12.06.1989

Teng: Was sind eine Million Tote?

Anarchie in Peking, Demonstranten-Sturm im ganzen Land, Flucht der Ausländer - nach dem blutigen Massaker auf dem Tienanmen-Platz stürzt China wieder in Terror und Isolation. Teng Hsiao-ping stützt sich nur noch auf Gewalt. Das letzte Gefecht des Menschenverächters, der als ein großer Mann in die Geschichte hätte eingehen können, ermuntert nun auch Reformfeinde in anderen sozialistischen Ländern. Ist die Parteidiktatur überhaupt wandelbar?

Die Soldaten waren durch einen Tunnel aus dem eingemauerten Funktionärsviertel Zhongnanhai gekommen, zu Tausenden. Vom Platz des Himmlischen Friedens hallten ihre Schüsse und die Schreie ihrer waffenlosen Opfer zurück in das Wohngetto der Regierenden.

Der Oberste von ihnen, Teng Hsiaoping, 84, lag zu dieser Zeit im Militärhospital Nummer 301 - nach einem Leben, das ihm höchsten Ruhm beschert hatte. In aller Welt und - wichtiger - bei seinem Volk hatte sich der kleine alte Herr beliebt gemacht, weil er lebte und leben ließ, den Bauern wie den Beamten die Gelegenheit zur Bereicherung wiedergab und das geheimnisvolle Land der Mitte den Investitionen des Westens öffnete.

Als einer der ganz großen Staatsmänner wäre er beinahe in die Weltgeschichte eingegangen. Doch in einem letzten Willensakt zerschlug er alles, was er geschaffen hatte.

Die tödliche, in seinem Lebenswerk angelegte Konsequenz, der er nun selbst noch ansichtig wurde: China fiel binnen Tagen zurück in die Barbarei, die erdrückende Isolation, die erneute Zerstörung seines intellektuellen Potentials und die Verachtung des Willens seiner Bürger.

Teng hatte nach seinem eigenen Gesetz gehandelt, in dem die geistigen Bedürfnisse des Volkes nicht vorgesehen waren - das Weltbild eines Kommunisten aus der Stalin- und Mao-Schule.

Nun hat er den Genossen der ganzen Welt eine gefährliche Hypothek aufgebürdet: Nach seinem Schlag gegen die junge Demokratiebewegung wittern die Konservativen in allen sozialistischen Ländern Morgenluft, von Ligatschow bis Honecker. Schon rühmte die SED Tengs Durchgreifen und setzte 16 Teng-Kritiker in Ost-Berlin fest.

Bleibt es bei dem von Tengs Leuten geschaffenen Verhältnissen in Peking, dürften auch andernorts die Zweifel wachsen, ob der Kommunismus überhaupt reformierbar ist. Restauriert wurde in Peking auch die eben überwunden geglaubte Spießer-Vorstellung, daß Kommunisten Banditen seien, die auf offener Straße harmlose Bürger niederschießen, und sind sie an der Macht, dann gleich massenweise.

Es war Tengs letztes Gefecht. Kaum jemandem war aufgefallen, daß er im November 1987 seinen Sitz im Politbüro abgegeben hatte, sah doch ein geheimer ZK-Beschluß vor, daß Teng "bei den wichtigsten Fragen am Steuer gebraucht wird"; Oberbefehlshaber der Armee, Chef der ZK-Militärkommission war er geblieben.

Die Freude an gutem Essen und spannenden Bridge-Partien war ihm längst vergangen. Auf einem Ohr taub und im Sprechen behindert, litt er an der Prostata; selbst das erleichternde Spucken hatte er aufgegeben. Mit Stäbchen zu essen bereitete ihm Mühe. Zum Verzicht aufs Rauchen forderte ihn im Oktober der Leserbrief eines Polizisten in der "Hygiene-Zeitschrift" auf.

Seinen alten Bridge-Partner Hu Yaobang, von ihm selbst ins höchste Parteiamt gehievt, hatte er vor zweieinhalb Jahren gestürzt, den Regierungschef Zhao Ziyang auf Hus Posten gesetzt. Dachte Teng in dieser Stunde an das Los seines großen Freund-Feindes Mao Tse-tung, der die Anwärter auf seine Nachfolge immer wieder entmachtete: den Staatspräsidenten Liu Schao-tschi, Tengs Lehrer einer Entmaoisierung Chinas, den General Lin Piao und schließlich Teng selbst?

Ehe er um sich schlug, stand er vor der Überlebensfrage aller Kommunisten, die an der Macht sind: Was tun, wenn sich das Volk der Staatspartei entledigen möchte?

Die Frage vereint 1989, exakt 200 Jahre nach der Französischen Revolution gegen den absoluten Staat, die absolut regierenden Kommunisten aller Länder.

