16.09.1985

Hat die Bibel doch nicht recht?

Der libanesische Historiker Kamal Salibi verlegt die Stätten der Heiligen Schrift Die Geschichte des Volkes Israel von den Anfängen bis zur Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft hat sich nicht in Palästina abgespielt, sondern im südwestarabischen Asir. Zu dieser provokanten These gelangt Kamal Salibi, Professor an der Amerikanischen Universität von Beirut, durch den Vergleich biblischer und arabischer Ortsnamen. „Sprachhistorisch vertretbar“, wie ein deutscher Arabist einräumt, oder „verrückt, weit hergeholt und lächerlich“, wie zwei israelische Archäologen urteilen? Salibis verwegene Theorie und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihr schildert der SPIEGEL in einer dreiteiligen Serie. *
Am fünften Tag des Monats Ijjar des Jahres 5708 jüdischer Zeit, am 14. Mai 1948 christlicher Zeit, verlas David Ben-Gurion kurz vor Beginn der Sabbatruhe in einem Museum in Tel Aviv die Unabhängigkeitserklärung des neuen Staates Israel.
Der Vorsitzende der Zionistischen Weltorganisation begann die Erklärung mit den Sätzen: "Im Lande Israel entstand das jüdische Volk ... Hier schuf es eine nationale und universelle Kultur und schenkte der Welt das Ewige Buch der Bücher." Die Errichtung eines jüdischen Staates im Lande Israel erfolge deshalb "kraft unseres natürlichen und historischen Rechtes".
Womöglich irrte Ben-Gurion.
Gemäß der 17. Sure des Koran wurde Mohammed nachts von Mekka nach Jerusalem versetzt, von wo er, wie spätere Legenden berichten, auf seinem geflügelten Reittier Burak in den Himmel ritt.
Ein Kalif von Damaskus ließ am Ort dieser Himmelsreise von byzantinischen Baumeistern den Felsendom, eines der beeindruckendsten Bauwerke der Erde, errichten. Und in einer Entschließung des islamischen Weltkongresses werden alle islamischen Länder aufgefordert, auf die Befreiung Jerusalems hinzuwirken. Der Staatspräsident der Arabischen Republik Jemen (Nordjemen) erklärte erst Ende vergangenen Jahres, "die Befreiung Jerusalems ist eine Pflicht".
Womöglich erübrigt sich die Pflichterfüllung.
"Herr, auch wir haben das Gelobte Land geschaut", läßt Franziskanerpater Hyacinth M. Wilmes christliche Heilig-Land-Pilger
am Schluß ihrer Reise beten, "wir danken dir."
Unter des Paters Führung haben Tausende Pilger erfahren, daß sich im israelischen Mamre "ein großer Teil der Patriarchengeschichte abgespielt" hat; auf dem Berg Nebo östlich vom Toten Meer "durfte Mose das Gelobte Land schauen"; den "heiligsten Fluß der Heilsgeschichte", den Jordan, überschritt "das Alte Bundesvolk, um vom Gelobten Land Besitz zu ergreifen". Und "ein gutes Stück Heilsgeschichte" spielte sich auf dem Jerusalemer Tempelplatz ab - "Jerusalem", schwärmte Papst Johannes Paul I., das "heilige Erbe von Millionen Gläubigen der drei großen monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam".
Womöglich liegt das Erbe Jerusalem ganz woanders. Womöglich müssen sie alle, Juden wie Christen und Moslems, ihre Vorstellungen vom Land der Bibel umgruppieren.
Das Land Kanaan nämlich, das Gelobte Land, in das Abraham auf Geheiß Gottes gezogen ist und zu dem Mose das Volk Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft heraufführte - Jerusalem, Jericho, Bethlehem, der Jordan, das alles wird jetzt von dem libanesischen Historiker Kamal Salibi rund 2000 Kilometer nach Süden verlagert, in die saudiarabische Provinz Asir.
Hier, zwischen Mekka und dem Nordjemen, und nicht im heutigen Israel soll sich ereignet haben, was das Alte Testament über die Patriarchen und das auserwählte Gottesvolk erzählt. Josua eroberte im Auftrag des Mose nicht Palästina, sondern Asir. David und Salomo waren arabische Könige. Ihr Jerusalem lag in Asir.
Der Grund für diese Landverschiebung: Salibi entdeckte, daß sich "fast alle biblischen Ortsnamen" im südwestlichen Saudi-Arabien finden lassen. Umgekehrt sei dagegen nur ein Bruchteil der in der hebräischen Bibel erwähnten rund 800 Ortsnamen mit Sicherheit in Palästina nachweisbar.
