20.03.1989

„Begreifen, daß Krieg ist, und sich entscheiden“

Der Schriftsteller Christian Geissler hat für seinen Roman „kamalatta“, in dem er die „Rote Armee Fraktion“ ermutigt und an ihren abtrünnigen Mitgliedern kein gutes Haar läßt, den Autorenpreis der Hamburger Irmgard-Heilmann-Stiftung erhalten. Auch im deutschen Feuilleton wurde Geissler von „FAZ“ bis „taz“ gelobt. Das ehemalige RAF- Mitglied Klaus Jünschke, 41, der nach sechzehnjähriger Haft 1988 begnadigt wurde, antwortet Geissler politisch.
Deutsche Politiker aller Parteien haben sich zur Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Dialogs mit den Terroristen bekannt, selbst ein Rechtsaußen wie Heinrich Lummer. Gleichzeitig wächst paradoxerweise die Zahl der Ermittlungsverfahren nach 129 a des Strafgesetzbuches gegen Flugblattverteiler und Parolensprüher, die zum Beispiel die Forderung nach "Zusammenlegung aller politischen Gefangenen" unterstützen; erste Urteile wegen Meinungsdelikten sind gesprochen. Wie aber soll ein gesellschaftlicher Dialog in Gang kommen, wenn die eine Seite sofort kriminalisiert wird, sobald sie den Mund aufmacht?
Vor diesem Hintergrund muß man froh sein, daß das Buch eines Schriftstellers, der wie ein Sprecher der RAF auftritt, noch frei im Handel ist und die Möglichkeit bietet, sich mit den Auffassungen von RAF-Leuten auseinanderzusetzen. Christian Geissler ist zu danken, daß er ein Buch ohne die Rebmannsche Zensurschere im Kopf geschrieben hat.
Mir ist kein Schriftsteller bekannt, der sich politisch so leidenschaftlich an die Seite der RAF stellt wie der 61jährige Christian Geissler. Doch dieses Engagement ist eine zweischneidige Klinge: In den 1980 und 1983 im Berliner Rotbuchverlag erschienenen Lyrikbänden "Im Vorfeld einer Schußverletzung" und "spiel auf ungeheuer" kann, zum einen, ein sehr schöner Brief an den damals noch inhaftierten Christoph Wackernagel nachgelesen werden, und stehen Gedichte, die vor und nach Besuchen im Gefängnis bei Irmgard Möller, Karl-Heinz Dellwo und Siegfried Haag geschrieben wurden. Wie ablehnend sich andererseits der Autor gegenüber einigen Dissidenten, die mit der RAF gebrochen haben, verhalten hat, ist bisher nicht öffentlich bekannt geworden.
Das "romantische fragment", wie der Autor seinen Roman "kamalatta"* nennt, ist der dritte Teil einer Trilogie, die mit dem Buch "Das Brot mit der Feile" (1973) begann. Hatte der zweite Band dieser Trilogie, "Wird Zeit, daß wir leben" (1976), von einer antifaschistischen Gruppe um einen Polizeibeamten erzählt, die 1933/34 politische Gefangene befreien will, so handelt "kamalatta" von einem terroristischen Anschlag auf ein Treffen von Antiterrorismus-Experten in der Bundesrepublik unserer Tage. Um die Kontinuität des Antifaschismus, in der sie sich sehen, zu betonen, wählen die Terroristen in "kamalatta" die Namen von Mitgliedern der Widerstandsgruppe aus dem vorangegangenen Band der Trilogie.
Kamalatta. Was das sagen will, erfährt der Leser aus dem Klappentext: "wenn hölderlin in seinem turm unruhig wurde, pflegte ein freund ihm griechisch vorzulesen: . . . sodann aber schrie er mit krampfigem lachen: das versteh ich nicht! das ist kamalattasprache! kalamatta: der ort, an dem der griechische freiheitskampf gegen die türken begonnen hat. kamalatta: in gebrochener und silbenverdrehter sprache verbietet sich hölderlin die offene rede von der freiheit."