Die Antwort aber reißt die Genossen, die einst ein Block waren, auseinander. Die einen verstopfen Augen und Ohren wie die alten Herren in der DDR oder in Rumänien. Die anderen, die polnischen und ungarischen Genossen, bemühen sich, das Abenteuer evolutionär hinter sich zu bringen: Sie treten sukzessive ihre Macht an gewählte Vertreter des Volkes ab.

Noch andere versuchen, diese Kapitulation in einem kontrollierten Prozeß durch Reformen hinauszuzögern, gedeckt durch politischen und wirtschaftlichen Beistand aus dem Westen - so der kluge Michail Gorbatschow, der diese Woche bei den Deutschen angemeldet war.

Und dann gibt es welche, die lassen schießen. Das besorgen am besten fremde Truppen wie in Ungarn 1956 und in Prag 1968. Sie stauten den Fluß der Geschichte und kehrten ihn um, bei Strafe der Stagnation und des Rückfalls in den alles erstickenden Absolutismus.

In Polen ließ sich 1980 die drohende Sowjet-Intervention, wie der damalige Parteichef Kania soeben enthüllte, nur durch das Kriegsrecht des Generals Jaruzelski verhindern. Er gewann fast acht Jahre, die ihm heute fehlen.

Auf Massen friedlicher Demonstranten hatte Rußlands letzter Zar im Januar 1905 das Feuer eröffnen lassen (an die 200 Tote), er verlor zwölf Jahre später Amt und Leben. Der Parteichef Chruschtschow ließ 1962, zwei Jahre vor seinem Abgang, in Nowotscherkassk auf Arbeiter schießen, die gegen die Lebensmittelrationierung protestiert hatten (24 Tote).

Im südkoreanischen Kwangju erschossen Soldaten des inzwischen abgesetzten Generals Chun 1980 Hunderte Studenten. Die von chinesischen Truppen noch im März niedergemähten Tibeter wurden als Landsleute nicht empfunden - dabei gibt es keinen treffenderen Präzedenzfall für das, was jetzt in Peking geschah.

Allein in den Krankenhäusern der Hauptstadt wurden 1400 Tote und etwa 10 000 Verletzte gezählt. Chinesische Rot-Kreuzler kamen auf 2600 Getötete. Die Regierung aber log, nur 23 Studenten seien ums Leben gekommen und viel mehr Soldaten, insgesamt 300. Die Wunden vieler Zerfetzter deuten auf Dum-Dum-Geschosse, chinesisch "Kaihua dan" (wörtlich: "Kugeln, die sich wie Blüten öffnen").

Den Schießbefehl hatte Teng am 19. Mai gegeben, als schon über eine Million Pekinger dem alten Kommunisten mitten in Peking und unmittelbar vor dem roten Säulentor von Zhongnanhai die Gefolgschaft verweigerten.

Aber die angerückte Pekinger Garnison, die in der Nähe stationierte 38. Armee, schoß nicht. Die Einwohner Pekings hatten die Soldaten, die sich "Volksbefreiungsarmee" nennen, freundlich blockiert und schließlich zum Abzug überredet. Parteichef Zhao widersetzte sich dem Kriegsrecht, Verteidigungsminister Qin Jiwei verweigerte den Befehl.

Zwei Wochen lang hing über der chinesischen Hauptstadt das Fallbeil, doch die Henker streikten. Die Avantgarde der Massendemonstration, die Studenten, hielten im Hungerstreik den Tienanmen-Platz besetzt, richteten sich in ihrem Zeltlager ein, getragen von der Sympathie der Arbeiter und Angestellten, auch der kleinen Bürokraten und sogar der Soldaten.

Ihre Bereitschaft zum Widerstand wurde von der Gewißheit beflügelt, den Generalsekretär der KP Chinas, Zhao Ziyang, auf ihrer Seite zu haben. Sein früherer Sekretär Bao Tong, Mitglied der Kommission für politische Strukturreform, wurde von den Parteikonservativen sogar der Organisation des Volksprotestes verdächtigt. Die Führung beriet.

Es ging um mehr als den Massenunmut, es ging um die Zeit nach Teng - ob China ein kommunistisches Land bleibt, also unter der Diktatur einer allmächtigen Partei verharrt, oder ob es pluralistisch werden soll.

Denn mit Forderungen, die bescheiden klangen, hatten die Studenten das ganze Herrschaftssystem in Frage gestellt. Sie verlangten die Anerkennung ihres Autonomen Studentenverbandes, der ersten von der KP Chinas unabhängigen Organisation seit Gründung der Volksrepublik, und fochten damit das 40 Jahre alte Machtmonopol der Partei an.

