17.07.1989

„Das hätten die Bullen nicht machen sollen“

Was bei der Gladbecker Geisel-Affäre alles schieflief (IV): Das Fiasko der Bremer Polizei
Mittwochmorgen, 17. August 1988, kurz vor acht: Silke Bischoff und Ines Voitle besteigen im Bremer Vorort Kattenesch einen Bus der Linie 53, der sie in den Stadtteil Huckelriede bringt. Von dort erreichen sie mit der Straßenbahn Linie 1 die Innenstadt.
Die Mädchen sind auf dem Weg zur Arbeit. Ines Voitle, 18, lernt Verkäuferin in einer Zoohandlung, füttert Goldhamster und Karnickel, säubert Vogelbauer und Schlangenkäfige. Silke Bischoff, 18, die nach der Mittleren Reife die Höhere Handelsschule absolviert hat, will Staatsanwaltsgehilfin werden. Sie muß zum Bremer Amtsgericht. Dort tippt sie in Zimmer 245, Abteilung Zivilsachen, tagsüber Protokolle und Aktennotizen.
Ines und Silke kennen sich seit frühester Kindheit. Sie wohnen nur ein paar Gehminuten auseinander, haben beide die Grundschule in Bremen-Kattenesch besucht.
Die Lebensläufe der beiden Freundinnen ähneln sich. Der Vater von Ines starb, als sie gerade drei Jahre alt war. Mit dem Freund ihrer Mutter hat sie sich nicht besonders gut verstanden. Auch Silke Bischoff ist ohne Vater aufgewachsen. Ihre Mutter hat einen anderen Mann geheiratet, lebt in einem Neubauviertel am anderen Ende der Stadt.
Ihren leiblichen Vater, einen Bremer Kapitän, hat Silke seit Jahren nicht gesehen. Gemeinsam mit Ines wollte sie ihn schon lange einmal besuchen. "Sie traute sich aber nicht", sagt Ines Voitle, "weil sie Angst hatte, daß er sie nicht erkennt und dann sagt: Was willst du hier, ich will dich nicht sehen."
Seit ihrem fünften Lebensjahr lebt Silke Bischoff bei ihren Großeltern im grünen Wohnviertel Kattenesch. Heinrich Bischoff, ein pensionierter Polizeibeamter, bietet ihr in seinem Eigenheim Geborgenheit. Silke hat ein holzgetäfeltes Zimmer mit Ledersofa und Schminktisch, Heimorgel und Yuccapalme. "Wir waren praktisch ihre Eltern", beschreibt der Großvater das Verhältnis zur Enkelin, "als sie aus dem Haus ging, hat sie noch ,Tschüs' gesagt. Ist das jetzt alles, was bleibt - ein ,Tschüs'?"
Nach Dienstschluß bummelt Silke Bischoff an diesem Tag zunächst durchs Bremer Szene-Viertel am Ostertor, vorbei an Kneipen und kleinen Alternativläden. Dann holt sie Ines, die später Feierabend hat, in der Zoohandlung ab. "Hätte sie nicht auf mich gewartet", grübelt Ines Voitle noch heute, "wäre sie ja viel früher zu Hause gewesen."
So aber machen sich die beiden, kurz nach 18 Uhr, auf den Heimweg. Von der Geiselnahme in Gladbeck, über die seit 34 Stunden im Rundfunk berichtet wird, haben die Mädchen nichts mitgekriegt. Sie freuen sich auf einen gruseligen Abend bei Ines zu Hause, wollen sich einen ausgeliehenen Horror-Videofilm ansehen.
Doch der Schocker aus der Kassette entfällt. Statt dessen werden Ines und Silke selber Hauptdarstellerinnen einer Horror-Show, die Millionen Fernsehzuschauer entsetzt und fesselt.
Noch agieren Täter und Opfer, die sich nicht kennen und auch nichts voneinander wissen, kilometerweit entfernt. Die Bankräuber Hans-Jürgen Rösner, 32, und Dieter Degowski, 33, telephonieren aus einem türkischen Gemüseladen im Stadtteil Huckelriede mit der Polizei. Ines Voitle und Silke Bischoff fahren mit der Straßenbahn Linie 1 zum Busbahnhof Huckelriede. Dort steigen sie, wie jeden Tag, in den fast vollbesetzten Bus der Linie 53.
Von ihrer Sitzbank aus hören die Frauen, wie ein Beschäftigter der Bremer Straßenbahn AG aufgeregt in sein Handfunkgerät schreit, daß "da welche rumschießen". Sie bekommen selber mit, wie es knallt. "Aber ausgestiegen sind wir nicht", berichtet Ines, "die Schüsse klangen so weit weg, und wir haben auch niemanden gesehen."
Weil Busfahrer Wolfgang Schweickart, 36, genau in die Richtung fahren müßte, aus der die Schüsse kommen, weigert er sich zu starten: "Ich fahr nicht los. Ich bin doch nicht lebensmüde." Und mit dem Bus einfach in die entgegengesetzte Richtung abhauen, das macht der pflichtbewußte Bedienstete nicht, das ist "vorschriftswidrig".
Erst als er die Geiselnehmer mit ihren Pistolen fuchtelnd auf den Bus zumarschieren sieht, gibt Schweickart Gas. Aber korrekt, wie er nun mal ist, will er nicht bei Rot über die Kreuzung fahren, bleibt nach wenigen Metern wieder stehen. Als die Ampel grünes Licht zeigt, ist es zu spät.
Mit seinem Colt Government zielt Rösner an der Bustür auf den Fahrer, zwingt Schweickart, die Tür zu öffnen. Den entsetzten Fahrgästen erklärt Rösner, daß sie "alle Geiseln" seien. Wenn sie sich aber ruhig verhielten, "dann passiert auch nichts". Ines Voitle hat "die Gefahr zunächst nicht richtig begriffen", sie "war wie gelähmt".
Hilflos sehen auch zahlreiche Polizisten zu, wie Rösner und Degowski mit ihrer Komplicin Marion Löblich und den beiden Bankgeiseln Andrea Blecker und Reinhold Alles kurz nach 19 Uhr den Bus entern. Aus Angst, von Schüssen der unberechenbaren Täter getroffen zu werden, verlassen einige Beamte sogar ihre Beobachtungsposten.
Fernsehteams, Rundfunkreporter und Photographen, die den Tätern seit Stunden hinterherfahren, zeigen und schildern einem Millionenpublikum, wie die Gangster seelenruhig Plastiktüten mit dem geraubten Geld, Bierbüchsen und Buletten aus ihrem Fluchtwagen in den Bus umpacken.
Wenige Minuten vor der Buskaperung trifft der Bremer Kripochef Peter Möller, 48, eine folgenschwere Entscheidung. Um 18.58 Uhr übernimmt er, nach Absprache mit seinem Gladbecker Kollegen Friedhelm Meise, die Einsatzleitung. Nachdem die nordrhein-westfälische Polizei mehrere gute Möglichkeiten verpaßt hat, die Geiselnahme zu beenden, tragen jetzt die Bremer die Verantwortung.
