17.06.1991

Ngolo ist unser Gott

SPIEGEL-Autor Wilhelm Bittorf über Sexualität und Aids in Zentralafrika

Von Bittorf, Wilhelm

Die Stimme des toten Sängers ertönt. Überlebensgroß quillt sie aus dem Verstärker wie ein melodiöser Flaschenteufel aus seiner Flasche - dunkel und drängend, anklagend und aufreizend in einem: "Hört zu, ihr Jungen, ihr vor allem . . . Hört zu, ihr Frauen, meine Schwestern . . . und ihr erst recht, meine Herren Mitbürger, gebt acht und hört mir zu!"

Wo immer sie laut wird im heißen Herzen Afrikas, erkennen die Leute diese Stimme und wissen, wem sie gehört hat. Er nannte sich Franco. Er stammte aus Zaire (vormals Belgisch-Kongo) und hatte sich zu einem schwarzen Giganto-Grönemeyer entwickelt, zum "King Kong der afrikanischen Popmusik" (wie es die Zeitschrift Jeune Afrique formulierte), als er im Oktober 1989 starb und in Kinshasa vielbeweint unter Palmen und Jacarandabäumen begraben wurde.

Doch Francos Stimme überlebte als körperlose Vibration auf Magnetbändern und in Plattenrillen. Sie hat nicht nachgelassen, das Publikum in ihren Bann zu ziehen, so weit auf beiden Seiten des Äquators die afrofranzösische Zunge reicht.

Abend für Abend dröhnt sein idolisiertes Timbre durch die Kinos der großen Städte, ehe der Film beginnt. Später in der Tropennacht erfüllt der Gesang des Toten auch die weniger zahmen Vergnügungstempel Schwarzafrikas - die ungezählten "Dancing"-Bretterbuden ebenso wie die vollklimatisierte Nachtbar "Ram-Dam" in Brazzaville. Die Botschaft aber, die der "chanteur" seiner Nachwelt übermittelt, ist keine Ode an die Freude:
" O Sida, diese schreckliche Krankheit. Sida, ein Übel "
" ohne Erbarmen, ein Übel, das niemand verschont. Oh, "
" welche Geißel ist Sida, das die Medizin zur Ohnmacht "
" verdammt . . . "

"Sida" ist eine Abkürzung, die auf französisch dasselbe bedeutet wie die englische Angstformel "Aids"; sie steht für den medizinischen Begriff "Erworbenes Immunschwäche-Syndrom".

Franco, so hieß es zur Zeit seines Todes, sei an "einer auszehrenden Krankheit" gestorben. Heute wissen seine Fans, daß in Wahrheit Sida sein Verhängnis war, das Sida/Aids-Virus, das seine körpereigenen Abwehrkräfte zersetzt und gelähmt hat. Dieses Schutzes vor Infektionen beraubt, wurde Francos Körper von den Tuberkelbazillen befallen, die seine tödliche Lungen-Tbc hervorriefen. Nun warnt die Stimme des Opfers im beschwörenden Sprechgesang die Überlebenden vor dem Virus, das mit soviel Tücke am Werk ist:
" Sida kann jeden und jede treffen. Sida kann töten. Es "
" tötet alle, die sich nicht drum scheren, sich zu schützen "
" . . . Und ihr, junge Leute, Studenten, Achtung: Laßt "
" euch nicht mit häufig wechselnden Sexpartnern ein. "
" Vermeidet riskante sexuelle Praktiken . . . Und Sie, "
" meine Damen, Mitbürgerinnen, verlangen Sie von den "
" Herren, daß sie ein Präservativ tragen . . . "

Auch in der Disco "Le Punch Coco" in Bangui, tief in Zentralafrika, schiebt der Kassettenjockey allnächtlich die Aids-Ballade in sein Stereogerät. Und wie reagieren die "verehrten Klienten" des Lokals, die aufstrebenden jungen Männer (Geschäftsleute, Regierungsangestellte) und ihre Freundinnen mit transparenten hellen Blusen über der dunklen Haut, mit grell geschminkten Lippen und grünsilbrigen Lidschatten? Was machen die Paare auf der Tanzfläche, wenn Francos leidgeprägte Ermahnungen in ihre zierlichen Ohren dringen? Legen sie eine Pause ein? Lösen sie sich für eine nachdenkliche Minute oder zwei aus dem Getümmel?

Kaum; denn sobald der Sida-Song beginnt, sinken Partner und Partnerinnen einander in die Arme, als hätten sie diesen Augenblick bereits herbeigesehnt, und bewegen sich fortan im Engtanz-Clinch langsam durch die wandernden Lichtreflexe einer Glitzerkugel über ihren Köpfen.

Bei jeder neuen Schauerstrophe Francos scheinen Frauen und Männer inniger zu verschmelzen, bis sie aussehen wie siamesische Zwillinge, die von den Schenkeln an aufwärts zusammengewachsen sind. "Eine Welle des Verlangens steigt von den Paaren auf, eine Welle, die ich nicht nur spürte, sondern zu sehen meinte wie ein Hitzeflimmern", hätte die erotophile AnaIs Nin ("Das Delta der Venus") vielleicht über eine solche Szene geschrieben. Der Musikjockey von "Le Punch" sagt es schmuckloser: "Francos Chanson ist unser populärster Engtanztitel."

Die Gäste bekennen, sie machten sich einen Spaß daraus, sich bei der Sida-Nummer um so passionierter zu umschlingen - "danser porno" nennen sie es lachend. Das sei ihr Protest gegen Sida.

Frage: Ob sie sich, wenn es nicht die eigene feste Freundin ist, auf den Tanzkontakt beschränken, seit Sida droht? Als Antwort Gelächter; man mokiert sich über soviel europäische Naivität. "Was weiß ich denn, was meine Freundin treibt, wenn die Nacht dunkel genug ist?" ruft ein langer schmaler Mittzwanziger dazwischen. "Am sichersten wär''s, wir würden die Frauen nur noch mit den Augen küssen!" Große, anhaltende Heiterkeit, durchschossen von spitzen Schreien, in denen sich Übermut und Schmerz zu mischen scheinen.

Zusammen mit Dieudonne P., einem in Frankreich und Rußland ausgebildeten Bauingenieur, verlassen wir "Le Punch". Die Disco hat einen eigenen Stromgenerator, der hinter den Kulissen rattert und auch die Lämpchen glimmen läßt, von denen die Vorderfront des Baus erhellt wird. Doch am Rand von Bangui am Ubangi-Fluß, Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, fast 300 000 Einwohner, ist die Diskothek eine einsame Insel der Elektrizität - eine Insel in der rauchigen, blutwarmen Finsternis, in der ringsumher viele hundert kleine Holzfeuer brennen.

Zuerst, in der Distanz, wirken die flackernden Leuchtpunkte wie die Lagerfeuer einer Geisterarmee. Doch bald enthüllt sich, daß dieses Heer der Nacht aus Frauen besteht: Frauen, die breitbeinig hinter den Flammen hocken und gegrilltes Fleisch von Hühnern und Affen anbieten, dazu grünlich-trüben Palmwein und warmes Bier. Frauen, die _(* In Straßencafes an der Avenue ) _(Victoire. ) sich mit malerischen Turbanen und nacktem Bauch zur Schau stellen, vom Feuerschein dramatisch beleuchtet, als sei dies, keine 200 Schritt von der Disco entfernt, eine archaische Venushöhle: Wir sind, von Dieudonne kundig geführt, im Amüsierquartier von Bangui, "kilometre cinq" genannt.

