15.04.1985

„Das ist der Weg zurück ins 19. Jahrhundert“

FDP-Generalsekretär Haussmann setzte das Thema: Stehen hohe Löhne der Vollbeschäftigung im Weg? Die Debatte, für die mittelständischen Wähler in Nordrhein-Westfalen aufbereitet, verärgert die Christdemokraten. Doch sie paßt in die Zeit. Vielen Bürgern erscheint das bestehende Tarifsystem zu unbeweglich. *
Direkt aus seinem Osterurlaub war der Bonner Arbeitsminister in der vergangenen Woche nach Venedig gereist. Dort traf Norbert Blüm mit 23 Kollegen aus den westlichen Industrienationen zusammen, um über Wege aus der Massenarbeitslosigkeit zu debattieren.
Am Canale Grande erfuhr der zuständige Ressortchef, daß seine liberalen Koalitionspartner in Bonn die Lösung für das Problem gerade entdeckt hatten. Der Grund für die Arbeitslosigkeit, so FDP-Generalsekretär Helmut Haussmann, seien zu hohe Löhne. Unter dem Beifall seines Parteichefs Martin Bangemann verkündete der Freidemokrat sein Rezept: Arbeitslose sollten sich unter Tarif verdingen, dann komme alles ins Lot.
"Viele Arbeitslose", so Haussmann, "die für 20 Mark Tariflohn keinen Job finden, wären froh, wenn sie für zwölf Mark arbeiten könnten." Den Arbeitnehmern solle ermöglicht werden, unter Tarif Einzelarbeitsverträge abzuschließen. Die Bundesregierung müsse "die Tarifparteien dazu bringen, Arbeitslose vom Tarifgefüge abzukoppeln".
Blüm hatte noch nicht verarbeitet, was ihm die liberalen Koalitionsfreunde da angedient hatten, da schob Bangemann abenteuerliche Pläne zur Rettung der Renten und zur Sanierung der Krankenversicherung nach - alles auf Kosten der Arbeitnehmer. Erbost über die Liberalen, schimpfte der Christdemokrat: "Das ist der Weg zurück ins 19. Jahrhundert. Mit mir nicht."
Vollmundig versuchte Blüm seine Freunde Bangemann und Haussmann zu bremsen: "Wir können nicht zurück zur Haifischgesellschaft, wo die Großen die Kleinen fressen." In der Koalition müsse Schluß damit sein, daß "der Beiwagen das Motorrad steuert". Wie das IG-Metall-Mitglied
Blüm beobachten auch solche Christdemokraten, die nicht im Verdacht stehen, Gewerkschaftsbeiträge zu zahlen, das Treiben des Koalitionspartners mit wachsendem Unbehagen. Um bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 12. Mai über die Fünf-Prozent-Marke zu springen, suchen die Liberalen Mittelständler und Aufsteiger mit gewerkschaftskritischen Aussagen aus dem Unionslager an ihre Wahlurnen zu locken.
Was die FDP treibe, so CDU-Wirtschaftssprecher Matthias Wissmann, dürfe nicht länger geduldet werden: "Wir wären doch mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir die wichtige Wählergruppe Mittelstand dem Grafen Lambsdorff überließen."
Auch wenn es den Christdemokraten ganz und gar widerstrebte - die Liberalen hatten ein Thema aufgegriffen, das offenkundig nicht nur Berufspolitiker und Verbandsfunktionäre bewegt.
Sind die Löhne nicht zu hoch? Verhindern verbohrte Gewerkschaftsfunktionäre und unbewegliche Arbeitgeber-Lobbyisten nicht die Rückkehr zur Vollbeschäftigung? FDP-Generalsekretär Helmut Haussmann, bislang in seinem Amt als Parteimanager kaum aufgefallen, schien selbst überrascht, was er mit seinen Worten ausgelöst hatte.
Überzogene Löhne, diese Angst beschleicht viele Bürger, könnten schließlich zu einer Schicksalsfrage der Exportnation Bundesrepublik werden. Daß Arbeit fast unbezahlbar werden kann, erleben die Deutschen bei den tagtäglichen Dienstleistungen: bei der Kraftfahrzeugwerkstatt, die für die Arbeitsstunde 60 Mark in Rechnung stellt; beim Waschmaschinen-Kundendienst, der 55 Mark plus Anfahrtspauschale kassiert.