In der Hansestadt sind Politiker und Polizei weder personell noch technisch auf die Krisenlage vorbereitet. Innensenator Bernd Meyer, 42, ist nicht vom Fach. Der gelernte Lehrer, elf Monate zuvor noch Bausenator, ist bei einer Kabinettsumbildung ins Innenressort gewechselt.
Am Tag der Buskaperung steht Meyer zudem ohne eingespielte Polizeispitze da. Polizeipräsident Ernst Diekmann, 63, der hinterher die Geiselaffäre analysieren läßt und gravierende "Führungsfehler" seiner Beamten bestätigt, macht Urlaub. Auch auf den Abteilungsleiter für Polizeiorganisation und Einsatz in der Innenbehörde, Rolf Lüken, kann Meyer nicht bauen. Er ist ebenfalls in den Ferien.
Auf den Rat seines erfahrenen Stellvertreters, des Senatsdirektors Hans-Jürgen Kahrs, muß Sozialdemokrat Meyer ebenfalls verzichten. Weil er mit dem dienstältesten Innenstaatssekretär menschlich nicht klargekommen ist, hat er Kahrs eine Woche vor dem Geiseldrama gefeuert. Der Nachfolger hat seinen Dienst noch nicht angetreten.
Und Kripochef Möller, der seinen Posten nicht zuletzt seiner SPD-Zugehörigkeit verdankt, erweist sich in den Stunden höchster Anspannung als verhängnisvolle Fehlbesetzung. Statt im Krisenstab ruhig und sachlich Anweisungen zu geben, verfällt der Einsatzleiter in Hektik und Aktionismus. Mal macht er Telephondienst, mal hockt er sich vors Funkgerät. Dann wieder kümmert er sich in mehreren Gesprächen um den Ablauf einer Pressekonferenz.
Ein Führungsstab, wie ihn die Polizeidienstvorschrift 132 bei Geiselnahmen vorschreibt, wird nicht gebildet. Im Lagezentrum des Bremer Polizeipräsidiums tummeln sich Polizeiführer, Landespolitiker und Leute, die dort eigentlich nichts zu suchen haben.
Senator Meyer eilt mit Untergebenen herbei, weil er "Kontrollfragen" stellen will: "Ich war emotional der Meinung, daß der Senator in einer solchen Situation bei seiner Polizei sein muß." Zur "moralischen Unterstützung" trudelt Bürgermeister Klaus Wedemeier, 44, ein. Daß auch sein Fahrer bei der Einsatzleitung sitzt, wundert Wedemeier später selber: "Wer ihn reingelassen hat, weiß ich nicht."
Im Lagezentrum herrscht Durcheinander. Der Einsatzleiter, mal hier, mal da, hat für seine Kollegen kaum Zeit. Es gibt keinen geregelten Informationsaustausch, keine Lagebesprechungen und keine klaren Aufträge.
Der pensionierte Bremer Generalstaatsanwalt Günter Wendisch, der im Auftrag des Senats hinterher die Polizeipannen untersucht, kommt in seinem Bericht zu einer vernichtenden Bilanz: "Von einer Leitung durch den Polizeiführer war nichts zu spüren."
Das bestätigt auch der Bremer Polizeioberrat Hartmut Schmöe: Möller habe "von Anfang bis Ende mit einem völlig unzureichenden und zudem isolierten Führungsorgan" improvisiert, sein "Modell" habe "letztlich zum Fiasko" geführt. Möller über seinen Einsatz: "Im nachhinein fällt es mir wie Schuppen von den Augen - die Stabsarbeit war nicht das Gelbe vom Ei."
Schon bei der Übernahme der Einsatzleitung ist Möller nicht im Bilde. Zwar ordnet er kurz vor 19 Uhr an, die Haltestelle in Huckelriede von Bussen und Bahnen zu räumen, und erleichtert nimmt er über Funk die Vollzugsmeldung entgegen. Doch als er Minuten später von der Buskaperung erfährt, ist Möller völlig überrascht: "Ich habe erst gedacht, das ist ein übler Scherz, das konnte doch gar nicht sein."
Im Bus spüren die Fahrgäste, wie ernst ihre Situation ist. Die Bankräuber scheuchen die rund 30 Männer, Frauen und Kinder mit vorgehaltener Waffe in den hinteren Teil des Busses, zwingen sie, sich als Kugelfang aufrecht hinzusetzen - um selber vor Polizeischüssen sicher zu sein.
Einige der Opfer versuchen, aus der Falle zu entkommen. Und nach Gutdünken sortieren die Täter, wer den Bus verlassen darf.
Ein Pensionär, der um sein Leben fürchtet, drängelt sich zu Degowski vor, zeigt ihm seinen Behindertenausweis. Wie ein Beamter kontrolliert der Gangster das Papier, weist mit gönnerhafter Geste zur Tür: "Raus." Rösner geht auf eine ältere Frau zu, die vor Angst zittert und nicht mehr ruhig sitzen kann. In versöhnlichem Ton bestimmt er, "daß die Oma abhauen" kann.
Auch Komplicin Marion Löblich, die jetzt im Bus zum ersten Mal eine Waffe in der Hand hat, gibt sich großzügig. Sie hat Mitleid mit einem fast 80jährigen Witwer, der klagt, daß er "schwer herzkrank" sei und "nur noch von Tabletten lebe". Der Mann darf gehen.
Glück hat auch Busfahrer Schweickart. Er pocht selbst in dieser Situation darauf, daß er "eigentlich Feierabend" habe. Und Rösner, der verstehen kann, daß der Mann für wenig Lohn nicht auch noch Überstunden machen will, entläßt den Fahrer: "Wer Feierabend hat, hat Feierabend."
Nachdem seine Komplicen auch noch einen kleinen Jungen und einen älteren Mann freigeben, bekommt Rösner Angst, "daß mir alle davonlaufen". Mit lauter Stimme befiehlt er: "Jetzt kommt keiner mehr raus." Drinnen bleiben müssen auch der Bankkassierer Reinhold Alles und seine Kollegin Andrea Blecker, die seit fast 36 Stunden in der Gewalt von Rösner und Degowski sind. Alles muß das Beute-Geld zählen und überprüfen, "ob die da nicht Wanzen versteckt haben" (Rösner). Geisel Blecker kauert sich auf einen Sitz und schluchzt. Beide hatten fest mit ihrer Freilassung gerechnet.
Die Davongekommenen werden vor dem Bus von Journalisten und Neugierigen bedrängt. Polizisten sind kaum zu sehen. Zwar hat Einsatzleiter Möller angeordnet, die Bushaltestelle weiträumig abzusperren. Doch zwei Hundertschaften der Polizei, die abriegeln sollen, werden erst eine Stunde nach der Buskaperung alarmiert.
"Da werden immer noch Fußgänger reingelassen, das kann doch wohl nicht angehen", erregt sich ein im Hinterhalt lauernder Polizeispäher eine knappe halbe Stunde nach dem Busnapping über Funk.