In ein paar Dutzend fensterlosen Nahkampfschuppen, aus Brettern zusammengenagelt und mit verwitterten Bierplakaten bedeckt, vergnügen Proletarier sich mit Freudenmädchen zu live geschlagenen Trommelrhythmen oder Kofferradio-Geplärr. Furchtlos tanzt man hier die Hardcore-Version des "danser porno", das die Aids-ängstlicheren jungen Aufsteiger im "Punch" praktizieren. "Oder man vögelt in einer dunklen Ecke oder draußen hinter einem Busch, aber möglichst ,toujours debout'' (immer stehend)", läßt Dieudonne uns wissen. Es im Stehen oder beim Tanzen mit hochgehobener Frau zu tun gilt als besonders überzeugender Potenzbeweis.

Dieudonne weiß genau, daß er mit dem Aids-Erreger russisches Roulett spielt, wenn er sich in einer Dancing-Bude austobt. Aber den kraftvoll-gedrungenen Mann mit dem Nacken eines Nilpferdbabys packt periodisch die Lust auf "liederlichen und das heißt aufregenden Sex". Bei den Huren und bei seinen Arbeitskollegen gilt er noch immer als respekteinflößender "Kaswera" - ein Mann, der es liebt, die genitale Vereinigung mehrmals in Folge zu vollziehen.

Aber der Ingenieur hat Kinder, einen hübschen Bungalow und eine Ehefrau, die in Aids-Panik lebt und mit Grausen dem nächsten Mal entgegensieht, wenn er von einem Hardcore-Happening heimkommt und gebieterisch auch noch ihre Gunst begehrt.

"Er hat Verstand und Herz", sagt Dieudonnes Chef, ein sittenstrenger Iraker. "Dieudonne begreift genau, welchen mörderischen Unfug er und seine Kumpane in den Bumsbuden treiben und was für Kummer er seiner Frau damit macht. Aber dann zieht er die Schultern hoch und sagt: ,Ich kann nicht anders. Ngolo ist unser Gott.''" Ngolo steht in der Bantusprache für Potenz und Power, für die Kraft und Herrlichkeit des phallischen Prinzips, das nun freilich dem Aids-Erreger HIV zu tödlicher Verbreitung verhilft.

Dabei ist Bangui am Ubangi samt "kilometre cinq" noch eine Unschuld vom Land, gemessen an Ostafrika, gemessen an den Millionenstädten mit ihren wuchernden Slumgürteln: Kenias Metropole Nairobi, in deren Slumdistrikt Mathare Valley sich allein mehr als 20 000 Prostituierte drängen.

Oder Kinshasa, das schon als koloniales Leopoldville den Ruhm genoß, Schwarzafrikas Bordellhauptstadt zu sein. Patrice Lumumba, der erste nachkoloniale Premier am Kongo, 1961 ermordet, frequentierte die Spelunken an der Avenue Victoire schon als aufstrebender Politiker so emsig, daß sein Gefährte Mokutu die von dem schwarzen Schriftsteller Aime Cesaire überlieferte Bemerkung machte: "Man wird bestimmt nicht versäumen, uns der Weltöffentlichkeit als eine Bande geiler Affen zu präsentieren."

Heute bringen die besseren Nachtlokale Shows wie die mit dem durchsichtigen, angestrahlten Wasserbassin, in dem schwarze Paare im Stil von Synchronschwimmern koitieren. Doch die weißen Gäste aus Südafrika und Europa halten sich zurück, da mögen die Barmaids noch so betörend ausschauen und ihnen beim Servieren der Drinks Fellatio-Offerten ins Ohr hauchen. Aber draußen auf den Avenues geht es beim Straßenstrich nach wie vor hoch her.

Oder Abidjan an der Elfenbeinküste, wo Europa und Afrika optisch am brutalsten aufeinanderprallen: Auf einer breiten Anhöhe die Wolkenkratzer-City, die kühlen Türme des Mammon. Zu ihren Füßen unabsehbar ausgebreitet ein Bidonville (eins von vielen um Abidjan), ein Blechhüttencamp, eine Menschendeponie für entwurzelte Familien, in der mehr als 100 000 schwarze Kinder Gottes hausen. Da erfüllt den Betrachter nur noch eins mit Staunen: daß in diesen Gulags und KZs der Armut überhaupt noch Menschen leben sollen, die nicht mit Cholera, mit Malaria, mit Syphilis, mit Aids infiziert sind.

Tatsächlich steigen die Infektionsraten für Aids und die klassischen Geschlechtskrankheiten in den Großstädten und dichter besiedelten Gebieten Schwarzafrikas unablässig an. Erst im vergangenen Monat sah sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgrund des jüngsten Zahlenmaterials gezwungen, ihre ohnehin düsteren Prognosen für die Ausbreitung der HIV-Viren noch einmal erschreckend nach oben zu revidieren: Die WHO rechnet jetzt mit 40 Millionen HIV-Infektionen und annähernd 10 Millionen akuten Aids-Erkrankungen bis zum Jahr 2000 - 90 Prozent davon in den armen Ländern.

Auch in Lateinamerika und Südasien (Indien und Thailand zumal) sollen sich die im Geschlechtskontakt zwischen Frau und Mann übertragenen Immunschwäche-Erreger multiplizieren. Doch nirgendwo sonst an der globalen Aids-Front geschehen oder drohen Dinge, die entfernt an die schwarzafrikanische Situation heranreichen.

In Indien zum Beispiel, wo mehr Menschen in Slums leben als in Afrika, kommt im Augenblick nur ein HIV-Infizierter auf 2500 Männer im Alter von 15 bis 59 Jahren und nur eine infizierte Frau auf 3500 Frauen in diesem Altersbereich. Nur in Sibirien, Irland und in Moslemstaaten ist die Ansteckungsgefahr geringer.

Im westeuropäischen Durchschnitt, schon schlechter, kommt auf je 200 Männer zwischen 15 und 59 ein Angesteckter. Bei den Frauen hingegen besteht ein Verhältnis von ungefähr 1400 zu eins zwischen nicht Infizierten und HIV-Betroffenen. Letztere sind nach wie vor meist Fixerinnen, die sich das Virus nicht genital, sondern durch schmutzige Injektionsnadeln geholt haben.

Doch das ist kein Vergleich mit der unermeßlichen Mitte Afrikas zwischen der Sahara und der aparten Burenrepublik im Süden, bevölkert von 450 Millionen Menschen, von denen nahezu 220 Millionen Kinder bis 15 Jahre sind. Sogar im verharmlosenden Durchschnitt aller Länder dieser Region kommt dort auf kaum 40 Personen zwischen 15 und 59 eine infizierte Person - und zwar bei den Frauen ebenso wie bei den Männern (siehe Grafik Seite 159).