"kamalatta" erzählt die Geschichte von Rupert Koch, genannt Proff, Filmer beim NDR, der von seinem Sender den Auftrag zu einer Reportage über ein Ausbildungszentrum der "Green Berets" in Bad Tölz erhält. Beiläufig berichtet er davon RAF-Mitgliedern, die unter Nutzung dieser Informationen einen Anschlag auf ein Treffen von Antiterrorismus-Experten in diesem Special-Forces-Areal planen.
Ohne daß Proff es ahnt, wird er von Anfang an nur als Köder benutzt, um die illegalen Kader der RAF zu fangen. Der Anschlag gelingt trotzdem. Proffs Spur verliert sich schon vorher. Wo er geblieben ist, bleibt unklar. "proff ist nie gefunden worden", heißt es zu Beginn des Romans. Am Ende hat er alles verloren.
Christian Geissler arbeitet Proffs Konflikt heraus, seine Unentschiedenheit zwischen der Liebe zu seiner Frau, seinen Kindern, dem beruflichen Engagement - und dem Wunsch, sich der RAF anzuschließen. "er mochte aber den weg an der grenze, mit dem einen bein im stachelgelände, mit dem anderen schön warm zuhaus." Das wird oft so stark geschildert, wie es nur einer schreiben kann, der selbst unter diesem Konflikt gelitten hat oder noch leidet.
Freilich gibt es heute (anders als Anfang der siebziger Jahre) kaum noch Intellektuelle, die im Stadtguerilla-Konzept der RAF eine Möglichkeit revolutionärer Politik sehen. Zu offenkundig ist das katastrophale Scheitern dieses Versuchs. Für die Feuilletonisten ist das Thema RAF offenbar so gründlich erledigt, daß sie die RAF-Agitation von "kamalatta" mit verlegenem oder auch vornehmem Schweigen übergangen haben und statt dessen, von der "taz" bis zur "FAZ", die literarischen Qualitäten dieses Buches loben: Christian Geissler wird nicht ernst genommen.
Er meint es aber ernst. Im 1986 geschriebenen Nachwort zur Neuauflage von "Das Brot mit der Feile" schildert er eine Begegnung mit Heinrich Böll, bei der dieser ihn eindringlich aufgefordert habe, "nichts zu schreiben, nichts, kein wort, das auch nur einen einzigen genossen noch künftig ermuntert, sich gegen das Pack (Böll kannte den Feind) zu bewaffnen". Geissler hielt dagegen: "ich habe gesagt, jeder text, der sorgfältig, leidenschaftlich von uns gearbeitet ist, begründet ist, ist aus sich selbst ein schritt zur bewaffnung der klasse."
Christian Geisslers übergroßes Vorbild ist Peter Weiss, der mit seiner "Ästhetik des Widerstands" dem antifaschistischen Kampf ein literarisches Denkmal gesetzt hat. Aber Geissler, dem eine "Ästhetik des Kampfs" vorschwebt, verwechselt nicht nur den Kampf gegen den wirklichen Faschismus mit dem RAF-Kampf gegen das "Pack" (worunter er offenbar alle versteht, die nicht seiner Meinung sind).
Anders als bei Peter Weiss ist bei Geissler die Literatur auch kein Mittel zur Sensibilisierung, das die Starre eines bloß politischen Weltbilds auflöst und an die Vielfalt unserer Wahrnehmungen erinnert. Im Gegensatz zu dem offenen und weiten Blick von Peter Weiss auf die Welt, verengt sich Geisslers Sichtweise, wie die der RAF, auf einen kleinen Ausschnitt.
Das ist ein Unglück, denn er kann schreiben, und das lobe ich gerne: Erlebnisse und Naturschilderungen von der schottischen Küste und von der Grenze zur DDR. Das Drama der Eltern, die zu akzeptieren haben, daß ihr sechsjähriges Kind erblindet, ist mit viel Zuneigung für diese Menschen erzählt. Den Kampf einer DKP-Genossin um arbeitslose Jugendliche, gegen deren Abrutschen ins soziale Aus, empfindet er sensibel nach. Gerade wenn er kleinbürgerliche Lebenssituationen darstellt, sind seine Schilderungen von großer Prägnanz. Ich vermute, sie gelingen ihm, weil er diese Art von Leben selber lebt.