Es ist schier unglaublich: Ein Junge mit Fahrrad rollt zur geöffneten Bustür und starrt auf die bewaffneten Gangster. Ein junger Mann bietet den Busbesetzern an, Getränke zu beschaffen, und wird erst von Polizisten aufgehalten, als er mit einem Arm voller Cola-Dosen zurück zu den Tätern will.
Ein Betrunkener macht sich an Rösner ran: "Du Arsch, was machst du hier? Hast du was zu rauchen?" - und bekommt eine angebrochene Schachtel "West". Ein Ausländer steigt zu den Geiseln in den Bus und geht Rösner um 100 Mark an, weil er "Sozialhilfeempfänger" sei und "morgen heiraten" wolle; er kriegt aber nichts, weil Rösner das "alles unglaubwürdig" findet.
Ungehindert können Photographen und Kameraleute in den Bus klettern, die verängstigten Insassen filmen und interviewen. Auch ein als Pressemann getarnter Polizeibeamter schleicht sich an, meldet seinen Kollegen draußen, wie es drinnen aussieht.
Zum Lieblingsmotiv der Journalisten wird ein Geschwisterpaar, das sich angstvoll aneinanderklammert und die letzten gemeinsamen Stunden erlebt. Beschützend hat der schmächtige italienische Schüler Emanuele de Giorgi, 15, den Arm um seine kleine Schwester Tatiana, 9, gelegt - ein Bild, das Millionen TV-Zuschauer anrührt.
Die Täter nutzen das polizeiliche Chaos, beziehen Berichterstatter in ihre Aktionen ein, machen einige von ihnen zu Handlangern. Vertrauen fassen sie zu dem Photographen Peter Meyer, 38, den "journalistische Neugier" zum Bus treibt. Weil die Polizei nicht fähig oder nicht willens ist, den Geiselnehmern einen Ansprechpartner zu stellen, übernimmt Meyer die Rolle des Mittlers.
Vor laufender Kamera berichtet der Photoreporter, was die Täter als Gegenleistung für die Freilassung aller Geiseln verlangen: ein nicht präpariertes Fluchtfahrzeug, einen unbewaffneten und gefesselten Polizisten sowie Handschellen für eine weitere Geisel.
Die Opfer im Bus hoffen, daß die Polizei einen Freiwilligen findet und zum Austausch anbietet. Verbittert registrieren sie, daß kein Beamter kommt. "Wir dachten, es traut sich niemand", erinnert sich Ines Voitle an die Situation im Bus.
Doch die Bremer Einsatzleitung scheut das Risiko, lehnt das Angebot ab. Auch Innensenator Meyer ist gegen den Austausch. "Das wäre ein Todeskommando gewesen", rechtfertigt später Bremens Bürgermeister Wedemeier (SPD) die Entscheidung.
Bestärkt wird Meyer durch einen Anruf seines nordrhein-westfälischen Innenminister-Kollegen Herbert Schnoor (SPD). Der fühlt sich "mitverantwortlich" für das Dilemma, in dem die Bremer nun stecken, und rät, nach Rücksprache mit dem Gladbecker Führungsstab, von einem Austausch ab.
Weil die Polizei die Forderungen der Täter einfach ignoriert und sich noch nicht mal ein Vermittler vorwagt, will Rösner "jetzt nur noch durch die Medien sprechen". Rund 13 Millionen Zuschauer verfolgen an diesem Abend vor ihren TV-Geräten, wie der tätowierte Rösner, mit verschwitztem Haar und der Pistole in der Hand, mehrere Meter vom Bus entfernt und umringt von Journalisten wie Schaulustigen, dem Radio-Bremen-Fernsehreporter Günter Ollendorf ein denkwürdiges Interview gibt.
Mit einem Gemisch aus Gefühlskälte und Unverfrorenheit, wütend und wehleidig zugleich, redet Rösner vor der Kamera über seine Vergangenheit und Zukunft:
Ja, wir haben abgeschlossen mit dem Leben. Wir sind jetzt über 30 Stunden auf der Flucht, und die verfolgen uns dauernd da, die Bullen, und die sind ziemlich fertig, die beiden Bankangestellten, und vor allem die Frau, die möchte nach Hause und so. Und wir waren heute bereit gewesen, beide wegfahren zu lassen.
An "Aufgeben" denke er "auf keinen Fall", einen Polizeiangriff, tönt Rösner, fürchteten sie nicht.
Ich kann Ihnen konkret sagen, wie das dann abläuft. Dann knallt es da drin - und vor allem mein Kumpel ist brandgefährlich . . . Ich habe elf Jahre Knast weg . . . Ich war von Anfang an im Erziehungsheim da, und solche Scheiße alles, und ich scheiß' auf mein Leben. Und das mein' ich ganz im Ernst.
Kaltschnäuzig reagiert Rösner auf die Frage, ob er denn nicht Mitleid mit den unschuldigen Opfern habe: "Kann ich nichts für." Wie es weitergeht, weiß er auch nicht. "Wir warten jetzt erst einmal, was da abläuft so." Und wie um sich selber Mut zu machen, liefert er den Kameraleuten eine Szene, wie sie bis zu diesem Moment im Fernsehen noch nie live zu sehen war. Mit den Worten: "Für mich ist das absolut sicher, daß ich davonkomme - sonst diesen hier", schiebt er sich demonstrativ und mit verächtlichem Gesichtsausdruck den Lauf seiner Pistole in den Mund.
"Abenteuerlich, makaber und wenig mit den ethischen Grundsätzen des Journalismus vereinbar", verurteilt die Gewerkschaft Deutsche Journalisten-Union später das Bildschirm-Spektakel.
Auch der Deutsche Presserat, eine Art Ehrengericht des Journalismus, moniert die Interviews mit den Geiselnehmern. Zudem hätten die Reporter mit ihren eigenmächtigen Vermittlungsversuchen "die Grenzen ihres gesellschaftlichen Auftrags überschritten".
An diesem Abend lamentierte Moderatorin Sabine Christiansen in den ARD-"Tagesthemen" über die Gewissensbisse der Redaktion, den Rösner-Auftritt ("schier unglaublicher Zynismus") auszustrahlen - und präsentiert die Szene. Ehrlicher kommentiert Radio-Bremen-Chefredakteur Ulrich Kienzle das Live-Interview, er hält es für "richtig, dieses abschreckende Dokument der Menschenverachtung zu senden".
Das ZDF bringt den ARD-Beitrag ebenfalls. Die Konkurrenten schneiden die Szenen kurzerhand mit, als sie von Radio Bremen per Funk zur Tagesschau nach Hamburg überspielt werden.
Die Polizeiführer im Bremer Lagezentrum bekommen erst durch die Fernsehbilder einen realistischen Eindruck von dem Tohuwabohu an der Bushaltestelle.
Im Polizeihaus Am Wall, wo ebenfalls chaotische Zustände herrschen, bricht die Technik zusammen. Schon am Morgen ist der Fernschreibrechner, eine Uraltanlage, für die es nicht mal mehr Ersatzteile gibt, ausgefallen. Auch das Notgerät geht kaputt. Die Mithöranlage für Telephongespräche funktioniert ebenfalls nicht. Und direkt nach draußen telephonieren können die Führungsbeamten aus dem Lagezentrum auch nicht: Jedes Gespräch, umständlicher geht's nicht, muß über die Vermittlung angemeldet werden.