Nirgendwo sonst gibt es das auch nur annähernd: eine solche Infektionsrate und einen Infektionsgleichstand zwischen den Geschlechtern - für jeden angesteckten Mann eine angesteckte Frau (und Mutter). Das ist die grimmige Einmaligkeit des tropischen Trauerspiels.

Die zittrige Furcht in Europa und Amerika vor vier, fünf Jahren, Aids könnte aus den isolierten "Risikogruppen" der Homosexuellen und Fixer im großen Maßstab ausbrechen und sich in den Millionenherden der Heteros unkontrollierbar ausbreiten - dieser Alptraum ist am Kongo und Sambesi wahr geworden, und zwar ohne schwule Initialzündung. Hier ist die Seuche schon heterosexuell gezeugt worden.

Doch so unbeirrt die schwarze Ngolo-Kraft zur Frau drängt - Parallelen gibt es trotzdem zwischen den afrikanischen Phalluskultisten und den strammen schwulen Sexjägern, die in den siebziger Jahren in Kalifornien wie am Kurfürstendamm auf die Hatz gingen nach anonymen "instant fucks" mit ständig wechselnden Partnern und in dampfenden Saunas priapische Orgien feierten. Sie hielten sich für die "Sturmtruppen der sexuellen Revolution" (so Autor John Rechy, auch ein "sexual outlaw").

Bindungslos promisk und allein auf Proben roher phallischer Kraft versessen, sahen sie sich auf dem Gipfel befreiter Triebe. Aber eben wegen ihres manischen Mehrverkehrs brachten es die promisken Schwulen fertig, einander so gründlich wie unwissend mit dem neuen Virus zu infizieren, dessen erste Opfer sie wurden: blendend aussehende und oft hochbegabte junge Männer, die binnen Monaten zu hohläugigen Gespenstern zusammenschrumpften, jeder sein eigenes Bildnis des Dorian Gray.

Niemand bezweifelt mehr, daß die Aids-Epidemie der Schwulen vom obsessiven Sex der Schwulen vorangetrieben worden ist: Promiskuität als Motor der Seuche. Und es sieht aus, als träfe dies auch auf die Heteros von Schwarzafrika zu - doch mit ungleich gewaltigeren Folgen. Statt überschaubarer Schwulengettos (wie in San Francisco oder New York), auf die sich die Epidemie konzentrierte, entsteht eine mehr als 5000 Kilometer breite Gefahrenzone von Abidjan bis Mombasa. Statt begrenzter, erkennbarer Risikogruppen gibt es (außer Straßendirnen und Barfrauen) nur noch eine einzige, der alle sexuell aktiven Menschen angehören - und sogar Babys im Mutterleib.

Um so hartnäckiger erhebt sich die Frage der schwarzen Sexualität, die den weißen Mann seit seinen ersten Begegnungen mit den "Wilden" nicht mehr losgelassen hat. Aus Neid und Verachtung untrennbar gemischt, entstand in seinem Kopf die Urgestalt des "Naturmenschen", der für den Europäer noch immer das unheimlich Animalische verkörpert.

George Orwell bezeichnete diese Vorstellungen 1945 als "eine umfangreiche Untergrund-Mythologie über die sexuelle Leistungsfähigkeit von Negern". Keine weiße Brust, meinte er, sei frei davon.

Am Morgen ist der Venushöhlenspuk vom "kilometre cinq" verflogen. Über den stillen Ubangi-Fluß gleiten Einbäume wie archaische Gondeln mit ihren stummen nackten Gondolieri.

Bangui, das einmal die Kaiserstadt des mörderischen Machos Bokassa war (ein paar karge Triumphbögen aus Beton zeugen noch davon), ist trotz Jet-Direktverbindung nach Paris ein verlorener Flecken am Rand eines ungeheuren Wald- und Savannengebiets, fast doppelt so groß wie das vereinigte Deutschland. Die Hauptstadt nicht gerechnet, leben auf diesem Territorium der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) kaum zweieinhalb Millionen Menschen.

Sie und ihre winzigen Dörfer aus rotem Lehm verlieren sich spurlos in einer Art urweltlicher Parklandschaft, die von riesenhaften Bäumen, Dinosauriern des Pflanzenreichs, und von monströsen Granitklötzen beherrscht wird. Wie Findlinge, aber groß wie ein Dom ragen diese Urgesteinsklumpen sonnenheiß aus dem Busch oder türmen sich weiter im Norden zu mehr als tausend Meter hohen Felshaufen.

Aus Bangui in diese Wildnis hinauszufahren ist noch immer eine Reise in ein früheres Erdzeitalter, "als noch die großen Bäume Könige waren", wie Joseph Conrad es am Anfang unseres Jahrhunderts beschrieben hat: "Wir waren Wanderer auf vorgeschichtlicher Erde, auf einer Erde, die das Gesicht eines unbekannten Planeten trug."

Als gäbe es noch keine Europäer auf diesem Planeten, ziehen durch die himmelhohen Weiten der ZAR mächtige Elefanten- und Büffelherden, die noch nie einem Touristen ins Kameraauge geblickt haben. Ganz sich selbst überlassen, liegen auf ockerfarbenen Sandbänken im Oberlauf des Ubangi-Flusses Nilpferde und Krokodile so einträchtig beieinander, als seien sie erst vor kurzem vom Schöpfer persönlich dort ausgesetzt worden.

In keinem anderen Land Afrikas ist die Natursubstanz bisher noch so ungeschoren geblieben wie in der Republique centrafricaine - ungeschoren von Übervölkerung, von europäischer Entwicklungspolitik, vom rohstoffgierigen Raubbau in den Wäldern und in der Erde. Aber die Menschen sterben auch in Bangui an der Krankheit, die den Liebesakt zur tödlichen Gefahr macht.
" Schwarze Gestalten kauerten, lagen, saßen ringsumher "
" . . . halb sich abzeichnend in dem trüben Licht, halb "
" davon verwischt, in allen Stellungen des Schmerzes, der "
" Preisgegebenheit, der Verzweiflung . . . "
" Sie starben langsam - das war deutlich. Sie waren nichts "
" Irdisches mehr - nur noch schwarze Schatten der Krankheit "
" . . . Die eingesunkenen Augen blickten zu mir auf: riesig "
" und leer. "

In seiner Kongo-Erzählung "Das Herz der Finsternis" (1902) beschreibt der große Joseph Conrad schwarze Zwangsarbeiter, die von den weißen (belgischen) Kolonisatoren bis aufs Blut geschunden wurden. Auf einem Uferplatz am Kongo-Fluß, auf dem sie sich "erholen" sollten, verendeten sie in äußerster Entkräftung: "Ich konnte alle ihre Rippen zählen; die Gelenke ihrer Gliedmaßen waren wie Knoten in einem Seil."

Seither ist diese Szene zur prophetischen und archetypischen Schwarzafrika-Szene schlechthin geworden: ausgemergelte Menschen, die in großer Zahl den Erschöpfungstod durch Ausbeutung, Hunger und Seuchen sterben - die Art von Tod, die mit der weißen Kolonisation in die Tropen kam.

