04.04.2015

ZukunftDie Demokalypse bleibt aus

(Teil 4) Seit mehr als hundert Jahren fürchtet sich Deutschland vor dem demografischen Wandel und beschwört seinen eigenen Untergang. Eine Widerrede.
Wer ist schuld am Fachkräftemangel? Die Demografie! Wer sorgt für den Geburtennotstand? Die Demografie! Wer verantwortet die Versorgungslücke, den drohenden Rentenkollaps? Die Demografie, die Demografie! Wer dämpft das künftige Wirtschaftswachstum? Die Demografie! Wer entvölkert die Provinz? Die Demografie! Wer macht das Land zur Greisenrepublik, lässt die Gesundheitskosten explodieren? Die Demografie, die Demografie!
Deutschland droht die Demokalypse. Zu diesem Schluss muss gelangen, wer die deutsche Demografie-Debatte verfolgt. Kein Problem, keine noch so düstere Zukunftsprognose, die nicht schon herbeiargumentiert wurde mithilfe des demografischen Wandels.
Stellvertretend für die vielen Demokalyptiker in Politik, Medien und Wissenschaft kann Deutschlands vielleicht dunkelster Prophet stehen, der Ökonom Herwig Birg, der seit vielen Jahren in Büchern, Interviews und Talkshows einer umfassenden Aussichtslosigkeit das Wort redet. Laut Birg "sitzen wir in einer demografischen Falle", es droht ein "Desaster", für das es "keine Lösung" gibt, weil es schon "30 Jahre nach zwölf" ist. Für Birg und seinesgleichen ist klar: "Deutschland wird kleiner, ärmer und älter." Und: "Das System kollabiert."
Aber vielleicht ist alles ganz anders.
Vielleicht sind die vielen Katastrophenszenarien alle unwahrscheinlich, und eine hellere, hoffnungsvollere Erzählung ist möglich. Vielleicht ist der demografische Wandel keineswegs bedrohlich, sondern, wenn wir es richtig anstellen: eine wunderbare Sache.
Ein solcher Optimismus gründet auf zwei Perspektiven. Erstens ist es sehr gut möglich, dass weder die befürchtete dramatische Schrumpfung noch eine untragbare "Überalterung" der deutschen Bevölkerung jemals Realität wird. Zweitens zwingen uns die treibenden Faktoren der Bevölkerungsentwicklung - geringe Kinderzahl, längeres Leben, hohe Zuwanderung - zu einer permanenten gesellschaftlichen Anpassung, die letztlich begrüßenswert ist.
Die Demografie-Debatte ist von einer Reihe Mythen geprägt: von lange tradierten Glaubenssätzen, von Metaphern und Bildern, die von Medien, Politik und anderen Akteuren so lange wiederholt wurden, bis sie zu Selbstverständlichkeiten gerannen, die kaum einer mehr bezweifelt. Ein paar dieser Mythen sollen hier kritisch geprüft werden. Sie beruhen auf Angst, Missverständnissen, Denkfehlern, Überinterpretationen - und der allgemeinen, fatalen menschlichen Liebe zu schlechten Nachrichten.

Mythos #1: Deutschland stirbt aus.

Und zwar schon lange.
Der Berliner Historiker Thomas Bryant hat den deutschen Demografie-Diskurs seit Anfang des 20. Jahrhunderts untersucht. Er kommt zu dem Schluss, dass die Diskussion um die deutsche Bevölkerungsentwicklung stets durch eine "außergewöhnliche Dramatisierung" und "apokalyptische Untergangsängste" gekennzeichnet war. Der Bevölkerungsdiskurs ist und war dabei eine Debatte, die sich von Anfang an und bis heute, mehr oder weniger bewusst, um einen zutiefst fragwürdigen biologistischen Kern dreht: der Sorge um den Erhalt und den Zustand "deutschen" Genmaterials.
Es waren Mediziner und Rassenhygieniker, die vor und während des Nationalsozialismus die Bedrohungsszenarien und auch die Begrifflichkeiten prägten, die den deutschen Demografie-Diskurs noch heute auszeichnen. Der Mediziner Carl Tönniges sprach schon 1912 von einer "drohenden Entvölkerung Deutschlands". 1914 beklagte der Bakteriologe Max von Gruber den sinkenden "Kinderertrag" und die "Unterfrüchtigkeit" der deutschen Frau. 1932, am Vorabend der "Machtergreifung" Hitlers, geißelte der Bevölkerungsstatistiker Friedrich Burgdörfer "die drohende Schrumpfung und Überalterung des Volkskörpers".
Auch Konrad Adenauer nutzte die alten Begriffe, als er 1953 vor der "wachsenden Überalterung des deutschen Volkes" warnte. Später, in den Achtzigerjahren, erschienen Bücher mit Titeln wie "Deutschland - ohne Deutsche", deren Autoren vom deutschen "Volksselbstmord" fabulierten und die "das deutsche Volk" schon "in der Todesspirale" sahen.
Nach der Jahrtausendwende sorgte Frank Schirrmachers "Methusalem-Komplott" für eine Wiederbelebung des Themas. Seit dem frühen 20. Jahrhundert prophezeien Deutschlands Demokalyptiker also den Bevölkerungsrückgang oder -untergang. In dieser Zeit ist das Land von rund 60 auf 81 Millionen gewachsen, trotz zwei Weltkriegen, trotz Antibabypille, trotz einer konstant niedrigen Fertilitätsziffer seit den Siebzigerjahren.
Gemein ist all den Alarmisten, dass sie vermeintlich unheilvolle und angeblich unumkehrbare demografische Trends als Grundlage für gesellschaftliche Krisenszenarien nutzen. Der SPIEGEL machte hier keine Ausnahme. Noch 2004 formulierte das Magazin die Titelzeile "Der letzte Deutsche - Auf dem Weg zur Greisenrepublik", dazu die Zeichnung eines Säuglings mit schwarz-rot-goldener Windel, der eine Langhantel zu stemmen hat, auf der der ergraute deutsche Volkskörper sitzt.