Einer schwieg beharrlich zur unliebsamen Osterüberraschung der Liberalen. Statt den Juniorpartner scharf zurechtzuweisen, befleißigte sich der schrumpfkurende Regierungschef politischer Enthaltsamkeit - sehr zum Ärger der eigenen Parteifreunde.
Irritiert beobachten Wahlkämpfer der CDU an Rhein und Ruhr, wie sehr Helmut Kohl die Freidemokraten hätschelt, wie weit der CDU-Kanzler, der seinen Machterhalt ganz auf die langfristige Zusammenarbeit mit der FDP gründet, schon in Abhängigkeit von den Liberalen geraten ist.
Selbst wenn den Worten der Hauss- und Bangemänner keine Taten folgen, Ärger bekommt die CDU dennoch. Die konservative Bonner Koalition hat den kleinen Leuten bereits zuviel zugemutet, um über den Verdacht erhaben zu sein, insgeheim die Löhne senken und das Tarifsystem knacken zu wollen. Sozialabbau und Rentenkrise wirken nach.
Reichlich gequält und noch unbeholfener als sonst ließ sich der NRW-Spitzenkandidat der CDU, Bernhard Worms, zum Haussmann-Vorschlag aus. Originalton Worms: "Ich balte die zwei wesentlichsten Errungenschaften der Nachkriegszeit, daß es bei uns wieder eine Demokratie gibt und daß wir eine Tarifautonomie haben. Und ich bin nicht bereit, und auch die CDU unseres Landes ist nicht bereit, sich außerhalb dieser Tarifautonomie aufzuhalten."
Daß die CDU den Kopf für die Einfälle ihres Koalitionspartners hinhalten muß, fürchtet sogar einer wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Haimo George, lange Jahre Geschäftsführer des CDU-Wirtschaftsrats und gewiß kein Freund der Gewerkschaften: "Wir werden im Ruhrgebiet als Lohnminderungspartei angeprangert."
Das ist gewiß nicht die Absicht der Liberalen gewesen. Haussmanns Vorstoß zielt auf die mittelständische CDU-Klientel. Der wollen sich die Freidemokraten unter Bangemann als die wahren Verfechter der Wende weg vom Sozialklimbim hin zum Unternehmerstaat andienen.
Verlöre die CDU tatsächlich bei Handwerkern, mittleren Unternehmern und leitenden Angestellten, dann müßte sie die Stimmenverluste aus dem SPD-Potential auszugleichen trachten. Das aber wird nicht gelingen, wenn die Arbeiter, die 1983 christdemokratisch gewählt haben, sich sorgen, die rechtsliberale Koalition könne ihnen die ohnehin seit einigen Jahren stagnierenden Löhne kappen.
Der SPD-Wirtschaftssprecher Wolfgang Roth freut sich über die flotten Liberalen: "Für uns ist das nun die Lohnsenkungskoalition." Bei ihren Wahlauftritten in Nordrhein-Westfalen richten die Sozialdemokraten die rhetorische Frage an die Union, ob sie im Verbund mit der FDP überhaupt noch eine Volkspartei bleiben könne.
Neu oder gar originell sind die Vorschläge der freidemokratischen Vormänner gewiß nicht. Wann immer sich die Räder der Wirtschaft langsamer drehen, wann immer mehr arbeitswillige Menschen als freie Jobs verfügbar sind - stets werden niedrige Löhne als Heilmittel empfohlen. Wenn die Arbeit für die Unternehmen billiger zu haben ist, so der schlichte Gedanke, dann werden die Waren und die Dienstleistungen für weniger Geld zu kaufen sein. Die Nachfrage steigt, und damit auch die Beschäftigung. So scheint das.
Aber so einfach geht die Rechnung nicht auf. In England werden die zweitniedrigsten Löhne aller westlichen Industriestaaten gezahlt. Dennoch weist die seit immerhin sechs Jahren regierende Margaret Thatcher mit 3,27 Millionen Arbeitslosen einen Rekord an Unterbeschäftigung aus.
Was für den einzelnen Unternehmer zwingend logisch erscheint, muß für das komplizierte Gebilde einer Volkswirtschaft noch längst nicht gelten.