Conrads Szene gibt mit größter Wahrhaftigkeit auch die Essenz dessen wieder, was im Zeichen von Aids in den Krankenhäusern zwischen Elfenbeinküste und Sansibar, zwischen Uganda und Simbabwe geschieht. Dieselben Worte und Vergleiche, die Conrad benutzt, passen mit geisterhafter Genauigkeit auf die Aids-Kranken in Bangui, im Hopital general, dessen Areal, nicht weit vom Fluß, von hohen Bäumen freundlich beschattet wird.

Mehr als 70 Patienten mit akuten Symptomen (nur solche werden aufgenommen), mehr Männer als Frauen, Alter 20 bis Ende 40, sind in der Obhut des Hospitals. Nicht wenig für Bangui, dessen Infektionsrate mit knapp zehn Prozent noch erträglich erscheint neben Ostafrika und wo die über 800 registrierten Aids-Kranken ambulant bleiben und sich zu Hause niederlegen, wenn sie zu schwach zum Laufen werden. So lange wie möglich versuchen sie sich den Schrecken des Hospitals zu entziehen, das seine Aids-Opfer in einem zweigeschossigen Nebengebäude mit wenigen großen Räumen unterbringt.

Trotz der Sauberkeitsmühen der überlasteten Schwestern und Pfleger dringt schwüler Kloakendunst in jeden Winkel des Baus. Denn woran die Kranken erkennbar leiden, das sind die tropischen Plagen, die ihr zerrüttetes Immunsystem nicht mehr abzuwehren vermag: Lungenentzündung, Malaria und an erster Stelle Durchfallerkrankungen, die den Körper austrocknen und funktionsunfähig machen (der Mensch sei vielleicht doch nur "zur Spielwiese für Mikroben erschaffen worden", argwöhnte Mark Twain).

Sind an Durchfall Leidende zu entkräftet, um sich zur Verrichtung ständiger Notdurft zu erheben, werden die klebrigen Plastikmatratzenteile der Bettstatt so arrangiert, daß ein Spalt entsteht, unter den man einen Plastikeimer plaziert. Schlimmer ist, daß die Ärzte keinerlei Medikamente zur Hand haben, um den Durchfall, die Lungenentzündung, das Fieber ihrer Schutzbefohlenen wenigstens für eine Zeit in Schach zu halten.

"Im Krieg gab''s auch für einen schwarzen Soldaten in der französischen Armee Morphium, um ihm Linderung zu verschaffen, wenn er bös getroffen war", sagt tief verbittert ein junger afrikanischer Arzt am Hospital. "Aber hier gibt''s nicht mal Morphium, höchstens ein Aspirin ab und zu für die größten Schmerzen. Ein Aspirin!"

Medikamente erhalten die Kranken nur, wenn ihre Angehörigen dafür bezahlen und sie aus der Apotheke mitbringen (das ist auch im anglophonen Ostafrika so, sofern überhaupt westliche Heilmittel importiert werden). "Haben die Angehörigen etwas Geld", sagt der Arzt, der ungenannt bleiben möchte, "dann bezahlen sie meist ohne Klage und Moralvorwürfe an den Kranken für alles, was wir aufs Rezept schreiben. Sogar dann, wenn jeder sehen kann, daß der Kranke oder die Kranke nicht zu retten ist."

Er schüttelt den Kopf. Diese Hilfe bis zum letzten Sou sei im Grunde Wahnsinn, weil "unser Volk dadurch nur noch ärmer wird". Aber er sei auch beeindruckt, um nicht zu sagen stolz, daß die alte Familien- und Clansolidarität zumindest bei den Centrafricains noch nicht zerbrochen sei.

Doch gerade weil der Gedanke so schrecklich ist, was Aids für das Opfer und seine Familie bedeuten würde, verdrängen ihn die Leute nicht nur in Bangui mit Hilfe der unbegrenzten menschlichen Fähigkeit zur Selbsttäuschung und Realitätsflucht. Kaum jemand läßt sich freiwillig auf HIV testen - Testzwang besteht nur für schwangere Frauen.

"Wenn unser Blut kocht, dann halten wir uns doch nicht erst unsere Testbefunde gegenseitig unter die Nase." Das sei einer der frivolen Sprüche, die unter Oberschülern zirkulierten, erzählt Pierrette Domoloma, Hebamme und Betreuerin am Mutter-und-Kind-Zentrum von Bangui. Allzu viele Männer, so die Hebamme, versteckten sich hinter dem "Zynismus", sie würden schon früh genug erfahren, daß sie infiziert sind, wenn sich die Immunschwäche offen bei ihnen zeige.

Daß sie mit einer unentdeckten Infektion "ihre eigene Frau anstecken können" in der Latenzperiode, bis die Krankheit ausbricht, "davon wollen Männer nichts wissen. Diese fürchterliche Möglichkeit lassen sie an ihr Bewußtsein nicht heran", klagt Pierrette, deren strahlendes Gesicht sich auch dann nicht ganz verdüstert, wenn sie ernste und traurige Dinge sagen muß. Aber sie verstehe auch die fressende Angst der Männer, das Wissen, infiziert zu sein, könne sie "sexuell paralysieren". Dann dürften sie nicht nur nicht mehr ungeschützt mit Frauen schlafen. Dann könnten sie es vielleicht auch nicht mehr - geschützt oder nicht.

Nur werdende Mütter und registrierte Prostituierte können sich nicht so lange wie möglich vor der Wahrheit drücken. Sie als einzige müssen sich in den meisten Schwarzafrika-Ländern dem HIV-Test unterziehen.

Der Infektionsanteil bei den Schwangeren ist in Bangui zugleich das einzige konkrete Indiz für die Infektionsrate in der Normalbevölkerung: Die Rate wird den Schwangerenprozenten praktisch gleichgesetzt. Zehn von hundert Schwangeren und ihre Männer werden in der ZAR-Hauptstadt mit der Nachricht geschlagen, die sie in die Wurzel ihres Lebens und ihrer Hoffnungen trifft: HIV-seropositiv.

"Wie erklärt man einer seropositiven werdenden Mutter, daß auch ihr Kind kontaminiert sein könnte?" fragt Pierrette Domoloma, die das selbst oft erklären muß. "Wie erklären Sie HIV-positiven Eltern, denen es noch gutgeht, daß ihr Kind noch vor ihnen sterben wird, weil die Immunschwäche bei den Jüngsten und Schwächsten oft schon in wenigen Monaten akut wird?"

Seltsam genug bei dem Konfliktstoff Aids - über die medizinische Seite der afrikanischen Epidemie herrscht unter Ärzten vor Ort und Seuchenforschern inzwischen erstaunliche Einigkeit. Das Virus, so der Konsens, kann sich nur deshalb so virulent ausbreiten, weil es mikrobische Vorreiter gibt, die ihm den Weg in die menschliche Blutbahn überhaupt erst freimachen; Vorreiter, die selbst nicht lebensgefährlich sind, aber die Schleimhäute der Geschlechtsorgane bei Frau und Mann öffnen und durchlässig werden lassen für die Invasion der HIV-Erreger.

