03.06.1985

„Am Ende hatte Karpow Angst“

SPIEGEL-Gespräch mit Herausforderer Kasparow über seine Chancen, Weltmeister zu werden *
SPIEGEL: Herr Kasparow, wie wird der Schachweltmeister gegen Ende dieses Jahres heißen, wenn die 24 Partien des am 2. September in Moskau beginnenden Titelkampfes zwischen Karpow und Ihnen gespielt sein werden?
KASPAROW: Sie gehen anscheinend davon aus, daß der Wettkampf zwischen Karpow und mir im Herbst wirklich stattfindet.
SPIEGEL: Sie nicht?
KASPAROW: Ich habe erhebliche Zweifel, daß Karpow wirklich zu diesem Kampf um den Titel bereit ist und mir am 2. September am Brett gegenübersitzen wird. Er hat seine Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft, den Wettkampf zu verhindern. Aber müßten Sie nicht, bevor Sie danach fragen, wer Ende des Jahres Weltmeister sein wird, erst fragen, wer heute Weltmeister ist?
SPIEGEL: Ja, wer?
KASPAROW: Es gibt derzeit keinen Schachweltmeister. Ein solches Ende, wie es die Weltmeisterschaft in Moskau am 15. Februar genommen hat, hat es bisher noch nicht gegeben und wird es hoffentlich auch in Zukunft nie wieder geben. Ich meine, daß Karpow nach einem solchen Ende des Kampfes das Recht verloren hat, sich Weltmeister zu nennen. Ich habe aber dieses Recht damit nicht erworben, denn dieses Recht kann man nur durch Siege am Brett erkämpfen. Dieses Ereignis steht mir noch bevor.
SPIEGEL: Der Titelkampf wurde von Campomanes, dem Präsidenten des Weltschachbundes, abgebrochen. Karpow führte mit 5:3 Punkten und brauchte nur noch einen Sieg, aber die beiden letzten Partien hatten Sie gewonnen. Am 2. September wird beim Stand von Null zu Null von neuem begonnen. Beworben hatten sich Marseille, London und Moskau, kurz vor unserem Gespräch hat Campomanes für Moskau entschieden. Entspricht das Ihren Wünschen?
KASPAROW: Nein.
SPIEGEL: Wo wollten Sie spielen?
KASPAROW: Ich meine, daß der Wettkampf in der Sowjet-Union stattfinden sollte, aber nicht in Moskau. Dort hat Karpow von vornherein Vorteile.
SPIEGEL: Es ist für ihn ein Heimspiel, aber Sie waren doch mit Moskau einverstanden, als im September vergangenen Jahres der Titelkampf begann?
KASPAROW: Ich dachte damals, das Prestige des Landes sei wichtiger. Aber ich habe nun meine Schuldigkeit gegenüber der Hauptstadt erfüllt, ich habe dort 48 Partien gespielt. Ich habe als _(Mit Redakteur Werner Harenberg im ) _(Hamburger SPIEGEL-Haus. )
Kompromiß Leningrad vorgeschlagen, eine Stadt, die ja nicht weniger Tradition hat und die nicht weniger berühmt ist.
SPIEGEL: Aber Leningrad hat sich doch gar nicht beworben?
KASPAROW: Es wäre für das Sportkomitee ein Leichtes, das Match in Leningrad vorzubereiten und durchzuführen. Aber da Karpow in Moskau spielen will, kommt Leningrad nicht in Frage. Und wo ich spielen will, ist völlig gleichgültig. Ich bin schon daran gewöhnt, daß meine Wünsche nicht berücksichtigt werden.
SPIEGEL: Werden Sie in Moskau spielen?
KASPAROW: Meine Hauptaufgabe besteht darin, den Wettkampf zu retten. Ich muß Karpow gegenübersitzen, das ist das Wichtigste. Man kann ja sogar in Moskau gegen ihn gewinnen. Das ist zwar schwer, aber es ist zu schaffen. Und ich muß ja nun mal gegen ihn spielen, gegen ein Gespenst kann ich nicht gewinnen.
SPIEGEL: Lassen Sie uns die Ereignisse und Skandale um die Weltmeisterschaft jetzt der Reihe nach, chronologisch, durchgehen. Daß im vorigen Jahr am 10. September angefangen wurde, war Ihnen zu früh?
KASPAROW: Ja. Nach den Regeln hätten wir ein halbes Jahr nach Beendigung des Kandidatenfinales anfangen müssen, das heißt am 10. Oktober. Ich hätte einen Monat länger Zeit zur Vorbereitung gehabt.
