18.06.1990

Eine perverse Kombination

Nicht nur die allmächtige Stasi, sondern auch die Führung der SED und der Staatsjustiz haben einer ganzen Reihe von RAF-Tätern in der alten DDR Unterschlupf und Schutz gewährt. Als das Bundeskriminalamt 1986 die Spuren der Terroristen im Osten aufnahm, verschaffte der SED-Staat den Gewalttätern neue Verstecke.

Im engsten Kreis der Genossen erwärmte sich Erich Honecker für den zähen Kampf im Untergrund. Der SED-Generalsekretär, seit Kindesbeinen als Jungkommunist und Mitglied des Jung-Spartakus-Bundes an der Schlacht gegen Ausbeutung und Imperialismus beteiligt, zeigte, so erinnert sich ein Ex-Politbürokrat, "eine Art schwärmerischer Liebe" für die meistgesuchten Terroristen Europas - die westdeutsche Rote Armee Fraktion (RAF).

Die nostalgischen Anwandlungen des damaligen DDR-Staatsratsvorsitzenden zahlten sich für eine ganze Reihe der Attentäter aus. Der Chef des allmächtigen Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), Armeegeneral Erich Mielke, berichtet der Zeitzeuge aus der alten SED-Spitze, erhielt von Honecker Order, den RAF-Leuten zu helfen, "wenn die mal in Schwierigkeiten stecken".

Das Sonderangebot wurde von Terroristen der ersten und zweiten Generation, den Mittätern von RAF-Führern wie Ulrike Meinhof oder Andreas Baader und deren Nachfolgern Adelheid Schulz oder Christian Klar, weidlich genutzt. Nach und nach konnten sich die meistgesuchten Terroristen auf verschlungenen Pfaden, über arabische und sozialistische Staaten, in die DDR zurückziehen.

Während sich die westlichen Fahnder ein Jahrzehnt lang vorhalten lassen mußten, sie hätten keine Erfolge aufzuweisen, sie wüßten rein gar nichts mehr über die Bluttäter des "Deutschen Herbstes" 1977, bauten sich viele der Gesuchten eine neue Existenz im Mief der abgeschotteten DDR auf - im sehr nahen Osten, gleichsam vor der Haustür ihrer Verfolger.

Unter dem Schutz von Mielkes Stasi, ausgerüstet mit neuen Papieren, Wohnungen und Autos, glaubten sich die Täter sicher, schwammen einer alten Guerilla-Parole gemäß "wie die Fische im Wasser": Anders als in arabischen Ländern fielen sie als Deutsche nicht auf, hatten keine Sprachprobleme und konnten bürgerlichen Berufen nachgehen.

Die Firma Stasi & RAF hatte den Terroristen-Hort DDR ganz komfortabel und auf Dauer eingerichtet. Wer hätte je damit gerechnet, daß die Mauer fallen würde. Eine bizarre Wendung der Geschichte: Nun sind diejenigen, die eine Revolution anzetteln wollten, selber Opfer einer Revolution geworden.

Mochten die merkwürdigen Partner - hier kriminelle Desperados voller Haß auf jegliche Autorität, dort die autoritären Regenten mit ihrem Ordnungsfanatismus - einander auch von Herzen unsympathisch sein: Im "antiimperialistischen Kampf", so der übereinstimmende Sprachgebrauch von RAF und SED, hatten die ungleichen Genossen ein gemeinsames Feindbild.

Die alte DDR-Führung unter Honecker und Mielke bot westdeutschen Terroristen nicht nur Ruheraum und eine Existenz. Sie betrachtete die Neuzugänge auch, meint ein Etablierter der alten SED-Führung, als "schlafende Hunde", die sich bei Bedarf trefflich zur Destabilisierung der verhaßten BRD einsetzen ließen. Ein Bonner Innenministerialer mutmaßt, die Stasi habe die RAF-Täter aufgenommen, "um sie gegebenenfalls als ,fleet in being' in Reserve zu haben".

In welch schier unglaublichem Ausmaß die alte DDR den Terroristen beisprang, auf deren Ergreifung hohe Belohnungen ausgesetzt waren, offenbarte letzte Woche gleich eine ganze Serie von Verhaftungen.