Mythos #2: Wenige Kinder, viele Alte - ein Rezept für den Untergang!

Demografischer Wandel bedeutet, auf die einfachste Form gebracht: weniger Kinder, mehr Alte. Wobei "mehr Alte" bereits irreführend ist - dazu später mehr. Korrekter wäre: weniger Kinder, längeres Leben.
Fragen wir einmal ganz ohne ängstliches Schielen in die Zukunft: Was, bitte, ist daran schlecht? Wer lebt nicht gern lange? Wer möchte stattdessen lieber früh sterben? Und wie viele der heutigen Eltern, die eines oder zwei Kinder haben, also die übergroße Mehrheit, wünschen sich eigentlich lieber vier oder fünf davon am Tisch? Bitte Hand heben.
Wenige Kinder, langes Leben: Das ist nicht mehr und nicht weniger als das Erfolgsmerkmal reicher, hoch entwickelter Gesellschaften, eine ebenso erstrebenswerte wie weitgehend unvermeidliche Folge anhaltenden Wohlstands. Das Gegenteil - viele Kinder, kurzes Leben - charakterisiert stets schwach entwickelte Volkswirtschaften, jene weniger glücklichen Nationen, die auf dem Uno-Entwicklungsindex weit hinten stehen.
Wenige Kinder, langes Leben: Das ist der Zustand - um es mit dem gebührenden Pathos zu sagen - , den das Menschengeschlecht in allen Ländern der Erde erstrebt. Es gibt diese Art des Daseins menschheitsgeschichtlich betrachtet erst seit kurzer Zeit. Für den allergrößten Teil seiner Geschichte, nämlich etwa 200 000 Jahre lang, musste der Homo sapiens froh sein, wenn er es bis 40 schaffte. Und die Frauen gebaren Kind um Kind, von denen ein paar überlebten.
Dann, vor etwa 200 Jahren, ausgelöst durch Industrialisierung, medizinische Errungenschaften und andere erfreuliche Dinge, setzte der Übergang ein: von hoher Sterblichkeit und hoher Fertilität zu niedrigerer Sterblichkeit und Fertilität. In Westeuropa begann dieser Wandel im 18. und 19. Jahrhundert, Asien machte sich ab Mitte des 20. Jahrhunderts auf denselben Weg, Südamerika in den Siebzigerjahren und Teile Afrikas in den Achtzigern. Heute liegt die Geburtenrate im weltweiten Durchschnitt bei 2,5, die Kindersterblichkeit bei 4,6 Prozent (Deutschland: 0,4 Prozent) und die Lebenserwartung bei 71 Jahren (Deutschland: 81). Wir leben ganz ohne Zweifel in der für Menschen besten Zeit, die es jemals gab. Es ist wichtig, sich das klarzumachen: Wenige Kinder und ein langes Leben sind das beste, was uns passieren kann. Kein Albtraum.
Wer, umgekehrt, heute in einer Gesellschaft mit vielen leistungsfähigen Jungen und wenig abhängigen Alten leben möchte, kann, beispielsweise, nach Sierra Leone auswandern. Hier erinnern die demografischen Kennzahlen an die Verhältnisse in Europa in früheren Jahrhunderten: Die Alten sterben mit 45 Jahren, die Frauen gebären 4,8 Kinder, die Kindersterblichkeit liegt bei 11 Prozent, eine der höchsten der Welt.
Die Sehnsucht nach einer jüngeren Gesellschaft, nach einer Gesellschaft ohne "Überalterung" oder "Vergreisung", wie sie in der deutschen Demografie-Debatte seit langer Zeit zum Ausdruck kommt, orientiert sich an einem Trugbild, hinter dem sich eine vormoderne, von Armut und frühem Tod geprägte Lebensform verbirgt.

