04.06.1990

Schwierigkeiten mit der Wahrheit

Am Spätnachmittag des 22. November 1956 fand in Ost-Berlin, Französische Straße 32, eine kleine Versammlung statt. Ort war der zu ebener Erde gelegene Gemeinschaftsraum des Aufbau-Verlags, wo man sonst das Mittagessen einnahm. Die Teilnehmer, allesamt Verlagsangehörige, erschienen freiwillig. Ihr Gesprächspartner war ein Buchautor des Hauses, Johannes R. Becher, Lyriker, Mitglied des SED-Zentralkomitees und amtierender Minister für Kultur der DDR.
Es ging bald ziemlich hoch her. Dem Mann aus dem Regierungsapparat wurden anzügliche Fragen gestellt - nach Grenzen und Freiheiten sozialistischer Kultur, nach Stalin, nach der deutschen Einheit. Der 20. Parteitag der KPdSU, auf dem Nikita Chruschtschow die blutigen Verbrechen des 1953 verstorbenen Diktators eingestanden hatte, lag erst wenige Monate zurück. Die offizielle Information über das Ereignis war mangelhaft gewesen. Seither wurde über mögliche oder notwendige Konsequenzen für die DDR gegrübelt.
Als besonders hartnäckige Inquisitoren ihres Ministers erwiesen sich Walter Janka und Wolfgang Harich, der eine Direktor des Aufbau-Verlags, der andere Lektor. Becher schlug sich achtbar, obschon seine Antworten zögerlich kamen, was wohl bedingt wurde durch sein Amt.
Der Aufbau-Verlag war damals das bedeutendste belletristische Verlagshaus der DDR. Er trug seinen Namen nach einer Monatszeitschrift, bei der ich, seit 1955, als Redakteur arbeitete. Mein Chef hieß Bodo Uhse und war ein Romancier mit etwas krauser Vita: 1932 vom Goebbels-Anhänger und eingeschriebenen Nazi zum Kommunisten geworden, hatte er folglich emigrieren müssen, war Teilnehmer am Spanischen Bürgerkrieg gewesen und danach in die mexikanische Emigration gegangen. Diese beiden letzten Aufenthalte teilte er mit Walter Janka, der einer kommunistischen Familie entstammte und in Spanien der jüngste Bataillonskommandeur auf republikanischer Seite gewesen war.
Seine heroische Vergangenheit versah ihn mit einem Mythos. Für uns zarte Intellektuellen-Seelen verkörperte er den Idealtypus eines proletarisch-antifaschistischen Lebens, trotz seiner Vorliebe für teure Anzüge und flotte Automobile. Ich weiß, daß auch andere, zum Beispiel Erika Mann, Tochter des berühmten Thomas, seinem plebejischen Charme verfielen.
Der Intellektuelle war Wolfgang Harich, der aus einem bürgerlich-liberalen Haus kam und das Kriegsende in der antifaschistischen Boheme des Schauspielers Victor de Kowa überstanden hatte. Anschließend war er zu einer glanzvollen Karriere als Publizist aufgebrochen. Eine Zeitlang galt er als wichtigster Theaterkritiker Berlins. Inzwischen, 1956, war er Lektoratsleiter für deutsche Klassik im Aufbau-Verlag, versah nebenher ein Lehramt an der Berliner Humboldt-Universität und leitete außerdem die Deutsche Zeitschrift für Philosophie.
Er war brillant und gebildet. Er war auch geschwätzig und ein wenig haltlos. Mit seiner lauten Stimme, die den Dichter Stephan Hermlin an ein Clairon erinnerte, konnte er umwerfende Sottisen ausstreuen. Die beiden großen alten Männer des theoretischen Marxismus, Ernst Bloch und Georg Lukacs, waren seine Autoren und innig verehrten Vorbilder.
Georg Lukacs war in der DDR die unangefochtene Autorität in Sachen Ästhetik. Das verdankte er Becher, und darin unterschied sich die DDR von anderen Volksdemokratien, eingeschlossen die ungarische, Lukacs' Heimat. Dort galt er nämlich eher als ein ungemütlicher Revisionist, hatte wenig öffentlichen Einfluß und stieß auch deswegen zu jenem Kreis oppositioneller Geister, der als Petöfi-Klub die politischen Veränderungen Ungarns im Jahre 1956 vorbereiten half. Überall in Osteuropa erodierte erkennbar der Sozialismus. Sollte einzig die DDR davon ausgenommen sein?
Keine Fehlerdiskussion! dekretierte Walter Ulbricht, der starke Mann der DDR. Wir verabscheuten ihn. Seine spießige Ausstrahlung, sein keifendes Sächsisch, seine blutigen Hände waren uns eine Beleidigung, und die von seiner SED offiziell vertretene Auffassung, es habe in der DDR keinen Slansky- oder Rajk-Prozeß gegeben, also sei auch keine Revision nötig, mußte als offenbare Geschichtslüge gelten.
