12.02.1990

BERUFLICHESManfred Ritter

Manfred Ritter, 48, Landesanwalt des Freistaats Bayern am Ansbacher Verwaltungsgericht und CSU-Mitglied, wurde nach ausländerfeindlichen Äußerungen vergangene Woche zwangsversetzt - zum Grundstücksdezernat der Autobahndirektion Nürnberg. Der Beamte habe, begründete Bayerns Innenminister Edmund Stoiber (CSU) seine Entscheidung, mit einem Buch zur Asylproblematik (Titel: "Sturm auf Europa") gegen seine Objektivitätspflicht verstoßen. Ritter, der in Asylverfahren das öffentliche Interesse zu vertreten hatte, vergleicht darin die Flüchtlinge mit einem "Heuschreckenschwarm, der überall, wo er durchzieht, eine Wüste hinterläßt". Solche Polemik hat dem Autor auch eine Strafanzeige der bayerischen Grünen wegen Volksverhetzung eingetragen. Ritter ist sich indes keines Vergehens bewußt. Er habe sich nur "kämpferischer Methoden" bedient wie die von ihm bewunderten "Strauß und Wehner", die, so Ritter, "der deutschen Politik noch Glanz und Farbe verliehen" hätten.

DER SPIEGEL 7/1990
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BERUFLICHES:
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