Schon entstand in Peking auch ein unabhängiger Arbeiterverband, dessen Auflösung (und die Verfolgung seiner Anführer) eine der ersten konkreten Maßregeln unter dem Kriegsrecht war.

Die Studenten verbündeten sich mit über 1000 Journalisten in dem Ruf nach Pressefreiheit, und schon nahmen sich einzelne Zeitungen diese Freiheit - ein Angriff auf das Meinungsmonopol der Partei.

Schließlich verbanden sich die jungen Akademiker mit der ganzen Bevölkerung im Klassenhaß auf die Privilegien der Funktionäre - das ging direkt gegen das liebste Monopol der Kommunisten, über die Volkswirtschaft wie ihr Eigentum zu verfügen und sich einen satten Anteil für den eigenen Verbrauch zu reservieren.

Die Kommunistische Partei - und das gilt für alle von den Genossen unterworfenen Staaten - hat trotz mühseliger Indoktrination vom Kindergarten an die Jugend nicht für sich gewinnen können, schon gar nicht ihre geistige Elite, die Studenten. Sie bilden ein Widerstandspotential, im Vergleich zu dem die Studentenrebellion des Westens 1968 harmlos wirkt. Denn im Sozialismus erschüttert sie das System in seinen Grundfesten.

War es einst das Verdienst der Kommunisten, die Masse der Analphabeten Lesen und Schreiben gelehrt zu haben - in Kuba mit großem, in China nur mit beschränktem Erfolg -, so offenbarten sie in der Volksrepublik jene alte Feindlichkeit gegen die Intellektuellen, der Rosa Luxemburg schon in der deutschen Vorkriegs-Sozialdemokratie begegnet war und die Stalin bei seiner Verfolgung der "Kosmopoliten" in Terror umgesetzt hatte.

Mao Tse-tung, der Bauernsohn und Absolvent einer Lehrerbildungsanstalt, ließ 1957 - mit Tengs Hilfe - Hunderttausende der Bildungsschicht, die nicht schon beim Machtantritt der Kommunisten 1949 geflüchtet waren, als "rechte Elemente" festsetzen.

Die Überlebenden erniedrigte er in den Terrorjahren der "Großen Proletarischen Kulturrevolution" von 1966 an zur "stinkenden" Kategorie noch unterhalb der kommunistischen Acht-Stufen-Gesellschaft. Er ließ Akademie-Mitglieder Schweineställe ausmisten und sperrte für sieben Jahre die Oberschulen und Universitäten zu.

Unter ungeheuren Anstrengungen wurde hernach - unter Teng - die geistige Wüste von den moralisch zerbrochenen Lehrern und Professoren mit neuen Lernenden urbar gemacht. Mangels heimischer Ausbildungsmöglichkeiten gehörte zu dem Neuanfang auch ein umfassendes Programm für Studienaufenthalte im Ausland: In den USA lernen derzeit 74 000 junge Chinesen, in der Bundesrepublik 8000 (einschließlich Praktikanten). Sie erleben eine andere Welt.

Wer von ihnen in den letzten Jahren nach China zurückkehrte, brachte - deshalb die US-Freiheitsstatue auf dem Tienanmen - eine Botschaft mit, die aufgeklärten Bürgern Chinas längst bewußt war und die der Astrophysiker Fang Lizhe, Chinas Sacharow, vor zwei Jahren als erster öffentlich aussprach: Das Denken bedingt die Freiheit, der Fortschritt die Mitbestimmung. Die altmodischen Versatzstücke des Marxismus-Leninismus taugen nicht mehr für den Eintritt in die industrielle Welt des 21. Jahrhunderts.

Und: Die Chinesen sind reif genug für die Demokratie. Die rebellischen Studenten, hinter denen eben nicht die von Teng vermutete Verschwörergruppe stand, haben es bewiesen. Sie beschlossen alle ihre mit Enthusiasmus und Disziplin ausgeführten Maßnahmen per Abstimmung.

Die Einwohner Pekings wiederum bewiesen ihr hohes politisches Bewußtsein, als sie sich mit den Studenten gewaltlos solidarisierten. Während die Parteiführung beriet, zeigte sich, daß die meisten - jüngeren - Spitzenfunktionäre das auch begriffen hatten:

Der Steuermann Teng blieb an der Parteispitze in der Minderheit, deshalb das wochenlange Zaudern bis zur Verkündigung des Kriegsrechts über Peking, deshalb auch die Zweiwochenspanne bis zum Vollzug und das bizarre Sich-Verstecken der Parteiprominenz, die sich nach dem Massaker dem Volk nicht einmal schriftlich erklärte.