Der Ungar Rajk, der Tscheche Slansky waren in ihren jeweiligen Ländern führende Kommunisten gewesen, ehe sie wegen angeblicher Kollaboration mit dem amerikanischen Imperialismus verurteilt und hingerichtet worden waren. Beide Funktionäre hatten in den dreißiger Jahren Kontakt mit dem Amerikaner Noel H. Field gehabt, der in der Schweiz ein jüdisch-kommunistisches Hilfskomitee unterhielt. Nach dem Kriege wurde Field zum amerikanischen Agenten ausgerufen, und alle, die mit ihm Kontakt gehabt hatten, waren überführte Verräter. Wer wie Rajk Westemigrant oder wie Slansky jüdischer Herkunft war, hatte in Stalins Osteuropa seine politische Laufbahn, häufig genug auch sein Leben verwirkt.
Das galt in der DDR zum Beispiel für Paul Merker. Er war politischer Chef des mexikanischen Emigrationszentrums deutscher Kommunisten gewesen. Nach seiner Rückkehr arbeitete er zunächst in der SED-Parteiführung und als Verantwortlicher für die Landwirtschaft. 1950 wurde er aus der SED ausgeschlossen, 1952 verhaftet und erst nach vier Jahren entlassen, als schwerkranker Mann. Ein enger Mitarbeiter Merkers in Mexiko wie in Berlin war Walter Janka gewesen.
Die Mitteilung, daß Noel H. Field doch kein amerikanischer Agent gewesen sei, stand als kleine Mitteilung im SED-Blatt Neues Deutschland. Ihr Wortlaut war im gesamten Gebäude des Aufbau-Verlags überdeutlich zu vernehmen, mehrfach wiederholt, vorgetragen von einer völlig enthemmten Stimme, die dem Verlagsleiter Walter Janka gehörte.
Am 27. November 1956 ging es im Gemeinschaftsraum des Aufbau-Verlags ein weiteres Mal um die gleichen Themen wie bei Bechers Besuch, aber nun, da kein Minister präsent war, gerieten die Fragen schärfer, die Forderungen radikaler. Harich war nicht zugegen. Wir wußten, daß er nach Hamburg gefahren war. Er wollte mit drei einflußreichen Journalisten verhandeln, die Hans Huffzky, Gerhard Gleissberg und Rudolf Augstein hießen.
Das Gespräch wurde von Janka geleitet. Der mußte uns vor der Zeit verlassen und gab die Leitung an Bodo Uhse weiter. Ich sprach als letzter. Ich versuchte zusammenzufassen, worin Übereinstimmung bestand: personelle Veränderungen in der gegenwärtigen DDR-Führung, Stärkung der Gewerkschaften, Einführung der Arbeiterselbstverwaltung nach jugoslawischem Modell, Reprivatisierung der DDR-Landwirtschaft. Walter Janka sollte in die SED-Parteiführung, Ernst Bloch sollte in das Amt des DDR-Staatspräsidenten aufrücken. Bodo Uhse blickte in die Runde und sagte, das wäre es wohl. Die Versammelten trennten sich.
Anschließend fuhr ich mit einem Bekannten aus dem Verlag eine gemeinsame Strecke in der S-Bahn. Der Mann war älter als ich, er hatte seine Erfahrungen. Mit trübem Lächeln blickte er mich an, während er sagte: "Und Sie haben das Programm formuliert." Mir war, als berühre mich eine eisige Hand. Dabei war ich nur Randfigur.
Zwei Tage später wurde Wolfgang Harich verhaftet. Wenig später holten sie Walter Janka.
Was im folgenden geschah, hatte Ähnlichkeit mit Geschichten des zu jener Zeit in der DDR offiziell noch völlig verfemten Franz Kafka.
Der Umstand von Jankas Verhaftung wurde uns in Worten, die beruhigen sollten, von Erich Wendt dargetan. Er hatte in seinem Leben sowohl mit Walter Ulbricht wie mit Herbert Wehner je eine Lebensgefährtin gemeinsam, später wurde er bekannt als DDR-Unterhändler beim Berliner Passierscheinabkommen. Wendt war eine Weile provisorischer Verlagsleiter, bis den Posten, endgültig, Klaus Gysi übernahm, der Vater von Gregor.
Wenn wir morgens zu unserer Arbeit gingen, wartete auf der Französischen Straße, dem Verlagseingang gegenüber, ein Personenkraftwagen vom Typ EMW. Neben dem Wagen stand ein bulliger Mensch im dunkelgrünen Ledermantel. Seine beiden Gefährten befanden sich bereits im Inneren des Verlagshauses.