Mythos #3: Die Pyramide zeigt die ideale Bevölkerungsstruktur.

Tut sie nicht.
Der ungesunde Menschenverstand, geformt von Politik und Medien, hält die berühmte Bevölkerungspyramide für den demografischen Idealzustand einer Gesellschaft. Das Symbol ist begreiflicherweise verführerisch, es gibt in der Physik kaum eine standfestere Form als die der Pyramide mit ihrer breiten Basis und der dünnen Spitze. Das negative Gegenbild dazu ist die oben ausgebuchtete Urnen-Form, die auf eine Bevölkerung mit mehr Alten als Jungen hinweist. Schon Nazi-Demograf Burgdörfer benutzte in seinem Werk "Volk ohne Jugend" die Urne als Symbol für die Vergänglichkeit eines angeblich sterbenden Volkes.
Doch was als Grabstätte für ägyptische Könige geeignet sein mag, ist als Abbild einer Bevölkerungsstruktur in Wahrheit alles andere als wünschenswert. Voraussetzung dafür, dass sich die Form nach oben stetig verjüngt, ist, dass in jedem Lebensalter ganz viele Menschen sterben.
Man steige, um dies zu begreifen, einmal im Kopf die Stufen der mustergültig geformten deutschen Bevölkerungspyramide von 1910 hinauf (siehe Grafik) und halte sich dabei vor Augen, dass bei jedem Schritt, also in jedem Altersjahr, Zehntausende Menschen aus der Statistik verschwinden; Säuglinge, Kleinkinder, Jugendliche, junge Eltern, 40-Jährige, alle starben sie wie die Fliegen, an Scharlach, Krupp, Durchfall, Diphterie, Tuberkulose, im Kindbett. 1910 starb jedes sechste Neugeborene vor dem ersten Geburtstag. Wer möchte zu einer solchen Gesellschaft zurück? Und doch gilt die Pyramide den Demokalyptikern weiterhin als Gipfel und Sehnsuchtsort. Noch kürzlich, im Jahr 2014, schreibt etwa Hans-Werner Sinn von einer "Bevölkerungspyramide, die zu einer Urnenform degeneriert". Degeneriert!
Die deutsche Bevölkerungsstruktur gleicht heute einem zerzausten Weihnachtsbaum (siehe Grafik). Ein Weihnachtsbaum ist besser als eine Pyramide. Alles ist besser als eine Pyramide.
Der deutsche Weihnachtsbaum wird in den folgenden Jahrzehnten zunehmend wackliger aussehen, weil die Babyboomer den Schwerpunkt nach oben treiben und dabei die Sozialsysteme stark belasten. Das wird ohne Zweifel eine schwierige Zeit. Aber es ist keine Endzeit. Es geht um etwa drei Dekaden, 2020 bis 2050, die die größten Herausforderungen mit sich bringen. Dann jedoch, also schon zur Mitte des Jahrhunderts, wenn die Babyboomer nicht mehr leben, sieht alles viel freundlicher aus (siehe Grafik).
Die Tanne wächst und verschlankt sich zum Hochhaus. Auf welchem Fundament dieses Gebilde dann stehen wird, hängt von den künftigen Geburtenzahlen und dem Einwanderungssaldo ab. Es ähnelt dann schon bald der tatsächlichen Idealform einer Bevölkerungsstruktur, wie sie heute etwa in den USA vorliegt: jener des Wolkenkratzers, dessen Etagen oder Jahrgänge alle etwa gleich viel Raum einnehmen, weil er von etwa gleich vielen Menschen in allen Lebensaltern bewohnt wird, und der sich erst im obersten Viertel jäh verjüngt. Und über hundert Stockwerke hoch ist, weil immer mehr Menschen über hundert Jahre alt werden.

Mythos #4: Es gibt immer mehr Alte.

