01.04.1991

GESTORBENHerbert Sandberg

82. Mit knappen Strichen und bissiger Ironie kritisierte und karikierte der Ost-Berliner Grafiker Zeitgenossen und Zeitläufe. Nach 1945 veröffentlichte er Blätter, die geprägt waren von seinen Erfahrungen im KZ Buchenwald. Aus Schlämmkreide und Ofenruß zeichnete er dort den Bilderzyklus "Eine Freundschaft". Im Dezember 1945 brachte Sandberg gemeinsam mit dem Leidensgenossen und Schriftsteller Günther Weisenborn in Berlin die satirische Zeitschrift "Ulenspiegel" heraus. Unter der Mitarbeit von Künstlern wie Alfred Kubin, Karl Hofer oder Max Pechstein, entwickelte sich das am "Simplicissimus" orientierte Periodikum zu einem ausdrucksstarken und politisch wirksamen Satire-Blatt. In den fünfziger und sechziger Jahren schuf der Brecht-Bewunderer weitere grafische Zyklen; "Erinnerungen an Brecht", "Der Weg" und "Atom, Atom" gehören zu den bekanntesten. Herbert Sandberg starb in der vorvergangenen Woche in Berlin.

DER SPIEGEL 14/1991
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GESTORBEN:
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