10.04.1989

Dachkämmerchen der Wissenschaft

Die Katholische Universität Eichstätt hat von Norwegen 600 000 Doktorarbeiten geschenkt bekommen - ein einzigartiges Sammelsurium großer, skurriler und banaler Themen. Unter den Autoren sind Rosa Luxemburg und Gräfin Dönhoff, Albert Schweitzer und Kurt Tucholsky, aber auch der spätere Reichsaußenminister Stresemann, der über „Die Entwicklung des Berliner Flaschenbiergeschäfts“ zum Doktor der Philosophie promovierte.
Im Jahre 1816 zog der alte Geheimrat Goethe einen Jüngling ins Vertrauen. "Titel und Orden", erklärte er dem Maler Moritz Oppenheim, "halten manchen Puff ab im Gedränge." Sprach's und verlieh dem verblüfften Siebzehnjährigen im Namen seines Großherzogs den Titel "Professor".
Ein "Doktor" hätte es auch getan - doch den konnten weder Landesherr noch Dichterfürst aus dem Hut zaubern. Über die Verleihung des Doktorgrades wachten damals wie heute eifersüchtig die Hohen Schulen, und die hatten nicht einmal Goethe den Doktor-Titel gegönnt. Der Dichterfürst brachte es als Student der Jurisprudenz in Straßburg am 6. August 1771 nur zum " Lizentiaten", einem minderen Rang.
Mutter Goethe ließ sich dadurch aber nicht beirren. Sie sprach von ihrem Sohn seither nur noch als dem "Doktor" - denn das war und ist für Mütter und Schwiegermütter der schönste Titel weit und breit. Derzeit verleihen 90 bundesdeutsche Hochschulen den begehrten akademischen Grad, im vorletzten Jahr an rund 16 000 Studenten. Das summiert sich: Etwa jeder hundertste Deutsche ist ein Doktor, auch der Bundeskanzler Kohl.
Seit Jahrhunderten werden die Doktorarbeiten, so will es der akademische Brauch, dutzendweise gratis in alle Welt verschickt - um dort meist ungelesen zu verschimmeln. Die norwegische Universität Oslo zog 1986 aus dieser Misere die Konsequenz: Sie verschenkte rund 600 000 Dissertationen, zumeist deutsche, an die bayrische Katholische Universität Eichstätt.
Die Publikationen hatten in Skandinavien in einem alten Gemäuer rund zweieinhalb Kilometer Regal gefüllt. Jetzt sind sie der Schatz der kleinsten deutschen Universität, liebevoll gesichtet und demnächst dem interessierten Publikum zugänglich: ein kulturhistorisches Panoptikum von großen, skurrilen und banalen Themen aus drei Jahrhunderten deutscher Geistesgeschichte.
"De statu obligationis dividuae", deutscher Titel: "Eines angelegten Capitals oder dergleichen Schuld", Tübingen 1671, verhalf dem Cornelius de Doubler aus Hamburg zum Titel eines Doctor iuris. Es ist die älteste in Eichstätt aufgetauchte Arbeit, in klassischem Latein verfaßt.
Knapp 300 Jahre später schrieb sich der übergewichtige Alt-Abiturient Martin Bangemann aus Wanzleben bei Magdeburg an der ehrwürdigen Tübinger Juristen-Fakultät ein. 1963 promovierte er in München auf 99 Seiten über "Bilder und Fiktionen in Recht und Rechtswissenschaft". Dem einleitenden Klage-Satz werden alle Zuhörer des späteren FDP-Vorsitzenden und Rhetorikers Bangemann zustimmen:
Der Versuch, die Bedeutung eines Wortes zu bestimmen, muß sich mit einer eigentümlichen Schwierigkeit auseinandersetzen: man glaubt, eine deutliche Vorstellung von dem betreffenden, durch das Wort bezeichneten Begriff zu haben, jedoch umfaßt eine diese Vorstellung befriedigende Definition nicht den ganzen Sinngehalt des Begriffs; eine andere wiederum, welche die Vielfalt an Bedeutungen in sich bergen könnte, wird als zu unbestimmt empfunden, weil sich mit ihr keine deutliche Vorstellung mehr zu verknüpfen vermag.
