28.01.1991

Verpackungsflut steigt weiter

Rund 500 000 Beschäftigte arbeiten in der deutschen Verpackungsindustrie, einer Wachstumsbranche mit derzeit etwa 36 Milliarden Mark Umsatz pro Jahr: "Kein Ende der Verpackungsflut in Sicht", so lautet das Fazit einer Studie, die Forscher von der Uni Dortmund soeben publiziert haben. Vor allem die Produktion von Kunststoff- und Aluminiumverpackungen steige dramatisch an. Den Hauptgrund dafür sehen die Hersteller im deutlich "erhöhten Bedarf an Schnellgerichten, Tiefkühlkost und kleineren Portionen" - die Folge: "mehr Folien, mehr Becher und Beutel", die anschließend im Abfall landen. Fast 30 Prozent des deutschen Hausmülls bestehen mittlerweile aus Verpackungsmaterial. Doch Experimente mit alternativen, etwa biologisch abbaubaren Packstoffen kommen, wie die Forscher klagen, "nur schleppend voran". Stoppen, meinen sie, lasse sich die "Müllawine" nur durch eine Änderung der Konsumgewohnheiten und, vielleicht, mehr Kostenbewußtsein: Die Verpackungswut der Industrie kostet jeden deutschen Verbraucher jährlich etwa 600 Mark.

DER SPIEGEL 5/1991
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