Beispielsweise deswegen, weil Löhne sich nicht nur als Kosten bei den Unternehmen auswirken. Sie sind bei denen, die sie auf ihre Konten bekommen, Einkommen. Sinken diese Bezüge landesweit, dann können die Bürger weniger kaufen. Die Nachfrage schrumpft, bei den Unternehmen gehen die Aufträge zurück. Neue Leute werden nicht mehr eingestellt.
So kann es kommen; so muß es aber nicht kommen. Die Berufs-Ökonomen,
ohnedies zerstritten wie kaum eine andere Wissenschaftler-Zunft, wissen auf die Frage, ob niedrigere Löhne zu mehr Jobs verhelfen, keine schlüssige Antwort. Für den als Ketzer seiner Branche bekannten amerikanischen Ökonomie-Professor Lester C. Thurow ist der Arbeitsmarkt "das Bermuda-Dreieck der Wirtschaftswissenschaft ... auf dessen Grund sich die Wracks ökonomischer Theorien stapeln".
Lohnsenkungen, argumentiert beispielsweise der Nobelpreisträger Wassily W. Leontief, würden zu höherer Arbeitslosigkeit führen. Nur eine Kombination aus Arbeitszeitverkürzung und besserer Einkommensverteilung kann nach Meinung des allseits hochgeschätzten Leontief für mehr Jobs sorgen.
Niedrigere Löhne preisen, umgekehrt, Volkswirtschaftsprofessoren wie der Hamburger Armin Gutowski oder der Kieler Herbert Giersch als Heilsweg zurück zur Vollbeschäftigung an. Der Mann aus Kiel, besonders gefragter und gut honorierter Redner auf vielen Kongressen, verkündet ganz selbstgewiß, daß es "an Arbeitslosigkeit eigentlich nur eine lohnbedingte geben kann".
Etwas vorsichtiger ist da Professor Gerhard Fels, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft. "Empirisch", räumt Giersch-Schüler Fels ein, "läßt sich der erwartete Zusammenhang zwischen Löhnen und Beschäftigung nicht leicht nachweisen."
Empirisch nicht, aber theoretisch. In der Idealwelt der liberalen Ökonomen wird der "Faktor Arbeit" am Markt gehandelt wie jedes andere Gut. Wenn die Wettbewerbswirtschaft von Störungen freigehalten wird, darf es tatsächlich keine Arbeitslosen geben. Übersteigt das Angebot an Arbeit die Nachfrage, dann sinkt der Preis, sprich: der Lohn. Er fällt im Ökonomen-Modell solange, bis, wie es so schön heißt, der Markt geräumt ist - bis der letzte Arbeitslose einen Job gefunden hat.
Was die Ökonomen der klassischen Lehre bei ihrer eleganten Theorie immer wieder aus dem Auge verlieren, ist der Umstand, daß der Faktor Arbeit eben nicht wie irgendein Produktionsfaktor gehandelt werden kann; daß Menschen, die Arbeit verkaufen, und sogar jene, die sie kaufen, unberechenbare Gefühle und unterschiedliche Talente haben, daß sie von Vorlieben und von Abneigungen getrieben werden. Mit Menschen läßt sich nicht rechnen wie mit Maschinen oder Lastwagen.
Der Arbeitsmarkt ist mit all seinen Besonderheiten der unvollkommenste aller Märkte. Wo Massenorganisationen über Preise reden, wo es bei Kollektivverhandlungen um die materielle Versorgung von Millionen geht - da fehlt es an jener Beweglichkeit, die das Wettbewerbssystem ansonsten auszeichnet.
Zu den Eigenheiten dieses Markts gehört, daß seine Preise nach unten so gut wie unbeweglich sind. Sogar in der Depression der dreißiger Jahre, als die Arbeitslosigkeit mit Massenelend einherging, blieben in den USA die Tariflöhne gültige Norm.
Diese Regel gilt nicht nur für die gewöhnliche Arbeitswelt. "Selbst Universitätsprofessoren, die sich mit Wettbewerbsarbeitsmärkten befassen", spottet Lester C. Thurow über sich und seine Kollegen, "arbeiten in Institutionen, in denen niemand entlassen wird, weil andere Stellenbewerber bereit sind, für ein niedrigeres Entgelt zu arbeiten."