Diese Wegbereiter, auch in Europa nicht unbekannt, heißen Gonokokken, heißen Spirochäten oder Haemophilus ducreyi. Goethe nannte sie "Gift im Garten der Lust". Es sind die Verursacher der klassischen "Lustseuchen" und "Venusleiden" mit den uneinladenden Namen Tripper, Syphilis und weicher Schanker, die heute unter dem spröden Kürzel "STD" (für "sexually transmitted diseases") zusammengefaßt werden.

"Ich behaupte: Wenn wir hier in Afrika einen ähnlichen Stand der Volksgesundheit und der Gesundheitsfürsorge hätten wie in Westeuropa; wenn unsere Leute so gut ernährt wären wie die in Europa und so hygienisch leben könnten, wie es in einem Bidonville mit offenen Jauchegräben und schwer kontaminiertem Wasser eben nicht möglich ist; und vor allem, wenn die ordinären Geschlechtskrankheiten bei uns so energisch mit Antibiotika bekämpft und unter Kontrolle gehalten würden und wir STD-infizierte Straßenmädchen kurieren könnten wie in Europa - dann, ich schwör''s, gäbe es in Afrika keine heterosexuelle Aids-Pest."

Sanft insistierend verficht Dr. Elie Chouaib diese Thesen, während in einer Verandaecke seiner Villa ein zugelaufener kleiner Schimpanse sich verschlafen die Augen reibt. Chouaib (gesprochen "Schwäb"), 45, betreibt seit fast zwölf Jahren in Bangui die Privatklinik, der sich auch Regierungsmitglieder und Diplomaten anvertrauen. Libanesischer Abstammung, ist er in Dakar im Senegal geboren und aufgewachsen. Seit 20 Jahren praktiziert er. Wer könnte besser den medizinischen Vergleich ziehen zwischen Afrikanern und Europäern - auf der Haut und darunter?

"Tagein und tagaus geduscht und gespült, von außen und innen, mit all den richtigen Vitaminen versorgt, die genitalen Schleimhäute glatt und intakt, ohne Risse und Entzündungen. Das ist der Unterleib einer gepflegten Europäerin", sagt Elie Chouaib. "Diese Frau hätte es nicht leicht, sich mit dem Aids-Virus anzustecken, selbst wenn sie herumschläft und ungeschützt an einen Infizierten gerät. Ist die Haut ihrer Genitalzone unversehrt, also ohne durchlässige Stellen, dann findet HIV-haltiges Sperma oder Blut keinen Weg in ihren Blutkreislauf."

In Afrika dagegen - und auf diesen Kardinalpunkt will Elie Chouaib hinaus -, in Afrika werden ordinäre, nicht tödliche STDs in den allermeisten Fällen nicht behandelt und sich selbst überlassen.

"Das ist wie vor 100, 200 Jahren in Europa, als es noch keine Heilmittel für STDs gab - beinah jeder war auf die eine oder andere Art schwächer oder höhergradig infiziert, auch ohne sexuelle Vagabondage. Die keuscheste Ehefrau konnte von ihrem Mann den Schanker oder Gonorrhoe bekommen", sagt Chouaib, der nichts davon hält, die sexuell übertragenen Krankheiten, Aids eingeschlossen, zu einem Melodram von Sünde und Vergeltung zu machen.

Heute sind Medikamente gegen alle gewöhnlichen Venusleiden längst zur Hand. Aber in Afrika können es sich nur verschwindend wenige Leute leisten, solche Leiden mit den entsprechenden Medikamenten auszukurieren. Alle anderen, Frauen wie Männer, denken nicht daran, deswegen zu Arzt und Apotheker zu gehen, zumal die Symptome (zum Beispiel winzige Pusteln und feinste Hautrisse bei Syphilis) auch beim Mann kaum zu erkennen sind. Chouaib: "Die Leute vertrauen darauf, daß venerische Infektionen nach Wochen von allein wieder verschwinden. Viele üben noch nicht mal Abstinenz, bis es vorbei ist. Sie fühlen sich im Gegenteil durch die Entzündung sexuell stimuliert."

Eine gespenstische Vorstellung: Alle diese massenhaft unbehandelten STDs werden mit allen ihren Wundsymptomen im Genitalbereich zu Einfallspforten für Aids-Erreger. Jede platzende Syph-Pustel, jedes noch so kleine verborgene Schankergeschwür entwickelt _(* Mit Kinderärztin Monique Kobilo (r.) ) _(und einer Mutter im Kinderkrankenhaus ) _(von Bangui. ) sich beim Geschlechtsakt zu einem Übertragungweg von fürchterlicher Effektivität.

Früh schon ist Praktikern wie Chouaib der Verdacht gekommen, die ordinären STDs seien das Medium, durch das sich Aids in Schwarzafrika ausbreitet, das Transportmittel, auf dem die HIV-Viren huckepack in den anderen Körper hineinfahren.

Inzwischen hat die Forschung diesen Verdacht zur Gewißheit erhärtet. Datenmaterial aus Kenia, das von einer kanadischen Wissenschaftlergruppe unter Leitung von Dr. Allan R. Ronald analysiert wurde, hat zum Beispiel ergeben, daß bei einem Menschenpaar ohne ordinäre Geschlechtskrankheit die HIV-Infektionsgefahr mehr als 200mal geringer ist, als wenn Mann oder Frau auch nur mit einer venerischen Wunde, einem Schankergeschwür zum Beispiel, behaftet seien.

"Solange wir kein Heilmittel gegen die Seuche haben und keinen Impfstoff, könnten wir medizinisch nur dann etwas gegen Aids ausrichten, wenn wir im ganz großen Maßstab gegen die gewöhnlichen STDs vorgingen", sagt Chouaib. "Da läge der Schlüssel des Problems. Aber wir haben nicht das Geld, nicht das Personal, nicht die Infrastruktur, um STDs kostenlos zu behandeln." Auch Aids sei "au fond" eine Krankheit der Armut wie die Unterernährung.

Aber wenn Schwarzafrikas hohe Aids-Infektionsraten von der großen Verbreitung gewöhnlicher Geschlechtskrankheiten herrühren, woher kommt dann die große Verbreitung von Geschlechtskrankheiten? Nur von der Armut? Hat die enorme Nachfrage nach Prostitution aller Schattierungen gerade bei den nicht ganz Armen nicht auch etwas damit zu tun?

Elie Chouaib streicht sinnend über seinen Lockenkopf und lächelt sein kleines, introvertiertes Lächeln, das seine Patientinnen zerschmelzen läßt. Er finde auch, sagt er, daß mehr Männer als früher "sexuell Amok laufen", weil sie hin- und hergerissen seien "zwischen den Frauen draußen in den Dörfern, aus denen sie kommen, und den europäisierten, parfümierten Demoiselles hier in der Stadt".

Aber der Arzt besteht darauf, auch das Sexualverhalten und dessen Metamorphosen nicht isoliert zu betrachten, sondern "als Auswirkung eines zentralen Ereignisses". Dieses zentrale Ereignis sei "die Vernichtung der afrikanischen Gesellschaft und ihrer Kultur. Jawohl, ihrer Kultur. Sie hat länger gehalten, als unsere zum Fürchten siegreiche Zivilisation jemals halten wird".