Im 2. Jahrtausend vor Christus, meint Salibi, habe ein im alten Asir heimisches Volk - die Israeliten - einen rudimentären westarabischen Monotheismus angenommen und "zu einer zutiefst durchdachten Religion mit festgelegten heiligen Schriften weiterentwickelt".
Die Geschichte der Israeliten in Westarabien wird in der hebräischen Bibel (sie entspricht im wesentlichen dem Alten Testament der christlichen Bibel) erzählt: Stammeskämpfe und Eroberungen, das Heranwachsen zu einem Königreich und sein Auseinanderfallen in die rivalisierenden Dynastien von "Juda" und "Israel", Bedrohungen durch die Ägypter und endlich der Untergang.
Er bahnte sich an, als der assyrische Herrscher Sargon II. das westarabische Königreich Israel auslöschte und dessen Bürgerelite deportierte (721 v. Chr.). Im
Jahre 587 zerstörte schließlich der Babylonier Nebukadnezar das westarabische Reich Juda und führte die Juden ins babylonische Exil. Als dann die Perser 539 Babylon eroberten, kamen die Gefangenen - oder ihre Nachkommen - frei.
In ihrer alten Heimat fanden sie jedoch nur Zerstörung und Armut vor. Der Wiederaufbau eines Gemeinwesens stellte sie vor erdrückende Schwierigkeiten, so daß die meisten von ihnen in andere Gegenden auswanderten.
Wie aber kamen die Juden nach Palästina, wo sich ja nachweislich bis zur Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 nach Christus jüdische Geschichte abgespielt hat? Salibi stellt sich das so vor:
Die ersten jüdischen Siedler in Palästina könnten "westarabische Kaufleute und Karawanenreisende" gewesen sein, die schon im Verlauf des zweiten Jahrtausends aus Asir nach Norden gekommen sind. Vor allem aber haben wohl Kriegsunruhen Wellen von Auswanderungen ausgelöst: Immer wieder unternahmen die Ägypter, später dann auch die Assyrer und Babylonier Militärexpeditionen, um Westarabien unter ihre Kontrolle zu bringen.
Die jüdischen Siedler aus Asir gaben einigen ihrer Siedlungen in Palästina (sicherlich nicht allen) westarabische Namen - so wie überall in der Welt "Einwanderer zu allen Zeiten Städten und Landschaften, Gebirgen und Flüssen vertraute Namen gaben, die sie aus ihrer alten Heimat mitbrachten".
Auch aus der Babylonischen Gefangenschaft dürfte eine größere Gruppe von Juden nicht nach Asir zurück-, sondern nach Palästina eingewandert sein.
Die Bücher Esra und Nehemia, mit denen die historische Erzählung der hebräischen Bibel endet, sind in Palästina nach dem Exil entstanden. Sie schildern Vorgänge, die sich bereits in diesem neuen Land der Juden zugetragen haben sollen, etwa den Bau des Tempels in einer Stadt, der jüdische Einwanderer aus Asir "irgendwann zwischen dem 8. und 5. Jahrhundert v. Chr." den Namen Jerusalem gegeben hatten - in Anlehnung an ihr altes Jerusalem in Asir.
Kamal Suleiman Salibi, 55, Professor für Geschichte an der Amerikanischen Universität von Beirut, der diese Thesen in die Welt setzt, _(Sein Buch erscheint unter dem Titel "Die ) _(Bibel kam aus dem Lande Asir. Eine neue ) _(These über die Ursprünge Israels" (224 ) _(Seiten, 36 Mark) im Rowohlt Verlag, ) _(Reinbek bei Hamburg. )
hat damit zugleich "in Wespennester bei den Wissenschaftlern sowie bei Politikern" gestoßen, empfand die "Neue Zürcher Zeitung".
Vor allem stieß er zuerst einmal auf Vorurteile. "Einem Araber traue ich keine seriöse Publikation zu diesem Thema zu", sagte ein deutscher Professor für Altes Testament, als er um ein Urteil über Salibis Thesen gebeten wurde, und ein Professor für Arabistik bekannte, er schlage grundsätzlich kein arabisches Buch auf, das Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebe.
Salibis Vorfahren waren Anfang des 19. Jahrhunderts im Bergland nahe Beirut seßhaft geworden. Hilfestellung leisteten dabei europäische Missionare, die den verstreuten Salibi-Klan vom griechisch-orthodoxen zum protestantischen Glauben bekehrten.
Über seinen Vater, von Beruf Arzt wie schon Salibis Großvater, sagt Kamal Salibi, daß er wohl im Herzen Agnostiker gewesen sei, was ihn allerdings nicht daran gehindert habe, regelmäßig in die Kirche zu gehen und das Amt des Presbyters in Salibis Heimatort Bhamdun zu übernehmen.
