche EADS-Standorte durchsucht. Im Fall Rumänien geht es um einen mehrere Hundert Millionen Euro schweren Kontrakt aus dem Jahr 2004. Hierfür sollen, über zwei Beratungsfirmen in Bukarest, Amtsträger bestochen worden sein. Die rumänischen Antikorruptionsbehörden ermitteln ebenfalls in dem Fall. Angeblich sind hochrangige Politiker im Visier der Fahnder. Um einen Milliardenauftrag zur Sicherung der saudi-arabischen Grenzen zu ergattern, soll EADS auch Politiker bestochen haben. Die Münchner Fahnder interessieren sich unter anderem für Zahlungen in Höhe von 13 Millionen Euro, die das Unternehmen in den Jahren 2011 und 2012 an eine Londoner Beratungsfirma überwies. Zumindest ein Teil des Geldes sei dann, mithilfe eines saudischen Mittelsmanns, an einen damaligen saudischen Ministerialen weitergereicht worden. Zoller bestreitet, von Bestechungszahlungen gewusst zu haben. Er sagt: "Als damals Verantwortlicher habe ich ein großes Interesse an der rückhaltlosen Aufklärung des Falls, zu der ich beitragen werde." Airbus hat schon zuvor interne Ermittlungen in dem Fall aufgenommen.
Von Did, und Js,

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