Die Stämme und Völker, die an den großen ostafrikanischen Seen leben - am langen Tanganjikasee oder am Kivusee zwischen hohen Bergen -, kannten viele Mittel, von denen sie glaubten, daß sie den Liebesdrang steigern, milde Mittel (Eidechseneier) und stärkere. Wenn es aber darum ging, ein Menschenpaar zu magischen Zwecken in sexuelle Raserei zu versetzen, galt Affenblut als die affengeilste Substanz.

In die Lenden, in die Schenkel und in den Rücken wurde der Frau mit einem nadelspitzen Hölzchen Blut einer Äffin tropfenweise eingeimpft, dem Mann in derselben Weise Blut des männlichen Tiers. Schon die Suggestivkraft der Impfprozedur genügte meist, um "bei den beiden eine intensive sexuelle Aktivität zu provozieren", schrieb Anicet Kashamura, ein 63jähriger schwarzer Ethnologe, der vom Kivusee in Ostzaire stammt und solche Kulthandlungen selbst noch miterlebt hat.

Aus der eigenen Zugehörigkeit heraus - einmalig in der Afrika-Ethnologie - schilderte Kashamura das Leben, die Anschauungen und Riten seines noch nicht christianisierten Volkes in einem Buch ("Familie, Sexualität und Kultur der Völker der großen afrikanischen Seen"), das 1973 in Paris erschien, vor Aids. Doch Ende 1990 ist in den wissenschaftlichen Kreisen, die sich mit Immunologie und Seuchenforschung befassen, plötzlich Streit um das Werk entbrannt, genauer: um das Affenblut.

Denn kein geringerer als Abraham Karpas, Blutspezialist im Department of Haemotology der Universität Cambridge, verkündete in der Zeitschrift Nature, die von Kashamura erwähnte Blut-Impfung sei ein untrügliches Indiz für die These "A ids begann in Afrika". Mit "solchen Praktiken" hätten die Afrikaner in ihrer Unwissenheit die latenten Immunschwäche-Viren des Affen auf den Menschen übertragen. Deshalb "könnten sie verantwortlich sein für SIV-Affenviren-Infektionen beim Menschen und damit für Aids".

Doch stehenden Fußes protestierten Genetiker in Nature, Karpas'' Behauptung sei unhaltbar: Virensprünge von den verschiedenen Affenarten (auch Menschenaffen) auf den Menschen seien nach dem jüngsten Erkenntnisstand ganz ausgeschlossen. Andere Forscher beklagten, daß schlecht verhüllte Rassenressentiments von neuem durch den wissenschaftlichen Diskurs spuken. Leute wie Karpas seien offenbar noch nicht damit zufrieden, der afrikanischen Sexualität die Verbreitung der Seuche vorzuwerfen. Nun wolle man ihr wie eine Art Ursünde auch noch die Schuld an der Entstehung von Aids anhängen.

Gewiß ist nur, daß der Liebesrausch durch Affenblut mitten hineinführt in die sündenfreie Vorstellungswelt der schwarzen Ahnen. Denn sie sahen Pflanzen und Tiere, Affen und Menschen als Geschöpfe derselben göttlichen, allgegenwärtigen, pantheistischen Lebenskraft, die ihren mächtigsten Ausdruck im Zeugungstrieb fand und sich den Menschen (wie beim Dionysoskult der alten Griechen) in Rausch, Trance und Ekstase offenbarte.

Sexualität mit ihren Vibrationen verband alles Lebendige in einem magischen Wechselspiel miteinander. Wer sich mit Affenblut impfen ließ, glaubte vom koitalen Eifer dieser Tiere erfaßt zu werden. Aber der Mann und die Frau in Kashamuras Beispiel kopulierten nun nicht nur nach Affenart, sie begingen damit zugleich eine sakrale Handlung; denn nach dem schwarzen Animistenglauben (wie nach dem Dionysoskult) stimulierte emsiger Sex die Fruchtbarkeit der ganzen Natur.

Sogar Erde und Wasser mußten fleißig mit wohltätiger menschlicher Libido bestrahlt werden, wie es Kashamura aus dem Weisheitsschatz seiner Väter zitiert: "Ryangombe (ein dionysisch-phallischer Fruchtbarkeitsgott) schickte seinen Bruder Binego an den Kivusee. Er pries das Kopulieren im Wasser, um die Vermehrung der Fische zu begünstigen, und das Kopulieren auf den Feldern, um das Wachstum der Pflanzen anzuregen . . ."

Außerdem dient das Kopulieren der allerheiligsten Pflicht des Kinderkriegens, das mit dem schönen und ehrfürchtigen Gedanken verknüpft war, mit dem werdenden Kind werde die Seele eines Ahnen aus dem Geisterreich ins sichtbare Leben zurückkehren. Aber die Kinder gehörten nicht den Eltern, die Eltern nicht sich selbst. Alles blieb im und hing am seßhaften Dorfclan draußen im Busch oder am See. Er war mit seinen ungefähr 200 verwandtschaftlich verflochteten Männern, Frauen, Kindern das fundamentale soziale Gebilde, die prägende Lebensform.

Der Clan sorgte für die Seinen von der Windel bis ins Grabtuch. Er verkörperte Dauer und Verläßlichkeit, anders als die Ehen und Geschlechtspartnerschaften, die im Auf und Ab des Trieblebens schon früher nicht allzu lange hielten. Anicet Kashamuras leibliche Mutter lebte in 14 Jahren ihrer Blütezeit nacheinander mit sieben Männern und gebar sechs Kinder von vier verschiedenen Erzeugern. Der Vater des Ethnologen hatte, soweit der Sohn sich erinnert, "ungefähr ein Dutzend Frauen, ohne je polygam zu sein". Weil er gern Feste feierte, hat er sich allein mit seiner dritten Frau fünfmal verheiratet.

Man blieb sich nah, auch im Umkreis der Nachbarclans. Alte Verehrer und ihre verflossenen Flammen kamen immer wieder zusammen, "in der günstigen Dunkelheit, von Bananenbier berauscht, wenn die Saturnalien zu Ehren Ryangombes zelebriert werden", berichtet Kashamura. Am Kivusee gibt es sogar noch den Brauch, daß eine Frau vor der Hochzeit eines ihrer Kinder noch einmal mit dem Erzeuger dieses Kindes schläft, auch wenn sie längst von ihm getrennt ist. Geht es gut, gilt das fast als Garantie dafür, daß die Brautleute gesunden und wohlgestalteten Nachwuchs bekommen werden.