Was heißt schon "alt"?
Die Grenze, die seit langer Zeit zwischen Alt und Jung, also zwischen abhängigen und produktiven Bürgern gezogen wird, liegt bei 65 Jahren. Wer älter ist, liegt der Gesellschaft auf dem Säckel, wer jünger ist, zahlt in denselben ein. Man hat sich so sehr an diese Zahl, die 65, gewöhnt, dass nicht mehr auffällt, wie unsinnig sie ist. Die Lebenserwartung steigt und steigt, aber alt ist alt ist alt, nämlich: fünfundsechzig. Wir müssen die 65 vergessen.
Denn ein 65-Jähriger im Jahr 2015 ist nicht derselbe wie ein 65-Jähriger im Jahr 1913, als die deutsche Angestelltenversicherung in Kraft trat. Damals lag die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland bei gerade mal 50 Jahren. Das Rentenzugangsalter 65 galt aber schon zu dieser Zeit - und war damit ein absurd hoher, zutiefst ungerechter Wert.
Seither ist die Lebenserwartung auf rund 80 Jahre gestiegen. Wir gewinnen heute in jeder Woche, die wir leben, ein knappes Wochenende an Lebenszeit dazu. In den hundert Jahren seit Bestehen der Regelaltersgrenze 65 haben die Deutschen volle 30 Jahre Lebenserwartung addiert. 30 Jahre! Das Rentenalter aber beträgt immer noch 65. Wie soll das funktionieren?
Viele heutige 70-Jährige fühlen sich fitter als unsere Großeltern mit 50 und sind es de facto auch. Das kalendarische Alter hat mit dem biologischen wenig zu tun. Politik und Statistiker aber rechnen stur mit einer fixen Altersgrenze. Das führt schon aus mathematischen Gründen zu einem furchterregend steigenden Abhängigkeitsverhältnis der "Alten" von den Jüngeren.
Und es folgen die Zahlenspiele, welche die Demokalyptiker so leidenschaftlich gern vortragen: Im Jahr 2030, raunen sie, müssen 100 Personen im Erwerbsalter demnach schon 53 Pensionäre unterstützen! Im Jahr 2060 wären es 67!
Dass das so nicht geht, erklärt sich von selbst. Wenn die Menschen länger leben und dabei auch länger gesund und leistungsfähig bleiben - und das tun sie - , müssen sie auch länger arbeiten. Wollen sie auch länger arbeiten.
Es ist wichtig, sich das klarzumachen: Die meisten von uns werden sehr lange leben. Wir haben für alles mehr Zeit. Wir kriegen später Kinder. Wir bleiben länger jung. Wir werden im Idealfall weniger Stunden pro Woche arbeiten, aber verteilt auf mehr Jahre. Wir werden später sterben. Ist das nicht großartig?

Mythos #5: Mehr Alte heißt mehr Gebrechliche.

Vor ein paar Wochen schrieb der Politologe Tilman Meyer in der "FAZ" ganz ohne Gänsefüßchen von einem "Alterungstsunami", der "auf uns zurollt". Es steckt viel Angst vor dem Tod in solch aufgeregten, ziemlich taktlosen und gerontophoben Metaphern. Wer so spricht, sieht eine Republik am Krückstock vor sich und benutzt gern Sätze, die mit "immer mehr" beginnen. Immer mehr Alte. Immer mehr Abhängige. Immer mehr Leistungsschwache. Immer mehr Kosten.
Wir haben noch kein Verständnis entwickelt vom langen und guten Leben. Wir glauben, dass sich mit steigender Lebenserwartung auch das Siechtum verlängert.
Das stimmt aber nicht.
Nächste frohe Botschaft: Wir leben nicht nur länger, wir bleiben auch länger fit. Der körperliche Verfall dauert nicht etwa länger, er beginnt bloß später, nicht zuletzt wegen medizinischer Fortschritte. Der Tod stellt sich nicht langwieriger und schleichender ein, er wird aufgeschoben.
Hierfür spricht auch die Entwicklung der Mortalität, also der Wahrscheinlichkeit, in einem bestimmten Lebensjahr zu sterben. Sie ist ein Indikator für die Gesundheit. Und die Sterbewahrscheinlichkeit sinkt für alle Lebensalter. Das heißt: Auch die 70-, 80-, oder 90-Jährigen sterben zunehmend "seltener". Das wäre nicht möglich, wenn wir, obwohl wir immer älter werden, nicht gleichzeitig immer länger gesund blieben.
Auch viele Gesundheitskosten werden vor allem aufgeschoben, nicht aufgeblasen. Ein übergroßer Teil davon fällt im letzten Jahr vor dem Tod an - egal in welchem Alter er stattfindet. Die Zahl der über 65-Jährigen ist seit 1992 um fünf Millionen gestiegen. Die Gesundheitskosten haben sich im selben Vierteljahrhundert pro Kopf zwar mehr als verdoppelt - setzt man sie jedoch ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, ergibt sich ein weit undramatischeres Bild: Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt stieg von 9,6 Prozent auf 11,3. Das ist viel - aber von einer "Kostenexplosion" kann keine Rede sein.
Warum sehen so viele trotzdem so schwarz? Weil die Debatte unter einem systematischen Denkfehler leidet, den der Demografie-Experte und Publizist Björn Schwentker als "Ceteris-Paribus-Logik" bezeichnet hat. Ceteris paribus, "unter sonst gleichen Umständen", ist eine Formel, die bei wissenschaftlichen Experimenten verwendet wird und die dafür steht, dass sich nur eine Variable verändert während alles andere gleich bleibt.
Wir projizieren einen isolierten Ausschnitt der Gegenwart in die Zukunft, ohne zu bedenken, dass in der Zukunft das gesamte Bild ein anderes sein wird. Wer nur daran denkt, dass wir immer länger leben, aber nicht realisiert, dass wir auch immer länger gesund bleiben, wird verzweifeln.
Das ist das Denkmuster, das im drohenden Halbsatz "Wenn wir so weitermachen wie bisher, dann ..." zum Ausdruck kommt. Es ist das Mantra aller Pessimisten. Die Menschheit hat aber noch nie einfach so weitergemacht wie bisher. Sonst wäre sie längst untergegangen.