Nach der wegen Mittäterschaft an der Ermordung des Frankfurter Bankiers Jürgen Ponto 1977 gesuchten und bereits am vorletzten Mittwoch in ihrem Ost-Berliner Unterschlupf, Rosenbecker Straße 3, gefaßten Susanne Albrecht, 39, flogen noch fünf weitere mutmaßliche Terroristen oder Ex-Terroristen auf:
* Werner Lotze, 38, der 1978 an der Erschießung eines
Polizisten bei Dortmund beteiligt gewesen sein soll und
der mit der Ermordung des Rüstungsmanagers Ernst
Zimmermann (1985) und des Diplomaten Gerold von
Braunmühl (1986) in Zusammenhang gebracht wird;
* Christine Dümlein, 41, Lotzes Lebensgefährtin, die
wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen
Vereinigung gesucht wurde;
* Monika Helbing, 36, die 1977 in den Untergrund ging und
in Verbindung mit der Ermordung des
Generalbundesanwalts Siegfried Buback und seines
Fahrers Wolfgang Göbel (1977) sowie des
Arbeitgeber-Präsidenten Hanns Martin Schleyer (1977)
gesucht wird;
* Ekkehard Freiherr von Seckendorff-Gudent, 49,
verheiratet mit Monika Helbing, der schon 1974 wegen
Unterstützung einer kriminellen Vereinigung zu einem
Jahr Freiheitsstrafe verurteilt wurde und mit dem
Schleyer-Mord in Zusammenhang gebracht wird;
* Inge Viett, 46, in der Szene als "RAF-Oma" bekannt und
wegen mutmaßlicher Beteiligung an der Ermordung des
Berliner Kammergerichtspräsidenten Günter von Drenkmann
1974 sowie der Entführung des damaligen Berliner
CDU-Vorsitzenden Peter Lorenz 1975 zur Fahndung
ausgeschrieben.

Festgenommen wurden am Freitag letzter Woche außerdem drei Personen auf dem Leipziger Hauptbahnhof. Passanten wollten in ihnen die vom BKA zur RAF-Kommandoebene gezählten Top-Terroristen Barbara, 33, und Horst Ludwig Meyer, 34, sowie Sabine Elke Callsen, 29, erkannt haben - ein Irrtum, wie das DDR-Justizministerium später bestätigen mußte. Auch Christine Dümlein kam wieder frei, weil der Haftbefehl seit 1988 verjährt ist.

Andere RAF-Täter wurden bis Ende voriger Woche in der DDR noch gesucht. Nach Einschätzung westdeutscher Experten haben seit Anfang der achtziger Jahre weitere mutmaßliche Terroristen in Ostdeutschland Unterschlupf gefunden. Dazu gehören nach SPIEGEL-Informationen:
* Silke Maier-Witt, 40, die seit 1977 wegen ihrer
Beteiligung am Schleyer-Mord gesucht wird;
* Sigrid Sternebeck, 40, die im selben Jahr wegen eines
versuchten Raketenanschlags auf die Karlsruher
Bundesanwaltschaft zur Fahndung ausgeschrieben wurde;
* Friederike Krabbe, 40, die schon 1970 über das
Sozialistische Patienten-Kollektiv Kontakte zur
Baader-Meinhof-Terrorgruppe bekam, später im Südjemen
im Guerillakampf ausgebildet worden sein soll und 1977
angeblich an der Schleyer-Entführung mitgewirkt hat;
* Baptist Ralf Friedrich, 43, ein früherer Bürogehilfe
des damaligen Stuttgarter Terroristen-Anwalts Klaus
Croissant, wegen Verdachts der RAF-Mitgliedschaft
gesucht.

Besonders die Verhaftung von Lotze und von Seckendorff hat die bisherige These erschüttert, die DDR habe sich nur als Feierabendheim für RAF-Aussteiger angedient. Lotze und Seckendorff, sagt DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel (DSU), seien bereits 1980 in der DDR aufgenommen worden. Nach Angaben westdeutscher Fahnder waren sie aber bis vor einiger Zeit noch in Terroraktivitäten verstrickt.

Diestel, wegen seines laschen Umgangs mit der Stasi-Altlast heftig umstritten, versprach, er werde die "unsägliche, fast teuflische Verbindung" von MfS und RAF, die "die DDR zu einem Eldorado für Terroristen" gemacht habe, gründlich aufklären.

Als pure Heuchelei erweisen sich nun die offiziellen Erklärungen der alten SED-Führung, die DDR beteilige sich nach Kräften an der Bekämpfung des internationalen Terrorismus. So hatte die DDR-Regierung, etwa nach dem Anschlag auf die West-Berliner Diskothek "La Belle" 1986, bei dem drei Menschen zu Tode kamen, "jede Form des Terrorismus" scharf verurteilt - "aus politischen und humanitären Gründen".

In Wahrheit wirkte die DDR eng mit nahöstlichen Bombenbastlern zusammen. Die RAF-Täter genossen die Protektion höchster Stellen in Partei und Justiz.