In München hat 1905 schon Bangemanns großes Vorbild, der Liberale Theodor Heuss, deutscher Bundespräsident von 1949 bis 1959, promoviert. Der Doctor philosophiae wählte sich "Weinbau und Weingärtnerstand in Heilbronn am Neckar" zum Thema. In blumigen Wendungen schwätzt der Schwabe von der "kulturellen Eigenart des Weingärtnerstandes meiner Heimatstadt", vom "aufblühenden kommerziellen und gewerblichen Leben" dortselbst und dem "markanten Kulturprofil" der Weingärtner.
Zur gleichen Zeit erkannte der Leipziger Student Gustav Stresemann, Sohn eines Biergroßhändlers, daß auch "die Entwicklung des Berliner Flaschenbiergeschäfts" zwingend eines philosophischen Doktor-Traktats bedürfe. Zutreffend diagnostizierte der spätere Reichsaußenminister, daß "die Vorbedingung jedes Flaschenbiervertriebes die Möglichkeit des Abzuges von Bier auf Flaschen" sei, jedoch müsse immer bedacht werden: "Die Natur des Bieres ist dabei das Entscheidende."
Weinfreund Heuss, Biertrinker Stresemann und der Rechtsphilosoph Bangemann kamen nicht mehr in den Genuß der persönlichen Vorrechte des niederen Adels, etwa eines bevorzugten Gerichtsstandes, wie er den Gelehrten bis in die Neuzeit hinein gewährt wurde. Davon profitierte ihr Altvorderer Johann Christian Hendel(ium), der 1722 in Halle zum Doctor iuris aufstieg mit einer lateinischen Arbeit "De conjugio maris pauperis, et foeminae locupletis"*. Auf dem Titelblatt ist zu lesen, daß Hendel den Wahrheitsbeweis für ein deutsches Sprichwort erbringen will: "Geld schadet der Liebe nicht."
Doch so genau wollte das wohl niemand wissen. Die Doktorarbeit hat bisher keinen einzigen Leser gefunden. Ihre Quartbögen sind, seit 267 Jahren, unaufgeschnitten.
Auch Hermann Holzbauer, Eichstätts Leitender Bibliotheksdirektor, hat die Defloration noch mal zurückgestellt. Dem 50jährigen Bajuwaren - er promovierte auf 544 Seiten über "Mittelalterliche Heiligenverehrung" - verdankt die kleine Bischofsstadt den skandinavischen Schatz. Als Holzbauer im Oktober 1986 von der norwegischen Absicht erfuhr, zockte er dem Eichstätter Uni-Kanzler sofort einige tausend Mark Bargeld ab, lud drei Helfer in sein Auto und eilte ungesäumt nordwärts.
Noch heute gruselt es Holzbauer bei der Vorstellung, irgendwelche Antiquare hätten ihm zuvorkommen, die unersetzlichen Schriften kiloweise ersteigern, nach prominenten Namen ausflöhen und dann den Rest verramschen können. "Man muß schnell sein", erläutert der vitale Bücherfreund seine für einen beamteten Bibliothekar höchst untypische Grundüberzeugung. Noch in Norwegen entdeckte er die verschollene Dissertation seines Großvaters. Nach drei Wochen kehrte die Expedition, mit drei Schwerlastwagen im Schlepp, aus Oslo zurück.
Seither hat Holzbauer jede gerettete Dissertation in die Hand genommen und aus den 600 000 Exemplaren zwei Häufchen gebildet: 147 000 Schriften, die für Eichstätts derzeit 2200 Studenten - Geisteswissenschaftler, Theologen, Lehramtskandidaten und demnächst auch Betriebswirte - von Interesse sein könnten, gliederte er seiner neuerrichteten Bibliothek, einem Schmuckstück am Altmühl-Ufer, ein.
