04.04.2015

Korruption Ex-KMW-Manager in Haft

In der Korruptionsaffäre um den Verkauf von 24 Panzerhaubitzen des Typs PzH 2000 an Griechenland sitzt seit Mitte Januar ein ehemaliger Topmanager des Münchner Rüstungskonzerns Krauss-Maffei Wegmann (KMW) in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft München wirft dem Mann vor, zwischen 2002 und 2004 mehr als 1,1 Millionen Euro Kick-back-Zahlungen aus dem Rüstungsgeschäft erhalten und diese nicht versteuert zu haben. Der Manager hatte für KMW im November 2001 über die zyprische Briefkastenfirma Oxylos Consultants Ltd. einen Provisionsvertrag mit dem Athener Repräsentanten der Firma geschlossen. Fahnder in München und Athen gehen davon aus, dass ein Teil der von KMW an Oxylos gezahlten 4,7 Millionen Euro von dem KMW-Repräsentanten als Schmiergeld eingesetzt wurde, um den Haubitzen-Auftrag an Land zu ziehen. Allein 950 000 Euro sollen an den damaligen Rüstungsdirektor im Athener Verteidigungsministerium geflossen sein; unter anderem auf dessen Konten bei der Discount Bank&Trust und der Dresdner Bank in Zürich. Bei so viel Geld wurde offenbar auch der nun inhaftierte Ex-KMW-Manager schwach. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll er mit dem griechischen KMW-Repräsentanten den Millionen-Kick-back vereinbart haben. Rund 490 000 Euro soll er in vier Tranchen in bar erhalten haben. Der Rest floss offenbar auf sein Konto beim Zürcher Privatbankhaus Vontobel. KMW wollte sich zu dem Sachverhalt nicht äußern.
Von Js,

DER SPIEGEL 15/2015
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