Bei der Aufklärung der Frage, wie diese "perverse Kombination" (Diestel) zustande kam, kann sich der DDR-Innenminister profunden Sachverstands bedienen: Zu seinen Beratern gehört seit drei Monaten der pensionierte Präsident des Wiesbadener Bundeskriminalamtes (BKA), Heinrich Boge, 61.

Bereits Ende 1986, während Boges Amtszeit, lagen "handfeste Informationen" vor, so ein Ermittler, daß sich fünf gesuchte RAF-Täter in die DDR abgesetzt hätten. In einem späteren geheimen Vermerk wurde neben Albrecht und Viett auch Maier-Witt genannt.

Boges Amt gab die Hinweise, wie ein Verfassungsschützer berichtet, "an die richtige Stelle" weiter: an den damaligen DDR-Generalstaatsanwalt Günter Wendland. Die Reaktion der DDR-Justiz entsprach allerdings keineswegs den Erwartungen der westdeutschen Fahnder.

Die RAF-Täter wurden nicht gefaßt, sondern verließen kurze Zeit später ihre Wohnungen: Susanne Albrecht verschwand 1987 samt Kind und Ehemann Claus Becker erst nach Ost-Berlin, dann in die Sowjetunion, wo der Physiker am Kernforschungsinstitut in Dubna bei Moskau beschäftigt wurde. Inge Viett, bis dahin unter dem Falschnamen Eva Maria Sommer in Dresden als Reprofotografin beschäftigt, zog unter dem neuen Aliasnamen Eva Maria Schnell nach Magdeburg.

Die westdeutschen Sicherheitsexperten sind überzeugt, daß zwischen dem BKA-Fahndungsersuchen und den Umzügen ein Zusammenhang besteht: Die DDR-Justiz hat die RAF-Täterinnen, die sich nach ersten Aussagen vor Ost-Berliner Vernehmern schon lange vom Terrorismus losgesagt haben, offenbar gewarnt und mit neuen Legenden in Sicherheit gebracht.

Susanne Albrecht wurde von Mielkes Stasi sogar für einen Trick benutzt, mit dem die Gegenseite verwirrt werden sollte. Die MfS-Agenten, so ein Nachrichtenmann vorige Woche in Bonn, hätten die RAF-Frau mehrmals in der syrischen Hauptstadt Damaskus "gezeigt". Damit sei westlichen Diensten vorgegaukelt worden, die Terroristen hätten sich nach Anschlägen regelmäßig in den Nahen Osten zurückgezogen.

Nach Aussagen des Ex-Terroristen Michael ("Bommi") Baumann in einem Interview mit SPIEGEL-TV am vorletzten Sonntag reichte der schützende Arm der Stasi sogar bis in den Westen. Konspirative Wohnungen, in denen sich RAF-Täter aufhielten, seien überwacht worden. War Gefahr im Verzuge, gab die Stasi rechtzeitig einen Tip - die Terroristen konnten in aller Ruhe fliehen.

Eine helfende Hand reichten Mielkes Agenten den Gesuchten auch auf den Flughäfen der östlichen Welt: Einreisende RAF-Leute wurden, erzählt Ex-Terrorist Peter-Jürgen Boock, durch besondere Kontrollen geschleust und bevorzugt abgefertigt - ohne Gepäckkontrolle (siehe Interview Seite 103).

Wie sicher sich die Gejagten in der Obhut der DDR-Gewaltigen fühlen konnten, zeigte das Beispiel Seckendorff. Der Freiherr lebte mit seiner Gefährtin Helbing und Kind als "Familie Doktor Winter" im Bezirk Frankfurt/Oder.

Während Ehefrau Monika als Rheumafürsorgerin im Frankfurter Klinikum unterkam, arbeitete Mediziner Winter als Facharzt und Bereichsleiter der städtischen Alkohol- und Drogenberatungsstelle in der Gubener Straße. Monatsgehalt: 2000 Mark.

Wie selbstverständlich betätigte sich Winter politisch: DDR-Erneuerer, so schildert die mit der Stasi-Auflösung befaßte Frankfurter Diestel-Beauftragte Rosemarie Fuchs, hätten den Arzt zu gemeinsamen Beratungen mit allen Parteien über die künftige Gesundheitspolitik delegiert. Fuchs: "Der saß sogar am Runden Tisch."

Bis zuletzt foppten die RAF-Täter die westdeutschen Sicherheitsexperten. Ex-Generalbundesanwalt Kurt Rebmann: "Ich bin negativ überrascht." Gefaßt wurden sie schließlich durch dreifachen Druck.

Nach einer Vereinbarung zwischen Diestel und seinem Bonner Amtskollegen Wolfgang Schäuble (CDU) wurden vor kurzem in der DDR Fahndungsplakate mit Fotos der Top-Terroristen ausgehängt. Daraufhin kamen viele Tips aus der Bevölkerung.