Dagegen artikuliert sich das proletarische und subproletarische Milieu in einer grotesken Stummelsprache. Auf den Wunsch einer Frau, die mal nach Italien möchte, gibt es die Antwort: "alles mehr schrott so von neckermann, aber gut kämpfe bei fiat". Über die Auseinandersetzungen um die Hamburger Hafenstraße ist zu lesen: "hafenstraße bleibt, weil viel gut". Manchmal ist Hölderlin noch ferner und nicht mal Bukowski nah: "der magensaure zwölffingerdarm funkt sich durch zu der muschi an knöpfen".
Geisslers Blick auf die Welt insgesamt ist lieblos und buchhalterisch-bilanzierend, wie jener Kommentar zu seinem Buch, den der Autor in der "taz" veröffentlichte: "Unser Blickfeld vor unseren Augen ist vielfältig kompliziert. Zwischen Kind und Knarre, Werftkampf und DDR, Liebe und Tod, Arbeitslosigkeit und Schottlandfahrt, Knieschuß und Haydn, Wissen und Wut ist alles unser Feld, unser Land." Zu diesem Land jedoch dringt er nicht wirklich vor, und kann zu ihm auch nicht vordringen. Dazu ist Geisslers Solidarität mit der RAF in "kamalatta" zu deutlich und seine Kritik an ihr viel zu tastend und vorsichtig.
Vielleicht ist der Prozess dennoch bereits im Gang, daß ein Gefühl für die Freiheit des Andersdenkenden in einer Szene einzieht, die in der Vergangenheit geprägt war vom Klima einer barbarischen Unduldsamkeit. Wie weit dieser Weg noch sein mag, wird da vorstellbar, wo in "kamalatta" selbstkritische Äußerungen stehen, auf die man bis heute von den nicht nur schreibenden RAF-Leuten vergeblich wartet. Zur Erinnerung:
Am 8. August 1985 hat ein RAF-Pärchen den 20jährigen US-Soldaten Edward Pimental aus einer Disco gelockt und ihn ermordet, weil es seine Identity Card für einen Anschlag brauchte: "begreifen, daß krieg ist, das war in der zeitung, das war der genickschuß in frankfurt, der ami. denkst du, wir sind verrückt? war falsch, sagte anna, das wissen wir . . . killen, das ist kein fehler, so eben mal eben mal eben, sondern das ist ungeheuerlichkeit, der feind."
Soweit der Roman. In der Realität hat die RAF tatsächlich im nachhinein von einem "Fehler" gesprochen. Die Frage der linken Zeitschrift "arbeiterkampf", wieso sie denn so handeln konnte, wie doch auch Faschisten hätten handeln können, ist bis heute freilich ohne Antwort geblieben. Und diese Unverantwortlichkeit wird auch in "kamalatta" nicht thematisiert.
Sein Kassiber-Roman, in welchem Passagen aus RAF-Informationsbroschüren zum Teil wörtlich übernommen sind, gerät Geissler da zur Auftragskunst, wo er nicht mehr Tatsachen sprechen läßt, sondern Glaubenssätze verkündet. So ist wiederholt vom Mord in Stammheim die Rede, obwohl es für ihn keine Beweise gibt: "ach schleyer, ach mossad ach leise das morden in stammheim". Wahr ist allerdings, daß der Bundesnachrichtendienst in Amtshilfe für den Verfassungsschutz von Baden-Württemberg eine Abhöranlage in jenem siebten Stock der Justizvollzugsanstalt in Stammheim installierte. Warum, so möchte ich hier fragen, wurden die Abhörbänder bis heute nicht veröffentlicht?