SPIEGEL: Der Kampf ging dann über 22 Wochen und hatte, wie uns scheint, drei ganz verschiedene Phasen. In der ersten hatten Sie einen fürchterlichen Fehlstart und verloren vier von neun Partien, in der zweiten Phase spielten sie genauso gut oder genauso schlecht, jedenfalls genauso langweilig wie der Weltmeister, da gab es die schrecklich vielen Remis-Partien, nicht weniger als 35, und für jeden einen Sieg. Und dann gab es die dritte Phase, in der Sie zwei Partien gewannen. Dann war Schluß.
KASPAROW: Dann mußte Schluß sein, weil Karpow es so wollte. Ich teile das Match auch in drei Etappen ein, gehe aber an die Sache anders, aus meiner professionellen Sicht heran. Die erste Phase lief von der ersten bis zur siebten Partie.
SPIEGEL: Es stand dann 3:0 für Karpow.
KASPAROW: Der Kampf hatte da einen sehr offenen Charakter, das heißt, jeder der beiden Spieler konnte in die Offensive gehen. Es war eine Situation, wie man sie sich bei einem guten Boxkampf wünscht.
Aber ich machte sehr viele grobe Fehler. Nach dem Charakter des Spiels hatte ich mehr Möglichkeiten. In der zweiten und in der sechsten Partie gab es Positionen, die ich gewöhnlich gewinne. Aber da hat sich gezeigt, daß Karpow wesentlich mehr Erfahrung hatte.
SPIEGEL: Das war wirklich der Grund für Ihre Katastrophe zu Beginn?
KASPAROW: Nur wenige verstehen, was das überhaupt bedeutet: Schacherfahrung. Vor Beginn des Wettkampfes hatte auch ich recht unklare Vorstellungen. Da ist vieles unwägbar. Das ist Können, das ist die Fähigkeit, seine Kräfte richtig einzuteilen, den kritischen Moment einer Partie zu finden und dann starke Nerven zu behalten.
SPIEGEL: Wenn es an Ihrem Mangel an Erfahrung lag, hätten Sie den nicht durch bessere Vorbereitung ausgleichen können?
KASPAROW: Die Vorbereitung galt ja hauptsächlich den Eröffnungen, und gerade da hatte Karpow überhaupt kein Übergewicht. Das hatte er im Mittelspiel, da hat er alle Chancen wahrgenommen, und ich habe eben nicht mithalten können.
SPIEGEL: Haben Sie denn inzwischen die notwendigen Erfahrungen gesammelt, so daß Ihnen das nicht wieder passieren kann?
KASPAROW: Das Ende des Wettkampfes hat ja gezeigt, daß ich jetzt diese Erfahrung habe. Das hat nicht nur mit Schach, sondern auch mit Psychologie zu tun. Ich glaube jetzt zu wissen, wie ich Karpow packen und wie ich verhindern kann, daß er mir entwischt. Der deutsche Schachmeister Tarrasch hat darauf verwiesen, daß es das allerschwierigste ist, eine Partie aus einer Gewinnstellung heraus zu gewinnen. Wie das zu schaffen ist, weiß ich jetzt besser als vor dem Match.
SPIEGEL: Könnte Ihr Fehlstart nicht darauf zurückzuführen sein, daß Sie Karpow unter-, sich selbst überschätzt haben?
KASPAROW: Ich habe ihn wohl nicht ganz richtig eingeschätzt, aber das war nicht der Hauptfehler. Der bestand darin, daß ich mein eigenes Spiel nicht richtig entwickeln konnte. Es gab zu Beginn Stellungen, die ich eigentlich beinahe automatisch hätte gewinnen müssen.
SPIEGEL: Manche meinen, Ihre Mutter schätze Sie vielleicht, wie das ja bei Müttern vorkommen soll, subjektiv höher ein, als es objektiv richtig ist, und habe Sie womöglich siegestrunken gestimmt?
KASPAROW: Meine Mutter spielt in der schachlichen Vorbereitung keine Rolle, sie löst die Probleme des täglichen Lebens.
SPIEGEL: Sie hat Ihnen nicht suggeriert: Das schaffst du, den fegst du schnell vom Brett?
KASPAROW: Nein. Wenn die Lage schwierig war, dann war sie es, die die Ruhe bewahrte, die Gelassenheit.
SPIEGEL: Doch zurück zu den drei Phasen. Die zweite begann nach Ihrer Rechnung demnach bei der achten Partie.
KASPAROW: ... und endete mit der 27. Partie.
SPIEGEL: In dieser Phase verloren Sie noch zwei Partien, die neunte und die 27., und danach stand es 5:0 für Karpow.