Im Namen der Katholischen Universität (die wegen ihrer exzellenten Arbeits- und Lebensbedingungen als studentischer Geheimtip gilt) legte Holzbauer seine Hand auch auf alle Arbeiten später prominent gewordener Autoren und auf die besonders kuriosen und seltenen Exemplare. Holzbauer nennt sie "Scurrilia und Rara".
Eine neue Heimat gefunden haben viele längst verschollene Dissertationen aus den alten deutschen Universitäten Königsberg, Dorpat und Breslau. In Eichstätt wieder aufgetaucht sind auch "Rara" aus ehemaligen Universitäten, deren Namen keiner mehr nennt - Rinteln in Niedersachsen, Helmstedt, Frankfurt an der Oder und drei bayrische Hohe Schulen in Ingolstadt, Landshut und Altdorf bei Nürnberg. Die Kleinkunst wird von Holzbauers Crew gegenwärtig "maschinenlesbar" archiviert, damit der Interessent "bald von seinem PC aus zugreifen" kann.
Der große Rest wurde unlängst nach Ulm expediert. Dort baut der badenwürttembergische Ministerpräsident Späth ein "Wissenschaftszentrum", dem alte Dissertationen auch gut anstehen werden. Zumeist handelt es sich um medizinische und juristische Arbeiten, deren wissenschaftlicher Wert unter Akademikern eher gering eingeschätzt wird.
Tausende von Heilkundigen promovierten im vergangenen Jahrhundert über die Vorsteherdrüse Prostata, die Abtreibung und die Geisteskranken. Dabei suchte fast jeder angehende Doktor durch Staatstreue und Borniertheit zu glänzen. "Über die wegen Befreiung vom Militairdienst vorgeschützten Krankheiten und deren Enthüllung" wurde 1857 in Marburg doktoriert. "Dummheit, Blödsinn (Stupiditas)", auch "Verstandesschwäche bis zur völligen Geistlosigkeit" könne der Rekrutierungsarzt dem Simulanten am Gesicht ansehen, fand der Medikus Heinrich Daniel heraus.
Mit Sieg Heil und Tschingderassabum zogen die Ärzte auch ins Dritte Reich. Ihre Themen: "Über die rassenbiologische Wirkung der akademischen Frauenberufe mit besonderer Berücksichtigung der Ärztinnen und Zahnärztinnen" (München, 1933); "Die Entmannungen in Mainfranken in den Jahren 1934 - 1936" (Würzburg, 1937); "Die Hygiene in den Zeltlagern der Hitler-Jugend" (Marburg, 1939); "Über 185 Sterilisierungen wegen schweren Alkoholismus" (Erlangen, 1939).
Kriminalistischen Eifer entwickelten die Doctores medicinae immer dann, wenn es Schwangeren nachzuspüren galt. "Läßt sich ein neugeborenes Kind unauffällig verbrennen?" wurde in Heidelberg gefragt; richtige Antwort: Ja, das "ist in einem gewöhnlichen Zimmerofen möglich".
Ferdinand Sauerbruch, der berühmteste deutsche Arzt dieses Jahrhunderts, ist mit seiner bescheidenen kleinen Doktorarbeit (Leipzig, 1902) nun auch wiederaufgetaucht. Der gebürtige Barmer war schon als Schüler so schlecht benotet, daß er den heutigen Numerusclausus-Anforderungen für Medizinstudenten niemals gerecht geworden wäre. Auch seine Dissertation läßt den großen Chirurgen noch nicht ahnen. Er promoviert über einen Fall von kindlicher Knochenerweichung und teilt den Lesern am Ende schlicht mit: "Wir fanden bei unserer Arbeit nichts Neues."
Auf den Ausbau eines eigenen Dachkämmerchens im großen Lehrgebäude der Wissenschaft verzichten auch die meisten Söhne der zu Geld gekommenen Bourgeoisie, die jungen Herren aus den Häusern Mannesmann, Maffei, Werthheim oder Borsig. Ein dünnes Brett bohrt 1933 der Diplomvolkswirt Peter von Siemens. Er analysiert die "Versorgung Stettins mit Fleisch und Milch" in den Jahren 1930 bis 1932; Uni-Urteil: "gut".