Die feste bergende Hülle des Clans hielt das brodelnde Menschengewusel beisammen. Deshalb, und weil "Besitzdenken und Eifersucht verpönt" waren, habe sich, so Kashamura, an den großen Seen ein so liberaler Lebens- und Liebeswandel entwickeln können. In den alten Tagen habe es in der Kivu-Region keine Syphilis gegeben. Auch keine Prostitution, "schon weil es das Geld noch nicht gab" - das Geld, von dem die Leute in Kenia heute sagen, es sei "das metallene Ungeziefer, das die Familien und Clans zerreißt".
" Zuerst kamen die erdefressenden Bagger, die sich "
" heulend und brüllend im Lehm wälzten, vorbei an den "
" letzten Hütten des Dorfes, das Handel und Fortschritt im "
" Weg stand. Dann planierten klirrende, röhrende, "
" qualmspuckende Raupen die frische rote Wunde, die sie "
" Meile um Meile in das Buschland geschnitten hatten: die "
" Straße. "
" Die Tankstelle kam, dann ein Selbstbedienungsladen. "
" Gegenüber, wo früher das Dorf war, stand ein unverputztes "
" Motel mit Schnellrestaurant und Bar. Dahinter, neben "
" einem verwilderten Bananenhain, waren zwei Baubaracken zu "
" Arbeitsplätzen für schlechtbezahlte Sex-Arbeiterinnen "
" umfunktioniert. "
" Vor der Bar lungerten Männer herum, die aus Plastiktüten "
" eine Flüssigkeit schlürften, die sich als "Potency Drink" "
" anpries. Sie warteten auf die besser bezahlten schwarzen "
" Schönheiten, die im Motel arbeiteten und sich nie mehr zu "
" Ehren der alten Naturgottheiten hingeben würden . . . "
" 24 Stunden rollen Lastzüge und Busse durch die neue "
" Trucktown. Als die Fernstraße, auf der sie fahren, "
" geplant wurde, sollte sie die Vision von der Einheit der "
" afrikanischen Völker verwirklichen helfen. Ohne diese "
" Vision dient sie nur noch dazu, jede Ecke des Kontinents "
" dem Zugriff des internationalen Kapitals zu öffnen. "

Ngugi Wa Thiongo, Schriftsteller in Kenia, ruft eine der Straßen ins Bewußtsein, die von Afrikas Küstenplätzen aus ins Innere des Kontinents vordringen und auch entlegene Regionen in ihren Sog ziehen. Ngugi ist ein kritischer Chronist der Umwälzungen, an denen diese Straßen und die darauf hinwalzenden Kraftwagenkarawanen mitwirken: Umwälzungen, die der unerbittliche Revolutionär "Kapitalismus" in Gang gesetzt hat und mit denen verglichen die Kolonialzeit bis 1960 eine verträumte patriarchalische Idylle war.

"Migration" (Bevölkerungswanderung, Wanderarbeit) hieß das Donnerwort. Denn die Menschen saßen nicht da, wo sie gebraucht wurden. Sie saßen im Inneren, weit von der Küste, im Land ihrer Väter in den angestammten Dörfern und trieben selbstgenügsam Subsistenzwirtschaft. An ihnen war nichts zu verdienen, und ihr Land eignete sich nicht für großangelegte Plantagenbetriebe. Also holte man die Männer (seltener Frauen) aus ihren Dörfern über meist mehrere hundert Kilometer als Lohnarbeiter in den Plantagengürtel in Küstennähe - so in Westafrika: von Nord- nach Süd-Nigeria, von Nordnach Süd-Ghana, vom nördlichen ins südliche Elfenbeinland.

Männer in Baracken, die, aus ihrem Lebenskreis gerissen, nur ein-, zweimal im Monat, wenn sie Glück haben, in ihr Heimatdorf kommen - wer will sich da wundern, wenn Prostitution grassiert? Wenn die Männer, selbst wenn sie sich Kondome leisten, erst einen Syphilis-Primäraffekt nach Hause tragen - und dann HIV?

Es sind mehr als nur Hunderttausende (aber niemand vermag eine verläßliche Zahl zu nennen), die als Wanderproletarier in ächzenden, windschiefen Autobussen längs und quer durch Schwarzafrika gekarrt werden. "Selbst wenn wir es versuchten, würden wir keine effektivere Methode zur Ausbreitung von Seuchen finden als Wanderarbeit und Entwurzelung in solchen Dimensionen", sagt sarkastisch der französische Epidemiologe Alain Georges im Institut Pasteur in Bangui.

Uganda zum Beispiel, einst Britanniens "grüne Perle am Äquator", hat im vergangenen Jahrzehnt Krieg, Hunger und Söldnergewalt erduldet - alles keine seuchenhemmenden Erscheinungen. Aber die extrem hohen HIV-Infektionsraten in Uganda, Ruanda und Burundi im Norden, ebenso wie in den Regionen südlich davon bis hinunter nach Sambia und Malawi am Njassasee führen die französischen Tropenseuchen-Forscher auf eine gemeinsame Hauptursache zurück: die extrem großen Wanderarbeiterströme, die hin- und herziehen zwischen dem Norden und dem "Kupfergürtel", dem riesigen Bergbaurevier in Sambia und Südzaire. Mehr als 100 000 junge Männer schuften dort in den menschenhungrigen Minen.

Zitat aus der französischen Analyse: "In der Trucktown Lukaya, einer ugandischen Etappenstadt auf der internationalen Route von Kenia über Burundi in den Süden sind mehr als 25 Prozent der (sexaktiven) Bevölkerung HIV-seropositiv, bei den (dort lebenden) Lastwagenfahrern 33 Prozent. Die Fernfahrer und die jungen Frauen der Etappenstädte sind die hauptsächlichen Infektionsverbreiter in den ländlichen Gebieten. Wenn sie in ihr Dorf zurückkehren, infizieren sie ihre Ehefrauen oder Ehemänner und eventuelle neue Partner."

Sagen Sie "hallo" zu Luc Elongya, dem schlaksigen jungen Mann da drüben, der gestreifte Golf-Bermudas und ein graues Benettonhemd aus irgendeiner europäischen Kleidersammlung trägt und einem auf Anhieb sympathisch ist. Trinken Sie in der triefenden Schwüle mit ihm ein "Polar"-Bier (Slogan: "Die erfrischende Kühle der Pole unter der Tropensonne") oder zwei. Stehen Sie mit ihm am Tresen einer Kneipe, die wie ein vergammeltes französisches Bahnhofsbistro aussieht, aber in Brazzaville am Ufer des Kongostroms steht, der sich hier bis auf fünf, sechs Kilometer Breite zum gelblich glitzernden Stanley-Pool weitet.

Lauschen Sie dem, was Luc Elongya Ihnen erzählt; denn als Lastwagenfahrer und Junggeselle von 28 Jahren ist er einer von den freischwebenden neuen Afrikanern, die "nur noch der Straße gehören", wie er es nennt. Er erzählt Ihnen, wie weit er herumkommt und in welchen "camionvilles" (frankophon für Trucktowns) die "camionneurs" am meisten Spaß haben. Amüsiert von der Erinnerung, beschreibt er seinen Lieblingsstopp auf der Straße nach Libreville in Gabun: "Da kommen dir die Mädchen schon mit vorn hochgerafften Röcken entgegen."

Fast fünf Jahre sei er jetzt unterwegs, berichtet Ihnen Luc und sagt in einem Tonfall, als ginge es um Leistungsdaten eines Lastautos: "In dieser Zeit habe ich mit mehreren hundert verschiedenen Frauen Liebe gemacht."

Jetzt lacht er aber doch, weil er Ihr Gesicht sieht. "Mehr Frauen", sagt er zur Veranschaulichung, "als die Straße von Brazza nach Pointe-Noire Kilometer hat." Die Straße nach Pointe-Noire hat 550 Kilometer. "Wobei ich meine festeren Freundinnen nicht mitzähle."