KASPAROW: Zu Beginn dieser Phase begriff ich, daß der Kampf ganz schnell zu Ende gehen kann, und ich habe meine Strategie geändert. Ich habe
nur noch auf Abwehr gespielt, so wie Bayer Uerdingen in den letzten 15 Minuten gegen Bayern München. _(Kasparow schaute sich nach seiner ) _(Ankunft in Hamburg das Pokalendspiel ) _(Bayern München - Bayer Uerdingen im ) _(Ersten Programm an. )
Ich habe allerdings nicht schnell genug geschaltet und aus Trägheitsgründen auch noch die neunte Partie verloren. Die Nachwirkungen vom Anfang waren noch zu stark.
SPIEGEL: In dieser Phase war von dem Angriffs-, Opfer- und Kombinationsspieler Kasparow so gut wie nichts zu sehen. Manche fragten sich: Warum soll eigentlich Kasparow Weltmeister werden, wenn er doch genauso langweilig spielt wie Karpow?
KASPAROW: Ich habe versucht, zu mir zu kommen. Die Vorteile mit Weiß habe ich nicht so sehr ausgenutzt. Mit Schwarz habe ich mich bis aufs Messer verteidigt. In dieser Phase hat Karpow einen ganz groben strategischen Fehler begangen.
SPIEGEL: Welchen?
KASPAROW: Er führte ganz klar. Er wäre eigentlich verpflichtet gewesen, riskant zu spielen und vorwärts zu marschieren. Er hätte vielleicht noch eine Partie verloren, vielleicht auch zwei, aber das war unwahrscheinlich. Bis zur 20. Partie hätte er ohne weiteres 6:2 gewinnen können.
Aber er hat einfach darauf gewartet, daß ich einen Fehler mache. Er wollte nicht selbst gewinnen, sondern warten, bis ich verliere. Da hat sich der Mangel in Karpows Charakter gezeigt. Überhaupt sind alle Mißerfolge in diesem Match, seine ebenso wie meine, auf den Charakter zurückzuführen.
SPIEGEL: Und welcher Zug in Ihrem Charakter hat zu Ihren Fehlern geführt?
KASPAROW: Ich bin impulsiv. Meine Fähigkeit, lange Zeit ausgeglichen zu bleiben, war und ist unterentwickelt.
SPIEGEL: Wir kommen zur letzten Phase. Die begann also nach der 27. Partie, als es 5:0 für Karpow stand.
KASPAROW: Die letzten Zweifel am Sieg Karpows waren geschwunden. Ich habe mich leicht und frei gefühlt. Nun konnte ich endlich in aller Ruhe Schach spielen.
SPIEGEL: Am Rande des Abgrunds.
KASPAROW: Innerlich hatte ich alles schon begraben. Mir blieb nur noch übrig, der Welt zu zeigen, daß ich Schach spielen kann, vor allem wollte ich das mir selbst beweisen.
Etliche Großmeister, vor allem im Kreis um Karpow, hatten zu dieser Zeit schon angefangen zu behaupten, daß ich alle meine Erfolge bisher zufällig erreicht hätte und daß einige junge Schachspieler wesentlich talentierter seien. Es gibt eine sowjetische Schachzeitschrift "64", da konnte man das alles lesen.
SPIEGEL: Chefredakteur von "64" ist Karpow.
KASPAROW: Natürlich, Stellvertreter ist Roschal, sein Presseattache. Dessen Hauptaufgabe ist es, immer neue Loblieder auf seinen großen Meister anzustimmen. Vor der 31. Partie hatte Karpow schon erklärt, das werde jetzt die letzte Partie sein. Die ganze Umgebung Karpows kam schon im Sonntagsstaat anmarschiert, und auch Karpow erschien in einem neuen dunklen Anzug. Diejenigen, die nur zur ersten Partie gekommen und dann nie wiederaufgetaucht waren, waren alle anwesend. Der Sowjetische Schachverband hatte schon einen Lorbeerkranz herbeigeschafft. Der steht nun auch heute noch dort.
SPIEGEL: Denn Karpow hat die Partie doch nicht gewonnen.
KASPAROW: Er hat wirklich gut gespielt. Er hat einen ganz neuen Plan in der Eröffnung gefunden und hat sich eine Gewinnposition aufgebaut.
Dann ist aber etwas Merkwürdiges passiert. Eigentlich hätte ich mich in dieser Lage fürchterlich aufregen sollen, statt dessen hat sich aber Karpow aufgeregt. Sogar die Zuschauer haben bemerkt, daß er nervös war. Ich war vollkommen ruhig, ich habe sogar mein Jackett ausgezogen.
SPIEGEL: Warum war Karpow nervös?
KASPAROW: Das weiß ich nicht. Er war dabei, zu gewinnen. Er hatte in einer normalen Stellung einen Bauern mehr. Aber er wollte nicht aktiv spielen, er wollte immer noch warten, bis ich verliere. Ich habe aber Gegenchancen gefunden, habe mir gute Züge ausgedacht, und er hat dann sein Übergewicht sehr schnell verloren.