Während seines Nachdenkens über "Die Diskontierung von Buchforderungen" hat Iwan Herstatt aus Köln am Rhein allen Bankiers und Kaufleuten eine Lebensregel hinterlassen: "Das Bürgerliche Gesetzbuch", so schreibt er 1911 in seiner Würzburger Dissertation im ersten Paragraphen über Wesen und Arten des Kredits, "geht also davon aus, daß der Barverkehr, d. h. der Austausch von Leistung und Gegenleistung, Zug um Zug das Regelmäßige sei."
Sein Nachkomme, der 1974 mit der Herstatt-Bank den größten Crash der deutschen Nachkriegsgeschichte hinlegte, hat die Mahnung nicht beherzigt.
Ins Große und Weite spekuliert 1934 der Hamburger Rechtsanwalt Gerd Bucerius. Er promoviert über das "Beschlagnahmerecht" im Weltkrieg, besonders über den Zeitpunkt des Eigentumsverlustes. Der spätere Presselord ("Zeit", "Stern") erkannte hellsichtig, daß es "bis zur internationalen Reglementierung des Wirtschaftskrieges noch ein weiter Weg" sei:
Eine Richtlinie für zukünftige Gesetzgebungsfälle aufzustellen, verbietet die Natur der Sache. Die Erörterung dessen, was als Mindestmaß an Schutz für das private Vermögen in zukünftigen internationalen Streitigkeiten gefordert werden muß, ist hier nicht am Platze. Wenn sie nicht durch Konventionen gebunden ist, wird jede Regierung im Kriegsfalle das tun, was sie im Interesse der Verteidigung für zweckmäßig erachtet.
Im Jahr darauf erlangte in Basel die ostpreußische Landadlige Marion Gräfin Dönhoff die "Würde eines Doktors der Staatswissenschaften". Die 26jährige Studentin hatte sich schon damals ihrem Lieblingsthema gewidmet, den Dönhoffs und deren Situation im Mahlstrom der Zeit. "Entstehung und Bewirtschaftung eines ostdeutschen Großbetriebs" hieß das Thema, und im letzten Absatz weht der Atem der Geschichte, so wie später in jedem Leitartikel der "Zeit"-Chefredakteurin:
Seit die alte soziale Gliederung aufgehoben ist, und die starren Grenzen einer ständischen Ordnung zu fließen beginnen - seit der Offizier- und Grundbesitzerstand für jeden zugänglich wurde und sich die Landwirtschaft von dem Begriff des geschlossenen selbständigen Organismus immer mehr zu dem eines industriellen Produktionsmechanismus entwickelte, war es eine Selbstverständlichkeit geworden, daß auch der Junker ein bürgerliches Handwerk ergriff. Es galt für ihn jetzt, sich zu bewähren in dem allgemeinen Existenzkampf, ohne Privileg, ohne Rücksicht, aber auch ohne eine besondere Aufgabe im Dienste der Allgemeinheit. - So wurde der Junker und mit ihm der landwirtschaftliche Betrieb hineingestellt in die beginnende Konkurrenzwirtschaft, in der es nur noch einen Maßstab gab: die Verzinsung, und nur noch eine Gewähr für Erfolg: die Rentabilität.
Andere große Geister der Zeitgeschichte haben sich beim Promovieren noch sehr bedeckt gehalten. Der Revolutionsführer Karl Liebknecht schrieb 1897 eine stinklangweilige Jura-Dissertation über "Compensationsvollzug und Compensationsvorbringen nach gemeinem Rechte". Kurt Tucholsky, die freche Berliner Schnauze, wurde 1915 Dr. jur. mit einer "Vormerkung aus 1179 BGB und ihre Wirkungen".
Häufig läßt sich schon aus der Dissertation erkennen, was aus dem Studiosus später werden könnte: Uwe Barschel promovierte 1971 in Kiel zum Philosophen mit seiner Arbeit über "Die Stellung des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein unter besonderer Berücksichtigung der Lehre von der Gewaltenteilung", vergaß letztere jedoch bald wieder. August Geislhöringer, Bayernpolitiker und Widerpart der CSU, wurde 1959 im Spielbankenprozeß zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. In seiner Dissertation steht: "Allmächtig ist aber auch die Rechtsordnung nicht." München, 1914.
