28.05.1990

Kiddy Citny,

33 (Foto), Berliner Mauer-Künstler, will am Verkaufserlös seiner Graffiti beteiligt werden. Die Ost-Berliner Firma Limex, die Mauerstücke in alle Welt verhökert, hatte Teile aus einem rund 100 Meter langen Citny-Fries (Foto) für 500 000 Mark an das New Yorker Museum of Modern Art veräußert. Der von Citny beauftragte Berliner Rechtsanwalt Paul-Wolfgang Hertin machte zunächst bei Limex einen "Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung" geltend. Doch die Ost-Berliner Herren antworteten "rotzig im schnödesten SED-Jargon" (Hertin): Citney habe mit seinen "Schmierereien Sachbeschädigung" begangen, müsse demnach froh sein, nicht wegen "Schädigung von Grenzeinrichtungen" belangt zu werden, schließlich gehöre die Mauer der DDR. Nun will der Maler auf "finanzielle Beteiligung am Veräußerungserlös" klagen und sucht nach "Sponsoren", die ihm das Risiko eventuell anfallender Gerichtskosten abnehmen.

DER SPIEGEL 22/1990
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