Inge Viett etwa wurde von einem Magdeburger Pärchen erkannt, das sich, in der Hoffnung auf die Belohnung von 50 000 West-Mark, auf den Weg ins grenznahe Braunschweig machte. Dort eröffnete die Frau im 1. Polizeirevier den verdutzten Beamten: "Wir kommen aus Magdeburg. Ich glaube, ich weiß, wo Inge Viett wohnt."

Verstärkt wurde der Fahndungsdruck durch eine Überprüfung der Listen jener Bundesbürger, die in den letzten zehn Jahren bei DDR-Behörden ihre Einbürgerung beantragt hatten. Und schließlich kamen, was Diestel bestreitet, gezielte Hinweise von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern, die in die Bundesrepublik übergesiedelt sind. Die Tips seien, so ein Bonner Innenbeamter, über das BKA nach Ost-Berlin weitergereicht worden.

Daß sich die Terroristen nach der Wende nicht umgehend aus der DDR in den Nahen Osten abgesetzt haben, verwundert Ermittler kaum. Zwar hätten ihnen mit Syrien, Irak und Libyen drei terroristenfreundliche arabische Länder als Unterschlupf offengestanden. Doch ein bürgerliches Leben wie in der DDR wäre ihnen dort kaum ermöglicht worden. Der Hamburger Verfassungsschützer Christian Lochte: "Wer dahin abtaucht, muß auch wieder zur Waffe greifen."

Zudem mögen RAF-Aussteiger darauf vertraut haben, daß der Stasi-Apparat beizeiten ihre Akten vernichtet oder rechtzeitig nach Moskau in Sicherheit schafft. Auch einen menschlichen Aspekt wollen Experten nicht ausschließen. "Vielleicht", so ein Staatsschützer, "waren die auch nur die Jagd leid und hoffen jetzt auf gnädige Richter im Westen."

Bei einer Auslieferung in die Bundesrepublik könnten die Verhafteten von der seit 1989 geltenden Kronzeugenregelung Gebrauch machen - und mit milderen Strafen oder sogar Straffreiheit rechnen, wenn sie über gesuchte Mittäter auspacken.

Den westdeutschen Behörden fiele damit ein Erfolg zu, der ihre magere Fahndungsbilanz auf Hochglanz bringen würde. Millionen von Mark waren während der letzten Jahre zur Verbesserung des Fahndungsapparates ausgegeben worden, scharfe Sicherheitsgesetze hatten die Innenpolitiker der Nation in unversöhnliche Lager gespalten - alles vergeblich. Seelenruhig konnten östliche und nahöstliche Helfer die RAF-Kader unter ihre Fittiche nehmen.

Die Einbürgerung der mutmaßlichen Terroristen wurde von Organisationen vermittelt, die der SED-Führung ebenso verbunden waren wie den RAF-Kommandos: von Palästinenser-Trupps im Nahen Osten.

In den sozialistischen Ländern waren die von marxistischem Gedankengut geprägten arabischen Kommandos als Befreiungsbewegungen anerkannt. Im libanesischen Bürgerkrieg und bei Terroranschlägen verwundete Kämpfer wurden in den Krankenhäusern von Prag und Ost-Berlin auf Staatskosten großzügig behandelt. Der Palästinensersprecher Bassam Abu Scharif etwa kurierte seine Herzrhythmusstörungen im besten Krankenhaus der DDR: In der Ost-Berliner Charite residierte er wie ein SED-Bonze in einer Suite.

Auch Waffen und Munition, vom Maschinengewehr Marke Kalaschnikow bis hin zu Flugabwehrraketen vom Typ Sam-7, stellten die Tschechoslowakei und die DDR kostenlos zur Verfügung. In Ausbildungslagern im anderen Deutschland trainierten die Freischärler für Straßenkampf und Guerillakrieg.

Palästinenserführer Jassir Arafat wurde in der DDR wie ein Staatsgast empfangen. Als Gegenleistung für die ideologische und materielle SED-Hilfe spionierten PLO-Kämpfer - vorwiegend in arabischen Ländern, aber auch anderswo - für die DDR.

Die RAF wiederum sieht in den Freischärlern Verbündete in ihrem internationalen Feldzug gegen Kapitalismus und Imperialismus. Mit den Vorkämpfern aus dem Nahen Osten teilt die Stadtguerilla zudem die Überzeugung, daß politische Veränderungen nur herbeigebombt werden können.