"Beeindruckende Tiefe und Reife, und das in jungen Jahren", attestiert Bibliothekschef Holzbauer vor allem den Doktorarbeiten von Frauen, die vor dem Ersten Weltkrieg gegen den Widerstand der Gesellschaft promovierten, und den Arbeiten deutscher Naturwissenschaftler, von denen es viele zum Nobelpreis brachten.
An den meisten deutschen Universitäten gab es zu Kaisers Zeiten fast keine Studentinnen. Refugium der bildungshungrigen Töchter war die Schweiz. An der Universität von Bern brachten es Frauen schon um 1870 zu akademischen Doktor-Ehren. Ihre Arbeiten zeugen allesamt von ernsthaftem Engagement für die Armen und Rechtlosen.
1898 erlangte "Rosa Luxemburg aus Warschau" von der "hohen staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich" die Doktorwürde. Ihre Dissertation befaßte sich mit der "Industriellen Entwicklung Polens", ist eine einzige Anklage gegen Bourgeoisie und Zarentum und gipfelt in der pathetischen Prognose:
Die kapitalistische Verschmelzung Polens und Rußlands erzeugt als das Endresultat, was in gleichem Maße von der russischen Regierung, der polnischen Bourgeoisie und den polnischen Nationalisten außer Acht gelassen wird: die Vereinigung des polnischen und des russischen Proletariats zum künftigen Syndikus bei dem Bankrott zuerst der russischen Zarenherrschaft, und dann der polnisch-russischen Kapitalherrschaft.
Die Fakultät war es zufrieden. Sie verlieh der galizischen Jüdin ihr höchstes Prädikat, ein "summa cum laude", ausgezeichnet. So geehrt, zog Rosa Luxemburg in den politischen Kampf nach Berlin, wo sie zwei Jahrzehnte später von Soldaten der preußischen Gardekavallerie-Schützendivision ermordet wurde.
"Es gibt Fragen", sinniert 1900 der evangelische Vikar Albert Schweitzer in Straßburg, "welche in dem Denken der Menschheit auftauchen, das volle geistige Interesse einer Epoche in Anspruch nehmen und dann wieder zurücktreten, ohne ihre Lösung gefunden zu haben und ohne daß es klar ist, wie sie ungelöst an Interesse verlieren konnten." Im Falle Schweitzers, der schon als 23jähriger in Paris zum philosophischen Doktor avanciert war, handelte es sich um das "Abendmahlsproblem" und den Dr. theol. Später studierte der Theologe noch Medizin, promovierte schließlich zum dritten Mal und verschwand nach Lambarene in Afrika, ein Mythos schon zu Lebzeiten.
Aus den unergründlichen Tiefen des skandinavischen Doktor-Lagers tritt jetzt auch eine rare Dissertation ans Licht, die den weltweit beliebtesten Gelehrten des Jahrhunderts auf besonders sympathische Weise spiegelt: Albert Einsteins Opus "Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen", Zürich, 1905. Auf 16 Seiten rechnet der Physiker so lange am Zuckermolekül herum, bis alle - unverständlichen - Integrale zueinanderpassen und das Ergebnis vier Männer "befriedigt" haben muß: die beiden Doktorväter, sodann Einsteins Freund Dr. Marcel Grossmann (dem die Dissertation gewidmet ist, statt den lieben Eltern, wie gewöhnlich) und Albert Einstein selbst, den 26jährigen "Technischen Experten III. Klasse" am eidgenössischen "Patentamt für geistiges Eigentum" in Bern.
Im selben Jahr entdeckt Einstein noch die Lichtquanten (dafür gibt es 1921 den Nobelpreis) und die Relativitätstheorie. E = mc2 macht ihn berühmt, die Doktorarbeit sinkt in Vergessenheit. Sie war das Werk weniger Tage und enthält keinen einzigen Literaturhinweis - Albert Einstein ist alles selbst eingefallen. #

DER SPIEGEL 15/1989
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