Sie würden einen der Angestellten abholen und fortbringen, in das Ministerium für Staatssicherheit. Sein Aufenthalt dort würde einen gesamten Arbeitstag dauern. Der Zweck seines Aufenthalts waren Vernehmungen. Am nächsten Morgen würde er wieder an seinem Schreibtisch sitzen, wortkarg, im Gesicht etwas bleich.
Einmal kam einer mit Prellungen zurück, als sei er geschlagen worden. Da war schon wieder der nächste unterwegs, bei dem sich jedenfalls nicht absehen ließ, ob man ihn tags darauf wiedersehen würde und wie. Sie kamen alle wieder zurück.
Die Angehörigen der Staatssicherheit gingen systematisch vor. Sie begannen im zweiten Stockwerk, wo Wolfgang Harich sein Arbeitszimmer hatte, sie kamen danach ins dritte, wo sich die Räume der Verlagsleitung befanden. Im vierten Stockwerk waren die Redaktionen der beiden verlagseigenen Periodika Sonntag und Aufbau untergebracht.
Die Mitarbeiter des Hauses überspielten die Situation mit zynischem Gewitzel. Dahinter lauerte Angst. Das Ministerium für Staatssicherheit war eine unberechenbare Behörde. Wer in ihre Fänge geriet, mußte mit einem ungewissen, manchmal tödlichen Schicksal rechnen.
Ich selbst hatte mich darauf einzurichten, daß man mich zu Bodo Uhse vernehmen würde. Wir hatten uns, Uhse und ich, häufig über politische Reformen in der DDR ausgetauscht. Uhse hatte den Aufsatz von Georg Lukacs zum Druck gegeben, "Fortschritt und Reaktion in der gegenwärtigen Kultur", gegen den mittlerweile eine wütende Polemik lief. Lukacs war Bildungsminister im ungarischen Reformkabinett Nagy gewesen. Die Sowjets hatten, ausgenommen Janos Kadar, alle Regierungsmitglieder festgenommen und außer Landes gebracht, darunter Georg Lukacs. Imre Nagy würde hingerichtet werden.
In Adlershof, in meinem Zimmer, stand eine fertig gepackte Tasche mit dem Nötigsten. Ich wäre auf immer über die damals noch offene Inner-Berliner Grenze gegangen. Ich wollte mich um keinen Preis als Zeuge gegen meinen Chefredakteur verwenden lassen.
Nachdem noch einige Mitarbeiter des Sonntag zur Vernehmung geholt worden waren, brachen die Besuche der Staatssicherheitsleute plötzlich ab. Sie benötigten kein Material mehr. Außer einer großen Erleichterung überkam mich auch, ich gestehe es, so etwas wie zarte Enttäuschung. Ich war damals gerade 24, ich war ein kleiner Redakteur beim Aufbau und habe nie erfahren, wieso man die einen verhörte, andere festnahm und sich um Dritte nicht scherte. Die Staatsmacht schlug zu, wie es ihr gefiel.
Der Prozeß gegen Wolfgang Harich fand dann statt im März 1957, vor dem Obersten Gerichtshof der DDR. Mit ihm zusammen angeklagt wurden zwei andere Wissenschaftler, Manfred Hertwig und Bernhard Steinberger, die wir nicht kannten. Eine Reihe von Verlagsangehörigen waren als Zeugen geladen. Zwei von ihnen, die beiden Chefredakteure des Sonntag, Gustav Just und Heinz Zöger, wurden noch im Gerichtssaal verhaftet. Ihnen sollte später zusammen mit Walter Janka der Prozeß gemacht werden. Dieses Verfahren würde im Juli 1957 stattfinden.
Wolfgang Harich wurde zu einer Zuchthausstrafe von zehn, Walter Janka zu einer solchen von fünf Jahren verurteilt.
Nach dem Ende des Harich-Prozesses gab es für die Angehörigen des Aufbau-Verlags eine abendliche Informationsveranstaltung im Berliner Klub der Kulturschaffenden, Jägerstraße, dem früheren Herrenklub Franz von Papens. Es sprach der Generalstaatsanwalt der DDR, Melsheimer, vormals Nazi* Beim SED-Parteitag in Ost-Berlin 1989. Jurist. Genüßlich unterbreitete er das Sexualleben des verurteilten Harich und nahm es als Ausweis für dessen allgemeine Verworfenheit. Einige Diskussionsredner pflichteten bei.
Nach Jankas Verurteilung gab es eine solche Information nicht. Wir erfuhren von der Sache aus den Zeitungen und aus dem Mund einiger Zeugen. Danach sollte es im Gerichtssaal zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Harich und Janka gekommen sein.
