25.04.2015

Statistik„Wer zuletzt singt, hat bessere Chancen“

Matthias-Wolfgang Stoetzer, 57, Professor für Volkswirtschaft an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, erklärt, wie die Reihenfolge des Auftritts beim Eurovision Song Contest (ESC) die Punktvergabe beeinflusst.
SPIEGEL: Können Sie im Voraus berechnen, wer am 23. Mai den ESC gewinnt?
Stoetzer: Wir haben die Ergebnisse von 1999 bis 2014 analysiert und festgestellt: Der Startplatz ist der einzige zuverlässige Einflussfaktor. Je später ein Künstler auftritt, desto mehr Punkte erhält er. Wer zuletzt singt, hat bessere Chancen.
SPIEGEL: Die taktischen Favoritenkartelle der Länder, die sich Punkte zuschanzen, sind weniger einflussreich?
Stoetzer: Richtig. Griechenland und Zypern sind die Klassiker, aber derlei politisches Abstimmen wird möglicherweise von den Wählern bereits eingepreist. Wer ahnt, dass Zypern reflexartig zwölf Punkte von Griechenland bekommt, vergibt zur Korrektur vorauseilend einfach selbst weniger Punkte an Zypern, selbst wenn der Song großartig ist.
SPIEGEL: Aber Conchita Wurst gewann trotz eines schlechten Startplatzes in der ersten Hälfte des Finales.
Stoetzer: Nicht alles lässt sich berechnen - ein Großteil der Punkte wird nicht nach erkennbaren Mustern vergeben, weder nach Region noch nach Geschlecht, Heimvorteil oder Sprache. Aber immerhin rund 20 Prozent der Punktvergabe lassen sich mit der Reihenfolge des Auftritts erklären. Den Rest könnte man als musikalische Qualität bezeichnen. Oder zumindest als Popularität.
Von Hil

DER SPIEGEL 18/2015
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