Das Unvermögen der Parteiflügel, sich zu einigen, führte zu einem Machtvakuum, das für einen großen Staat beispiellos war: Nur Partei-Veteranen, formal aus der Herrschaftspagode meist ausgeschieden und nur noch als "Berater" tätig, meldeten sich öffentlich zu Wort und stützten ihren alten Kameraden Teng. Disziplinar-Chef Tschen Jün, 84: "Die Früchte von 30 Jahren Krieg und Blutzoll unserer unzähligen Märtyrer zerstören zu lassen, das hieße, die Kommunistische Partei zu verraten."

Gegen Teng stellte sich der Generalsekretär Zhao, mit 70 ein Junger unter den Polit-Greisen. Er widersetzte sich der Ausrufung des Ausnahmezustandes über Peking. Teng zu Zhao: "Ich habe drei Millionen Soldaten hinter mir." Zhao: "Ich habe das Volk hinter mir." Teng: "Sie haben nichts." Der Beschluß über das Kriegsrecht mußte verschoben werden.

Von den Aktiven hatte Teng den Premier Li Peng auf seiner Seite. Er hatte sein Studium als Elektroingenieur in der Sowjet-Union der Stalin-Zeit absolviert; der Adoptivsohn des geschmeidigen Tschou En-lai galt bei seiner Berufung 1987 als anpassungsfähiger Verteidiger der Planwirtschaft.

Jetzt behauptete er, ausländische Agenten hätten die Studenten aufgewiegelt: "Wir wissen, daß die USA über Gorbatschows Besuch nicht glücklich sind. Hat die Studentenbewegung einen amerikanischen Hintergrund? Wir müssen das genauer untersuchen." Ein Zhao-Mitarbeiter, der unter Spionage-Verdacht stehe, liefere schon eine Stunde nach geheimen Sitzungen in Zhongnanhai den Studenten die Protokolle.

Unter den fünf Mitgliedern des entscheidenden "Ständigen Komitees" im 16köpfigen Politbüro hielt zu Li dessen Vize, der Planungschef Yao Yilin, der Chinas Volkswirtschaft vom Westen weg auf die UdSSR orientieren möchte.

Als Li auch noch den Chefideologen Hu Qili, der vor polnischen Zuständen gewarnt hatte, für sich und die Sache Tengs gewann, hatte er die Mehrheit in diesem exklusiven Zirkel, obwohl sich der Sicherheitschef Qiao Shi, Gegner jeder Art von Unordnung, der Stimme enthielt.

Wahrscheinlich noch während Gorbatschows Peking-Aufenthalt rief Li das gesamte Politbüro zusammen, wohl ins belagerte Funktionärsgetto Zhongnanhai. Von den elf Mitgliedern außer dem Ständigen Komitee kamen nur drei. Zwei von ihnen stimmten ihm zu, vorneweg Tengs alter Freund Yang Shangkun, 82, Staatspräsident und Tengs Stellvertreter an der Spitze der Militärkommission auf Lebenszeit. Dagegen war der Verteidigungsminister Qin Jiwei, vormals Kommandeur der dann widersetzlichen 38. Armee.

Einer mußte der Bluthund sein - Yang, lange Jahre General. Er erläuterte hernach seinen Genossen:

Wenn wir nachgegeben hätten, hätten wir zugegeben, daß die Studenten im Recht sind, wir wären hinweggespült worden, und die Volksrepublik wäre zusammengebrochen. Es hätte eine Restauration des Kapitalismus gegeben, wie es sich manche Amerikaner erhoffen.

Yang war sich wohl der Worte seines Kriegsherrn Mao bewußt, der einmal schaudernd daran gedacht hatte, daß die junge Generation "ihren Frieden mit dem Imperialismus macht, die Überreste der Tschiang-Kai-schek-Clique aufs Festland zurückholt und sich hinter dem kleinen Prozentsatz von Konterrevolutionären zusammenschließt, den es im Land immer noch gibt".

Doch die Scharfmacher hatten jene Majorität aller Mitglieder des Politbüros verfehlt, mit der Li vor das 175köpfige ZK hätte treten können. Das ZK wurde nicht einberufen, das Kriegsrecht zu billigen. Nur mit der Stimmenmehrheit der anwesenden Politbürokraten legitimiert, vollstreckten Li und Yang denn auch den Ausnahmezustand.

Teng selbst war nach Wuhan gefahren und hatte fast alle Wehrbezirkschefs dafür gewonnen. Nach dem Versagen der 38. Armee beorderte Yang aus dem Wehrbezirk Nord die 27. Armee mit Rekruten aus der Inneren Mongolei und ihrem Vietnam-erfahrenen Offizierskorps. Die Einheit, drei Divisionen mit insgesamt 40 000 Mann, nennt sich "Harte Knochen", ihre Kommandeure haben ein Trauma zu bewältigen: Sie hatten 1979 die Vietnamesen nicht besiegen können.