Seit langem fanden West-Terroristen denn auch Unterstützung im Orient. Schon zu Beginn der siebziger Jahre ließen sich Aktivisten erst in Jordanien und im Libanon, später im damals noch kommunistisch beherrschten Südjemen zu Partisanen ausbilden. Dort übten sie Kidnapping, Combat-Schießen und Guerilla-Taktiken.

Nahezu jeder der in der DDR untergetauchten angeblichen RAF-Kader verfügte über enge Nahost-Kontakte. Inge Viett etwa soll zeitweilig im Jemen abgetaucht gewesen sein; Susanne Albrecht hatten Informanten westdeutscher Geheimdienste in einem Trainingslager der Volksfront zur Befreiung Palästinas ausgemacht.

Wie eng westdeutsche und arabische Terroristen mitunter paktierten, belegen zwei spektakuläre Flugzeugentführungen. So verstärkten etwa der Terrorist Wilfried Böse und dessen Mitstreiterin Brigitte Kuhlmann einen palästinensischen Stoßtrupp, der 1976 einen französischen Airbus mit 98 jüdischen Passagieren ins ugandische Entebbe umlenkte. Böse wollte 53 Terroristen in Israel und der Bundesrepublik freipressen; eine israelische Elitetruppe stürmte die Maschine, sieben Terroristen, darunter Böse und Kuhlmann, wurden erschossen.

Im Oktober 1977 unterstützten Palästinenser mit der Kaperung der Lufthansa-Maschine "Landshut" ihre RAF-Freunde, die mit der Schleyer-Entführung Gesinnungsgenossen aus dem Gefängnis Stuttgart-Stammheim freipressen wollten. Nachdem Bonn das im somalischen Mogadischu gelandete Flugzeug von der Bundesgrenzschutz-Spezialtruppe GSG 9 hatte stürmen lassen, wurden die Terroristenführer Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe ein paar Stunden später tot in ihren Zellen gefunden.

Zwar ließ die RAF fortan von gemeinsamen Terror-Aktionen mit Palästinensern ab. Interne Begründung: Arabische Anschläge, die sich vielfach gegen gemeine Bürger richteten, seien mit der RAF-Strategie, die auf den "militärisch-industriellen Komplex" von Wirtschaft und Politik ziele, nicht vereinbar.

Doch bei der Vorbereitung eigener Attentate nutzten die West-Terroristen weiterhin palästinensische Hilfe. Eine Panzerfaust für den Anschlag auf US-General Frederick James Kroesen 1981 in Heidelberg etwa soll im Gepäck arabischer Diplomaten in die Bundesrepublik geschleust worden sein.

Vor allem aber profitierten die RAF-Kämpfer von dem großen politischen Einfluß palästinensischer Gruppen im europäischen Osten. Eine eindrucksvolle Demonstration ihrer Macht gaben die arabischen Helfer 1978 in Jugoslawien.

Nach einem Tip westdeutscher Fahnder war in Zagreb die Top-Terroristin Brigitte Mohnhaupt mit drei Genossen festgesetzt worden. Nicht zuletzt aufgrund von Interventionen palästinensischer Mitstreiter kam die RAF-Truppe wieder frei; sie wurde zum Schutz vor weiterer BKA-Verfolgung mit jemenitischen Pässen ausgestattet und nach Aden ausgeflogen.

Zum wichtigsten RAF-Verbündeten im Ostblock entwickelte sich jedoch die DDR. Bis zur Wende galt vor allem der Ost-Berliner Flughafen Schönefeld als europäische Drehscheibe des internationalen Terrorismus.

Nach Beobachtungen von Verfassungsschützern sollen ostdeutsche Kontrolleure "regelmäßig ein Auge zugedrückt haben", wenn RAF-Mitglieder über Schönefeld zu ihren palästinensischen Mitstreitern in den Nahen Osten starteten. Umgekehrt sickerten arabische Aktivisten über die DDR nach Westeuropa ein.

Hinweise, daß DDR-Agenten die RAF etwa bei Anschlägen direkt unterstützt hätten, liegen Sicherheitsexperten, bislang zumindest, nicht vor. Dazu waren die auf Unabhängigkeit bedachten Guerilla-Kommandos der RAF und die Vertreter des autoritären SED-Staats einander dann doch wohl zu suspekt.

Zwei Vorteile eines Paktes mit der RAF ließen die Machtstrategen der SED jedoch ihre Skepsis gegenüber den westlichen Killer-Kommandos überwinden. Zum einen sahen sie in den Aktionen der Terroristen eine Möglichkeit, den verhaßten Bruderstaat zu destabilisieren. Zum anderen konnte sich die SED-Spitze durch den Pro-RAF-Kurs ihren Palästina-Partnern in der "internationalen Allianz gegen den Imperialismus" (SED) gefällig erweisen. Überdies, so ein hoher Ex-Stasi-Offizier, handelte sich die DDR mit dem RAF-Asyl womöglich ein, daß die Terroristen den Stasi-Staat in Frieden ließen.