Ein Gelände, das so unübersichtlich ist wie der Arbeitsmarkt, eignet sich natürlich besonders gut als Schlachtfeld im Agitprop-Krieg der großen Interessenverbände. Hypothesen werden als Tatsachen ausgegeben, schlichte Verteilungsinteressen hinter scheinbar wissenschaftlichen Argumenten versteckt.
Besonders in der Bundesrepublik hat sich dabei der Brauch verfestigt, wirtschaftliche Fehlentwicklungen auf die Höhe der Löhne und Gehälter zurückzuführen.
Die Meinungsführerschaft hat seit etlichen Jahren ein Gremium aus fünf Professoren der Wirtschaftswissenschaft übernommen, das regelmäßig im Herbst dem Bundeskanzler ein umfängliches Gutachten überreicht: der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, häufig auch die Fünf Weisen tituliert.
Die Schwäche der westlichen Volkswirtschaften, lehren die gutdotierten Gutachter seit fast zehn Jahren, habe ihre Ursache nicht in einem Mangel an Nachfrage. Die Ursache aller Übel seien die schlechten Bedingungen für die Produktion. Die Gewerkschaften müßten sich bei den Löhnen mäßigen; dann stiegen die Gewinne und es würde wieder _(Bei der Übergabe des Jahresgutachtens ) _(1984/85; von links: Staatssekretär ) _(Schlecht, Bundesfinanzminister ) _(Stoltenberg, Professoren Schneider, ) _(Sievert, Mertens, Pohmer, Bundeskanzler ) _(Kohl, Bundesarbeitsminister Blüm. )
mehr investiert; das schließlich brächte dann auch neue Jobs.
Der einleuchtende Gedankengang gehört zum Standardrepertoire der Arbeitgeberverbände wie der meisten bundesdeutschen Zeitungskommentatoren; die Argumentationskette gehörte 1982 auch zum geistigen Rüstzeug der Wendepolitiker.
Die Diagnose der Sachverständigen schien eine Weile durchaus zutreffend. Schließlich waren die Unternehmensgewinne nach 1979 beklagenswert verfallen. Eine Umkehr war offenkundig geboten.
Doch die erfolgte bereits zwei Jahre später. Seit 1981 sehen die Bilanzen der Unternehmen von Jahr zu Jahr besser aus - weil, unter anderem, Bonn die Firmen steuerlich besserstellte; und weil die Gewerkschaften sich mit bescheidenen Lohnaufschlägen abfanden.
Die Lohnstückkosten, ein für die internationale Wettbewerbsfähigkeit besonders aussagekräftiger Wertmesser, stagnieren seit 1982. Die deutsche Industrie erlebt einen erstaunlichen Exportboom. Wohlweislich wird ja auch diesmal darauf verzichtet, Lohnermäßigung mit der schwindenden Exportkraft zu begründen.
Die Wende im Verteilungskampf ist längst vollzogen. 1982 gingen die Gewinne um 13,3 Prozent nach oben, 1983 setzten die Firmen ein Plus von 43 Prozent drauf, und 1984 waren es noch mal 17 Prozent.
Das Rollback der Arbeitnehmer fiel so kräftig wie nie zuvor im Nachkriegsdeutschland aus. Seit 1981 konnten die Gewerkschaften für ihre Gefolgschaft keine höheren Real-Einkommen mehr herausholen. Die Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit hatten Ende 1980 einen Anteil von 74,7 Prozent am Volkseinkommen erreicht. Bis Ende vorigen Jahres sank dieser Anteil auf 69,9 Prozent ab.
Umgekehrt marschierten die Gewinne: Der Anteil der sogenannten Bruttoeinkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen kam Ende vorigen Jahres auf 30,1 Prozent. Zuletzt war er 1972 auf diesem Niveau. "Zwölfjahreshoch", jubelte die "FAZ". Es wird in der Bundesrepublik Deutschland gegenwärtig von unten nach oben verteilt. "Die Einkommensdifferenz zwischen Arbeitnehmer- und Selbständigen-Haushalten hat sich erneut vergrößert", meldete vorletzte Woche das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung.
Zu einem Investitionsrausch führten diese gestiegenen Einkommen des sogenannten Mittelstands - der zum überwiegenden Teil sein Geld in Gewerbebetrieben verdient - offenkundig nicht. Das Geld wird, wie die sogenannte Entnahmequote zeigt, mit wachsendem Eifer aus dem Betrieb gezogen und in rentierlichen Papieren angelegt. Zu einem gut Teil auch außer Landes gebracht: 1983 wies die bundesdeutsche Kapitalbilanz ein Minus von 16,1 Milliarden Mark aus; 1984 floß, der Wende zum Trotz, der Rekordbetrag von 29,5 Milliarden ins Ausland ab.