Befehlshaber der 27. Armee ist Yang Shangkuns Sohn Baibing, zugleich oberster Politkommissar der ganzen Volksbefreiungsarmee. Der Nepotismus, der das Regime den Studenten so verhaßt macht, zahlte sich aus. Yang Shangkuns Schwiegersohn ist der Generalstabschef.

Es waren die Harten Knochen, die das Blutbad auf dem Tienanmen anrichteten. Ihnen wurde zuvor eingetrichtert, was Vater Yang hinterher der Öffentlichkeit über eine "extreme Minderheit von Aufrührern" (ohne seine Unterschrift) mitteilen ließ:

Sie haben mehr als 100 Armeefahrzeuge zerstört oder verbrannt. Sie haben Offiziere und Mannschaften beschimpft und verschleppt. Sie haben Zhongnanhai angegriffen . . . Geschäfte gestürmt und Polizeiposten in Brand gesetzt. Sie haben Dutzende Soldaten und Polizisten brutal ermordet und sogar die Leichen an den Geländern der Straßenüberführungen aufgehängt. Das Ziel ihres Aufruhrs ist die Verneinung der Führung der Partei und der sozialen Ordnung sowie der Sturz der Volksrepublik China. In aller Offenheit fordern sie: Tötet die 47 Millionen Kommunisten.

Obwohl die Studenten bereits das Ende ihrer Aktion für den 20. Juni beschlossen hatten, erging der Befehl zur gewaltsamen Räumung.

Ein Zwischenfall am Sonnabend gab wohl den Ausschlag: Demonstranten stoppten - wie überall in der Stadt - einen Militärkonvoi. Ein vorausfahrender Jeep der Militärpolizei fuhr drei Radler tot. Darauf wurden die Fahrzeuge geplündert und in Brand gesetzt, wobei ein Soldat ums Leben kam. Die Menge zündete den Leichnam an und hängte ihn an einem Mast auf.

Die Bilder dieses Gewaltakts - die vorigen Mittwoch auch das chinesische Fernsehen übertrug - reichten, die Harten Knochen aufzuputschen. Am Sonntag morgen um vier Uhr stürzten sie aus dem Zhongnanhai und der Großen Halle des Volkes, der Verbotenen Stadt und dem Revolutionsmuseum auf die Studiker und eroberten den Tienanmen-Platz zurück.

Sie schossen Fliehende aus wenigen Metern Abstand in den Rücken, Panzer walzten Liegende "platt wie Fleischpfannkuchen" (so eine chinesische Augenzeugin), rissen Köpfe und Gliedmaßen ab.

Angeblich rund 100 Ärzte und Schwestern starben in den Krankenzelten. Soldaten schossen wie im Blutrausch - vor ihnen knieende Studentinnen wurden ebenso hingerichtet wie ein Kind, dessen Körper ein halbes Dutzend Einschüsse aufwies. Das jüngste Opfer im Bei-San-Hospital war drei Jahre alt.

Asiatische Grausamkeit? Chinas Intellektuelle verglichen auf Plakaten ihren Teng Hsiao-ping mit den großen Kriminellen der Weltgeschichte, mit Hitler, Stalin und Pol Pot.

Tengs Marsch durch die Partei war von Skrupeln nie behindert gewesen. Der Sohn eines Grundbesitzers ließ sich in jungen Jahren vom örtlichen Warlord nach Frankreich schicken, um die Ideen des Westens kennenzulernen. Seine Eindrücke waren nicht günstig.

Er arbeitete in der Waffenfabrik Schneider-Creusot und bei Renault als Handlanger, ferner in einer Gummiwarenfabrik, als Kellner und Lokomotivheizer. Mit 19 wurde er Kommunist.

Unter den chinesischen Genossen in Paris lernte er den Studenten Tschou En-lai, den späteren Premier, kennen und bezog fortan seinen Lebensunterhalt von der Partei. 1926 nahm er acht Monate Polit- und Militär-Unterricht an der Sun-Jat-Sen-Uni in Moskau (Rektor: der polnische Kommunist Karl Radek), an der auch jener Yang studierte, ein Landsmann aus der Provinz Sichuan, auf den sich Teng 1989 in der Pekinger Militärkommission stützte.

Wieder in China - Yang blieb noch als Dolmetscher in Rußland -, schloß sich Teng dem Bauernkrieger Mao an, organisierte erfolglose Aufstände, so in Guanxi mit Tausenden von Toten.

Mit Mao ging er auf den Langen Marsch als Kommissar der 1. Armee, sein Vize wurde Freund Yang. In einer Marschpause wählten die Offiziere seinen anderen Freund Mao zum "Vorsitzenden". Als der 14 Jahre später seinen Sieg in Peking feierte, stand Teng, der Mittelchina erobert hatte, mit auf dem Tienanmen.