Bodo Uhse, er hatte während der Verfahren im Zuschauerraum gesessen, trug in aller Öffentlichkeit eine weinerliche Selbstkritik vor, mit der er von Georg Lukacs und allen durch Lukacs verursachten Handlungen abrückte.
Die Urteile gegen Harich und Janka erregten damals einiges, auch internationales Aufsehen. Es lag an der größeren Prominenz von Wolfgang Harich, daß sein Name und sein Schicksal in den Vordergrund rückten, bis hin zur fast völligen Ausschließlichkeit. Von den Prozessen gegen Loest und Schröder, die gleichfalls in diese Zusammenhänge gehören, sprach kaum einer.
Die Wirkung aller dieser Ereignisse in der DDR aber war zunächst: Lähmung. Wieder einmal verließ eine große Zahl von Intellektuellen das Land, und eine neue Periode geistiger Erstarrung begann. Sie würde anhalten bis etwa 1962.
Ich selbst kam noch einmal mit der Sache in Berührung anläßlich eines Kongresses, den der DDR-Kulturbund veranstaltete, im Gemeinschaftshaus des VEB Elektrokohle, Berlin-Lichtenberg, Februar 1958. Ich saß für den Aufbau am Pressetisch, direkt unter dem Kongreß-Präsidium. Genau über mir saß Walter Ulbricht.
Es war das einzige Mal, daß ich den Mann so nah erlebte. Der Minister Becher und sein Vize Abusch säuselten um ihn herum, es wurde recht ekelhaft. Ich besah mir Walter Ulbricht. Er hatte einen wächsernen Teint. Er schien auf eine tiefinnerliche Art zufrieden, hielt den Kopf leicht zur Seite geneigt und grinste.
Er freute sich. Der langweilige Kongreß, an dem er teilnahm, konnte der Grund dafür nicht sein. Erst am nächsten Morgen erfuhr ich den wahren Anlaß seines Vergnügens. Ich las in der Zeitung, beim soeben beendeten 35. Plenum des ZK der SED sei die oppositionelle Gruppe Schirdewan/ Wollweber entfernt worden. Ich begriff, daß die Affäre um Harich und Janka größere Dimensionen besaß als bis dahin öffentlich bekannt.
Walter Janka traf ich erstmals bald nach seiner Entlassung wieder, im Berliner Stadtbüro der Filmgesellschaft Defa. Er führte ein Gespräch in lärmendem Spanisch mit einem Mann, der Jorge Semprun hieß und heute Kulturminister in Madrid ist. Janka wirkte ungebrochen. Er trug einen seiner eleganten Anzüge von einst, der, als wolle er an das melancholische Schicksal seines Besitzers gemahnen, sonderbar aus der Mode war.
Später, wenn mich Janka daheim besuchte, verfärbte sich augenblicklich sein Gesicht, sobald draußen der Airdale meines Nachbarn anschlug: Das machten die Erinnerungen an Wachhunde im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen.
Harich traf ich erst viel später, 1974, im damaligen Ost-Berliner Korrespondenten-Büro des SPIEGEL. Er war weißhaarig geworden und krähte die bei ihm gewöhnlichen Sottisen.
33 Jahre nachdem sie sich ereignet hatten, waren die Ereignisse um Wolfgang Harich und Walter Janka dann fast völlig vergessen. Janka hatte nach außen hin seinen Frieden mit der DDR gemacht. Er war der SED wieder beigetreten, die ihn 1957 verstoßen hatte, und 1989 wurde ihm ein hoher DDR-Orden verliehen. Wolfgang Harich hatte derweil allerlei teils hoch gelobte, teils umstrittene Bücher verfaßt. Anschließend war er zu einer Odyssee durch verschiedene geistige und nationale Provinzen der Grünen Bewegung angetreten, bis er am Ende wieder in der DDR anlangte.
Im Sommer 1989 entlockte der scheidende Rowohlt-Lektor Freimut Duve dem damals 75jährigen Janka einige Kapitel von dessen ungedruckter Autobiographie. Als letztes der von Duve betreuten Aktuell-Taschenbücher erschien das, unter dem Titel "Schwierigkeiten mit der Wahrheit", zur Buchmesse 1989 und wurde zunächst kaum beachtet.
Am 28. Oktober 1989, Honecker war inzwischen gestürzt, und die innenpolitischen Veränderungen nahmen einen dramatischen Verlauf, las auf einer Veranstaltung des Deutschen Theaters in Ost-Berlin der Schauspieler Ulrich Mühe Passagen aus "Schwierigkeiten mit der Wahrheit".
