16.05.2015

PopKannst du vergessen

Als Kind verlor John Lydon sein Gedächtnis. Als junger Mann wurde er Sänger der Sex Pistols. Beides spukt bis heute in seinem Kopf. Von Philipp Oehmke
Das ist kein Ort für einen Menschen, der sich einmal Johnny Rotten genannt hat, hier auf dem Sunset Boulevard in Hollywood, wo die Sonne vom Himmel sticht. Hoffentlich zerfällt er, der Verrottete, nicht gleich zu Staub. Er trägt übrigens immer noch einen Irokesenhaarschnitt, was ihn heute aussehen lässt wie einen Profifußballer, der sich mehr für seine Frisur interessiert als für sein Spiel.
Plötzlich sagt Johnny, dass er diesen Ort auf dem Sunset Boulevard kenne. Früher war hier das sogenannte Riot Hyatt, ein Hotel, das sich Musiker in den Siebzigerjahren aussuchten, wenn sie ein paar Zimmer zerlegen wollten. Heute steht an der Stelle ein modernes Boutiquehotel.
Vor mehr als 37 Jahren, es muss im Februar 1978 gewesen sein, Johnny war gerade 22 geworden und Sänger der Sex Pistols, bestellte er den Manager Malcolm McLaren ins Riot Hyatt, um ihn über seinen Ausstieg aus der Band zu informieren. McLarens Plan war es eigentlich, mit den Sex Pistols, die damals schon weltberühmt waren, noch viel Geld zu machen. Aber Johnny wollte nicht mehr. Alles nur noch ein Trümmerhaufen. 26 Monate lang war er der Sänger gewesen, 26 Monate, die ihn zu einer Ikone machten, für die einen zum Antichristen, wie er selbst über sich sang, für die anderen zum Erlöser der Popmusik.
Die Verabredung in dem Hotel ist eher dem Zufall geschuldet, aber Johnny kann nicht still stehen vor guter Laune. In einer Plastiktüte trägt er seine Habseligkeiten, iPhone, zwei Packungen Marlboro Lights, Medikamente, ziemlich viele. Allergien, sagt er. Ist klar. Epilepsie.
"Müssen wir noch lange laufen?", fragt Johnny. Er sagt, sein Diätplan für heute sehe vor, dass er nichts essen, sondern nur trinken dürfe.
Was genau? Grünen Tee? Gemüsesaft?
"No!", ruft Johnny. "Sea Breeze! Wodka, Cranberry, Schuss Grapefruit!"
Er ist jetzt 59 Jahre alt.
Johnny Rotten, auf Deutsch Johnny Verfault, mit bürgerlichem Namen John Lydon, ist eine wirklich große Nummer. Er war der erste große Star des Punk, er hat seine Rolle gut ausgefüllt. Punk ist heute Massenkultur. Der Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner ist ein ehemaliger Punk. Die CDU lässt auf ihrer Bundestagswahlparty ein Lied der Toten Hosen spielen. Richard Branson, Johnny Rottens ehemaliger Plattenchef, ist heute Milliardär und bietet Flüge in den Weltraum an. Steht man also heute mit dem vor sich hin scherzenden Johnny auf dem Sunset Boulevard in der Sonne, muss man sich kurz kneifen, um überhaupt zu begreifen, was dieser Mann alles ausgelöst hat.
Mit seinem blassen Kindergesicht, den orange gefärbten Haaren, den stierenden Augen, der heulenden Stimme und dem gerollten "R" sang der damals 20-Jährige von "Anarchy in the U.K." und einem "fascist regime", der verrotteten britischen Monarchie, in der alle, die in ihr leben müssten, "no future" hätten. Keinerlei Zukunft.
Johnny Rottens letzte Worte beim letzten Konzert der Sex Pistols in San Francisco im Januar 1978 lauteten: "Ever get the feeling you've been cheated?" Jemals das Gefühl gehabt, reingelegt worden zu sein?