Irgendwas scheint also nicht zu stimmen an der einleuchtenden Gleichung der Fünf Weisen, wonach niedrige Löhne zu höherer Beschäftigung führen. Oder stimmt sie vielleicht doch? Es ist, sagen Männer wie Norbert Walter, auch ein Wirtschaftsgelehrter aus dem Hause des Kielers Giersch, noch nicht genug getan worden. In "Bild am Sonntag" verkündete der publizitätsfreudige Ökonom: "Tariflöhne und -gehälter dürfen mindestens zwei Jahre nicht mehr steigen!" Mindestens.
Das eben machte den Charme der Theorie von den übersteigerten Löhnen aus: Solange die Tarifbezüge nicht auf das Existenzminimum gedrückt wurden, lassen sie sich jederzeit als Krisenverursacher anprangern.
"Mehrere aufeinanderfolgende Lohnrunden", sagt Gerhard Fels vom Institut der deutschen Wirtschaft, "müssen im Zeichen der Beschäftigungssicherung stehen." Mehrere: zwei, drei, wie bisher schon, oder fünf, sechs? Professor Fels verrät es vorsichtshalber nicht.
Gern richten die Lohnsenkungs-Apostel den Blick nach Amerika, wo das Kapital angeblich noch richtig frei ist und gute Werke tut. Und es stimmt ja auch, im Reich des Ronald Reagan wurden in den letzten drei Jahren fast sieben Millionen neue Jobs geschaffen. Mit Lohnzurückhaltung hat das allerdings wenig zu tun: Seit 1980 stiegen die Nominallöhne in den USA um 25 Prozent. Die "Job-Maschine" USA, wie die Amerikaner stolz von sich selber reden, wird angetrieben von *___einem historisch einmalig hohen Staatsdefizit: Während ____Washington mit über 200 Milliarden Dollar an ____ungedeckten Ausgaben die Wirtschaft auf Touren brachte, ____schraubte Bonn seinen Haushaltsfehlbetrag zurück; *___einer wachsenden Konsum-Bevölkerung: Während die Zahl ____der Amerikaner in den letzten zehn Jahren um 20 ____Millionen wuchs, schrumpft die Zahl der in der ____Bundesrepublik lebenden Menschen; *___einer jahrelang schwachen Produktivitätszunahme: ____Während die Amerikaner vor allem in den siebzigern ____Menschenkraft nur zögernd durch Maschinen ersetzten ____(Produktivitätszuwachs pro Jahr: 0,2 Prozent), wurde in ____der Bundesrepublik kräftig rationalisiert.
Amerikas Beschäftigungswunder besteht vornehmlich aus einem Boom bei Billig-Jobs. Entgegen der gern verbreiteten Mär meldeten die sogenannten Zukunftsindustrien nur wenige Neueinstellungen.
Rund 80 Prozent der Arbeitsplätze entstanden im Dienstleistungsbereich: in Supermärkten, in Hamburger-Bratereien und bei Wach-Firmen. Dort wird häufig nur der gesetzliche Mindestlohn von 3,35 Dollar pro Stunde bezahlt, für die Sozialversicherung gibt es häufig nichts.
Im Reagan-Country, wo das Zusammenleben der Menschen in weiten Landesteilen immer noch von einer Cowboy-Mentalität geprägt ist, mag das hingehen.
In der Bundesrepublik, wo das Prinzip der Sozialstaatlichkeit in der Verfassung steht, dürfte ein zunehmendes Auseinanderdriften von Reichen und Armen die Furcht vor alten Klassenkämpfen hervorbringen.
Nach über hundert Jahren deutscher Gewerkschaftstradition scheint es undenkbar, daß in Deutschland amerikanische Zustände einreißen. Die schlechte Bezahlung drückt immer mehr US-Familien von der Mittel- in die Unterschicht. Fast jeder siebte Amerikaner gilt heute als arm und hat Anspruch auf staatliche Lebensmittel-Coupons. Derart dramatische Zustände gab es zuletzt Mitte der sechziger Jahre.