Als Karpow in Zeitnot geriet, habe ich ihm ein Remis vorgeschlagen. Zehn Partien später hätte ich das nicht mehr getan. Aber ich war so zufrieden und glücklich darüber, daß ich die Partie nicht verloren hatte. Karpow war einverstanden. Es war dann nicht erstaunlich, daß ich nach einer solchen Partie die nächste, die 32., gewann.
SPIEGEL: Dann ging''s aber wieder mit 14 Remis-Partien weiter.
KASPAROW: Ein Umbruch hatte stattgefunden, die Initiative war auf mich übergegangen, aber das Gefühl der vollen Stärke hatte ich natürlich noch nicht.
Das Ende des Wettkampfes wäre wahrscheinlich eine Wiederholung des Anfangs geworden, nur umgekehrt. Ich habe wie immer gespielt, aber Karpow hatte seine letzten Kräfte verausgabt. Ich bin überzeugt, daß er am Ende dieses Wettkampfes dasselbe Gefühl hatte wie ich am Anfang. Er hat einfach Angst gehabt.
SPIEGEL: Am Anfang hatten Sie Angst?
KASPAROW: Wenn jemand so verprügelt wird wie ich am Anfang und Karpow am Schluß, dann kriegt man schon Angst.
SPIEGEL: Über die große Zahl von Remis-Partien waren viele enttäuscht. Geht das im Herbst so weiter, Remis nach 13, nach 15 Zügen?
KASPAROW: Nein, das wird es nicht wieder geben.
SPIEGEL: Es hieß, diese Weltmeisterschaft sei langweilig. Stört Sie das?
KASPAROW: Als Schachspieler bedaure ich das natürlich. Als Sportler sage ich: Es ergab sich aus der Situation, auf meinem Gewissen lastet keine Schuld.
SPIEGEL: Von Bobby Fischer sagt man, daß er fast jede Partie auf Gewinn gespielt hat. Von Karpow weiß man, daß er sich bei etwa gleichwertigen Gegnern mit Schwarz gleich auf remis einstellt. Was wird man künftig von Ihnen sagen?
KASPAROW: Fischer wollte alles gewinnen, Karpow will nur so viel gewinnen, wie er gerade braucht. Ich gehöre da wahrscheinlich irgendwo in die Mitte. In meiner Seele bin ich Maximalist wie Fischer. Aber diese Entschlossenheit, die Fischer auszeichnete, habe ich nicht in gleichem Maße.
SPIEGEL: Bedauern Sie das?
KASPAROW: Sicher.
SPIEGEL: Sie haben gesagt, Sie hätten beim Abbruch eine Chance von 30 Prozent gehabt, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Größer war die Chance nicht?
KASPAROW: Ich habe diese Zahl genannt, seither bezieht sich Karpow häufig darauf, etwa so: Wenn Kasparow selbst 30 Prozent nennt, dann bleiben für mich 70 Prozent. Aber man muß bedenken: Vor den beiden letzten Partien standen meine Chancen auf einen Sieg ein bißchen besser als Null. Nun waren sie plötzlich auf 30 Prozent gestiegen. Das war ein gewaltiger Schreck für Karpow, das hat ihn völlig paralysiert. Denn ein Drittel bedeutet immerhin für mich eine reale Möglichkeit zu gewinnen. Aber ob die Zahl richtig war, kann ich schwer einschätzen. Es ist ja auch egal, Karpow wollte oder konnte das Match nicht fortsetzen.
SPIEGEL: Wenn es so war, hätte er doch, sportlich gesehen, aufgeben müssen.
KASPAROW: Für Karpow ist das Wort "Sport" ein leerer Begriff, Schall und Rauch, während ich der Meinung bin, daß wir für die ganze Welt spielen und nicht einfach tun und lassen können, was wir wollen. Karpow betrachtet den Titel des Weltmeisters als einen Zusatz zu seinem Familiennamen: "Weltmeister Karpow", anders kann er sich das nicht vorstellen.
Mir hat Ex-Weltmeister Botwinnik nach der 48. Partie, also nach der Partie, die dann die letzte war, gesagt: Es gibt drei Varianten, wie der Wettkampf zu Ende gehen kann.
Die erste Variante ist die unwahrscheinlichste: Karpow gewinnt eine Partie, das Match ist zu Ende.
Die zweite Variante: Kasparow gewinnt drei Partien, das ist schon wahrscheinlicher.
Die dritte Variante ist die, daß man den Kampf abbricht. Das ist die allerwahrscheinlichste Variante, weil die zweite wahrscheinlicher ist als die erste.