Er wurde Parteichef der chinesischen Südwest-Region, enteignete alle Bauern und trug seinen Anteil an den Exzessen der neuen Machthaber: In vier der sechs Regionen Chinas - darunter das Teng-Gebiet - wurden innerhalb eines Jahres gemäß offiziellem Rapport 1,176 Millionen Menschen hingerichtet.

1952 holte Mao Teng nach Peking, als Stellvertreter des Ministerpräsidenten Tschou En-lai. Zu dieser Zeit meldete der Minister für Wasserwirtschaft 10 370 000 Zwangsarbeiter und der Finanzminister Bo Jibo (heute, mit 81, Tengs Berater) dem ZK zwei Millionen erschossene "Konterrevolutionäre". 1953 wurde Teng Finanzminister, 1954 Partei-Geschäftsführer - und General Yang einer seiner engsten Mitarbeiter.

Als die Pekinger Studenten 1956 für demokratische Rechte demonstrierten, wollte Mao schon nachgeben, er proklamierte den Meinungsfrühling "Laßt hundert Blumen blühen, hundert Gedankenschulen miteinander wetteifern". Teng war dagegen, sein Grundsatz lautete: "Unsere Partei hat in der Vergangenheit schwere Fehler begangen, aber diese Fehler wurden von uns selbst korrigiert, nicht von einer äußeren Kraft."

Unter Maos "Großer Demokratie" verstand er "Anarchie". Er ging selbst auf den Campus und ortete "Widersprüche zwischen den reaktionären Elementen der Bourgeoisie und dem Volk", einen "Kampf auf Leben und Tod".

Nach zwei Monaten Meinungsfreiheit setzte sich Teng durch, fast drei Millionen "rechte Elemente" verloren ihren Arbeitsplatz, Hunderttausende die Freiheit und manche das Leben. Die Inhaftierten kamen erst nach über 20 Jahren wieder frei, noch 1980 bekannte sich Teng zu seiner Verantwortung für diesen Terror: "Notwendig und korrekt."

Er unterstützte Maos Volkskommune-Idee vom "Großen Sprung nach vorn" 1958, bemerkte aber immerhin vier Jahre später den wirtschaftlichen Irrwitz - Millionen waren verhungert - und bemühte sich nun um Reparatur.

Zusammen mit Peng Tschen, dem Erfinder der Schauprozesse mit nachfolgenden Massenexekutionen im Pekinger Sportstadion (er ist heute, mit 87, Tengs Berater), protokollierte Teng in Moskau 1963 den Abbruch der Parteibeziehungen. Einer der Gründe: Die Russen wollten den Chinesen keinen Zugang zu Atomwaffen gewähren. Mao äußerte in dieser Zeit über Teng: "Der hält sich wohl für Napoleon."

Als der Große Vorsitzende mit Hilfe der losgelassenen Jugend und den Truppen des Marschalls Lin Piao die Kulturrevolution lostrat, stürmten Rotgardisten auch in Tengs Wohnung, bespien ihn und seine Frau; sein Sohn Pufang stürzte auf der Flucht aus dem Fenster, er ist seither querschnittsgelähmt.

Zehntausende von Tengs Bürokraten-Kollegen und Parteifunktionären wurden von rabiaten Jugendlichen durch die Straßen getrieben, geschlagen, gefoltert, getötet.

Damals mag Teng für sich beschlossen haben, was vorige Woche die Pekinger Studenten - die zur Zeit der Kulturrevolution noch nicht geboren waren - als ihre eigene Losung auf ein Transparent schrieben: "Ein blutiger Tod wird mit Blut bezahlt."

Eine untertänige, vielleicht ironisch gemeinte Selbstkritik rettete Teng damals nicht mehr:

Da ich mich als schlechter Schüler des Vorsitzenden erwiesen habe, bin ich nicht mehr geeignet, wichtige Führungsaufgaben wahrzunehmen. Durch meine Fehler habe ich mich als nicht umerzogener, bourgeoiser Kleinbürger erwiesen . . . Nun sitze ich zum ersten Mal vor dem Spiegel und betrachte mich genau, dabei läuft mir ein Schauer über den Rücken.

Teng wurde als Schlosser in eine Provinzfabrik gesteckt, doch anderthalb Jahre nach einem gescheiterten Militärputsch Lin Piaos (er wollte Maos Amt) holte Mao ihn nach Peking zurück, als Vize des krebskranken Tschou En-lai.

Nach Tschous Tod Anfang 1976 versammelten sich Hunderttausend Pekinger auf dem Tienanmen zu einer Kundgebung für Teng. Die Armee schlug zu, etwa hundert Demonstranten sollen ums Leben gekommen sein.