Diese Worte waren der Beginn für einen jahrzehntelangen Kampf darüber, was die Sex Pistols nun eigentlich waren, wofür sie standen und ob sie tatsächlich etwas bewirkt hatten oder nur das industriell-kapitalistische Boyband-Produkt eines gerissenen Managers gewesen waren. Jahrelang wurden Prozesse geführt, Tausende Bücherseiten gefüllt, Menschen sind gestorben, Freundschaften zerbrochen. Und natürlich ging es immer um viel Geld.
No future, Johnny? Wirklich?
Nun hat er sein zweites Buch zu diesem Thema geschrieben, diesmal ist es eine richtige Autobiografie. Das erste Buch sei eher eine Art großer Hausputz gewesen, sagt Johnny. Zu viele Leute hatten begonnen, einen zu großen Teil in der Sex-Pistols-Geschichte für sich zu reklamieren. "Rotten: No Irish, No Blacks, No Dogs" erschien Mitte der Neunzigerjahre, 16 Jahre nach dem Ende der Band, und richtete sich vor allem gegen den Manager Malcolm McLaren und dessen damalige Partnerin, die Modedesignerin Vivienne Westwood, die behaupteten, die Sex Pistols seien nur postmoderne Performance-Kunst und Johnny Rotten und Sid Vicious ihre Marionetten gewesen.
Natürlich betrachtet sich Rotten als Künstler, das schon, auch wenn er den Begriff als "prätentiösen Nonsense" ablehnt. Damit man das versteht, hat er sein Leben jetzt in eine Autobiografie gefasst, sie handelt von seinen Eltern und seiner Kindheit und Jugend in Nordlondon, es geht auch um die Achtziger- und Neunzigerjahre, seine zweite Band Public Image Ltd., die es heute noch gibt - aber im Zentrum stehen erneut diese 26 Monate bei den Sex Pistols, die ihn zwar, wie er sagt, nicht mehr schmerzen, aber immer noch nicht loslassen(*). "Es war die wichtigste Zeit meines Lebens. Und man hat versucht, sie mir zu nehmen."
Es waren seine 15 Minuten. Johnny Rotten hatte England in eine Hysterie versetzt, wie es sie seit den Beatles nicht gegeben hatte. Aber mit dem Unterschied, dass die Energie, die die Sex Pistols entfachten, sich zerstörerisch gegen jene Kultur richtete, die sie hervorgebracht hatte.
Bis zu den Sex Pistols hatte sich die relativ junge Popkultur zwar auch schon
mit Fragen der Politik oder der Lebensführung auseinandergesetzt. Wie sehr darf man mit der Hüfte wackeln? Wie kurz kann der Rock sein? Wie offen muss Sexualität gelebt werden? Und lässt sich dieser Krieg in Vietnam nicht endlich mal beenden? Für Johnny aber war das alles nur Oberfläche. Die Beatles lebten von der Affirmation, die Sex Pistols vom Nihilismus.
Johnny ist in Nordlondon aufgewachsen. Die Wohnung hatte keine Toilette. In der Benwell Road, wo der runtergekommene Häuserblock seiner Kindheit stand, thront heute das Emirates-Stadion des Arsenal FC. Als Siebenjähriger erkrankte er an einer Hirnhautentzündung, der Überträger der Krankheit war vermutlich eine Ratte, wie die Ärzte ihm erklärten. Johnny sagt, er habe in einer Pfütze im Hof gespielt, der voller Ratten war. Eine Ratte musste wohl kurz vorher in die Pfütze uriniert haben, mit deren Wasser Johnny sich dann das Gesicht kühlte. Er fand es immer merkwürdig, wenn die Menschen ihn fragten, wie um alles in der Welt, er damals mit 20 Jahren auf diese bösen Liedzeilen gekommen sei. Seine Antwort: Er habe nur fünf Minuten gebraucht, sie zu schreiben, aber sie seien jahrelang in ihm gereift.
No future? Natürlich. Jeder, der etwas anderes behaupte, sagt Johnny, habe sie nicht alle.
