18.11.1991

GESTORBEN

Yves Montand

70. Als Sänger mangelte es ihm an Perfektion, als Schauspieler an Wandelbarkeit und als politischem Aktivisten an Gerissenheit und Intellekt. Aber der im Arbeitermilieu von Marseille aufgewachsene Mann mit dem zerknautschten Gesicht und den flinken Augen hatte Charisma. Als Halbwüchsiger imitierte Montand in Hafenspelunken für ein paar Bier Maurice Chevalier, Fred Astaire und Donald Duck. Mitte der vierziger Jahre kam er nach Paris. Dort entdeckte Edith Piaf ihren "Vorstadtkater", protegierte ihn, und mit Titeln wie "Les Feuilles mortes" oder "Les grands Boulevards" hatte er bald Welterfolge, die nur noch durch seine Kinokarriere übertroffen werden sollten. Neben existentialistischen Abenteuerstreifen ("Lohn der Angst", 1952) spielte der Frauenliebling vor allem in Komödien ("Machen wir's in Liebe", 1960, "Lieben Sie Brahms?", 1960) und gewann an Profil in politisch engagierten Filmen wie "Z", (1968). Yves Montand starb am vorvergangenen Samstag in Paris an einem Herzinfarkt.


DER SPIEGEL 47/1991
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.

DER SPIEGEL 47/1991
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Bei Spodats erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

GESTORBEN:
Yves Montand