Mythos #6: Deutsche Frauen kriegen zu wenige Kinder.

Klar, mehr Kinder wären gut.
Kinder sind immer gut. Zu kurz jedoch greift der Glaube, wir könnten unsere Langlebigkeit und die damit verbundene Rentenbelastung schlicht mit mehr Kindern, also mehr Beitragszahlern in Balance bringen. Dennoch wurde einer ganzen Generation von Frauen, insbesondere den vermeintlich besonders gebärunwilligen Akademikerinnen, ein schlechtes Gewissen eingeredet, weil sie sich angeblich nicht ausreichend fortpflanzten.
Das Wichtigste, was man zur Geburtenziffer sagen kann, ist: dass sie gar nicht so furchtbar wichtig ist.
Nicht entscheidend. Denn die Alterung der Gesellschaft, wie James Vaupel, Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock, schreibt, "wird wesentlich weniger von den derzeit niedrigen Geburtenraten getrieben als von der rasant steigenden Lebenserwartung". Weil am oberen Ende der Altersskala ungleich viel mehr Menschenjahre hinzugefügt werden als ihr am unteren Ende entgehen.
Es ist, je nach Standpunkt, eine ernüchternde oder erleichternde Erkenntnis, dass die Gebärfreude, selbst wenn sie jemals wieder Höhen wie zu Zeiten des Babybooms erreichen würde, die Alterung der Gesellschaft niemals rückgängig machen könnte.
Davon abgesehen, unterschätzt die zusammengefasste Geburtenziffer die Gebärneigung der Frauen systematisch. Sie lag 2013 bei 1,49 für ostdeutsche und 1,41 für westdeutsche Frauen. Dieser theoretische Wert gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens durchschnittlich zur Welt bringen würde, wenn das Geburtenverhalten so bliebe wie im jeweiligen Stichjahr. Darüber, wie viele Kinder etwa die heute 25-jährigen Frauen tatsächlich bekommen werden, sagt sie nichts aus. Das kann erst die "endgültige Geburtenrate", die aber wiederum erst beziffert werden kann, wenn die Frauen eines bestimmten Jahrgangs ihre gebärfähige Phase hinter sich haben. Der jüngste diesbezüglich ermittelte Wert liegt für die Frauen des Jahrgangs 1964 vor, die im Schnitt 1,57 Kinder bekamen.
Die extrem niedrigen öffentlich debattierten Geburtenziffern sind für die Max-Planck-Demografen "ein Übergangseffekt: hervorgerufen dadurch, dass immer mehr Eltern immer später Kinder bekamen". Die stets aktuell berechnete Geburtenziffer fällt nämlich umso tiefer aus, je stärker die Eltern die Fortpflanzung auf später verschieben. "Nun, da die Tendenz zur immer späteren Geburt abflaut, erholen sich auch die Geburtenraten." Das Rostocker Institut hat die endgültigen Geburtenraten für Frauen der Jahrgänge bis 1979 vorausberechnet: Letztere etwa, heute 35 Jahre alt, werden demnach im Schnitt 1,6 Kinder zur Welt bringen. "Mit den Frauen, die in den 1970ern geboren wurden, kommt die Trendwende", sagt der Demograf Joshua Goldstein.
1,6 ist zwar immer noch weit unter dem Ersatzniveau von 2,1. Dieser Wert jedoch - die 1,6 - wäre nötig, so zeigen Berechnungen der Sozialstatistiker Eckart Bomsdorf und Bernhard Babel, um im Jahr 2050 einen Bevölkerungsumfang von 80 Millionen zu erhalten - wenn gleichzeitig die Lebenserwartung unvermindert ansteigt und pro Jahr 180 000 Menschen einwandern: beides keineswegs unwahrscheinlich.

Mythos #7: Deutschlands Produktivität wird unausweichlich sinken.

