10.12.1990

Hauskrach bei Graf Matuschka

In der Führungsspitze der Münchner Matuschka-Gruppe kracht es. Die beiden Gründer und Mitinhaber des Unternehmens, das zu den größten bundesdeutschen Anbietern von Finanzdienstleistungen gehört, sind total zerstritten. Albrecht Graf Matuschka und Rolf Christof Dienst schieben sich gegenseitig die Schuld für eklatante Fehler in der Anlagestrategie zu. Hohe Wertberichtigungen bei Aktien und Rentenpapieren infolge des Börsencrashs und das verlustreiche Engagement beim Maschinenbau-Unternehmen Leifeld hatten der Gruppe Probleme gebracht. Matuschka mußte deshalb die erst 1989 gegründete Lebensversicherung verkaufen. Im Kampf um die alleinige Führung siegte der Namensgeber. Graf Matuschka drängt nun seinen langjährigen Kompagnon mit einer gutdotierten Abfindung und der persönlichen Übernahme der Firmenanteile zur Aufgabe. Weil Matuschka nahezu kein Privatvermögen besitzt, muß er sich einen hohen zweistelligen Millionenbetrag bei dem Bankhaus Warburg pumpen.


DER SPIEGEL 50/1990
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.