Direkte Verbindung zu den unterstellten nordrhein-westfälischen Sonderkommandos kann die Einsatzleitung nicht aufnehmen: Mit ihrem veralteten Funkgerät können die Bremer nicht auf den Kanal der NRW-Kollegen schalten. Auch die Reichweite ist viel zu gering. Als der Geiselbus später von Bremen zur Raststätte Grundbergsee fährt, kommen die Funksprüche zumeist nur noch verstümmelt oder gar nicht an - eine Panne, die mit bewirkt, daß die Geisel Emanuele de Giorgi erschossen wird.
Auf eigener Welle reden die Bremer Kommandos disziplinlos durcheinander, viele Meldungen sind überhaupt nicht zu verstehen. Und obwohl die Beamten des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) sich mit ihren Spitznamen "Didi", "Jogi", "Matjes", "Monster" oder "Hammer" anfunken, ist kaum auszumachen, wer Anfragen und Befehle, etwa zum "Plattmachen" oder "Abfischen", gibt.
Aus Angst um ihr Leben wollen die Polizisten nur über Funk mit den Geiselnehmern verhandeln. Rösner, der mit den erbeuteten 400 000 Mark endlich abhauen will, gerät in Wut. Als ihm der Photograph Meyer, der immer noch als Vermittler zwischen Geiselnehmern und Polizei hin- und herpendelt, ein Funkgerät überbringt, schmeißt Rösner den Apparat zornig auf den Boden: "Ich will mit den Bullen hier reden und nicht mit so einem Scheißding."
Auch über Meyers Autotelephon kommen Täter und Polizei nicht ins Gespräch. Zunächst nimmt ein Beamter zu spät ab. Beim nächsten Anruf geht wieder keiner an den Apparat - der Beamte steht oder sitzt gerade auf dem Klo.
Obwohl Photoreporter Meyer immer wieder darauf drängt, daß "endlich mal einer mit denen persönlich sprechen muß", bleibt die Polizei im Hintergrund. Die Beamten, meist in Zivil, halten sich hinter dem Journalistenpulk versteckt, einige fühlen sich nicht zuständig. "Ich gehöre zur Rauschgiftfahndung", erklärt einer achselzuckend dem Vermittler Meyer, "was soll ich hier?" Eine Aktion, zu der sich die Polizeiführer entschließen können, wird plump inszeniert. Ein blauer Opel Senator, der den Tätern als neuer Fluchtwagen angedient werden soll, wird mit geöffneten Türen und hochstehendem Kofferraumdeckel in die Nähe des Busses gefahren. Rösner ahnt, daß in dem Wagen Mikrophone und Peilsender versteckt sind: "Mir war klar, daß der wieder bestückt war."
Der tätowierte Geiselnehmer verlangt statt dessen den Mercedes 260 des Photographen Meyer. Der Vermittler ist einverstanden. Und die Fahnder, die hinterher Journalisten bezichtigen, den Polizeieinsatz massiv behindert zu haben, bitten den Photographen jetzt um Hilfe. Meyer soll die Geiselnehmer ablenken, damit ein als Presse-Kollege getarnter Kripomann einen Peilsender am Heck seines Wagens verstecken kann - "sonst kriegen wir sie ja nie".
Aber auch ohne polizeilichen Auftrag greifen Journalisten ins Tatgeschehen ein, gefährden sich und die Geiseln. Ein gedankenloser Beobachter aus dem Pressepulk verpfeift den Polizeitrick mit dem Sender: "An dem Wagen ist was drangemacht." Rösner schnappt den Zuruf auf, wird mißtrauisch: "Das war für mich der Grund, daß ich diesen Wagen nun auch nicht mehr haben wollte." Die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Buskaperung sind wieder dahin.
Die vielen mißlungenen Kontaktversuche machen die Gangster wütend und aggressiv. Durch ein Busfenster beobachtet Rösner "drei Männer", die "über eine Mauer" spähen. Er springt aus dem Bus und schreit: "Verpißt euch endlich." Wenige Meter weiter bemerkt er an den Fenstern eines gegenüberliegenden Hauses "SEK-Leute mit schwarzen Gesichtern" - vier Präzisionsschützen eines Sonderkommandos aus Niedersachsen, die maskiert und mit Maschinenpistolen in Stellung liegen.
Als sich nach seinem Kommando "Bullen weg" immer noch ein Mann ungerührt aus einem Fenster lehnt, feuert Rösner aus der offenen Bustür. "Mir war scheißegal, wenn ich jemanden getroffen hätte." Tatsächlich verfehlt er nur um Zentimeter einen Rentner, der neugierig aus seinem Erkerfenster das makabre Schauspiel verfolgt.
Total in Panik gerät Rösner, als eine Frau zu schreien beginnt, ein Martinshorn losheult und, weiter hinten, Scheinwerfer aufflammen. Er befürchtet, daß "jetzt der Bus gestürmt wird".
Doch einen Angriff der Sondereinheiten plant die Einsatzleitung nicht. Zwar besteht, wie ein SEK-Gruppenleiter später einräumt, "mehrfach" die Möglichkeit, alle drei Täter gleichzeitig auszuschalten. Frustriert funken tatendurstige MEK-Spezialisten an Kollegen: "Man hätte solche Gelegenheiten, Mann, Mann, Mann."
Doch Einsatzleiter Möller scheut das Risiko, läßt Bremer Präzisionsschützen, die in "idealer Entfernung" lauern, nicht abdrücken. Die Erschießung der Täter, wie sie auch nach Bremer Polizeirecht bei akuter Lebensgefahr von Geiseln zulässig wäre, erscheint der Polizeiführung nicht angemessen, da zu diesem Zeitpunkt noch kein Mensch gesundheitlichen Schaden erlitten hat.
Die hilflosen Businsassen fühlen sich im Stich gelassen: "Alle waren ängstlich, wurden immer ängstlicher", schildert Ines Voitle die Stimmung im Bus, "eine Ausländerin betete und weinte, ihre beiden Kinder weinten auch." Rösner verlangt von seinen Geiseln, sich an die Fenster zu stellen, "damit man uns nicht treffen kann".
Aus Angst und Haß reißt Rösner die kleine Tatiana von ihrem Bruder los und zerrt das Mädchen vor die Tür. Vor dem Bus kommt es zu einer der widerwärtigsten Szenen des gesamten Verbrechens.
Noch heute, fast ein Jahr nach der Geiselnahme, hat Tatiana de Giorgi nicht verkraftet, was Rösner ihr an diesem Mittwochabend des 17. August 1988 um 21.07 Uhr antut: Rösner kniet sich neben das Kind, hält ihr seinen Colt an den Kopf und brüllt: "Wenn keiner kommt, knall' ich sie weg!"
In seiner Vernehmung versucht Rösner, die schreckliche Szene zu verharmlosen. Weil er mit seinem Daumen die Sicherung am Colt festgehalten habe, hätte sich "nicht unbeabsichtigt ein Schuß lösen können". Zudem habe er Tatiana, bevor er sie bedrohte, zugeflüstert: "Dir passiert nichts."