Er erzählt von einer der Fehlgeburten seiner Mutter. Er sei neun oder zehn gewesen und habe den Eimer mit dem toten Embryo ins Klo kippen müssen. "Schon in der Schule brachten sie dir bei, dich wie ein Bürger zweiter Klasse zu benehmen. Niemand wollte, dass man sich anstrengt. Das System hatte kein Interesse an Aufsteigern. Du warst auf der falschen Seite und solltest dort bleiben. Es gibt keine Zukunft für dich. No. Future. For. You. Das System wollte Untertanen für die Königsfamilie."
Dass seine Zeilen über Nacht berühmt wurden und heute zum Kanon der Popgeschichte gehören, beweist für ihn, dass er recht hatte. Viele Konzerte der Sex Pistols wurden von Veranstaltern aus Angst abgesagt, die erste Auflage der Single "God Save the Queen" fast komplett eingestampft, Plattenfirmen gaben ihnen Verträge und schmissen sie wieder raus, der Inlandsgeheimdienst MI5 schaltete sich ein. Das konservative England begann eine Jagd auf die vier Sex Pistols, vor allem aber auf ihren Sänger Johnny Rotten, der sich wochenlang verstecken musste, weil aufgebrachte Bürger es auf ihn abgesehen hatten.
Die Band, gegründet im Sommer 1975, gelenkt von dem genial-schurkischen Manager Malcolm McLaren, geriet in Panik, zerstritt sich und fiel nach einer desaströsen US-Tour im Januar 1978 auseinander. Neun Monate später soll der Bassist John Beverley, berüchtigt als Sid Vicious, im New Yorker Chelsea Hotel seine Freundin erstochen haben, das Heroin-Groupie Nancy Spungen. Er wurde verhaftet und starb ein paar Monate später, auf Kaution entlassen, an einer Überdosis Heroin, die ihm angeblich seine Mutter besorgt hatte.
Johnny sagt, er habe Sid geliebt, sie kannten sich seit ihrer gemeinsamen Zeit auf einer Schule für schwierige Kinder, aber für den Sid Vicious der letzten Monate habe er nur Verachtung übriggehabt. Johnny selbst hatte Nancy an Sid weitergereicht, weil sie ihm zu fertig war. Aber Sid hatte nie ein Händchen für Frauen. Sid war immer ein Fashion-Victim und Styler, nicht der Hellste, aber wahnsinnig lustig. Seine Mutter Anne Beverley war eine der ersten Ibiza-Hippies gewesen und laut Johnny ebenfalls seit vielen Jahren Junkie. Sid hieß eigentlich auch John, aber Johnny gab ihm den Namen seines Hamsters: Sid.
In Marina del Rey in Los Angeles bewohnt Johnny heute das ehemalige Strandhaus der Hollywood-Ikone Mae West, gebaut 1910. Johnny hat mal erzählt, dass in den Sechzigerjahren der junge Arnold Schwarzenegger in dem Haus als Bauarbeiter gejobbt habe, als er gerade nach L.A. übergesiedelt war, um hier ein Star zu werden. Den Stuck an der Außenwand habe Schwarzenegger selbst angebracht. In den Neunzigerjahren, zu "Terminator"-Zeiten, hätten Arnold und seine Frau, Fahrräder in der Hand, einmal bei ihm geklingelt: Er habe dieses Haus renoviert, sagte Schwarzenegger völlig ahnungslos, wem er gegenüberstand, und er fragte auch, ob er hereinkommen dürfe. Johnny hat Nein gesagt. Ihm ist es schon peinlich genug, dass er mit Leuten wie Paul McCartney befreundet ist.
Er trägt heute eine bunte, relativ scheußliche Hose. Von Issey Miyake, sagt er stolz. Später muss er noch nach Malibu, in sein anderes Haus, das direkt am Pacific Coast Highway liegt. Johnny Rotten hat es 1990 zusammen mit seiner Frau Nora für 1,2 Millionen Dollar gekauft, es dürfte inzwischen erheblich mehr wert sein. Sein Nachbar dort ist der Schauspieler Orlando Bloom. Auch den findet Johnny überraschend sympathisch.
No future? Orlando Bloom.