Teng wurde abgesetzt und fand Zuflucht in Kanton, wo ihn die örtlichen Militärs schützten, darunter wahrscheinlich auch Freund Yang als Vize-Parteisekretär am Ort. Insgeheim traf sich Teng mit ihnen in Gegenwart des mächtigen Marschalls Jeh und des Parteisekretärs seiner Heimatprovinz Sichuan, Zhao, seinem Gegenspieler von heute. Sie konspirierten gegen die in Peking herrschende "Viererbande" um Mao. Teng:

Sollen wir machtlos dastehen und abwarten, bis sie uns abschlachten? Sollen wir vier Leuten erlauben, daß sie unser Land um ein Jahrhundert zurückwerfen? Oder sollen wir gegen sie kämpfen, solange wir atmen? Wenn wir jetzt nicht kämpfen, werden wir alles verlieren.

Vier Wochen nach Maos Tod im September 1976 gingen Marschall Jehs Truppen gegen die Pekinger Linksradikalen vor. Der von Mao ausgesuchte Nachfolger, der frühere Staatssicherheitsminister Hua Guo-feng, blieb ein Mann des Übergangs; Teng kehrte bald zum zweiten Mal an die Macht zurück.

Er war es, der nun die revolutionäre Idee hatte, wie die ruinierte Volksrepublik wirtschaftlich wieder hochzubringen sei: Auflösung der Volkskommunen, Gewerbefreiheit, Dezentralisierung der Staatswirtschaft, Öffnung zum Ausland. Erstmals nahm ein erklärt kommunistisches Land, das den Kapitalismus bis dahin nur verteufelt hatte, selbst zu kapitalistischen Methoden Zuflucht.

China erlebte ein Wirtschaftswunder: Die landwirtschaftliche Produktion stieg, rasch gab es - von den Privatbauern - Lebensmittel im Überfluß. Dienstleistungsgewerbe, Handwerk und Handel blühten auf, ausländisches Kapital strömte ins Land.

Der Erfolg machte zeitweilig vergessen, daß Teng die fundamentalen Neuerungen nur eingeführt hatte, um die Macht der Partei zu bewahren, die auch seine Macht war. Keine unabhängige Organisation oder Zeitung wurde zugelassen, Dissidenten kamen ins Gefängnis, wo sie bis heute einsitzen. Menschenrechtsorganisationen schätzen die Zahl der politischen Gefangenen in China auf mindestens 600 000.

Wider das Begehren des Volkes nach Demokratie veranstaltete Teng Kampagnen gegen "geistige Verschmutzung", "bürgerlichen Liberalismus" und "Verwestlichung".

Die "Demokratiemauer" in Peking mit ihren freimütigen Plakaten, die er erst nicht angetastet hatte, wurde beseitigt, nachdem im November 1978 über 10 000 erregte Wandzeitungsleser zum nahen Tienanmen gezogen waren und drei Stunden lang "mehr Demokratie" gefordert und gerufen hatten: "Wir widersetzen uns der feudalistischen Diktatur."

Das war eine fremde Welt für Teng, den Pragmatiker der Macht. Demokratie hieß für ihn eben Anarchie.

Innerhalb der letzten zweieinhalb Jahre stürzten nacheinander die beiden Partei-Generalsekretäre Hu und Zhao, weil sie bereit gewesen waren zu begreifen, daß die Gewährung zumindest begrenzter politischer Freiheiten unumgänglich wurde. Die Wirtschaftserfolge reichten nicht mehr, das Volk ruhig zu stellen, die ökonomischen Reformen griffen nicht mehr, ihre Schattenseiten wie Inflation und Wirtschaftskriminalität waren immer fühlbarer geworden. Als dann die Pekinger gewaltlos revoltierten, flüchtete Teng sich wieder zu den Generalen.

Nach dem Massaker herrschte in Peking, während in den Großstädten des ganzen Landes Demonstranten stürmten und Soldaten schossen, nun wirklich die von Teng so gefürchtete Anarchie. Die Regierung blieb verschwunden, sie hatte die Gewalt über die Truppe de facto preisgegeben. Nur ein Pressesprecher traf sich mit einigen ergebenen Landsleuten aus Redaktionen und höhnte, die Studenten, "kriminelle Elemente", hätten "bekommen, was sie verdienten".

Sicherheitschef Qiao, 64, erhielt eine Aufforderung des Obersten Gerichtshofs und mehrerer Provinzparteikomitees, die Ordnung wiederherzustellen - gegen die "Konterrevolution".

Über Premier Li berichtete die Hongkonger "Ming Bao", ein Leibwächter, dessen Verwandter im Massaker umkam, habe auf ihn geschossen, ihn aber nur leicht am Oberschenkel verletzt. Der Attentäter sei sofort niedergeschossen, seine Familie festgenommen, die anderen 170 Wachposten seien entwaffnet worden.

