10.12.1990

Uta Ranke-Heinemann,

63, katholische Theologin und Buchautorin, sieht in den Vereinigten Staaten einem neuen Auflagenrekord entgegen. Ihr jetzt ins Amerikanische übersetzte Werk "Eunuchen für das Himmelreich", mit 300 000 verkauften Exemplaren Sachbuch-Bestseller des vergangenen Jahres in Deutschland, fand im New Yorker Erzbischof John Kardinal O'Connor einen werbeträchtigen Kritiker. Das Buch, das die Kirche der sexuellen Unterdrückung beschuldigt, aber von prominenten Kirchenleuten bislang nicht öffentlich attackiert wurde, sei, so der Kardinal, "pornographisch und pervers", "ein Gekritzel schmutziger Wörter" und eine "Abfolge schmutziger Bilder", vom Kauf rate er dringend ab. Da selbst der großen New York Times die "ungewöhnliche Vehemenz" der kirchenfürstlichen Kritik einen sechsspaltigen Bericht wert war, freut sich jetzt die auf sexuelle Selbstbestimmung setzende Katholikin: "Der Kardinal hat das Buch wohl in den falschen Hals gekriegt."

DER SPIEGEL 50/1990
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