04.06.1990

GESTORBENHermann Henry Gowa

87. Um modische Tendenzen des Kunstbetriebs hat er sich nie gekümmert, beharrlich verfolgte er eine Malerei der gemäßigten Abstraktion, die sich vor allem durch ihre fein abgestufte, erdige Farbgebung auszeichnete. Begonnen hatte der Hamburger Kaufmannssohn 1925 als Bühnenbildner in München, Frankfurt und Schwerin; nach seiner Emigration 1933 nach Frankreich arbeitete er unter anderem auch für ein Puppentheater und für Filmproduktionen. 1946 wurde er Gründungsdirektor der staatlichen "Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken"; von 1954 bis 1964 leitete er die Offenbacher Werkkunstschule. Mit seinen unkonventionellen pädagogischen Ansichten eckte er wiederholt an: Aufnahme- oder Abschlußprüfungen an Kunsthochschulen lehnte er ab, "weil das Kreative häufig in Menschen steckt, die nicht examenswütig sind". Hermann Henry Gowa starb vorletzten Mittwoch in München.

DER SPIEGEL 23/1990
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