Welche Todesangst das Mädchen dennoch ausstehen mußte, erfährt die Familie des Kindes jeden Tag. Tatiana schreckt vor jeder Berührung zurück. Selbst wenn ihr eigener Vater sie in den Arm nehmen will, wehrt sie ab: "Faß mich nicht an."
Weil die Polizei kaum reagiert, befiehlt Rösner die Weiterfahrt. Um 21.45 Uhr, es ist dunkel geworden, setzt sich der Bus der Linie 53 an der Haltestelle in Bewegung. Hinter dem Steuer sitzt jetzt Paul Mikolajczak, 57, dessen Vorgänger Schweickart von Gangster Rösner in den Feierabend entlassen wurde. Der gebürtige Sachse, der in der Betriebsaufsicht der Bremer Straßenbahn AG arbeitet, war von seiner Funkzentrale zur Haltestelle Huckelriede beordert worden, als dort die Schüsse fielen.
Daß er einspringt, bringt ihm hinterher Anerkennung und Lob. Denn selbst als die Gangster aus dem fahrenden Bus auf Verfolger schießen, behält Mikolajczak die Nerven, steuert das Fahrzeug unfallfrei durch die Nacht. Wie sehr ihn die Schreckensfahrt jedoch innerlich aufwühlt, zeigt sich nach Beendigung der Geiselnahme: Mikolajczak bekommt einen schweren Herzanfall.
Eine exakte Fahrtroute geben die Gangster nicht an. Sie wollen nur weg, egal wohin. Dieter Degowski, der kleine Vorstadt-Kriminelle, der noch nie eine richtige Freundin hatte und generell "keiner Frau traut", hat sich ein persönliches Opfer ausgesucht: die gut aussehende, blonde Silke Bischoff, die eingeschüchtert mit ihrer Freundin Ines Voitle in der sechsten Reihe sitzt.
Degowski setzt sich neben Silke, eröffnet ihr: "Dich nehme ich als Geisel, dich nehme ich mit." Und Rösner erinnert sich in seiner Vernehmung, "daß dem Dieter die Silke sehr gefiel".
Um die Bankgeisel Andrea Blecker, die Degowski anderthalb Tage unentwegt mit der Waffe bedroht hatte, kümmert er sich nun nicht mehr. "Als er Silke sah", sagt Andrea Blecker, "ließ er mich in Ruhe."
Den Photographen, die im Pulk hinterherfahren, präsentiert sich Degowski an einer Tankstelle in Bremen-Brinkum mit der Geisel wie ein Jäger mit seiner Beute: Besitzergreifend packt er Silkes Pferdeschwanz, zieht ihr den Kopf in den Nacken und hält ihr seine Waffe an den Hals - eine Pose, die sich in den nächsten Stunden noch oft wiederholt.
Chauffeur Mikolajczak muß auf der Autobahn A1 Richtung Hamburg fahren. Dann verlangt Rösner eine Kursänderung, will in die Niederlande. Ihm ist eingefallen, daß ein Zellengenosse im Knast mal den Tip gegeben hat, "daß die Polizei in Holland viel humaner" sei.
An Bord sind Menschen aller Altersgruppen. Einige kennen sich, weil sie jeden Tag um die gleiche Zeit mit der Linie 53 nach Hause fahren. Eine Bremerin erkennt "die Frau mit starker Dauerwelle", die bei Karstadt arbeitet, "eine Brigitte, deren Mann Straßenbahnfahrer ist", und eine Verkäuferin aus einem Juweliergeschäft.
Als mehrere Geiseln um einen Stopp bitten, damit sie austreten können, reagiert Rösner grob. Sie sollten doch "auf den Boden pissen". Erst als auch Marion Löblich zur Toilette muß, gewährt Rösner eine Pause auf dem nächsten Parkplatz - der Raststätte Grundbergsee.
Die Ereignisse der nächsten 40 Minuten bringen unsagbares Leid über eine italienische Familie, lösen in Gladbeck, wo alles anfing, in den Familien Alles und Blecker Erleichterung aus und zwingen den Bremer Innensenator Meyer, der Hunderte von Schmähbriefen bekommt ("Innensenator? ha - ha - ha. Mörder!! Sozialistenbrut, Sibirien wartet"), zum Rücktritt.
An der Raststätte teilt sich der Troß, der sich seit Bremen über die Autobahn bewegt. An der Vorderseite der Tankstelle hält der gekaperte Bus und wird sogleich wieder von Reportern umringt. An der Rückseite sammeln sich Sondereinsatz-Trupps der Polizei, sondieren die Lage und bereiten einen Zugriff vor.
Für Andrea Blecker und Reinhold Alles aus der Gladbecker Bank geht jetzt, nach 38 Stunden, ein Alptraum zu Ende. Rösner, der beiden "die totale Erschöpfung" ansieht, plant ihre Freilassung. Die Täter machen jedoch zur Bedingung, daß Ersatzgeiseln gestellt werden. Degowski: "Getauscht wird eins zu eins."
Die Polizei, die schon in Huckelriede keinen Beamten vorschicken wollte, bleibt auch diesmal in Deckung. Erneut wechseln Journalisten in die Rolle des Vermittlers. Photograph Meyer löst Andrea Blecker aus, der Hamburger Journalist Wolfgang Kempf läßt sich überreden, anstelle des Bankkassierers Alles als Geisel einzuspringen.
In der panischen Angst, auch außerhalb des Busses könnte ihr noch etwas passieren, flüchtet sich Andrea Blecker hinter einen Müllcontainer, Alles versteckt sich in der Tankstelle. Selbst als die Polizei die beiden entdeckt und zu einem Streifenwagen bringt, fürchten die Bankangestellten noch um ihr Leben, wollen "weit weg vom Bus" (Alles) gefahren werden.
In der Deutschen Bank in Gladbeck, wo Direktor Wolfgang Schöning und engste Mitarbeiter seit Beginn der Geiselnahme rund um die Uhr ausharren, wird die Freilassung der Kollegen Blecker und Alles mit Sekt begossen. Über die Bremer Bankfiliale organisiert Schöning, daß Blecker und Alles mit Chauffeur und Limousine des Konzerns abgeholt und nach Hause gefahren werden.
Beide werden wohl nie mehr Kunden am Schalter bedienen. Sie lassen sich nach einem Sonderurlaub, den die Bank bezahlt, in den Innendienst versetzen.
Am Grundbergsee schaffen die Geiselnehmer zunächst Proviant herbei: Cola und Brötchen, Frikadellen, kartonweise Süßes und eine Flasche Apfelkorn, alles in allem für "300 bis 400 Mark", wie sich der Tankwart erinnert, "ohne zu zahlen". Die ersten Geiseln, unter ihnen Ines Voitle, dürfen, begleitet von der bewaffneten Marion Löblich, zur Toilette. Degowski zerrt Silke Bischoff wieder aus dem Bus, hält ihr erneut seine Waffe an den Kopf.