Daß gezielte Ausstiegsaktionen zur RAF-Strategie gehörten, vermuten Fachleute wie Verfassungsschützer Lochte seit längerem. Wichtigster Anhaltspunkt der Experten ist ein Schreiben der RAF-Gefangenengruppe um den Wortführer Christian Klar.

Das Papier war 1988 in die Öffentlichkeit lanciert worden, als Bundespräsident Richard von Weizsäcker die RAF-Aussteigerin Susanne Speitel nach zwölf Jahren Haft begnadigte, den Straferlaß des RAF-Abschwörers Boock aber vorerst zurückstellte.

Mit ihrer Stellungnahme wollten die RAF-Führer Boock-Aussagen widerlegen, der über Pressionen gegen aussteigewillige Kombattanten berichtet hatte. "Für die, die weggingen", behaupteten die Rotarmisten, "suchten wir einen Zusammenhang, der mehr ist als ein sicheres Versteck, der vielmehr Leben und Perspektive wird." Nach und nach seien "acht aus der Gruppe" ins organisierte Exil gegangen - gemeint: die DDR.

Wie geordnet der RAF-Rückzug in die DDR verlief, erhellen erste Aussagen von Susanne Albrecht gegenüber Ost-Berliner Kripobeamten.

Danach sei ihr die DDR-Übersiedlung von der RAF-Spitze - Namen wollte sie nicht angeben - angedient worden, als sie nach dem Ponto-Attentat an weiteren Aktionen nicht mehr teilnehmen wollte. Von der Kommandoebene der RAF seien ihr 1980 ein Kontaktmann und ein Treffpunkt in Ost-Berlin vermittelt worden. Mielkes Ministerium, bestätigte Diestel vorige Woche, habe für RAF-Leute "diese Aufnahmen organisiert und gewährleistet".

Dabei durchliefen einige der Neubürger eine geheimnisvolle Station, die Diestel "zwischen Frankfurt/Oder und Berlin" vermutet. In diesem Terrain wimmelte es von geheimen militärischen Einrichtungen und Sperrgebieten.

Allein im Bezirk Frankfurt sind bislang "500 Objekte der Stasi" entdeckt worden, so die Regierungsbeauftragte Fuchs, die einen Wert von Milliarden Mark verkörpern. Dort auch, am idyllischen Springsee, waren seit Mitte der siebziger Jahre insgesamt 176 Mitglieder der westlichen Deutschen Kommunistischen Partei zu Partisanen ausgebildet worden (SPIEGEL 1/1990).

In der Fälscherwerkstatt, die nun von Diestels Truppen gesucht wird, erhielten die Terroristen Paß und Legende. Eingebürgert wurden, so scheint es, RAF-Mitglieder jeglichen Kalibers: die von Experten eher als Randfigur eingeschätzte Christine Dümlein ebenso wie Alt-Kader Viett.

Der Hamburger Mediziner Seckendorff galt zunächst ebenfalls als Randfigur. Als Arzt im Hamburger Untersuchungsgefängnis hatte er 1972 Kontakt mit dort einsitzenden Terror-Verdächtigen bekommen. Weil der aus einem sächsischen Kleinadelsgeschlecht stammende Freiherr seinen Dienstausweis an die Extremisten weitergegeben haben soll, wurde er 1974 zu einem Jahr mit Bewährung verurteilt.

Seckendorff, der 1977 untertauchte, wurde als helfender Sympathisant angesehen - bis zur Schleyer-Entführung. Seither gilt als möglich, daß er es war, der dem Arbeitgeber-Präsidenten nach dem Kidnapping eine Narkosespritze gesetzt und im RAF-Kerker mit Beruhigungspillen traktiert hat.

Ebenfalls mit der Schleyer-Entführung in Zusammenhang gebracht wird Seckendorffs Ehefrau Monika Helbing, eine gelernte Krankenhelferin.

Ob das Ehepaar Seckendorff alias Elke und Horst Winter tatsächlich schon seit 1980 ununterbrochen in der DDR lebt, wie Innenminister Diestel behauptet, ist unklar. Seckendorff wird verdächtigt, noch 1984 an einem Bankraub in Würzburg und an einem RAF-Überfall auf ein Waffengeschäft bei Ludwigshafen beteiligt gewesen zu sein.

Auch bei Werner Lotze, der bei der Schleyer-Entführung für die RAF Kurierdienste geleistet haben soll, ist fraglich, ob er sich wirklich 1980 vom Terrorismus losgesagt hat und seither mit Frau und Kind in der DDR lebte.