Die Handwerker seien da, deswegen müsse er noch mal raus, und er dürfe das auch nicht vergessen, sonst könnte es Ärger mit Nora geben. Nora ist eine Deutsche, die beiden kennen sich seit den Sex-Pistols-Tagen, sie ist 14 Jahre älter, sie war (oder ist es immer noch) ein hochgewachsenes, blondes Glamourgirl mit großer Oberweite aus guter Familie. Vor Johnny war sie die Ehefrau des Fünfzigerjahre-Schlagerstars Frank Forster ("Nachts im Grünen Kakadu"). Noras Vater Franz Karl Maier war in Stuttgart Ankläger bei den Entnazifizierungsverfahren und später bis in die Achtzigerjahre Herausgeber des "Tagesspiegel" in Berlin. Aus der Ehe mit dem Schlagersänger Forster hatte Nora schon eine 13-jährige Tochter, als sie Johnny kennenlernte. Johnny und Sid mochten das Mädchen, der Clash-Gitarrist Joe Strummer brachte ihm angeblich das Gitarrespielen bei, und bald nannte sich Ariane nur noch Ari Up und gründete The Slits, eine der ersten Mädchen-Punkbands der Welt. Ihr Patenonkel hieß Udo Jürgens.
No future? Udo und Johnny. Schlager und Punk.
Ariane starb 2010 an Krebs, ihre beiden Kinder, Zwillinge, haben schon in den Neunzigerjahren zu großen Teilen bei ihren Großeltern, Nora und Johnny, in Los Angeles gelebt.
Nach Johnnys Ausstieg 1978 produzierte McLaren mit dem Rest der Band noch den Film "The Great Rock 'n' Roll Swindle". Auch der Film legt nahe, dass die Sex Pistols nur ein Spiel waren, ein Gedankenkonstrukt McLarens, eine poststrukturalistische Idee, die die Verkommenheit und Dummheit des Popgeschäfts durch stupiden Nihilismus entlarvt hatte: der große Rock-'n'-Roll-Schwindel, und alle waren McLaren auf den Leim gegangen. Und hatte Johnny das mit seinen letzten Worten auf der Bühne nicht auch angedeutet? Johnny war in diesem Erzählstrang nur noch der Verrückte, den McLaren gecastet und ausgenutzt hatte und den McLarens Lebensgefährtin Vivienne Westwood in Hipsterklamotten steckte. Selbst der Name Johnny Rotten sei eine Erfindung McLarens gewesen, der Manager nahm Johnny nach dem Ende der Sex Pistols sogar den Namen weg, acht Jahre lang, bis 1986 stritt er mit McLaren um die Rechte.
Johnny sollte die Grundlage seines Lebens genommen werden, das war ihm schon einmal passiert. Durch seine Hirnhautentzündung verlor er mit sieben Jahren das Gedächtnis, die Krankheit hatte seine gesamte Erinnerung ausgelöscht. Er musste alles neu lernen, auch wer er überhaupt war. Und er musste den Erwachsenen glauben, was sie ihm über ihn erzählten. Bis er wieder vollständig wusste, wer er war, vergingen vier Jahre. Danach war er ein misstrauisches, schüchternes Kind. Er sah aus wie ein Nerd, las Dostojewski, später auch "Ulysses" von James Joyce. Er fragte und fragte, denn so hatte er es während der Amnesie gelernt, er nervte die Leute mit seinen ewigen Klugscheißerfragen. Man nannte ihn ein Problemkind.
Johnny hat drei Sea Breeze hintereinander getrunken und geht jetzt dazu über, zwei gleichzeitig zu bestellen. Sea Breeze Nummer vier und Nummer fünf.
Der Alkohol beruhige ihn, sagt er, er dimme seine Hyperaktivität ein bisschen. Genauso wie Speed, Amphetamine ihn immer beruhigt hätten, während sie andere aufputschten. Er sagt, er habe auch deswegen nie Heroin genommen, weil er Angst habe, einzuschlafen und beim Aufwachen sich nicht mehr daran zu erinnern, wer er ist.