Ähnliches scheint Deutschlands Managern kaum nachahmenswert. So sehr die Unternehmer in der Bundesrepublik das liberale Vorbild Amerika bewundern, so sehr sie auch über die hohen Lohnkosten wehklagen - zumindest ihre Anführer in den Unternehmensverbänden scheinen wenig begeistert von den Vorschlägen, die ihnen die heimischen Liberalen machen.
Nur ganz zögernd meldeten sich nach der FDP-Offensive in Sachen Tarifpolitik die sonst so gesprächsbereiten Verbandsführer zu Wort; und dann distanzierten sie sich auch noch von den Gedankenspielen der Freidemokraten.
Arbeitgeberpräsident Otto Esser, sonst der Scharfmacher vom Dienst, sah Veranlassung, die Zusammenarbeit zwischen den Tarifparteien herauszuputzen. "In einer sozial verpflichteten Gesellschaft" könne "die Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen nicht nur der individuellen Vereinbarung überlassen bleiben", verkündete er. In der Regel, so Esser, mit ungewohnter Einsicht, wäre "die Verhandlungslage zu ungleichgewichtig zu Lasten des Arbeitnehmers".
"Für nicht erfolgversprechend" hält Dieter Kirchner, Geschäftsführer des mächtigen Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, die Idee, "die Tarifverträge in der Metallindustrie für freie betriebliche Lohnvereinbarungen zu öffnen". Der Satz wendet sich direkt gegen den Vorschlag, mit Arbeitslosen könnten Löhne außerhalb der Tarifverträge ausgehandelt werden.
Hinter Kirchners deutlichen Worten steckt nicht nur die Befürchtung von Verbandsgewaltigen, sie könnten ein Stück ihrer Macht einbüßen. Die Unternehmer fürchten auch Unfrieden in den Betrieben, wenn sie dort mit zwei Klassen von Beschäftigten auskommen müssen: den nach Tarif gutbezahlten und den unter dem Tarif zu Billiglöhnen engagierten. Männer wie Kirchner fürchten vor allem aber die politischen Folgen, wenn die Gewerkschaften die Zuständigkeit für die Gesamtheit der Arbeitnehmerschaft verlören. Auch wenn es bei Streiks anders klingt: Die westdeutschen Industrieführer wissen ihre Gewerkschaften zu schätzen, die für Ruhe und Ordnung unter den Arbeitnehmern sorgten.
Auch die Einheitlichkeit der Löhne ist den Arbeitgebern schon einiges wert. Wer einen Tarifvertrag unterläuft, wer seine Leute billiger beschäftigt als die Konkurrenz, der verschafft sich schließlich einen Wettbewerbsvorteil. Die Firmenchefs und die Betriebsräte achten deshalb darauf, daß niemand ausschert und unter Tarif bezahlt. Da fiel es schon auf, als kürzlich im holsteinischen Wahlstedt der Unternehmer Klaus-Uwe Hintz, Chef einer kleinen Möbelfirma, per Annonce "Massenhaft Arbeit für DM 8,- je Stunde" offerierte.
234 Bewerber haben sich angeblich bei Hintzens Firma Simpex-Objekt gemeldet. Doch so massenhaft scheint sein Arbeitsbedarf nun auch wieder nicht. "Für Sachen, die sonst liegenbleiben", stellte Hintz drei Mann ein. Die Aushilfen pressen nun Schubkästen, furnieren, fahren Möbel aus und bringen die Postablage in Ordnung.
Das Verblüffende an der Initiative des Holsteiners: Hintz tut genau das, was FDP-General Haussmann mit beträchtlichem politischen Trommelwirbel erst fordert.
Schon jetzt wird nämlich in der Bundesrepublik unterschiedlich gelöhnt - je nach der Gegend, in der einer lebt; und je nach der Branche, in der er untergekommen ist. Ein Metaller in Ostfriesland oder im Bayrischen Wald verdiente schon immer weniger als sein Kollege in Stuttgart, Essen oder Frankfurt. Wenn die Freidemokraten das nicht wüßten, meint IG-Metall-Chef Hans Mayr, "tun sie mir leid".
Beachtlich ist das Lohngefälle zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen. So brachte es 1983 ein Arbeiter in der Papierindustrie auf einen Wochenverdienst von durchschnittlich 722 Mark brutto. Der Kollege aus der Lederverarbeitung schaffte hingegen gerade 524 Mark an.
