04.12.1989

GESTORBENAchim Strietzel

Achim Strietzel, 63. Ausgezogen war er, den Hamlet zu spielen, aber dann wurde doch Willy Brandt seine beste Rolle: Der Berliner Kabarettist konnte den gepreßten Tonfall des damaligen Regierenden Bürgermeister der Inselstadt so täuschend nachahmen, daß ihn die Leute sogar auf der Straße anstupsten und sagten: "Achim, mach mal!" Strietzel, auch im Film und auf der Boulevard-Bühne tätig, hatte seine Domäne auf dem Brettl, erst bei den Berliner "Stachelschweinen", dann bei der "Münchner Lach- und Schießgesellschaft". Der Absolvent der Berliner Theaterschule war ein präziser, alle Tricks und Finten der Satire beherrschender Künstler, und was er spielte, klang so, als wär's ein Stück von ihm. Eine der letzten Rollen des gebürtigen Berliners war eine Berliner-Karikatur, der Giesecke im "Weißen Rößl". Achim Strietzel erlag vergangenen Montag in München einem Herzinfarkt.

DER SPIEGEL 49/1989
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