Am Donnerstag jedoch tauchte Li wieder auf. In der vom Volk befreiten Großen Halle des Volkes bedankte er sich bei seinen Einsatzgruppen: "Ihr habt hart gearbeitet, Genossen." Terror als Arbeit - solches hatte schon Hitlers SS rapportiert. Am Freitag zeigte sich im Fernsehen nach dreiwöchiger Abwesenheit auch der Oberste Befehlshaber Teng wieder, der Sieger - augenscheinlich kräftig und gesund.

"Was sind eine Million Tote", soll Teng gesagt haben, "China hat viele Menschen." Da enthüllte sich noch einmal, daß der Mann, der einmal als Anti-Mao das Erstaunen seines Volkes und der Welt erregt hatte, in Wahrheit immer ein Menschenverächter gewesen war, dem sein Lehrer Mao die Richtung gewiesen hatte.

Seinem ZK hatte Mao einmal gesagt, am chinesischen Kaiser Shi Huangdi, der vor 2000 Jahren 460 konfuzianische Gelehrte hatte lebendig begraben lassen, mißfalle ihm nur die Zahl - ihm behagten viel mehr: "Wir haben 46 000 begraben."

Mit dem Massenmord auf dem Tienanmen vernichtete Teng nicht nur den letzten Glauben an eine ferne Chance für den Kommunismus im Reich der Mitte, er gab auch den konservativen Genossen in den sozialistischen Staaten, die ihr überlebtes Herrschaftssystem auf die eine oder die andere Weise zu prolongieren suchen, ein böses Beispiel, was sich noch mit Militärgewalt erreichen läßt.

"Ähnliche Operationen" könne es auch woanders geben, kommentierte das ungarische Fernsehen bedeutungsschwer das Blutbad. Solche Leute wie "die Mörder in Peking", treue Anhänger dieser Art von Ordnung, gebe es "in großer Zahl auch in anderen sozialistischen Ländern".

Den Beherrschten aber mußte sich die Folgerung aufdrängen, daß Kommunisten, wenn es ernst wird mit der Demokratie, dazu neigen, in ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen: Das System ist, wenn überhaupt, wohl nur unter optimalen Bedingungen wandelbar.

Ein Menetekel selbst für Rußlands parlamentarischen Sozialisten Michail Gorbatschow, der immer häufiger sein Militär gegen die eigene Bevölkerung einsetzen muß - in Kasachstan und jetzt in Usbekistan, und allemal im Kaukasus, dessen drei Sowjetrepubliken unter Kriegsrecht stehen.

Als im April die Truppe in Tiflis gegen Hungerstreikende und waffenlose Demonstranten in ungewöhnlicher Brutalität mit Feldspaten und Giftgas vorging (21 Tote, 4200 Verletzte), folgerten sechs Volksdeputierte, die sich am Tatort umgesehen hatten: "Wir haben hier eine Schreckensvision erlebt, mit welchen Methoden die Perestroika beendet werden könnte."

Das Fernsehmagazin "Wsgljad" (Der Blick) sprach von einer "Hauptprobe, einer militärischen Operation, die jederzeit an anderem Ort und in voller Schärfe durchgeführt werden kann".

Im Moskauer Volkskongreß, dessen konservative Mehrheit dem Tiflis-Vollstrecker General Rodionow tobenden Applaus spendete, forderte ein baltischer Delegierter Garantien, daß es nicht "zum Umsturz in der Art Napoleons oder Pinochets" komme.

Gorbatschow selbst äußerte sich widersprüchlich. Gegenüber seinem deutschen Gast Hans-Jochen Vogel kommentierte er die Ausschreitungen von Tiflis so: "Mit der Machtfrage ist nicht zu spaßen."

Nie dürfe die Armee zur "Pazifikation" der Bevölkerung mißbraucht werden, verkündete er andererseits den Volksdeputierten in Moskau - doch zur Sicherung der Stabilität im Lande seien "alle Mittel" erlaubt. Aus demselben Grund begrüßte die DDR Tengs Gewaltaktion. Auch der hatte vorher die Anwendung "aller Mittel" angekündigt.

"Wie die Geschichte der Menschheit zeigt, führten stets die hart vor ihrem Untergang stehenden reaktionären Kräfte einen letzten Verzweiflungskampf gegen die revolutionären Kräfte." Das sagte der in diesen Dingen erfahrene Mao Tse-tung.

Er ließ die Rebellen aller Länder, so auch die Studenten von Peking, aber hoffen, weil allemal in der Geschichte der Feind der Revolutionäre "seiner Vernichtung entgegenging, sie selbst aber ihrem Triumph".


DER SPIEGEL 24/1989
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