Die Einsatzleitung im Bremer Polizeihaus hat den Überblick längst verloren, der Funkverkehr zu den Kommandos vor Ort ist fast zusammengebrochen. Polizeiführer Möller, der schon mit niedersächsischen Kollegen über einen Wechsel der Einsatzleitung telephoniert, weiß überhaupt nicht, was am Grundbergsee passiert. Ob aus Draufgängertum, Leichtsinn oder Dummheit: Eigenmächtig treffen seine Untergebenen an der Raststätte eine ungeheuerliche Fehlentscheidung.
Polizeibeamte bekommen mit, wie Marion Löblich "auf 'm WC mit Waffe" (Funkspruch) verschwindet. Der Gruppenführer eines Sondereinsatzkommandos ruft daraufhin um 22.39 Uhr in sein Funkgerät: "Wir stehen unmittelbar dabei, soll ich sie abfischen?"
Und obwohl Rösner und Degowski 29 Geiseln in ihrer Gewalt haben, kommt von Ronald Draegert, Gruppenführer des Mobilen Einsatzkommandos, die unsinnige Antwort: "Wenn's eben möglich ist, hol se."
Draegert funkt auch die Männer seiner eigenen Truppe an: "Die Möglichkeit besteht jetzt, die eine Täterin auf der Toilette festzunehmen." Zwei von Draegerts MEK-Beamten machen von dieser Möglichkeit Gebrauch: Als Marion Löblich das Klo verläßt, stürzen sie sich auf die Gangster-Komplicin, entwaffnen sie, halten ihr den Mund zu und werfen sie zu Boden.
Der Grund für die Festnahme, behaupten die Beamten hinterher, sei nicht etwa der Funkspruch ihres Gruppenführers gewesen; den hätten sie überhaupt nicht gehört. Vielmehr habe Marion Löblich einen von ihnen "einen kurzen Moment lang" mit der Waffe bedroht, so daß eine "Notwehrlage" entstanden sei.
Die Version wird gleich von mehreren Augenzeugen widerlegt. Ines Voitle etwa bezeugt, daß einer der Beamten Marion Löblich "von hinten umfaßt und ihr den Mund zugehalten" hat. Auch der Chemiker Hermann Nijhuis, der zufällig am Toilettenausgang steht, sieht, wie "von verschiedenen Seiten gleichzeitig einige Personen" auf Marion Löblich zuspringen, sie überwältigen. Nijhuis hört noch, wie Marion Löblich "zweimal ganz laut ,Dieter'" schreit. "Danach hat man ihr den Mund zugehalten."
Weil Innensenator Meyer die kaum glaubhafte Notwehr-Darstellung seiner Beamten übernimmt und die Öffentlichkeit mit immer neuen Varianten des verhängnisvollen Zugriffs überrascht, verliert er schließlich sein Amt. Voller Larmoyanz kommentiert er seinen Rücktritt: "Ich bin der geprügelte Hund."
Die Staatsanwaltschaft Bremen ermittelt noch einmal gegen die verantwortlichen Polizeibeamten wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Denn der stümperhafte Zugriff hat fatale Folgen.
Die Geiselnehmer bemerken, daß Marion Löblich nicht zurückkommt, geraten in Rage. Rösner wird "fast wahnsinnig vor Wut, daß man uns so verarscht. Das hätten die Bullen nicht machen sollen, die Schweine". Er schreit nach draußen, daß im Bus "einer umgelegt" wird, "wenn die Marion nicht augenblicklich zurückkommt".
Doch die ist weit weg. Der MEK-Beamte Detlef Deutsch hat die Komplicin, die mit Handschellen gefesselt ist, ans Ende des Parkplatzes verfrachtet. Um zu verhindern, daß Rösners Freundin "taktische Maßnahmen mithört", schaltet er das Funkgerät aus.
Der Polizei dämmert inzwischen, daß die Festnahme eine Riesendummheit war. Durch Photoreporter Meyer, Busfahrer Mikolajczak sowie die freigelassenen Geiseln Blecker und Alles erfahren sie, was sie sich eigentlich selbst hätten denken müssen. "Wenn die Marion nicht wieder in den Bus kommt", beschwört Andrea Blecker die Polizei, "drehen Rösner und Degowski durch."
Die Protokolle des Funkverkehrs sind Dokumente der Ratlosigkeit. Die Besatzung eines niedersächsischen Polizeiwagens ("Lagos 02") meldet sich: "Die Festnahme der Frau kann nicht gehalten werden, wenn die anderen nicht auch plattgemacht werden können." Besserwisserisch wird aus einem anderen Wagen dazwischengefunkt: "Das muß ich mir vorher überlegen."
Im Bremer Lagezentrum hat die Einsatzleitung von der Festnahme nichts mitbekommen. Wegen der geringen Reichweite ihrer Funkgeräte ist es den Beamten am Grundbergsee zunächst nicht gelungen, Polizeiführer Möller zu informieren. Erst Minuten nach dem Zugriff auf dem Klo wird die Einsatzleitung mit der Frage konfrontiert: "Soll sie weiterhin bei uns bleiben, oder sollen wir sie wieder freigeben, ohne Waffe?" Die Rückfrage belegt das organisatorische Chaos. Um 22.48 Uhr quakt es aus Bremen: "Sind denn noch Fahrgäste im Bus?"
Im gekaperten Fahrzeug zittern zur gleichen Zeit die Geiseln um ihr Leben. "Jedes falsche Wort, jede falsche Bewegung", beschreibt Photograph Meyer die gespannte Atmosphäre, "kann hier jetzt tödlich sein."
Rösner hält wieder der kleinen Tatiana seine Waffe an den Kopf, Degowski bedroht Silke. Er stößt ihr den Revolverlauf unter das Kinn. Das Mädchen hat "panische Angst im Gesicht" (Meyer).
Kurz nach 23 Uhr hält Degowski dem Photographen seine digitale Armbanduhr vor die Nase und schickt ihn mit einem Ultimatum zur Polizei: "Wenn Marion nicht in fünf Minuten hier ist, dann wird eine Geisel erschossen."
Jetzt wird auch der Einsatzleitung klar, daß Marion Löblich wieder freigelassen werden muß. Etwa zehn Minuten nach der Festnahme ergeht der Funkspruch: "Wenn die Mittäterin zu den Tätern wieder hin will, dann kann sie dort hingehen." Weitere drei Minuten später kommt der Befehl: "Die Täterin ist sofort zurückzubringen."
Noch weitere drei Minuten vergehen, bis die Order zu Löblich-Bewacher Deutsch durchdringt. Der hat erst jetzt sein Funkgerät wieder eingeschaltet, meldet zurück: "Ja, ich laß' sie laufen."
Nur widerwillig rückt Deutsch später mit einem bemerkenswerten Detail heraus. Als er Marion Löblich die Handschellen öffnen will, bricht ihm "der Schlüssel ab" (Deutsch). Über Funk ruft er einen Kollegen zu Hilfe, gemeinsam schließen sie die Fesseln auf.