Dass die Gefahr einer schrumpfenden Bevölkerung seit jeher übertrieben dargestellt wird, ist bisher deutlich geworden. Wie sieht es aber mit der Produktivität aus? Einmal angenommen, das Schrumpfszenario tritt niemals ein - bedroht die Alterung der Gesellschaft nicht trotzdem unseren Lebensstandard und unseren Sozialstaat?
Man kann sich zu beruhigen versuchen mit wirtschaftlichen Orakeln wie jenem der Bank HSBC, die in ihrer Studie "The World in 2050" Vorhersagen für die größten Volkswirtschaften trifft. Die Autoren glauben, dass das reale Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland von 25 000 Dollar im Jahr 2010 bis 2050 auf 52 000 Dollar steigt. Ihre Zahlen in Gottes Ohr. Aber das ist Kaffeesatzleserei.
Denn der Wandel ist real, Anpassung ist nötig. Der Münchner Ökonom und Altersforscher Axel Börsch-Supan rät Deutschland, sich an Dänemark zu orientieren. Denn für die wirtschaftliche Entwicklung ist weniger die Altersschichtung entscheidend als die Zahl der Erwerbstätigen im Verhältnis zu den Alimentierten, also zu den Ruheständlern und den Jungen. In Dänemark treten die jungen Menschen etwa zwei Jahre früher ins Erwerbsleben ein als in Deutschland und gehen mehr als zwei Jahre später in Rente. Zudem gehen deutlich mehr Frauen einer Erwerbsarbeit nach. "Erhöhen wir unsere Erwerbstätigkeit auf das dänische Niveau", sagt Börsch-Supan, "bleibt die Zahl der Erwerbstätigen pro Kopf der Bevölkerung in etwa gleich und sinkt danach bis zum Jahr 2030 lediglich um etwa vier Prozent, bis 2050 um etwa sechs Prozent ab." Das wären moderate Mehrbelastungen für die Beitragszahler. Und Dänemark ist ja beileibe kein Staat der Geknechteten.
Schon heute zeigt sich, dass die Älteren keineswegs arbeitsfaul sind. Der Anteil der Erwerbstätigen unter den 60- bis 64-Jährigen hat sich in zehn Jahren verdoppelt: von 25 Prozent im Jahr 2002 auf fast 50 Prozent 2012. Sogar ohne besondere Anreize steigt also der Anteil älterer Arbeitnehmer - unter anderem deshalb, weil sie arbeiten wollen.
Ältere Arbeitnehmer arbeiten nicht schlechter als jüngere, nur anders. Sie machen mehr kleine, aber weniger große Fehler. Sie sind langsamer und haben weniger Ideen, verfügen aber über die Umsicht und Erfahrung, wie die Ideen der jüngeren umzusetzen sind. Arbeitsgruppen gemischten Alters, so zeigen Untersuchungen, können sogar die Produktivität eines Unternehmens steigern.
Die Aussicht auf ein höheres Alter wird im Verlauf dieses Jahrhunderts zu einer Umgestaltung des klassischen Lebensverlaufs führen. Der traditionelle biografische Dreischritt - Lernen bis 20, Arbeiten bis 60, Nichtstun bis zum Exit - muss durchbrochen werden. Wir werden länger produktiv sein, wenn auch nicht mehr mit derselben Stundenzahl wie in jüngeren Jahren, aber dennoch produktiv. Eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit, so zeigen Modelle, würde es sogar erlauben, dass wir alle in früheren Lebensphasen mehr Zeit zur Verfügung haben; für die Familie, für Bildung und Weiterbildung. Das Schlagwort vom "lebenslangen Lernen" muss mehr werden als ein Schlagwort.

Mythos #8: Deutschland ist kein Einwanderungsland.