Noch 1985 soll Lotze mit Komplizen versucht haben, sich mit falscher Uniform Zugang zu einem Bundeswehr-Munitionslager im bayerischen Neukirchen zu verschaffen. Und im August 1988 wurde Lotze verdächtigt, für die nordirische IRA tätig zu sein - Zeugen wollen ihn nahe dem britischen Hauptquartier in Rheindahlen bei Mönchengladbach gesehen haben.

Der Innenausschuß des Bundestages, der am Freitag voriger Woche über den Schlag gegen die RAF debattierte, stellte dem zum Rapport bestellten Verfassungsschutzpräsidenten Gerhard Boeden und dem neuen Generalbundesanwalt Alexander von Stahl bohrende Fragen. Burkhard Hirsch (FDP) bezweifelte, daß Fahnder und Geheimdienste auf frühzeitige Informationen über das RAF-Schlupfloch DDR "angemessen reagiert hatten". Vor allem müsse untersucht werden, ob der damalige Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann (CSU) auch das Kanzleramt unterrichtet habe. Hirsch: "Da braut sich jetzt einiges zusammen."

Sein Kollege Willfried Penner (SPD) erklärte nach der Sitzung, die RAF habe allem Anschein nach mit Wissen der Stasi aus der DDR heraus agiert. Penner mokierte sich, daß "die Stellen", die sonst "über jedes kommunistische Hüsteln unterrichtet" hätten, die Zufluchtstätte DDR nicht erkannten.

In der DDR waren die RAF-Täter, ob Alt-Kader oder Randfigur, mit Stasi-Hilfe allesamt in die gleiche graue Hülle geschlüpft. Susanne Albrecht etwa - neuer Name: Ingrid Jäger - bekam im Oktober 1980 an der Ingenieur-Hochschule Cottbus, Abteilung Fremdsprachen, umgehend einen Job, den es bis dahin gar nicht gegeben hatte: Sie übernahm als Technische Assistentin die Terminplanung für Bibliothek und Sprachlabors.

Schon im nächsten Jahr bestand sie eine Sonderreifeprüfung für Fremdsprachen an der Leipziger Universität, zwei Jahre danach ließ sie sich, obwohl fast ständig in Cottbus, in Leipzig erfolgreich zur Diplomlehrerin prüfen - eine Ausbildung, die gemeinhin doppelt so lange dauert.

Ingrid Jäger heiratete den Doktoranden Claus Becker, bekam ein Kind und zog mit ihrer Familie nach Köthen im Bezirk Halle. Sie durfte als Deutsch-Dozentin Ausländer unterrichten; ihr Mann arbeitete als Physiker im Wissenschaftsbereich Automatisierungstechnik an der lokalen Hochschule. Die Anstellung beider ging auf eine Weisung des Kaderleiters zurück.

Ähnliche Förderung widerfuhr Inge Viett nach ihrer Übersiedlung 1983 in die DDR. In Dresden erhielt die Neubürgerin unter ihrem neuen Namen Eva Maria Sommer Arbeit in einem Druckereibetrieb und sogleich auch Vorzugsbehandlung von der Stasi: eine fernbeheizte Zwei-Zimmer-Neubauwohnung in der Postelwitzer Straße 2.

Die Albrecht- und Viett-Idylle in der DDR-Provinz bekam 1987 den ersten Bruch. Nach einer ARD-Fernsehsendung über den westdeutschen Terrorismus mit Bildern der gesuchten RAF-Mitglieder glaubten Kollegen an der Köthener Hochschule in Frau Becker Susanne Albrecht erkannt zu haben. An Frau Albrechts Briefkasten klebte plötzlich ein anonymer Zettel: "Wie kann man mit solcher Vergangenheit leben?"

Die staatlichen Terroristen-Helfer reagierten rasch. Die Beckers verzogen vorgeblich nach Dresden, tatsächlich aber ins Ost-Berliner Neubauviertel Marzahn. Eva Maria Sommer alias Inge Viett meldete sich ab nach Potsdam, lebte aber fortan als Eva Maria Schnell, Witwe, zurückgezogen im Magdeburger Neubauviertel Neustädter See in der obersten Etage eines zehnstöckigen Plattenhochhauses. Nur eine Freundin, die auch schon mal bei ihr übernachtete, durfte in das 52 Quadratmeter große Domizil.