Für Christian Geissler ist alles sehr einfach: "begreifen, daß krieg ist, und sich entscheiden, und die entscheidung sind wir." Nachdem ein kleiner Teil der Realität dieser Welt zur Gesamtwirklichkeit vergrößert worden ist ("es kämpfen millionen in vielen völkern der erde, die halbe Welt kämpft an gegen hunger und krieg und den terror der eigentümer"), scheint es nur logisch, wenn ein RAF-Mann seinerseits den Rest der Menschheit für von Sinnen erklärt: "ich müßte ja erstmal verrückt werden, um so zu leben wie die."
Aus seinem ideologischen Bunker heraus, von dem er auf einen einzigen, weltweiten Schützengraben zu blicken glaubt, formuliert Christian Geissler dann Sätze wie aus einem Landser-Heftchen: "man muß zu jedem opfer entschlossen sein und sogar, wenn es sein muß, alle möglichen schliche, listen und illegalen methoden anwenden, die wahrheit verschweigen und verheimlichen, nur um - um jeden preis - kommunistische arbeit zu leisten." Um jeden Preis.
Da war Hölderlin schon weiter. Sein Held Hyperion hat im Befreiungskrieg der Griechen für sich herausgefunden, daß der Schönheit durch Waffengewalt kein Platz auf Erden zu erkämpfen ist, weil die Mittel zum Selbstzweck werden und das Ziel verlorengeht. "Um jeden Preis": Das ist ein Gedanke der politischen Rechten. Es gibt keine linke Ästhetik des Krieges.
Daß Christian Geissler einst Mitglied der illegalen KPD war, also Stalinist, wird das ganze Buch hindurch deutlich, in blinden Lobgesängen auf die Rote Armee und "unseren kampfpanzer T 34". Daß die mit amerikanischem Benzin gefahren sind, und daß auch die Rote Armee fürchterliche Verbrechen beging, das liest man nicht. Und so, wie die stalinistische Partei immer recht hatte, werden nun alle ins Unrecht gesetzt, die sich von der RAF getrennt haben. Damit wären wir beim besonders kleinen, miesen Teil von "kamalatta":
Eine Frau aus der RAF hat nach zwei Jahren brutaler Isolationshaft nicht mehr durchhalten können, sich die Pulsadern aufgeschnitten und aufgehängt. Sie wurde noch rechtzeitig gefunden. Die Sonderhaftbedingungen wurden aufgehoben. Sie absolvierte zusammen mit anderen Gefangenen eine Schneiderlehre und bereitet sich heute außerhalb des Gefängnisses als Freigängerin auf die Meisterprüfung vor. Bei Geissler steht:
ihr aber war der trost gekommen, die lust, zu hoffen, vor allen kämpfen sei so schlimm das leben denn doch nicht gewesen, dies hier erst sei nicht mehr auszuhalten, erst dies, der verräter, das weindende kind, die zerschießung. seither strickt sie muster nach therapeutenvorlage. als sei nun dies auszuhalten.
Wehe denen also bei Geissler, die in der Isolationshaft kaputtzugehen drohen und aufgeben: "deren gnade ist deren verschonung . . . gnadennachricht, gnadennachrichtung".
Warum viele von denen, die sich von der RAF getrennt haben, verstummt sind, wird gefragt, statt sich dem zu stellen, was man weiß: Daß es die RAF und ihre Sympathisanten selbst waren, die für ein Klima sorgten, in dem diejenigen, die sich von der RAF getrennt haben, ihre Erfahrungen nicht mehr vermitteln konnten. So wurde zum Beispiel ein ehemaliger Gefangener nach viereinhalb Jahren Isolationshaft und mehrfachem Aufenthalt in Intensivstationen nach seiner Entlassung mehrfach von RAF-Sympathisanten wegen RAF-kritischer Äußerungen ohne Vorwarnung ins Gesicht geschlagen.
Selbst zu den Toten der RAF liest man in "kamalatta" nur diese kalte Parole: "beweint nicht die toten, ersetzt sie." Und was für mich an "kamalatta" darüber hinaus unverzeihlich ist, ist die berserkerhafte Entschlossenheit des Autors, zu verhindern, daß die Gefangenen freikommen:
. . . klassenkrieg ist das, volkskrieg, da gibts keine abreise nach ein paar jahren nachhaus, und mutti wartet in altona mit frischen pantoffeln, gleis acht, da gibts nur die freiheit oder den tod, also befreiung.