Deutschland war mal mehr Einwanderungsland, mal mehr Auswanderungsland, meistens beides, und das schon immer.
Früher waren wir die Flüchtlinge. Zwischen 1600 und 1950 wanderten 70 Millionen aus Europa nach Übersee. Im 17. Jahrhundert flohen die Hugenotten aus Frankreich nach Preußen. Während der Industrialisierung kamen massenhaft Polen ins Ruhrgebiet. Nach den Weltkriegen, für das Wirtschaftswunder, warb die BRD Arbeitskräfte an, aus Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, der Türkei, dem damaligen Jugoslawien. Nach dem Kalten Krieg betrug die Nettozuwanderung nach Deutschland im Spitzenjahr 1992 gegen 800 000 Menschen, sie sank zwischenzeitlich etwa auf null, stieg wieder an auf weit über 400 000 im Jahr 2014.
Klingt nach viel?
Ist gar nicht so viel.
Der deutsche Wanderungssaldo liegt im langfristigen Mittel seit 1951 bei plus 170 000 - das sind, gemessen an der heutigen Bevölkerungsgröße, pro Jahr nicht mehr als 2 Zuwanderer pro 1000 Einwohner.
Richtig ist, dass Deutschland in den vergangenen Jahren als Ziel für Migranten an Beliebtheit gewonnen hat - zum Glück. Im Gesamtbild allerdings ist die Zuwanderung sehr moderat und wird chronisch überschätzt.
Nach einem OECD-Migrationsbericht 2014 wählten zahlreiche Medien die Schlagzeile, dass Deutschland hinter den USA zum zweitbeliebtesten Ziel für dauerhafte Zuzüger geworden sei. Das gilt jedoch nur, was die wenig aussagekräftigen absoluten Zahlen betrifft. Pro Kopf der Bevölkerung dagegen - der viel bessere Maßstab - lag Deutschland im Stichjahr 2012 mit 5 Einwanderern pro 1000 Bewohnern noch unter dem OECD-Durchschnitt, auf Rang 13. An der Spitze dieser Skala, mit einer dreimal so hohen Zuwanderung, stand die Schweiz mit 16 Einwanderern pro 1000 Bewohnern, gefolgt von Norwegen und Australien.
Es gibt also viel Luft nach oben. Die muss man nutzen. Zuwanderer sind jünger als der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung, sie helfen damit, die Alterungseffekte abzumildern. Immer öfter bringen sie Hochschulabschlüsse mit, ihr Qualifikationsniveau steigt stetig, wie verschiedene Studien zeigen, und eine kluge Migrationspolitik wird diese Entwicklung zu beschleunigen suchen. Die weitaus meisten Zuwanderer kommen, in dieser Reihenfolge, derzeit aus Polen, Rumänien, Bulgarien, Italien und Ungarn - keine furchtbar fremden Kulturkreise. Weil viele Migranten als Erwachsene ins Land kommen, also nicht in Deutschland zur Schule gehen, entlasten sie das Bildungssystem. Weil Ausländer im Schnitt wesentlich mehr Steuern und Abgaben einzahlen als sie Sozialleistungen beziehen, entlasten sie den Sozialstaat.
Anlass zu Hoffnung gibt, dass zumindest das offizielle Deutschland sich heute klar zu seiner Heterogenität bekennt. Es ist erst 15 Jahre her, dass der CDU-Mann Roland Koch in Hessen dank einer Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft zum Ministerpräsidenten wurde, dass sein Parteikollege Jürgen Rüttgers "Kinder statt Inder" forderte.
Die Zeiten, da in der deutschen Mitte mit der Angst vor Einwanderung Politik gemacht wurde, scheinen aber vorbei zu sein. Heute steht die Kanzlerin auf, wenn die xenophoben Pegida-Horden murren, und sagt, die Zuwanderung sei ein "Gewinn für uns alle". Langsam, aber sicher wächst Deutschland in eine Rolle, die es schon immer hatte, aber erst jetzt zu akzeptieren beginnt: die des Einwanderungslandes.

*
Sind die Demokalyptiker nach hundert Jahren des erfolglosen Abgesangs müde geworden? Keineswegs, sie warnen und drohen munter weiter. Ausländische Experten beobachten den deutschen Panikdiskurs mit steigender Verwunderung. Die Schreckensrhetorik des "Aussterbens" oder der "Vergreisung", sagt der aus den USA stammende James Vaupel, "kommt in den Demografie-Debatten anderer Staaten so gut wie nicht vor" - auch wenn deren Statistiken ähnliche Entwicklungen zeigen wie in Deutschland. Woher die Hysterie? "Das hat alles viel mit der berühmten German Angst zu tun", glaubt Vaupel. "Wenn die Deutschen sehen, dass sich Dinge verändern müssen, glauben sie, sie könnten sich ausschließlich zum Schlechteren verändern."
Eine weitere Deutung hat der Hamburger Demografie-Fachmann Björn Schwentker vorgeschlagen. Seiner Einschätzung nach sind demografische Horrorprognosen vor allem dieses: Ausreden und Ablenkungsmanöver. Er sagt: "Es ist nicht wahr, dass der demografische Wandel ein Problem ist. Aber alle möglichen Probleme werden fahrlässig demografisiert." Sehr oft werden dabei die wahren Ursachen verschleiert. Nicht die Demografie mit ihren niedrigen Geburtenziffern ist "schuld" am Fachkräftemangel, sondern, zum Beispiel: die Bildungspolitik. Nicht die Demografie mit ihrer steigenden Lebenserwartung ist schuld am vermeintlich ungesunden Altenquotient, sondern, unter anderem: die Rentenpolitik. Die Demografie ist gemäß Schwentker "eine Messlatte dafür, wie sehr sich die Menschheit entwickelt - und wie sehr sich die Gesellschaft diesem Wandel durch Entwicklung anzupassen hat". Wer dagegen in der Demografie selbst das Problem sucht, muss auch das Thermometer verantwortlich machen für das schlechte Wetter.
Bedeutet die Absage an die Demokalypse, dass wir die Hände in den Schoß legen können, weil alles gut ist?
Auf keinen Fall. Die fortschreitende Verlängerung unserer Biografien wird die Lebensgestaltung jedes Einzelnen stärker beeinflussen, als wir uns heute vorstellen können. Im Zentrum wird eine Umverteilung, ja eine Neuerfindung der Arbeit stehen. Doch die Anpassung an den demografischen Wandel ist eine so umfassende Aufgabe, dass sie nahezu alle Felder der Politik betrifft. Der demografische Übergang - sinkende Sterblichkeit, sinkende Geburtenzahlen - war die Begleitmelodie der gewaltigen gesellschaftlichen Verbesserungen der Moderne. Die Fortsetzung dieser demografischen Entwicklung zwingt uns auch in Zukunft zu einer Kultur des permanenten Wandels.
Deutschland liegt heute in vielen Bereichen global an der Spitze. Das mittlere Alter liegt bloß in Japan noch höher. Nur in wenigen Ländern erreichen die Menschen ein so hohes Alter wie hier. Die deutsche Geburtenrate gehört zu den niedrigsten der Welt. Und wenn wir auch kein "Schmelztiegel" in dem Sinne sein mögen, wie die USA es sind, so sind wir doch ganz ohne Zweifel eine Migrationsrepublik, ein multikulturelles Magnetfeld. Deutschland tritt damit früh in einen Prozess ein, der vielen anderen Nationen noch bevorsteht. Die Gesellschaft des langen Lebens, der wenigen Kinder und der multinationalen Herkunft muss erst gestaltet werden. Deutschlands Ausgangslage ist gut, weil es zu den reichsten und innovativsten Volkswirtschaften der Erde gehört. Wir sind Pioniere: Machen wir was draus. Deutschland war das schwarze Loch des 20. Jahrhunderts. Es muss ein Leitstern des 21. sein.