SPIEGEL: Botwinnik hat recht behalten. Der frühere Präsident des Deutschen Schachbundes, Herr Kinzel, vertrat in Moskau zeitweilig den Präsidenten Campomanes. Er hat sich zum Abbruch geäußert und offenkundig nur die halbe Wahrheit erzählt, die für Karpow günstig ist. Wir möchten von Ihnen die andere Hälfte der Wahrheit hören oder sogar die ganze.
KASPAROW: Die ganze Wahrheit zu sagen, setzte voraus, daß ich sie kenne. Aber ich glaube nicht, daß ich alles weiß.
SPIEGEL: Es ist über den Abbruch verhandelt worden, und Kinzel sagt, Sie seien mit dem sofortigen Abbruch einverstanden gewesen, hätten dann aber zusätzliche Forderungen gestellt, und darüber müsse er schweigen.
KASPAROW: Forderungen waren gestellt worden, aber Herr Kinzel bringt das durcheinander. Es waren Forderungen von Karpow, nicht von mir. Die Herren versuchen jetzt außerdem, die Sache so darzustellen, als sei schon lange über den Abbruch verhandelt worden, als habe man schon im Dezember damit begonnen. Aber so war es nicht, wie die Herren sagen.
SPIEGEL: Wer ist das - "die Herren"?
KASPAROW: Nun, das sind vor allem der Präsident des Weltschachbundes, Campomanes, und Karpow, die beiden Freunde, aber auch Kinzel und leider auch der Schiedsrichter, Herr Gligoric.
SPIEGEL: Sie nennen keinen russischen Namen, hat der Sowjetische Schachverband nichts mit dem Skandal zu tun?
KASPAROW: Nun, es gibt den Brief von Sewastjanow, dem Präsidenten des Sowjetischen Schachverbandes, in dem er im Interesse der Spieler, wie er behauptet, um eine dreimonatige Pause bittet.
SPIEGEL: Sie haben ihn deshalb als Mitschuldigen bezeichnet?
KASPAROW: Das ist richtig. Es klingt so schön und so neutral: Sowjetischer Schachverband. Aber stellvertretender Vorsitzender ist Baturinski, und das ist zufällig der Leiter des Weltmeisterschaftsteams von Karpow. Und da gibt es Roschal für die Presse, und zufällig ist der auch Karpows Presseattache. Da gibt es den Vorsitzenden des Trainerrates Balaschow, und zufällig ist er der Sekundant Karpows und so weiter und so weiter.
SPIEGEL: Der Sowjetische Schachverband ist ganz auf Karpow eingestellt, er privilegiert ihn?
KASPAROW: Karpow ist schon eine Weile Weltmeister, und deshalb sind viele Funktionäre im Schachverband seine Leute. Da braucht man gar nicht drumrumzureden.
SPIEGEL: Wir suchen nach den Gründen für diese unterschiedliche Einstellung des Sowjetischen Schachverbandes zu seinen beiden besten Spielern. Der eine Grund könnte sein, daß Karpow politisch hervortritt und Sie nicht, der andere könnte sein, daß Karpow Russe ist und Sie der Sohn eines Juden und einer Armenierin.
KASPAROW: Natürlich hat Karpow großen Einfluß. Seine beiden Siege über
Kortschnoi haben großes politisches Gewicht. Aber seine Möglichkeiten soll man auch nicht überschätzen. Er hat es nicht geschafft, mich auf dem Weg zum Titelkampf um die Weltmeisterschaft aufzuhalten. Jetzt, wo im Lande so viele Dinge zu entscheiden sind, hat die politische Führung andere Sorgen als Schach. Karpows Leute im Schachverband scheinen noch alle Trümpfe in der Hand zu haben, aber der Schein trügt.
SPIEGEL: Kehren wir, nachdem wir den Hintergrund ein wenig ausgeleuchtet haben, zu den Verhandlungen über den Abbruch zurück. Es ging also nicht so früh los, wie die Karpowianer, die Herren Campomanes und Co., es darstellen.
KASPAROW: Ich bin überzeugt, daß Karpow sehr lange an seinen Sieg glaubte und daß er sogar den Termin vor sich sah. Für den 29. Januar war im Polytechnischen Museum in Moskau eine Vorlesung über das Ergebnis der Weltmeisterschaft angesetzt. Ich habe mir die Eintrittskarte aufgehoben, ich hätte sie mit nach Hamburg bringen und Ihnen zeigen können. Alles war schon vorbereitet, aber dann stand es am 30. Januar plötzlich nur noch 5:2. Da ist der Gedanke aufgetaucht, den Wettkampf zu beenden. Es wurden verschiedene Ideen entwickelt, um die gültigen Regeln zu umgehen.