Jankas sprachlich eher unbeholfener Bericht über seine Verhaftung und den Prozeß gegen ihn erschien als Text für die Stunde. Hier wurde am eindrücklichen Beispiel dargetan, was sich dem SED-Regiment vorwerfen ließ: die politische Heuchelei, die Polizeistaatlichkeit, die Rechtsbeugung, die Menschenverachtung.
Walter Janka, der Unschuldige, der Unbeugsame, rückte auf zum Helden dieser an Führerfiguren sonst so armen Massenbewegung des Herbstes 1989 in der DDR.
Er trat danach in Radio- und Fernsehsendungen auf. Sein Name füllte die Vortragssäle. Zeitungsberichte über ihn erschienen, sein Buch geriet auf die Bestsellerliste. Es wurden Parallel-Veröffentlichungen gemacht: ein Band mit Briefen, die ihn erreichten; Gustav Just, der Mitangeklagte, brachte seine Erinnerungen an 1956 heraus; auch die Gerichtsdokumente von 1956/57 erscheinen in diesen Tagen als Buch** (siehe Auszüge Seite 96).
Das Oberste Gericht der DDR beeilte sich, die Urteile von 1957 zu kassieren und in einem erneuten Verfahren alle Angeklagten freizusprechen. War es also in der DDR die überfällige Stunde der Selbstreinigung und der radikalen Wahrheit?
Der Präsident des Obersten Gerichts, Günter Sarge, mußte zwei Wochen nach Abschluß des Kassationsverfahrens zurücktreten. Auch DDR-Generalstaatsanwalt Günter Wendland war längst nicht mehr in seinem Amt.
Daß Janka, dann auch Harich und beider Gefährten freigesprochen wurden, verdankten sie der Popularität ihrer Namen. Die Hunderte anderer in der DDR aus politischen Gründen zu Unrecht Verurteilten werden noch lange darauf warten müssen, daß man sie förmlich rehabilitiert. Die Zeitgeschichte ist launisch, und die DDR-Justiz ist bestrebt, diesen Launen zu folgen.
So wie vor 35 Jahren der Name Harich bekannter war als der Name Janka, ist es nunmehr umgekehrt; ** "Der Prozeß gegen Walter Janka und andere". Eine Dokumentation; rororo aktuell; 12,80 Mark. * Stalin-Denkmal in Ost-Berlin. wie aber verhält es sich mit den übrigen? Wer, nur als Beispiel, redet von Bernhard Steinberger?
Er wurde 1917 geboren. Er hätte gerne studiert, aber in Deutschland herrschte Adolf Hitler, und Bernhard Steinberger war Jude. 1936 ging er ins Exil, zunächst nach Italien, später in die Schweiz, wo man ihn als Emigrant in einem Arbeitslager internierte, auf insgesamt drei Jahre. 1945 kehrte er nach Deutschland zurück. Er trat der KPD bei. Er lebte zunächst in Bayern und ging 1947 als Student nach Leipzig. Im Mai 1949 wurde seine Frau, eine gebürtige Ungarin, festgenommen und von ihrem zweijährigen Kind getrennt, im Zusammenhang mit dem Prozeß gegen Laszlo Rajk. Steinberger wurde gleichfalls verhaftet, von sowjetischen Sicherheitsorganen. Er blieb insgesamt sechs Jahre in Haft, zuletzt als Gefangener in einem russischen Strafarbeitslager.
Seine Entlassung erfolgte, ohne daß man ihn förmlich rehabilitierte. Seit März 1956 hatte er wieder Frau und Kind bei sich. Im selben Jahr bat ihn Wolfgang Harich, Ideen zu einer alternativen Ökonomie für die DDR zusammenzutragen. Die DDR-Behörden verhafteten ihn und machten ihm gemeinsam mit Harich den Prozeß. Er kam im November 1960 wieder frei. Er arbeitete eine Weile in der Industrie, mit 50 Jahren promovierte er, anschließend übernahm er ein Lehramt. Heute lebt er als Rentner.
Seine Biographie ist mindestens so eindrucksvoll wie jene von Walter Janka, doch kaum jemand kennt sie. Die Zeitgeschichte ist launisch.
Inzwischen hat es den Anschein, als sei auch Walter Janka mit seiner ungewollten Heldenrolle ein wenig überfordert. Er zeigt sonderbare Inkonsequenzen. Einen Auftritt als Redner bei der großen Berliner Demonstration des 4. November 1989 lehnte er ab, da er nicht gemeinsam mit Ex-Spionagechef Markus Wolf auftreten mochte. Sechs Wochen später setzte er sich neben diesen Markus Wolf ins Präsidium des Sonderparteitages der SED.