ENDE

Von Guido Mingels

DER SPIEGEL 15/2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.


DER SPIEGEL 15/2015
Titelbild
Der digitale SPIEGEL
Diese Ausgabe jetzt digital lesen

Die digitale Welt der Nachrichten. Mit interaktiven Grafiken, spannenden Videos und beeindruckenden 3-D-Modellen.
Sie lesen die neue Ausgabe noch vor Erscheinen der Print-Ausgabe, schon freitags ab 18 Uhr.
Einmal anmelden, auf jedem Gerät lesen - auch offline. Optimiert für Windows 8, Android, iPad, iPhone, Kindle Fire, BlackBerry Z10 sowie für PC/Mac.

Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Zukunft:
Die Demokalypse bleibt aus

Video 01:00

Taekwondo-Rekord Reine Kopfsache

  • Video "Taekwondo-Rekord: Reine Kopfsache" Video 01:00
    Taekwondo-Rekord: Reine Kopfsache
  • Video "Auf der Flucht getrennt: Vierjährige findet Mutter nach fünf Monaten wieder" Video 01:02
    Auf der Flucht getrennt: Vierjährige findet Mutter nach fünf Monaten wieder
  • Video "Kampf gegen den Wind: Trucker verzweifelt am Werkstor" Video 00:47
    Kampf gegen den Wind: Trucker verzweifelt am Werkstor
  • Video "Dramatische Hilfsaktion in Estland: Hier wird ein Eisfischer gerettet" Video 01:22
    Dramatische Hilfsaktion in Estland: Hier wird ein Eisfischer gerettet
  • Video "Donald Trump: Habe nie gesagt, dass ich Obamacare abschaffen werde" Video 01:04
    Donald Trump: "Habe nie gesagt, dass ich Obamacare abschaffen werde"
  • Video "Highline-Festival: Und jetzt bloß nicht stolpern!" Video 01:32
    Highline-Festival: Und jetzt bloß nicht stolpern!
  • Video "Timelapse-Video: Flug durchs Polarlicht" Video 00:42
    Timelapse-Video: Flug durchs Polarlicht
  • Video "US-Cop vs. Jungbulle: Jäger wird zum Gejagten" Video 00:47
    US-Cop vs. Jungbulle: Jäger wird zum Gejagten
  • Video "Prügelei am Strand: Trump-Gegner treffen auf Trump-Fans" Video 00:57
    Prügelei am Strand: Trump-Gegner treffen auf Trump-Fans
  • Video "Tibet: Nazis auf dem Dach der Welt" Video 03:38
    Tibet: Nazis auf dem Dach der Welt
  • Video "Neues von Panda Qi Yi: Vom Klammerbär zum Faultier" Video 01:21
    Neues von Panda Qi Yi: Vom Klammerbär zum Faultier
  • Video "Gesundheits-VLOG: Mundgeruch? Muss nicht sein!" Video 02:48
    Gesundheits-VLOG: Mundgeruch? Muss nicht sein!
  • Video "Schwarzsein in Deutschland: Meine Farbe ist deutsch!" Video 04:04
    Schwarzsein in Deutschland: "Meine Farbe ist deutsch!"
  • Video "Nach Unfall: Uber zieht Robotertaxis aus dem Verkehr" Video 00:22
    Nach Unfall: Uber zieht Robotertaxis aus dem Verkehr
  • Video "Webvideos der Woche: Hut ab!" Video 03:16
    Webvideos der Woche: Hut ab!