Kripo-Obermeister Deutsch behauptet, das Mißgeschick sei schon vor der Order, Marion Löblich wieder freizulassen, passiert. Rösners Freundin widerspricht dieser Version. Sie sagt, der Schlüssel sei nach der Anordnung abgebrochen. Tatsächlich vergehen entscheidende Minuten, bis die Komplicin endlich freikommt.
Als das Ultimatum gegen 23.06 Uhr abläuft, reißt Degowski seinen Revolver von Silke Bischoff weg. Mit einer Linksdrehung richtet er den Lauf auf den Kopf des Italieners Emanuele de Giorgi, drückt aus zwei Zentimeter Entfernung ab. Ines Voitle, die direkt hinter dem Jungen sitzt, glaubt schon, "mich trifft's".
Nur Sekunden nach dem Schuß steht Marion Löblich am Bus, ruft entsetzt: "Eh, mach keinen Scheiß." Auch Rösner schreit seinen Kumpel an: "Bist du Panne im Kopf, warum hast du das getan?" Degowski bleibt ungerührt: "Ist doch egal, anders geht das nicht." Wie zur Erklärung seiner ungeheuerlichen Tat fügt er hinzu: "Ich kann nicht verlieren."
Der Unterlegene zu sein, vor Publikum gedemütigt zu werden, erträgt Degowski nicht. Als er 1978 im "Western-Saloon" in Gladbeck so brutal zusammengeschlagen worden war, daß er auf der Intensivstation landete, hat er einen Schwur abgelegt: "Künftig will ich immer der Sieger bleiben."
Und mit dem Schuß auf den wehrlosen Jungen glaubt Degowski, einen Sieg über die Polizei errungen zu haben. Er genießt die Vorstellung, daß seine brutale Aktion für Polizeiführer und Politiker Konsequenzen haben könnte: "Jetzt werden in Bremen Köpfe rollen." Die Vorwürfe von Marion Löblich versteht er nicht: "Ich habe es doch nur für dich getan."
Trotz des Kopfschusses, der ihn in die linke Schläfe getroffen hat, ist Emanuele de Giorgi nicht sofort tot. Er sinkt auf seinem Sitz zusammen, zuckt und röchelt. "Das Blut lief nur so raus", berichtet Ines Voitle.
Weil Rösner "so etwas noch nie aus nächster Nähe gesehen" hat, schaut er ganz genau hin. Degowski, der den Anblick seines wimmernden Opfers nicht mehr ertragen kann, brüllt mit sich überschlagender Stimme: "Schafft ihn raus, schafft ihn raus."
Vor den Augen seiner kleinen Schwester Tatiana, die er die ganze Fahrt über getröstet hat, wird der Körper Emanueles von der Geisel Ines Voitle in den vorderen Teil des Busses geschleift. Andere Fahrgäste helfen ihr nicht. Ines Voitle: "Die standen da alle wie starr."
Nur die beiden Photoreporter Meyer und Kempf, die als Ersatzgeiseln im Bus sind, packen zu. Sie schleppen den Schwerverletzten aus dem Bus - und bringen sich selbst in Sicherheit.
Draußen rufen die beiden Reporter laut nach einem "Rettungswagen, Sanitäter". Vergeblich. Die Bremer Einsatzleitung, die an diesem Abend kaum einen Fehler ausläßt, hat auch eine der selbstverständlichen Vorkehrungsmaßnahmen einfach vergessen: Im Pulk der Polizeifahrzeuge fährt kein Notarztwagen mit; auch Rettungshubschrauber sind nicht angefordert worden.
Rund 20 Minuten liegt der sterbende Emanuele de Giorgi ohne ärztliche Hilfe in seinem Blut. Zwei als Sanitäter ausgebildete Polizisten leisten Erste Hilfe. Ein Rettungssanitäter, der mit einem Reporter zur Raststätte gefahren ist, kommt mit seinem Notfallkoffer und legt dem Verletzten eine Infusion.
Erst als der nach dem Schuß alarmierte Rettungswagen aus Rotenburg/Wümme und wenig später auch eine Ärztin eintreffen, wird der Verletzte abgesaugt, narkotisiert, beatmet und über eine weitere Infusion mit einem Mittel zur Kreislaufstützung versorgt.
Auf dem Weg ins Krankenhaus nach Bremen wird Emanuele de Giorgi - nach der unsinnigen Löblich-Festnahme und dem vergessenen Krankenwagen - zum drittenmal Leidtragender einer Panne: Weil die Polizei, um Reporter und Schaulustige fernzuhalten, die Autobahn gesperrt hat, bleibt auch der Rettungswagen im Stau stecken. Für die Fahrt zum St.-Jürgen-Krankenhaus, die sonst nur zwanzig Minuten gedauert hätte, braucht das Fahrzeug fast eine Stunde. In der Klinik stellen die Ärzte um 1.15 Uhr den Tod des Jungen fest.
Noch in der Nacht identifiziert der Vater seinen toten Sohn. In einer Holzkiste wird der Leichnam per Flugzeug nach Italien übergeführt. Bei der Beerdigung in seinem apulischen Heimatort Surbo stehen 6000 Menschen Spalier, wird Emanuele als Held gefeiert. Die Trauerrede hält der Erzbischof von Lecce, Michele Mincuzzi. Wenige Wochen später kehrt die Familie de Giorgi aus Bremen nach Surbo zurück.
Ob Emanuele de Giorgi hätte gerettet werden können, ist bis heute umstritten. Der von der Staatsanwaltschaft beauftragte Mediziner Jobst von Karger, 64, hat die Öffentlichkeit mit verschiedenen Versionen irritiert.
Wut auf die Polizei löste Kargers Anfangsthese aus, daß der Junge bei schneller Versorgung womöglich überlebt hätte, der Kopfschuß "offenbar nicht unmittelbar tödlich" gewesen sei: "Es besteht eine begründete Vermutung dahingehend, daß der Tod infolge Bluteinatmung und/oder Blutverlust eingetreten ist und daß diese beiden Ursachen ärztlich beherrschbar gewesen sein könnten."
Monate später behauptet der Mediziner das Gegenteil. In seinem Abschlußgutachten urteilt er, die Kopfwunde sei so schwer gewesen, daß Emanuele selbst bei sofortiger ärztlicher Hilfe nicht hätte gerettet werden können.
Im Mai dieses Jahres stellte Karger sein eigenes Gutachten wieder in Frage. Vor dem Bremer Untersuchungsausschuß räumte er ein, daß "Einzelaspekte notfalls noch einmal überprüft" werden müßten. Für den Ausschußvorsitzenden Peter Kudella (CDU) ist die Todesursache immer noch ungeklärt: "Es bleiben zu viele Fragen offen."
Dem Bremer Staatsanwalt Frank Repmann war dagegen rasch klar, daß die Bremer Polizei keine Mitschuld am Tod des Jungen trägt. Mehrere Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Möller und Kollegen stellte er vorschnell ein. Verwandte von de Giorgi und empörte Bürger hatten die Polizeiführer wegen fahrlässiger Tötung angezeigt.
Allzu unkritisch machte sich Repmann die fragwürdige offizielle Version vom Notwehrzugriff zu eigen und fand außer Degowski keinen Schuldigen. Erst auf Intervention des Bremer Generalstaatsanwaltes Hans Janknecht mußte Repmann seine Nachforschungen wiederaufnehmen.