Das Buch "Schwierigkeiten mit der Wahrheit" verdankte seine Wirkung in der DDR auch dem Umstand, daß hier ein Monument Schaden nahm. Geschildert wird, wie die Schriftstellerin Anna Seghers, in Sorge um ihren Freund Georg Lukacs, im Oktober 1956 Janka dazu bewegte, den ungarischen Philosophen aus dem von Wirren heimgesuchten Budapest über Wien in die DDR zu holen. Becher stimmte zu. Die Reisevorbereitungen liefen an. Ulbricht untersagte das Vorhaben.
Im Prozeß, schreibt Janka, sei der Vorgang dann gegen ihn verwendet worden, als versuchter konterrevolutionärer Akt. Die im Zuschauerraum anwesende Anna Seghers habe nicht die mindeste Regung eines Protestes von sich gegeben.
Kein Ausweis von Zivilcourage, in der Tat. Aber Anna Seghers war eine scheue Person, was jeder wußte, der sie kannte. Mut gehörte nicht zur notwendigen Grundausstattung bedeutender Schriftsteller. Auch Brecht war ein Feigling, wie sein Verhalten gegenüber Stalin, Ulbricht und McCarthy beweist.
Kommt hinzu: Die stalinistischen Schauprozesse steckten der Jüdin und Westemigrantin Anna Seghers, Ehefrau des ungarischen Juden Radvanyi, wohl noch in den Knochen. Außerdem scheint die gesamte Lukacs-Flucht-Episode für den Prozeß so marginal gewesen zu sein, daß sie in den Protokollen, die zur Veröffentlichung anstehen, überhaupt nicht vorkommt.
Diese Protokolle belegen zunächst eine Unbeugsamkeit des Untersuchungsgefangenen und Angeklagten Janka, die eindrucksvoll, die manchmal schon unheimlich ist. Immer wieder und bis zuletzt behauptet er, kein Teilhaber eines konterrevolutionären Unternehmens gewesen zu sein. Er hatte damit so recht wie Wolfgang Harich, der seine Teilhabe an diesem konterrevolutionären Unternehmen offen eingestand. Die Fakten, um die es dabei ging, blieben immer dieselben. Auch Janka bestritt sie nicht.
Eigentlich war es alles sowieso nur ein Intellektuellen-Geschwätz gewesen, und viel mehr, als ich am Abend des 27. November 1956 zusammengefaßt hatte, gab es nirgends an Plänen. Es existierten zu jener Zeit in Ost-Berlin noch andere Debattierkreise, mit vergleichbaren Gedanken. Jeden von ihnen hätte man zu einem konterrevolutionären Unternehmen erklären können.
Es gab außerdem noch ein Papier, das, ganz offiziell, für die Veröffentlichung im theoretischen SED-Organ Einheit bestimmt war. Es gab den Plan, Harich solle seine Gedanken in Polen vortragen. Harich hatte den tollkühnen Einfall, bei Sowjetbotschafter Puschkin für die Sache zu werben, und einmal sprach er sogar bei Walter Ulbricht vor, den er gewissermaßen zum Rücktritt bewegen wollte.
Die SED-Führung benötigte keinen Spitzel bei den Opponenten. Die lieferten sich selbst aus, durch einen ihrer Köpfe.
Alle diese Schritte von Harich erfolgten in voller Kenntnis, wenn schon nicht mit Billigung Walter Jankas. Nur seinen Kontakt mit dem Ostbüro der SPD, einer Spionage-Zentrale, behielt Harich wohl für sich.
Der Anklage gefiel es dann, den erwähnten Artikel für die Einheit als Programm, als "Plattform" zu begreifen und harmlose Kaffeekränzchen mit Paul Merker als Gründungsversammlungen einer konterrevolutionären Gruppe. Natürlich befand sich Janka im Recht, wenn er gegen solche Unterstellungen protestierte. Er hatte ausschließlich sein "demokratisches Recht auf Meinungsäußerung gemäß Artikel 9 der Verfassung der DDR" wahrgenommen, wie es im Urteil des Kassationsverfahrens von 1990 heißt.
In einer umfangreichen Selbstbezichtigung, die er 1957, bereits nach seiner Verurteilung, als Material für den Janka-Prozeß verfaßte, hat Wolfgang Harich seine und seiner Gesinnungsfreunde Handlungen "sicher sehr gefährlich" genannt, "partei- und staatsfeindlich": Das ist nichts anderes als eine Umschreibung für den Hoch- und Landesverrat. Übertreibt er?
Nach der bis Herbst 1989 in der DDR gültigen politischen Philosophie war seine Bewertung korrekt. Die bestehende politische Macht sollte um jeden Preis verteidigt werden, auch durch die Rechtsprechung, und standen dazu die erforderlichen Gesetze nicht zur Verfügung, wurden sie eben hingebogen.
