16.12.1991

GESTORBENArtur Lundkvist

85. Jahrelang war er Schwedens Literaturpapst, und als Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie hatte er maßgeblichen Einfluß darauf, wer den jährlichen Nobelpreis für Literatur erhielt. Als Schriftsteller war er allenfalls von nationaler Bedeutung. Der Ruhm eines Graham Greene, den er als Nobelpreisträger gegen alle positive Einschätzung der internationalen Literaturkritik vehement und immer wieder ablehnte, blieb ihm versagt. Lundkvists persönliche Vorliebe galt französischen, italienischen und spanischen Schriftstellern. Vor allem aber lateinamerikanische Dichter verdanken ihm ihre Nobelpreis-Ehrung: Pablo Neruda (Chile, 1971), Viencente Aleixandre (Spanien, 1977) und Gabriel GarcIa Marquez (Kolumbien, 1982). Die Gedichte Lundkvists waren Auftakt moderner Strömungen in der schwedischen Literatur, vor allem "Korsväg" ("Kreuzweg", 1942); und viel beachtet wurde seine Autobiographie 1966: "Selbstporträt eines Träumers mit offenen Augen". Artur Lundkvist starb am vergangenen Mittwoch in Stockholm.

DER SPIEGEL 51/1991
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