Und während in der Bundesrepublik 1984 der durchschnittliche Bruttolohn in der Industrie bei 16,60 Mark lag, sind Löhne um die zehn Mark gar nicht so selten. Hitachi in Landsberg etwa zahlt seinen Frauen wenig mehr als zehn Mark pro Stunde. Amtliche Statistiken zeigen, daß die sogenannten Barverdienste für Landarbeiter zwischen zehn und 13 Mark liegen.
Dennoch: Ganz abwegig ist es nicht, größere Lohnunterschiede anzupeilen. Solange die Wirtschaft regelmäßig mit stolzen Margen wuchs, solange konnten auch schwachbrüstige Firmen und Branchen Löhne zahlen, die nicht weit vom Landesschnitt abwichen. Je mehr aber die Volkswirtschaft in Boom-Firmen und Fußkranke zerfällt, desto notwendiger erscheinen Tarifverträge, die feinabgestimmt sind auf die Zahlungsfähigkeit der jeweiligen Unternehmen und Wirtschaftszweige.
Weit wichtiger und diskutabler aber als Haussmanns Attacke auf die angeblich zu hohen Löhne ist eine andere Frage: Sind nicht vielmehr die Lohnnebenkosten statt der Löhne zu hoch?
Darüber freilich haben weniger Wirtschaft und Gewerkschaft zu befinden: Wie der Sozialstaat finanziert wird, darüber entscheidet vor allem Bonn.
Peter Jungen, Chef der Maschinenbaufirma PHB Weserhütte, spielt daher den Ball an die Politiker nach Bonn
zurück. Die deutschen Arbeitskosten, meint er wie viele seiner Managerkollegen, seien zu hoch. Das hieße aber nicht, daß die Löhne gesenkt werden müßten. Herabgesetzt gehöre der andere Teil der Arbeitskosten: die Lohnnebenkosten, der Aufwand für Kranken-, Alters- und Arbeitslosenversicherung.
Die, in der Tat, sind im letzten Jahrzehnt weit stärker gewachsen als die Löhne. Von 1970 bis 1983 schossen die Lohnnebenkosten um 271 Prozent nach oben. Die Bruttolöhne bleiben mit einem Plus von 153 Prozent weit dahinter zurück.
Nicht zuletzt die ärgerlichen Nebenkosten haben manche Handwerksarbeit für viele unbezahlbar gemacht und der Schwarzarbeit zu einer Bomben-Konjunktur verholfen.
Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Ernst Albrecht, Ministerpräsident in Niedersachsen, schlug deshalb schon vor eineinhalb Jahren vor: "Die Last der Finanzierung sollte nicht auf dem Faktor Arbeit ruhen, sondern auf der Wertschöpfung in der Volkswirtschaft." Die Mittel für das Sozialsystem, regte Albrecht an, könnten teilweise durch eine höhere Mehrwertsteuer aufgebracht werden.
Es ginge auch so: Sämtliche Dienstleistungen - die Arbeit des Kraftfahrzeugmechanikers wie die des Installateurs - werden von der Mehrwertsteuer befreit. Eine entsprechend höhere Mehrwertsteuer auf Industrie-Produkte soll den Einnahmeausfall ausgleichen. Bei den Dienstleistern, wo viel Arbeit geschaffen wird, verbilligte der Staat auf diese Weise das Angebot. In den Fabriken, wo durch dauernde Rationalisierung kostengünstiger gearbeitet wird, würde er sich die entgangenen Einnahmen zurückholen. Solche Korrekturen des bundesdeutschen Abgaben- und Sozialsystems können gewiß Entlastung für den Arbeitsmarkt schaffen. Die Wende zur Vollbeschäftigung ist allerdings von solchen Reformen allein nicht zu erwarten.
Selbst wenn die Arbeitskosten zurückgefahren werden - sei es durch Lohnsenkung oder -bremsung, sei es durch Rückdrehen der Lohnnebenkosten -, lassen sich nicht mehr jene Wachstumsraten herbeizaubern, die in den ersten Nachkriegsjahrzehnten für Voll- und Überbeschäftigung gesorgt haben.