So war die "Gruppe" durch das 1957 in der DDR gültige Strafrecht noch nicht erfaßt. Gleichwohl hat Staatsanwalt Melsheimer sie im Janka-Prozeß verbrecherisch nennen können, die Teilnahme an ihr strafwürdig, und kein oberster Richter schritt ein. Melsheimer berief sich, als wäre dies verbindliches Recht, auf einen Artikel, den das DDR-Fachblatt Neue Justiz gedruckt hatte. Verfasser des Artikels war der nämliche John Lekschas, der jetzt, 1990, mit Gebärden des Abscheus, die Dokumente des Janka-Prozesses herusgibt.
Die Gesamtzahl der aufmüpfigen DDR-Intellektuellen 1956 dürfte, großzügig gerechnet, keine hundert betragen haben. Verbindungen zum proletarischen Milieu bestanden nicht. Die Gefahr einer Massenerhebung wie 1953 existierte nicht einmal im Ansatz. Ulbricht hätte es leicht mit ein paar disziplinarischen Maßnahmen bewenden lassen können, und die Sache wäre vorbei gewesen. Ebenso hätte er auch alle anderen ins Zuchthaus schicken können.
Die Frage, warum so und nicht anders verfahren wurde, hat mich lange beschäftigt. Inzwischen glaube ich die Antwort zu wissen.
Ulbricht war seit Stalins Tod ein politisch gefährdeter Mann. Der Schöpfer der sozialistischen DDR stand bei den Diadochen in Moskau zur politischen Disposition, aus vielerlei Motiven, die alle darauf hinliefen, daß dieser unpopuläre Mann eine schwere politische Belastung war.
Unter dem Druck aus Moskau mußte das auf der 2. SED-Parteikonferenz von 1952 beschlossene stalinistische Programm zurückgenommen werden, was am 11. Juni 1953 geschah. Die Korrektur trug den Namen "Neuer Kurs". Sämtliche Maßnahmen zu einer gewaltsamen Gesellschaftsveränderung wurden aufgehoben, bis auf eine: Die Normenerhöhung für Arbeiter, anstößigste der Regelungen überhaupt, blieb erhalten. Ein Zufall?
Der schlaue Ulbricht, der aus der proletarischen Bewegung kam und sich dort auskannte, dürfte so entschieden haben, weil er die Empörung der Arbeiterschaft absichtlich stimulieren wollte. Sie brach auch aus, beginnend am 16. Juni 1953, bei den Bauleuten auf der Berliner Stalinallee. Die Panzer der Roten Armee, die den Aufstand schließlich niederwalzten, schützten den, der sie hatte rufen müssen, Walter Ulbricht.
Harich und Janka operierten auf einem Felde, dessen Untiefen sie nicht kannten. Ulbrichts Schlag gegen sie war genau berechnet und kam präzis: Es wurden ausschließlich Parteimitglieder verhaftet, und sie würden verurteilt werden wegen Verstößen gegen die herrschende Parteilinie. Damit war zunächst ein abschreckendes Zeichen gesetzt für potentielle Nachahmer im Fußvolk. Zugleich war dies die Vorgabe für ein weiteres Vorgehen auf der Führungsebene. Es erfolgte im Februar 1957, auf dem 30. Plenum des ZK.
Wolfgang Harich hat diese Zusammenhänge offenbar eher erkannt als Walter Janka. Dessen ostinate Behauptung, er habe stets im Rahmen seiner kommunistischen Überzeugung gehandelt, war subjektiv korrekt und doch objektiv falsch, denn diese Überzeugung implizierte den unbedingten Kadergehorsam, der das beherrschende Prinzip aller leninistischen Parteien war. Was als richtig, nützlich, förderlich galt, entschied die Führung.
Hiergegen hatten die Opponenten von '56 verstoßen, und sie wurden dafür gestraft. Harich verstand das und nahm seine Strafe innerlich an. Nur so ist sein geradezu exzessiver Bekenntniseifer zu begreifen, dessen Zeugnisse zu lesen nun allerdings widerlich ist.
Es ist oft behauptet worden, und ich selbst habe mich daran beteiligt, eine geglückte Erneuerung 1956 hätte dem DDR-Sozialismus aus seiner Misere helfen und ihn mehrheitsfähig machen können.
Damit wird zunächst gefragt nach den Erfolgschancen der damaligen SED-Opposition, hätte sie denn gesiegt. Die Frage ist leicht zu beantworten. Diese Chancen waren gering. Den Hinweis dafür liefert jenes der DDR-Opposition vorbildliche Land, wo die stalinistische Führung gestürzt und der dortigen Opposition zur Macht verholfen wurde: Gomulka brachte seinem Polen zwei Jahre Atempause. Dann begann das politische Elend des Landes erneut. In der DDR wäre nichts anderes geschehen.