In der Nacht zum 1. Februar schlug Campomanes im Einverständnis mit Karpow vor, den Wettkampf auf weitere acht Partien zu beschränken. Und wenn ihn dann niemand gewonnen habe, werde das Match im September beim Stand von 0:0 weitergeführt.
SPIEGEL: Bei acht Partien, die noch zu spielen sein sollten, hätte es Karpow wohl auf 6:2, hätten Sie es aber kaum auf 5:6 bringen können. Sie hätten jede zweite Partie gewinnen müssen.
KASPAROW: Richtig, diesen Vorschlag konnte ich nicht akzeptieren. Ich habe dann gefragt: Wozu noch acht Partien? Wenn Herr Campomanes das Match abbrechen will, dann soll er das doch sofort tun. Diesen Satz hat Kinzel umgedreht und so getan, als hätte ich selbst vorgeschlagen, das Match zu beenden. Aber ich habe keinen solchen Vorschlag gemacht.
SPIEGEL: Konnte man nicht in irgendeiner Phase annehmen, daß Sie mit dem Abbruch einverstanden gewesen wären, wenn das Match mit Null zu Null wiederaufgenommen worden wäre?
KASPAROW: Tatsächlich wäre ich ganz zu Beginn der Verhandlungen zu einer vorzeitigen Beendigung des Wettkampfes bereit gewesen, wenn man mich als gleichberechtigten Partner akzeptiert hätte und mir annehmbare Bedingungen vorgeschlagen hätte.
Ich hatte den ganz natürlichen Wunsch, die Chance zu nutzen, aus einem Wettkampf, der so schwierig war und der so wenig Erfolg gebracht hatte, mit Würde hervorzugehen. Aber weder hat man mich als gleichberechtigten Partner akzeptiert, noch hat man mir annehmbare Bedingungen vorgeschlagen.
SPIEGEL: Welche zusätzlichen Forderungen hatte Karpow gestellt, die eine Einigung verhinderten?
KASPAROW: Der Vorschlag Karpows, den mir Kinzel überbrachte, hatte folgende Punkte: Erstens: Kasparow bekennt sich geschlagen. Zweitens: Der nächste Wettkampf beginnt im September bei Null zu Null und geht über 24 Partien.
Drittens: Wenn Kasparow den Wettkampf mit einem Vorsprung von nicht mehr als drei Punkten gewinnt, erhält er den Titel eines Weltmeisters bis zum 1. Januar 1986. Ab 1. Januar 1986 ist Karpow wieder Weltmeister und Kasparow wieder Herausforderer, weil letzterer in zwei Wettkämpfen kein Übergewicht gezeigt hat.
Viertens: Wenn Kasparow mit vier oder mehr Punkten Vorsprung gewinnt, wird er Weltmeister und ist verpflichtet, seinen Titel zu verteidigen ...
SPIEGEL: Genug des Unsinns. Dieser Vorschlag war das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben war. Jetzt versteht man, warum Herr Kinzel ihn für vertraulich erklärt.
KASPAROW: Ich habe Herrn Kinzel gefragt, ob er diesen Vorschlag nicht für eine Beleidigung hält. Er antwortete, ich solle diesen Vorschlag bedenken, denn der nächste Wettkampf könne im Ausland gespielt werden, da gebe es viel höhere Preisgelder.
SPIEGEL: Als ob Unrecht durch Geld wettgemacht werden könne. Sagte Kinzel denn auch etwas über die Gründe, warum Schluß sein sollte?
KASPAROW: Er sagte, beide Spieler seien müde. Ich war ja einer der beiden Spieler und mußte ihm antworten, auf
mich treffe das nicht zu, ich fühlte mich sogar wesentlich besser als zu Beginn des Wettkampfes.
Kinzel hat dann noch etwas sehr Wichtiges gesagt. Es dürfe keine Separatverhandlungen zwischen Karpow und mir geben, alles müsse unter der Ägide des Weltschachbundes stattfinden. Da habe ich geantwortet: Ich erwarte Herrn Karpow im Hotel "Sport" am Schachbrett, und da können wir unter der Ägide der Fide alle Fragen klären. Wir brauchen dazu aber keinen Herrn Campomanes und keinen Herrn Kinzel, sondern wir brauchen dafür nur das Brett mit 16 weißen und 16 schwarzen Figuren.
SPIEGEL: Wie ging das Gespräch zu Ende?
KASPAROW: Wir haben sehr, sehr lange gesprochen. Kinzel hat sehr lange versucht, mich zu überreden. Mir war das sehr unangenehm, als junger Mensch mit dem älteren Herrn in dieser scharfen Form zu sprechen. Ganz am Ende des Gesprächs sagte ich folgenden Satz, und der ist sehr wichtig: Von diesem Augenblick an weigere ich mich ganz entschieden, irgendeinen beliebigen Vorschlag von Ihnen zu diskutieren und zu besprechen.