Der Rotbuchverlag hat in seiner allgemeinen Programmerläuterung geschrieben: "Kamalatta handelt vom Anschlag einer terroristischen Gruppe und spricht damit eine bundesdeutsche Vergangenheit an, die wie ältere deutsche Traumata bis heute nicht bewältigt wurde." Christian Geissler hat in der "taz" gegen diesen Text des eigenen Verlages geschäumt: "Denn diese Sprache von Trauma und Bewältigung, deutsch und Vergangenheit, die wir alle verflucht gut kennen, will zueinanderketten Nazidreck und bewaffneten Klassenkampf jetzt, Auschwitz und Antiimperialismus". Um dann zu prophezeien: "Es wird noch schlimmer kommen. es wird gewarnt. Kamalatta". Das deutsche Feuilleton hat erschrocken mit Lobeshymnen reagiert.
Gegen diesen Christian Geissler möchte ich noch einmal an dessen Vorbild Peter Weiss erinnern. Während des Zerfalls der 1968er Protestbewegung, aus dem wenig später auch die RAF hervorging, kam es vor zwanzig Jahren zu einem jener damals häufigen Ausbrüche des Kleinbürger-Hasses. Er führte den Abbruch der Generalprobe des Trotzki-Stücks von Peter Weiss herbei. Gunilla, die schwedische Frau des Schriftstellers, wurde damals mit "Du Schwedenschwein" niedergebrüllt. In seinem Notizbuch sagt Peter Weiss dazu:
Was jetzt alles niederreißt, tut es aus Desparation . . . Es sind keine ganzen Menschen gewesen. Angefressen von einer Schizophrenie. Einer deutschen Schizophrenie? Will so nicht verallgemeinern. Und doch habe ich diese Gehässigkeit und Aggressivität nur hier erlebt. Hängt mit dem nationalen Trauma zusammen. Das Aufgestaute in den Kindern, oder Enkeln von Teilhabern an ungeheuren Verbrechen muß sich immer wieder auf diese Weise auswirken . . . In der Anonymität des Theatersaals konnten sie wüten. Beim Gespräch im kleinen Kreis dann wieder zuvorkommend, freundlich, zivilisiert. Stellten sich vor, ohne geringstes schlechtes Gewissen . . . Jeder Einzelne für sich angenehm - zusammen mit anderen gehn sie über Leichen.
Aus Angst vor dem Beifall von der falschen Seite hat es in der Apo und danach diese Auseinandersetzungen um die destruktiven Anteile in uns nie gegeben. Blind haben wir den Glauben von der befreienden Kraft der Gewalt, etwa von Frantz Fanon, aufgenommen. Diese Blindheit lebt fort in der Aktion, mit der "kamalatta" endet: elf Tote und sieben Schwerverletzte, zwei tote RAF-Mitglieder, zwei RAF-Frauen können fliehen.
Nach all den Morden der letzten Jahre, die auch Christian Geissler nicht billigen mag, ist der Versuch gescheitert, auf dem Papier eine Aktion darzustellen, die geeignet wäre, die Existenz terroristischer Gruppen hier und jetzt in der Bundesrepublik zu legitimieren. Wer sich noch daran erinnert, wie das Massaker anläßlich der Schleyer-Entführung sich auswirkte, der braucht nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, welche verheerenden politischen Folgen ein Massaker hätte, wie es in "kamalatta" beschworen wird.
Nur mit politischen Mitteln, mit der Fähigkeit zuzuhören, kann in der Bundesrepublik eine Bürgerrechtsbewegung gestärkt werden, die uns der Ächtung der Isolationshaft und der Rücknahme der Antiterrorgesetze näherbringt.
Und der bewaffnete Kampf? Dutzende Male schreibt Christian Geissler in "kamalatta": "es geht". Es geht eben nicht.
Von Klaus Jünschke

DER SPIEGEL 12/1989
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