11.02.1985

BERUFLICHES

Emil Schlee

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Emil Schlee, 62, schleswig-holsteinischer Regierungsbeauftragter für Vertriebene und Flüchtlinge, ist aus der CDU ausgetreten und hat zum Monatsende seine Entlassung in den vorzeitigen Ruhestand beantragt. Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Mecklenburg und Vizepräsident des Bundes der Mitteldeutschen macht für seine überraschende Entscheidung "sehr stark" die Bonner Ost- und Deutschland-Politik verantwortlich. Die Regierungsmeinung zur Oder-Neiße-Grenze könne er "so nicht gutheißen", sagte Schlee. Er wolle "nicht für etwas geradestehen, was ich von der Sache her und von der innerlichen Einstellung nicht vertreten kann". Schlee, der 1974 vom damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Stoltenberg (CDU) an die Kieler Förde geholt worden war, hat sich in den letzten Jahren mit markigen Sprüchen zur Deutschland- und Entspannungs-Politik den Ruf "eines bundesweit bekannten Rechtsradikalen" (der SPD-Politiker Börnsen) erworben. Obschon Landesbeamter, trat Schlee auch vor rechtsradikalen Organisationen wie dem "Stahlhelm" oder der "Deutschen Volksfront" auf und ließ sich dort für seinen Einsatz für die "deutschen Ostgebiete unter russischer und polnischer Verwaltung" feiern. Die deutsch-polnischen Schulbuch-Empfehlungen nannte Schlee, der für seinen Einsatz auch mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, öffentlich "deutsch-polnische Schulbuch-Verfehlungen". Den "Schrumpfgermanen" wollte Schlee noch letzten Herbst "wieder Haltung beibringen". Anders als bei linken Lehrern, verteidigte die Kieler Regierung die Auftritte ihres leitenden Beamten als "private Meinungsäußerungen", die "keinen Anlaß" dafür böten, "Konsequenzen zu ziehen".


DER SPIEGEL 7/1985
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