SPIEGEL: Hat sich Ihre Einstellung zu Karpow verändert?
KASPAROW: Erheblich. Wir hatten früher keine Zusammenstöße, sondern ganz normale Beziehungen. Das ist jetzt vorbei. Karpows Vorschlag, den mir Kinzel überbrachte, und sein weiteres Verhalten waren eine Beleidigung.
SPIEGEL: Tausend Dollar müßte Karpow - wie der Ex-Weltmeister Spasski meinte - Ihnen eigentlich dafür zahlen, daß Sie nach jeder Partie bereit waren, die Züge mit ihm zu analysieren und sich sozusagen ins Gehirn schauen zu lassen. Werden Sie das weiterhin tun?
KASPAROW: Nein, das wird es nicht wieder geben. Aufmerksame Beobachter haben gesehen, daß es damit schon bei der 48., der letzten Partie des abgebrochenen Matchs vorbei war.
SPIEGEL: Sind mit den Spielern die Regeln besprochen worden, nach denen vom 2. September an gespielt werden soll?
KASPAROW: Mit mir sind sie nicht besprochen worden, und mit Karpow brauchten sie nicht besprochen zu werden, denn die Regeln sind so festgesetzt worden, wie er es vorgeschlagen hat.
SPIEGEL: Haben Sie auch einen Vorschlag gemacht?
KASPAROW: Ja.
SPIEGEL: Wo wurde er veröffentlicht?
KASPAROW: Nirgends.
SPIEGEL: Was haben die Vorschläge gemeinsam?
KASPAROW: Nichts.
SPIEGEL: Laut Karpow und laut Fide spielen der Weltmeister und der Herausforderer. Nach Ihrer Ansicht gibt es ja zur Zeit keinen Weltmeister. Welche Funktion geben Sie Karpow und sich selbst?
KASPAROW: Es spielen der Weltmeister 1975 bis 1984 und der Sieger des Herausforderungszyklus 1982 bis 1984.
SPIEGEL: Es werden laut Karpow und Fide 24 Partien gespielt. Gibt es am Schluß einen Gleichstand, behält Karpow den Titel. Wie lautet Ihr Vorschlag?
KASPAROW: Es werden 24 Partien gespielt, gibt es am Schluß einen Gleichstand, werden weitere sechs Partien gespielt. Steht es dann wieder gleich, bekommt Karpow den Titel des Weltmeisters. Beachten Sie bitte: Er bekommt ihn, und zwar erst nach 30 Partien, während er ihn nach seinem Vorschlag behält, und zwar schon nach 24 Partien.
SPIEGEL: Laut Karpow und Fide erhält Karpow bei einer Niederlage das Recht auf eine Revanche. Was haben Sie vorgeschlagen?
KASPAROW: Ein Revanchematch ist nicht vorgesehen.
SPIEGEL: Über den Ort haben wir schon zu Beginn gesprochen, Karpow und Fide haben sich für Moskau entschieden, und Sie ...
KASPAROW: Ich habe als Austragungsort jede beliebige Stadt in der Sowjet-Union vorgeschlagen, ausgenommen Moskau, weil dies Karpow von vornherein einen Vorteil einräumen würde. Leningrad habe ich als Kompromiß genannt.
SPIEGEL: Wem haben Sie Ihren Vorschlag geschickt?
KASPAROW: Dem Sowjetischen Schachverband und der Fide.
SPIEGEL: Was hat der Sowjetische Schachverband mit Ihrem Vorschlag gemacht?
KASPAROW: Der Verband hat es sich sehr einfach gemacht. Er hat meinen Vorschlag genommen und zerrissen, und auf Karpows Vorschlag hat er einen Stempel gesetzt: in Ordnung.
SPIEGEL: Und was hat die Fide gemacht?
KASPAROW: Das Exekutivkomitee der Fide hat das gleiche getan: Meinen Vorschlag weggeworfen, Karpows Vorschlag gestempelt: in Ordnung.
SPIEGEL: Wir haben nicht Phantasie genug, uns vorzustellen, wie Karpow nun noch verhindern will, daß im September um die Weltmeisterschaft gekämpft wird. Können Sie uns helfen?
KASPAROW: Da geht es mir wie Ihnen. Wir werden das alles erst erfahren, wenn es geschieht.
SPIEGEL: Nehmen wir mal an, Karpow und sein Freund Campomanes, den Spasski seit dem Abbruch der Weltmeisterschaft "Karpomanes" nennt, lassen es bei dem Termin, und der Titelkampf beginnt am 2. September. Geben Sie uns noch einen Tip, wie der Kampf endet.