So muß wohl nach den grundsätzlichen Erfolgschancen der leninistisch disponierten Länder gefragt werden. Selbst diese Antwort ist heute einfach, da zwischen Wladiwostok und Torgau bloß noch die Auflösung herrscht. Der Sozialismus, dieser, braucht zu seiner Existenz die Autokratie und den Terror, anders bricht er zusammen. Substantielle Reformen sind sein Untergang. Die Stalinisten wußten das. Alle Reformer, einschließlich des Michail Gorbatschow, wußten es wohl nicht.
Freilich sind solche Einsichten erst allerjüngsten Datums, doch es hat nicht an mahnenden Stimmen vorher gefehlt. Warum haben wir nicht auf sie gehört? Warum übten wir Solidarität, die immer auch Solidarität mit Verbrechern und Desperados war? Wir erfuhren bloß Willkür und plumpe Zynismen dafür. Wir blieben gleichwohl bei der Sache.
Jetzt stehen wir da und sehen, wie unsere Utopie zerfällt. Wir wissen, daß dieser Vorgang folgerichtig und unumkehrbar ist. Gleichwohl gedenken wir unserer Vergangenheit mit Wehmut.
Von Rolf Schneider

DER SPIEGEL 23/1990
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.


DER SPIEGEL 23/1990
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Schwierigkeiten mit der Wahrheit

Video 02:27

"Respektlose Berichterstattung" Die Bayern-PK der anderen Art

  • Video "Trump und Pence zu Gewalt gegen Journalisten: Inkonsequenter Body-Slam" Video 01:08
    Trump und Pence zu Gewalt gegen Journalisten: Inkonsequenter Body-Slam
  • Video "Köstliche Szene im britischen Parlament: Scottish for Runaways" Video 01:26
    Köstliche Szene im britischen Parlament: Scottish for Runaways
  • Video "Dashcam-Video: Riesenspinne nähert sich US-Cop" Video 01:05
    Dashcam-Video: "Riesenspinne" nähert sich US-Cop
  • Video "Filmstarts im Video: Wurden Sie enführt?" Video 10:28
    Filmstarts im Video: Wurden Sie enführt?"
  • Video "Anhaltende Dürre: Rhein-Pegel sinkt auf 33 Zentimeter" Video 02:27
    Anhaltende Dürre: Rhein-Pegel sinkt auf 33 Zentimeter
  • Video "Wahlkampf in Montana: Trump lobt US-Politiker für Angriff auf Journalist" Video 01:08
    Wahlkampf in Montana: Trump lobt US-Politiker für Angriff auf Journalist
  • Video "Serien-Start Deutschland 86: Ein ostdeutsches Traumschiff für westdeutsche Waffenexporte" Video 05:26
    Serien-Start "Deutschland 86": "Ein ostdeutsches Traumschiff für westdeutsche Waffenexporte"
  • Video "Australien: Mädchen bricht bei Harrys Umarmung in Tränen aus" Video 00:45
    Australien: Mädchen bricht bei Harrys Umarmung in Tränen aus
  • Video "NBA-Basketball: Hornets Monk mit dem Dunk des Tages" Video 00:28
    NBA-Basketball: Hornets Monk mit dem Dunk des Tages
  • Video "Serien-Start Deutschland 86: Ein ostdeutsches Traumschiff für westdeutsche Waffenexporte" Video 05:26
    Serien-Start "Deutschland 86": "Ein ostdeutsches Traumschiff für westdeutsche Waffenexporte"
  • Video "Neues Video zu Banksy-Auktion: Schredder sollte Bild komplett zerstören" Video 01:26
    Neues Video zu Banksy-Auktion: Schredder sollte Bild komplett zerstören
  • Video "Glasbodenbrücke in China: Und dann ist der Riss auf einmal echt" Video 01:20
    Glasbodenbrücke in China: Und dann ist der Riss auf einmal echt
  • Video "Video aus Mexiko: Frau taucht mit großem Krokodil" Video 01:13
    Video aus Mexiko: Frau taucht mit großem Krokodil
  • Video "Rauchgeruch in Air-Force-Maschine: Melania Trump muss notlanden" Video 00:36
    Rauchgeruch in Air-Force-Maschine: Melania Trump muss notlanden
  • Video "Wakeboarden über Eisberge: Ziemlich coole Sache" Video 01:13
    Wakeboarden über Eisberge: Ziemlich coole Sache
  • Video "Respektlose Berichterstattung: Die Bayern-PK der anderen Art" Video 02:27
    "Respektlose Berichterstattung": Die Bayern-PK der anderen Art