07.03.2015

Japan40 Jahre zum Aufräumen

Am 11. März jährt sich zum vierten Mal die Tsunami- und Nuklearkatastrophe, die weite Teile des japanischen Nordostens verwüstete - und noch immer ist keine Normalisierung in Sicht. Viele der 160 000 Flüchtlinge leben weiterhin in Notunterkünften; im Umkreis von 20 Kilometern um die Ruine des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi sind die meisten Orte gesperrt. Ende Februar räumte die Betreibergesellschaft Tepco ein, dass seit knapp einem Jahr hoch verstrahltes Regenwasser vom Dach des Reaktorblocks 2 ins Meer geflossen sei. Täglich strömen überdies rund 300 Tonnen Grundwasser in die verseuchte Anlage. Um es aufzufangen sowie Trümmer zu beseitigen, sind rund 7000 Arbeiter im Einsatz. Doch um Fukushima Daiichi abzuwracken, dürfte Tepco mindestens 40 Jahre brauchen. Auch in die nicht verstrahlten Küstenregionen kehrt der Alltag nur schleppend zurück. Rund 22 Milliarden Euro an staatlichen Hilfsgeldern wurden bisher nicht einmal abgerufen; von den geplanten 20 000 neuen Wohnungen wurde erst ein Fünftel gebaut. Oft können sich Bewohner und Behörden über Wiederaufbauprojekte nicht einigen, auch fehlen Arbeitskräfte. Die Region leidet schon lange unter Bevölkerungsschwund, die Katastrophe hat diesen Trend noch beschleunigt.
Von Ww

DER SPIEGEL 11/2015
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Japan:
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