"Die hat sofort alles gekriegt", weiß die Wohnungsnachbarin zur Linken, Inge Schiffke, "noch bevor die einzog, waren alle Handwerker in der Wohnung und haben alles neu gemacht." Häufig habe "die Frau Schnell auch neue Autos gehabt", ergänzt Karin Bergmann, Nachbarin zur Rechten. An Feiertagen, erinnern sich die beiden, hingen bei Eva Maria Schnell stets zwei Flaggen: "die Staatsfahne und die rote". Bei der ersten freien DDR-Kommunalwahl im Mai machte sich Eva Maria Schnell als Wahlhelferin für die SED-Nachfolgerin PDS nützlich.

Bis zu ihrer Verhaftung am Dienstag letzter Woche arbeitete Inge Viett alias Schnell alias Sommer im Magdeburger Schwermaschinenbau-Kombinat Karl Liebknecht. Dort organisierte sie für Kollegen und deren Kinder den Feriendienst, wurde sogar zur Vertrauensfrau gewählt. Wo sie politisch stand, machte Inge Viett im März in einem Beitrag für die Betriebszeitung Motor deutlich: pro SED/PDS, gegen Kollegen vom Neuen Forum - ganz im altlinken Jargon.

Die unaufhaltsame "Verflechtung" von DDR und Bundesrepublik, so die Motor-Autorin, müsse "mit den gesellschaftlichen Kräften unseres Landes bewältigt" werden. Geradezu "eine Glanzleistung der Desorientierung und Vergiftung" sei es, einem ehemaligen Mitglied der Betriebskampfgruppen dessen Vergangenheit vorzuhalten. Viett: "Die Uniform der Betriebskampfgruppen getragen zu haben ist nichts Ehrenrühriges."

Während sich westdeutsche Ermittler Ende letzter Woche auf die Suche nach den noch in der DDR vermuteten RAF-Aktivisten Silke Maier-Witt, Friederike Krabbe, Sigrid Sternebeck und Baptist Ralf Friedrich konzentrierten, fahndeten ihre DDR-Kollegen nach den politisch Verantwortlichen der Stasi-RAF-Kooperation.

"Selbstverständlich", erklärte der Sprecher der DDR-Generalstaatsanwaltschaft, Dieter Plath, 52, werde nun auch untersucht, ob sich ehemals Mächtige in Staatspartei oder Stasi im strafrechtlichen Sinn schuldig gemacht haben - etwa wegen Begünstigung oder Strafvereitelung.

Von Stasi-Führer Mielke und seinem Stellvertreter Markus Wolf ist kaum Erhellung zu erwarten. Mielke leidet an Altersschwachsinn und gilt als nicht mehr zurechnungsfähig. Und Vize Wolf, der sich seit der Wende als Vorkämpfer für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit darstellt, gibt sich unschuldig: Von einer Zusammenarbeit seiner Behörde, einst Herzstück des Unterdrückungsapparates, mit RAF-Terroristen habe er erst aus den Zeitungen erfahren.

Die von ihm verantwortete Hauptverwaltung Aufklärung, spielte der Ex-Geheimdienstchef seinen einstigen Einfluß herunter, habe mit den RAF-Legenden nichts zu tun. Empört drohte er mit "rechtlichen Schritten gegen Verleumdungen jeglicher Art" - ganz der alte Wolf.

Dem ehemaligen Stasi-Führer, den der Innenminister unlängst noch als Berater engagieren wollte, möchten Diestels Parteifreunde nun ans Fell: Wolf müsse, verlangt die DSU-Volkskammerfraktion, wegen seiner "möglichen Verwicklung in terroristische Aktivitäten" verhaftet werden.

Bonner Politiker sind "verblüfft", so der Liberale Hirsch über Stasi & RAF, "daß dieser Staat es gewagt hat, solche Leute zu decken, obwohl er nach internationaler Reputation gesucht hat".

Solche weitreichenden Entscheidungen konnten, wissen alte SED-Gefährten, nicht hinter Honeckers Rücken getroffen werden. Ihm seien die Fakten wahrscheinlich verbrämt serviert worden: daß etwa die Freunde von der PLO Freundschaftsdienste verlangten.

Der leidenschaftliche Außenpolitiker Honecker mußte wissen, was es bedeutet hätte, wenn ihm eine persönliche Mitverantwortung für die RAF-Dauerasylanten nachgewiesen worden wäre: Der Zusammenbruch der deutsch-deutschen Beziehungen und der außenpolitischen Glaubwürdigkeit seines Landes wäre unvermeidlich gewesen.

Die Ost-Berliner Generalstaatsanwaltschaft will sich allerdings nicht damit begnügen, den Honecker-Vasallen Mielke zum Sündenbock zu machen. Sprecher Plath: "Natürlich muß man bis dahin gehen - aber vielleicht auch noch höher."


DER SPIEGEL 25/1990
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