KASPAROW: Ich bin fest entschlossen, in einem solchen Kampf meine Stärke zu zeigen. Es ist schwer, Karpow zu besiegen, aber ich glaube, ich habe gute Aussichten, es zu schaffen. Ich bin nur nicht imstande, Karpomanes zu besiegen.
SPIEGEL: Herr Kasparow, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
[Grafiktext]
Nur in acht Partien gab es einen Sieger Der Kampf um die Weltmeisterschaft zwischen dem Titelverteidiger Anatolij Karpow und dem Herausforderer Garri Kasparow wurde nach 48 Partien beim Stand von 5:3 für Karpow abgebrochen. 40 der 48 Partien endeten remis und wurden nicht gewertet. Die Gewinn- und Verlustpartien: Sieger Stand des Wettkampfes 3. Partie 17. September 1984 Karpow 6. Partie 26. September 1984 Karpow 7. Partie 28. September 1984 Karpow 9. Partie 5. Oktober 1984 Karpow 27. Partie 23. November 1984 Karpow 32. Partie 12. Dezember 1984 Kasparow 47. Partie 30. Januar 1985 Kasparow 48. Partie 8. Februar 1985 Kasparow
[GrafiktextEnde]
Mit Redakteur Werner Harenberg im Hamburger SPIEGEL-Haus. Kasparow schaute sich nach seiner Ankunft in Hamburg das Pokalendspiel Bayern München - Bayer Uerdingen im Ersten Programm an.
Von Werner Harenberg

DER SPIEGEL 23/1985
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.


DER SPIEGEL 23/1985
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

„Am Ende hatte Karpow Angst“

Video 00:32

Uno-Generalversammlung Trump prahlt mit Erfolgen - und erntet Gelächter

  • Video "Haka in Uniform: Polizisten, die einen anschreien" Video 01:50
    Haka in Uniform: Polizisten, die einen anschreien
  • Video "Formula Offroad: Buggy erklimmt (fast) vertikale Wand" Video 01:07
    Formula Offroad: Buggy erklimmt (fast) vertikale Wand
  • Video "Nach Talkshow zu Frauenrechten im Sudan: Extremisten bedrohen deutschen Moderator" Video 03:34
    Nach Talkshow zu Frauenrechten im Sudan: Extremisten bedrohen deutschen Moderator
  • Video "Forscher filmen seltenen Aal: Großmaul unter Wasser" Video 00:58
    Forscher filmen seltenen Aal: Großmaul unter Wasser
  • Video "Geisterstadt bei Paris: Fluglärm? Welcher Fluglärm?" Video 03:13
    Geisterstadt bei Paris: Fluglärm? Welcher Fluglärm?
  • Video "Attacke in Florenz: Künstlerin mit Bild angegriffen" Video 00:52
    Attacke in Florenz: Künstlerin mit Bild angegriffen
  • Video "Im Indischen Ozean gekentert: Schwer verletzter Segler nach Tagen gerettet" Video 00:50
    Im Indischen Ozean gekentert: Schwer verletzter Segler nach Tagen gerettet
  • Video "Tunesien: Sturzflut reisst Autos davon" Video 01:05
    Tunesien: Sturzflut reisst Autos davon
  • Video "Neymars Gaben: PSG-Star schenkt weinendem Kind sein Trikot" Video 01:30
    Neymars Gaben: PSG-Star schenkt weinendem Kind sein Trikot
  • Video "Wie Spielzeug-Waggons: Zug entgleist und rutscht in Fluss" Video 00:39
    Wie Spielzeug-Waggons: Zug entgleist und rutscht in Fluss
  • Video "Sturm Ali über Großbritannien: Air-France-Maschine muss durchstarten" Video 01:07
    Sturm "Ali" über Großbritannien: Air-France-Maschine muss durchstarten
  • Video "Einziges Hunde-Hallenbad Deutschlands: Wenn Vierbeiner Freischwimmer machen sollen" Video 03:54
    Einziges Hunde-Hallenbad Deutschlands: Wenn Vierbeiner Freischwimmer machen sollen
  • Video "Touristenattraktion: Glasbodenbrücke mit Schockeffekt" Video 00:42
    Touristenattraktion: Glasbodenbrücke mit Schockeffekt
  • Video "Seltene Fehlbildung: Zweiköpfige Schlange in Garten gefilmt" Video 00:41
    Seltene Fehlbildung: Zweiköpfige Schlange in Garten gefilmt
  • Video "Uno-Generalversammlung: Trump prahlt mit Erfolgen - und erntet Gelächter" Video 00:32
    Uno-Generalversammlung: Trump prahlt mit Erfolgen - und erntet Gelächter