Etwa zur gleichen Zeit, da Degowski im Bus Emanuele de Giorgi erschießt, fordert die Geiselnahme - indirekt - ein zweites Opfer. Der Bremer Polizeibeamte Ingo Hagen, 31, der mit seinen Kollegen vom Beobachtungs- und Dokumentationstrupp die dramatischen Vorfälle auf der Raststätte filmen und photographieren soll, verunglückt auf dem Weg zum Grundbergsee.
Der von Hagen gesteuerte VW-Bus prallt an einer Baustelle auf der Neuenlander Straße in Bremen-Huckelriede frontal gegen einen Lastzug, der auf die Gegenfahrbahn geraten ist. Der Polizeibeamte wird auf seinem Fahrersitz bis zur Hüfte eingequetscht, muß mit einer Rettungsschere befreit werden. Hagen stirbt um 23.25 Uhr noch am Unfallort.
Nur wenige Minuten nach dem Schuß auf de Giorgi rollt der Bus von der Raststätte Grundbergsee wieder auf die Autobahn. Rösner hat Fahrer Mikolajczak befohlen, "Richtung Holland" zu fahren. Er hofft, "mit der dortigen Polizei besser klarzukommen".
Das Schicksal Emanueles hat den Geiseln im Bus drastisch vor Augen geführt, daß ihr Leben allein vom Wohlwollen der Täter abhängt. Einige bemühen sich, mit ihren Peinigern ins Gespräch zu kommen, wollen sie friedlich stimmen. Eine Friseuse bietet Rösner an, ihm die Haare zu schneiden. Doch der läßt sich auf nichts ein, ahnt, "daß sie versuchten, sich irgendwie in ein gutes Licht zu setzen, damit ich sie nicht erschieße".
Weil Rösner und Degowski vor der niederländischen Grenze nicht mehr halten wollen, spielen sich im Bus entwürdigende Szenen ab. Von den Geiseln, die seit Stunden in Todesangst auf ihren Sitzbänken ausharren, müssen einige dringend zur Toilette. Sie werden von den Tätern barsch aufgefordert, das im Bus zu erledigen.
"Wir mußten vorne auf die Treppe neben dem Fahrer machen", berichtet Geisel Ines Voitle. Rösner erinnert sich sogar, daß die Fahrgäste "an allen Stellen" urinierten, "zwischen den Sitzen, auf der Treppe und im Gang".
Erst als Degowski austreten muß, hält der Bus an. Er spielt jetzt den Anführer. Aufgeputscht mit Bier und Vesparax-Tabletten, fühlt er sich stark genug, um "jetzt mal zu regeln, wie es weitergehen soll". Selbstbewußt setzt er sich neben Silke Bischoff, trinkt mit ihr aus einer Flasche Apfelkorn.
Mit Imponiergehabe erklärt er dem Busfahrer: "Ich habe jetzt das Kommando übernommen."
Der bisherige Wortführer Rösner weiß nicht mehr weiter, hockt fast apathisch auf einem Sitz. Er fühlt sich "jetzt immer mehr innerlich kaputt und fertig". Erschreckt stellt er fest, daß seine Freundin Marion Löblich durch Alkohol und Tabletten "total dicht" ist, "wirres Zeug" redet. Erschöpft legt sie sich auf den Fußboden, unmittelbar vor das Heizungsgebläse.
Aufgeschreckt werden die Täter durch Verfolger, die fast bis auf die Stoßstange heranfahren. Journalisten und Neugierige haben sich, an allen Polizeisperren vorbei, hinter den Bus geklemmt - und riskieren dabei ihr Leben.
Ganz nahe dran bleibt ein VW-Bus des Norddeutschen Rundfunks. Ein Hörfunkreporter berichtet bis in die Nacht live von der Fahrt des Geiselbusses. Und geradezu tollkühn verfolgt Manfred Protze, Bezirksredakteur der Deutschen Presse-Agentur in Oldenburg, mit einem Taxi das Fahrzeug. Der Journalist, der sonst vorwiegend am Schreibtisch sitzt, wittert die Story seines Lebens - und hätte sein eigenes dabei fast verloren.
"Mein Gott, wie kann der so dicht heranfahren", erschrickt die Geisel Lotte Boedemann, die hinten aus dem Busfenster guckt. Rösner wittert eine Polizei-Attacke. Er läßt den Bus auf die linke Spur fahren und anhalten. Der Gangster will "ein paar Schuß auf das Taxi hämmern".
Im Taxi, das laut Protze in rund 30 Meter Entfernung gleichfalls hält, bemerkt der Journalist, wie es beim Bus "plötzlich" mehrfach "blau aufblitzt", hört "das dumpfe Knallen von Schüssen". Der Taxifahrer Erhard Grieger ruft "runter, runter", beide ducken sich in den Fußraum des Wagens.
Rösner hat fast sein ganzes Magazin leergefeuert. Von den acht Schüssen treffen vier auf die Motorhaube des Taxis, die anderen den Kühler und den Frontspoiler. Doch als seien sie beide lebensmüde, setzen der Journalist und der Taxifahrer die Verfolgung fort, als der Bus wieder anrollt.
Nur mit Glück entgeht auch ein junger Motorradfahrer aus Bremen den Kugeln der Bankräuber. Mit seiner Honda fährt er mehrfach links und rechts am Bus vorbei, versucht, in das Fahrzeug hineinzusehen. Als der Motorradfahrer zum viertenmal am Bus vorbeifährt, reicht es Degowski. Durch ein Busfenster zielt er mit seinem Revolver auf den Kradfahrer, "schießt die gesamte Trommel" (Rösner) leer.
In seiner Vernehmung macht der junge Mann einen wirren Eindruck. Er gibt an, daß er mit seinem Himmelfahrtskommando die Aufmerksamkeit der Täter wecken und mit ihnen Verhandlungen führen wollte.
Auch ein dunkelbrauner Mazda, der auf dem Seitenstreifen der Autobahn parkt, erweckt Rösners Mißtrauen. Weil er einen Hinterhalt der Polizei befürchtet, schießt er während der Fahrt durch die Busscheibe auf das Auto. Er hofft, "daß da drin Polizeibeamte sitzen und daß ich die auch treffe".
Zwar liegt Rösner mit seiner Vermutung falsch: Der Autobesitzer hat mit der Verfolgung nichts zu tun, muß nur pinkeln. Aber Rösners Befürchtung, daß die Polizei eine Attacke auf den fahrenden Bus plant, ist nicht falsch.
Die Einsatzleitung, die um 1.48 Uhr wieder von Bremen an Gladbeck abgegeben wird, erwägt tatsächlich einen Angriff auf den fahrenden Bus. Zuschlagen sollen Spezialkommandos noch vor der Grenze.
Im nächsten Heft Das "Wunderauto" wird nicht eingesetzt - Warum Rösner nach Köln fährt - Geiselnahme als Volksfest, Gangster verhöhnen die Polizei
Von Dieter Uentzelmann

DER SPIEGEL 29/1989
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