Nicht mal eine bombige Exportkonjunktur konnte im gegenwärtigen Aufschwung die Wachstumsraten über drei Prozent treiben. Zuwächse von mindestens vier Prozent aber wären über lange Zeit nötig, um bei dem gegenwärtigen Rationalisierungstempo - rund drei Prozent der Arbeit wird alljährlich durch Maschinen ersetzt - für mehr Jobs zu sorgen.
Der "Wettlauf mit dem Wachstum zwecks Rückkehr zur Vollbeschäftigung" erscheine wenig aussichtsreich, sagt der Manager Rudolf von Bennigsen-Foerder, Chef des Veba-Konzerns. Die Professoren des Sachverständigenrats und ihre Gefolgschaft, fernab der industriellen Wirklichkeit, können das offenbar nicht fassen. Sie wollen noch immer das Revival der fünfziger Jahre, als mit niedrigen Lohnabschlüssen und hohen Investitionsausgaben das Wirtschafts- und Beschäftigungswunder geschaffen wurde.
Daß dies nicht funktioniert, daß auch niedrigere Löhne nicht mehr Nachfrage herbeizaubern können, müssen derzeit die Beschäftigten in der Bauwirtschaft erfahren.
Die Aufträge für Wohnungen schrumpfen seit geraumer Zeit, weil es, anders als in der Nachkriegszeit, auf dem Wohnungsmarkt ein Überangebot gibt. Bescheidener geworden sind auch die Orders aus den öffentlichen Bauämtern; inzwischen wurden genug Hallenbäder und Schulhäuser gebaut.
Mit einem Lohnstopp und 2,4 Prozent Lohnerhöhung ab August hat sich vorletzte Woche die Bauarbeitergewerkschaft abgefunden. Das sind für die gesamte Laufzeit des Tarifvertrags 1,6 Prozent, weit weniger, als dieses Jahr an Teuerung erwartet wird. Vernünftig war das wohl. Mehr Jobs aber wird der Abschluß kaum bringen.
Darauf, daß es mit der Jobvermehrung nicht wie geplant klappt, hat sich offenbar auch Bundeskanzler Helmut Kohl eingestellt. In seiner Regierungserklärung bezeichnete er die Arbeitslosigkeit noch als Hauptsorge der rechtsliberalen Koalition.
Seit sich aber abzeichnet, wie wenig die Bonner Strategie den Arbeitslosen nützt, tut er so, als ob er mit dem Problem nur am Rande befaßt sei. Helmut Kohls neue Erkenntnis: "Mehr Beschäftigung ist letztlich keine staatliche Veranstaltung. Hier sind die Tarifparteien gefordert."
[Grafiktext]
ANSTIEG GEBREMST Entwicklung der Lohnkosten je Produkteinheit in der Bundesrepublik; Index 1976 = 100 Quelle: Bundesbank ROSA ZEITEN FÜR UNTERNEHMER Veränderung der Einkommen, Index 1978 = 100 Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit Bruttoeinkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen DIE LOHNTREPPE Monatliches Durchschnittseinkommen nach Wirtschaftsbereichen in der Bundesrepublik in Mark (Bruttoeinkommen einschließlich Gratifikationen; Männer und Frauen; Arbeiter, Angestellte, Beamte und Auszubildende; 3. Quartal 1984) Gesamtdurchschnitt = 2838 Energiewirtschaft Banken und Versicherungen Verarbeitendes Gewerbe Baugewerbe Land- und Forstwirtschaft Dienstleistungshandwerk Bergbau Produzierendes Gewerbe Öffentlicher Dienst Handel und Verkehr Gastgewerbe Quelle: DIW HOHE NEBENKOSTEN Entwicklung der Arbeitskosten in der Bundesrepublik; Angaben in Mark je Stunde Arbeitskosten (Löhne, Sozialkosten, Zuschüsse, Urlaubsgelder usw.) davon Bruttolohn Nettolohn Anstieg 1983 gegenüber 1970 in Prozent Arbeitskosten Bruttolohn Nettolohn Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft
[GrafiktextEnde]
Bei der Übergabe des Jahresgutachtens 1984/85; von links: Staatssekretär Schlecht, Bundesfinanzminister Stoltenberg, Professoren Schneider, Sievert, Mertens, Pohmer, Bundeskanzler Kohl, Bundesarbeitsminister Blüm.

DER SPIEGEL 16/1985
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