Er wirkt wie ein ADHS-Kind, hochintelligent, schnell, das von Einfall zu Einfall hetzt. Manchmal scheint er mit den Erwartungen seines Gegenübers zu spielen und erzählt plötzlich von den narrativen Besonderheiten in Joyce' "Ulysses" oder von der Ausrottung der britischen Oberschicht nach dem Zweiten Weltkrieg und davon, was das mit seinem Text für den Song "God Save the Queen" zu tun habe. Und manchmal erfüllt er auch die Erwartungen und rülpst in einem Restaurant am Sunset Boulevard. Sea Breeze Nummer sechs und Nummer sieben stehen auf dem Tisch.
Den Kampf gegen McLaren gewann er. Die anderen Sex Pistols hatten sich auf seine Seite geschlagen. Nach dem Prozess durfte Johnny sich wieder Johnny Rotten nennen, auch wenn er den Namen nicht mehr mochte. Er siegte auch in der Auseinandersetzung darum, wem die Rechte an allen Sex-Pistols-Songs gehören und auch am Film "The Great Rock 'n' Roll Swindle", er bekam außerdem eine Entschädigung von einer Million Pfund, heute sind das umgerechnet 3,6 Millionen Euro.
Zusammen mit dem Gitarristen Steve Jones, dem Drummer Paul Cook und Anne Beverley, der Mutter von Sid Vicious, gründete er Sex Pistols Residuals, Sex Pistols Überbleibsel. Die Firma verwaltet bis heute das Erbe und bestimmt die Außendarstellung und das Merchandising der Band. Natürlich hätten sie ein paar Fehler gemacht, die Reunion 1996 zum Beispiel, bei der sie nur feststellten, dass sie sich immer noch nicht verstehen. Trotzdem könnte alles gut sein. Die Sex Pistols gehören den Sex Pistols.
Sea Breeze Nummer sieben. Johnny Rotten spricht über Dadaisten in Berlin und Situationisten in Paris, über künstlerischen Nihilismus, aber man kann ihn immer noch verärgern, wenn man ihn auf das Buch des amerikanischen Popkritikers Greil Marcus "Lipstick Traces - A Secret History of the Twentieth Century" anspricht, dessen Einband das stierende Gesicht von Johnny Rotten schmückt und in dem noch mal die alten McLaren-Geschichten erzählt werden.
"Bitte aufhören", sagt Johnny. "Ich habe die Texte der Sex Pistols geschrieben. Sie sind mir ernst gewesen."
McLaren hat er immer für einen intellektuellen Rumlaberer gehalten, der Angst bekam, wenn es gefährlich wurde. Als Rotten ihn kennenlernte, führte McLaren zusammen mit Westwood eine Boutique in der King's Road in Chelsea. Der Laden hieß Sex, bisschen Gummifetisch und Teddy-Boy-Mode. Als er die beiden zum ersten Mal sah, hielt Johnny sie für Perverse. "Aber dann merkte ich, dass die beiden dazu gar nicht mutig genug sind."
Wir verlassen das Restaurant um halb drei. Johnny deutet auf die Hügel Hollywoods. Da sitzt irgendwo noch Billy Idol in seiner Villa. Ach Billy. Auch so ein Hängengebliebener. Großer Punkdarsteller. Wie Sid. Manchmal sehen sich Billy und Johnny. Billy redet gern über die alten Zeiten, London, Winter 1976, den 100 Club, den Pistols-Auftritt im Screen on the Green. Johnny schweigt dann meistens.
"Mit meinen letzten Worten auf der Bühne", sagt Johnny plötzlich, "wollte ich nicht sagen, dass die Band ein Betrug war, sondern dass ich mich betrogen gefühlt habe!"
Er möchte jetzt auf meinem Hotelzimmer noch ein paar Bier trinken. Das klingt beunruhigend. Und die Handwerker in Malibu? Oh, sagt Johnny.
Früher wäre er trotzdem geblieben.
Er hat Angst, einzuschlafen und sich beim Aufwachen nicht mehr daran zu erinnern, wer er ist.
* John Lydon, Andrew Perry: "Anger Is an Energy - Mein Leben unzensiert". Heyne Verlag, München; 656 Seiten; 24,99 Euro.
Von Philipp Oehmke

DER SPIEGEL 21/2015
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