09.12.1991

GESTORBENMaria Hagemeyer

Maria Hagemeyer, 95. Unter dem Spitznamen "Gleichberechtigungs-Marie" war sie nach dem Zweiten Weltkrieg Vorkämpferin bei der Gleichberechtigungsgesetzgebung von Mann und Frau. Ohne Aussicht auf berufliche Chancen begann sie Jura zu studieren, bevor Frauen zu Referendarexamen überhaupt zugelassen waren. 1920 bestand die Pionierin in der Männerdomäne ihr Staatsexamen. Nach Promotion, Assessorenprüfung und einer kurzen Anstellung im Berliner Justizministerium wurde sie 1927 Preußens erste Richterin in Bonn. Als Maria Hagemeyer, damals Landgerichtsrätin, nach Kriegsende ins Bundesjustizministerium gerufen wurde, um einen Gesetzentwurf für die Gleichberechtigung der Frau vorzubereiten, machte sie so fortschrittliche Vorschläge wie die Einschaltung einer "neutralen Stelle", einer "Ehehilfe" bei Ehestreitigkeiten: Dort soll "den Eheleuten gesagt werden, welches die beste Lösung des Konflikts ist". Maria Hagemeyer starb am vorvergangenen Sonntag. *ÜBERSCHRIFT: URTEIL

DER SPIEGEL 50/1991
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