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GESTORBEN

Keith Haring

31. Anfangs hat seine Kunstproduktion dem schmächtigen Jungen aus Kutztown/Pennsylvania nur Ärger eingebracht, Festnahmen und Geldbußen, denn er gehörte zu jenen flinken Graffiti-Malern, die die New Yorker U-Bahnen mit ihren farbstarken Werken verunstalteten. Doch dann hat ihn das Kunst-Business mächtig an die Brust gedrückt und zum Star der Generation nach Warhol gemacht: Seine schwarzumrandeten Männchen - auf riesigen Leinwänden wie auf T-Shirts und Buttons - waren naiv und geheimnisvoll, Markenzeichen und poetische Freudenbotschaft. Vor drei Monaten ging sein monumentalstes Werk auf Fernsehbildern rund um die Welt: die 100 Meter der Berliner Mauer am Checkpoint Charlie, die er 1986 bemalt hat. Vergangenen Freitag ist Keith Haring in Manhattan an Aids gestorben.


DER SPIEGEL 8/1990
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