Doch Luc Elongyas wahre schwarze Pointe kommt erst, wenn er seine "Polar"-Bierflasche erhebt und Ihnen stolz verkündet: "Trotzdem hab'' ich noch nie Aids gehabt" - als sei Aids nicht mehr als ein Tripper, den sie hier "heiße Röhre" nennen, oder als allenfalls ein weicher Schanker. Das glaubt Luc wirklich, weil er es glauben will. Weil er sonst nicht als witziger, überall beliebter sexueller Amokläufer funktionieren könnte.

Sie als Zuhörer staunen über solches Wunschdenken bei soviel Intelligenz, über soviel angstbetäubende Verdrängung. Sie schließen aus der Stärke dieses Wunschdenkens auf die Stärke des Verlangens, das dahintersteckt, auf die Macht von König Ngolo. Auch wenn Sie bisher nicht überzeugt waren, müßten Sie spätestens an diesem Punkt der Einsicht stattgeben, daß die afrikanische Sexbesessenheit wahrhaftig von anderem Holz ist als unsere weiße, schleiflackierte in Europa.

Das ist nicht mehr nur mythologisch; es liegt so klar auf der Hand, daß zartfühlendes Schweigen darüber ebenso obsolet und überflüssig geworden ist wie weiße Bimbowitze. Die Afrikaner selbst haben begonnen, den eigenen Manien mit ernster und komischer Kritik zu Leib zu rücken. In der wundervoll skurrilen Filmkomödie "Bal Poussiere" von der Elfenbeinküste (im ZDF unter dem Idiotentitel "Liebe, Sex und Ananas" gesendet) stopfen sich die jungen Männer vor dem Tanzvergnügen Stangenbrot in die Hose, um eine stattlichere "Beule" zu bekommen. Die Mädchen am dörflichen Handlungsort rebellieren gegen Kaufehen und die Spießigkeit ihrer Eltern, ähnlich wie die westlich-weiße Jugend in den sechziger Jahren.

Wie damals die Kinder nach London oder West-Berlin abgehauen sind, zielt der schwarzen Töchter ganzes Trachten darauf, in die Millionenstadt Abidjan auszubüchsen, um sich dort unbeaufsichtigt zu verlustieren. Aber dieser Emanzipationsdrang raus aus dem Dorf ("dem Dorf, das tausend Augen hat", wie Trucker Luc es sagt) trifft sich in Afrikas Städten unheilvoll mit den wachsenden Infektionsgefahren. In "Bal Poussiere" klingt es noch komisch, wenn der Landarzt jammert: "Immer wenn eine von unseren jungen Damen aus Abidjan zurückkommt, bringt sie mir einen Tripper mit."

Aber solange es gegen Aids weder Heilmittel noch Impfstoff gibt, solange auch die gewöhnlichen Geschlechtsleiden, durch die Aids sich ausbreitet, aus Mangel an Geldmitteln nicht im großen Maßstab zu bekämpfen sind (wie es mit Erfolg in Südafrika geschieht) - so lange hülfe im Ernst nur eine rigorose Umkehr im Sexualverhalten, ein augustinisches Wandlungswunder zu Leibfeindschaft und Abstinenz, das nicht einem Menschen widerführe, sondern 230 Millionen sexaktiven Schwarzafrikanern auf einmal.

Was den Missionaren nicht glückte, was weder dem Christentum noch dem Islam gelang, müßte nun Aids vollbringen: Die Furcht vor der Epidemie müßte die schwarze Sexualität bremsen, müßte sie domestizieren und eindämmen, um die Seuche unter Kontrolle zu bekommen.

Aber wie soll das gehen auf einem Kontinent im Aufruhr, auf dem alle traditionellen Schranken und Ordnungen gleichzeitig zusammenbrechen, auf dem Abermillionen Frauen und Männer in den Mahlstrom eines proletarischen Überlebenskampfes ohne Beispiel hineingerissen werden? Wie sollen sich (nach den Wunschvorstellungen der wenigen afrikanischen Feministinnen) die Frauen zu einem Heer von Lysistratas zusammenschießen, "um sich gegen die sexuelle Ausbeutung und Gefährdung des weiblichen Geschlechts zur Wehr zu setzen" (so die ugandische Universitätsdozentin Maxine Ankrah jüngst in einem Aufruf)?

Aber zu einem Lustopfer, das den Dämon Aids besänftigen könnte, ist die überwältigende Mehrheit der Männer nicht bereit. Im Gegenteil. "Mit der Auflösung unserer alten Gesellschaft scheint sich die Sexualität immer mehr zu einer Sache von verzweifelter Wichtigkeit für den einzelnen aufzublähen", sagt Ngugi Wa Thiongo, der kenianische Chronist der Umwälzungen. "Diese neurotische Jagd nach sexuellen Erfolgen ist ein Ausdruck unserer wurzellosen neuen Unrast. Sex wird zum Fetisch und Überbleibsel unserer verlorenen Ursprünglichkeit."

Auch den Weißen gegenüber, die in Ostafrika "Wazungu" heißen. Denn die Weißen haben den Schwarzen in der Zeit ihrer Bekanntschaft nur ein einziges Zugeständnis gemacht, nur ein einziges scheinbar ehrliches und doch diabolisches Kompliment: Es liegt in der weißen Überzeugung, "daß die Farbigen ein dem unsrigen überlegenes Sexualleben haben" (Orwell).

Doch dieses Kompliment macht die Afrikaner auch zu Gefangenen ihrer "überlegenen" Sexualität. Es erhebt das Geschlechtliche zu ihrem definitiven Merkmal - ähnlich wie es Frauen von erotischer Strahlkraft ergeht, die sich zu "Busenstars" und "Sexbomben" reduziert sehen. So lassen sich die Männer Schwarzafrikas von der hinterhältigen Anerkennung aus dem Norden zu dem Macho-Ehrgeiz verführen, das von Ngolo-Neid durchtränkte Urteil der Weißen unentwegt zu bekräftigen.

Daß auch in Bangui viele Männer diesem Cartoon von einem dauerpotenten King Ngolo nacheifern, dafür habe er trotz Aids sogar Verständnis, sagt Elie Chouaib, der Klinikchef, auf der abendlichen Hotelterrasse am Ubangi-Fluß, wo die Frösche schnarren wie tausend wildgewordene Kinderrasseln. Aber die betuchten Schwerenöter dieser Stadt stellten immer jüngeren Frauen nach. Sie angelten sich 17-, 16-, 15jährige Lyzeumsschülerinnen - aber nicht, weil sie auf Jungfern und Lolitas begierig wären. "Ich kenne zum Beispiel zwei dieser Herren, die viel lieber dralle Dreißigerinnen hätten", sagt der Arzt. "Aber je jünger und gepflegter die Mädchen, desto sicherer kann der Mann sein, daß sie noch nicht infiziert sind." o

* In Straßencafes an der Avenue Victoire. * Mit Kinderärztin Monique Kobilo (r.) und einer Mutter im Kinderkrankenhaus von Bangui.

DER SPIEGEL 25/1991
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