08.04.1991

Nylon fördert Treibhauseffekt

Um rund 0,2 Prozent pro Jahr erhöht sich der Anteil der Stickoxide in der irdischen Atmosphäre. Die Herkunft dieser langlebigen und wegen ihrer ozonzerstörenden sowie den Treibhauseffekt fördernden Wirkung gefürchteten Gase war bislang nur zu etwa zwei Dritteln geklärt. Nun haben zwei kalifornische Chemiker eine weitere Quelle für die Treibhausgase ausfindig gemacht. Bei der Herstellung des 1939 eingeführten Kunststoffgarnes Nylon werden weltweit derzeit so viel Stickoxid-Moleküle freigesetzt, daß sie etwa zehn Prozent der jährlichen Stickoxidzunahme in der Atmosphäre ausmachen. Nach Ansicht der Chemiker aus San Diego läßt sich damit auch der unterschiedliche Anstieg von Stickoxiden auf der nördlichen und der südlichen Halbkugel erklären, der Klimaforschern bislang rätselhaft erschienen war.


DER SPIEGEL 15/1991
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