"Für die Missetaten in meiner Kindheit", erinnert sich Salibi, "mußte ich zur Strafe oft lange Passagen aus dem Alten Testament auswendig lernen." Daß der junge Salibi die biblischen Geschichten frei nacherzählen konnte, gehörte zur selbstverständlichen Familientradition.
In der Schule interessierte er sich vor allem für Religion und Musik, mit Gewinn brachte er den Unterricht in Musiktheorie
und Kompositionslehre am Lebanese National Conservatory hinter sich: Jahre später, unmittelbar nach seinem Studium, komponierte er sogar auf ein eigenes Libretto die Operette "Die Marquise von Baden-Baden", die zweimal in Beirut aufgeführt wurde.
An der Amerikanischen Universität von Beirut belegte er schließlich Politische Wissenschaft und europäische Geschichte. Nebenbei begann er mit dem Studium von Syrisch und biblischem Hebräisch.
Er promovierte 1953 in London mit einer Dissertation über die Geschichtsschreibung der Maroniten, einer altchristlichen Sekte. Es gelang ihm, einen Job an der Amerikanischen Universität von Beirut zu bekommen, zunächst als sogenannter Bibliograph. In seinem zweiten Uni-Jahr avancierte er gleichzeitig zum Assistant Professor mit Lehrauftrag für Geschichte und Archäologie, 1958 zum Associate Professor für libanesische Geschichte, der er bis heute ist.
Als Handbuch für seine Studenten schrieb er Ende der siebziger Jahre eine "Geschichte von Arabien". Die Arbeit an diesem Buch war es, die Salibi völlig unvermutet auf biblische Spuren stoßen ließ.
Im Frühjahr 1979 war er nach Riad zu einer internationalen Tagung über das vorislamische Arabien geflogen. In einer der Sitzungen stellte ein saudiarabischer Tagungsteilnehmer die Frage, ob ihm jemand die Bedeutung des Namens Hadramaut - ein Gebiet im Südjemen - erklären könne.
Mehrere Experten versuchten eine Antwort, keiner vermochte die Runde zu überzeugen. Da meldete sich Salibi zu Wort: Er sei zwar kein Sprachwissenschaftler, aber sein Sprachgefühl sage ihm, daß das arabische Hadramaut dem hebräischen Hazarmaveth entspreche. Der Name Hazarmaveth wird in der sogenannten Völkertafel im 1. Buch Mose (Kapitel 10, Vers 26) genannt.
Die Versammlung reagierte mit Schweigen, was dem Redner wohl signalisieren sollte, daß er Unsinn geredet hatte.
Den abgeschmetterten Salibi aber ließ das Thema nicht los. Auf derselben Konferenz lernte er einen Sprachforscher kennen, der an einem Wörterbuch aller zentralarabischen Ortsnamen mitarbeitete.
Salibi besorgte sich sofort die bis dahin erschienenen 20 Bände und machte sich - wieder zurück in Beirut - daran, arabische Ortsnamen nach linguistischen Gesichtspunkten zu klassifizieren und sich daraus einen Sprachatlas des alten Arabien zusammenzustellen. Was er dabei entdeckte, schildert er selbst so: _____" Im westarabischen Hochland zwischen der Stadt Taif " _____" und der Grenze zu Nordjemen stieß ich immer häufiger auf " _____" Ortsnamen, die ich aus der Bibel kannte. "Eine Fata " _____" Morgana", sagte ich mir zuerst und machte weiter in " _____" meiner Arbeit. Aber je mehr ich in dem " _____" Ortsnamenverzeichnis dieser Region blätterte, desto mehr " _____" neue biblische Namen tauchten auf, und es war für mich " _____" leicht ersichtlich, daß es sich um ursprünglich " _____" hebräische Namensformen handeln mußte. Und dies nur in " _____" einem 600 Kilometer langen und 200 Kilometer breiten " _____" Gebiet, das das heutige Asir und den südlichen Teil des " _____" Hedschas umfaßt. "
Salibi machte die Gegenprobe und suchte in anderen Teilen Saudi-Arabiens nach biblischen Parallelen - vergeblich: "Soviel ich in den anderen Bänden des Ortsnamenverzeichnisses auch blätterte, ich konnte keine solche Konzentration von biblischen Ortsnamen in irgendeiner anderen Region des Nahen Ostens finden."
Noch an einer anderen Stelle nahm Salibi die Spur auf. Er vertiefte sich in Literatur über die geographisch-historischen Hintergründe der Bibel und kam zu dem Resümee: "Was Palästina angeht, gibt es da für die Lokalisierung der alten biblischen Ereignisse eine Menge Unklarheiten, die meiner Theorie sehr entgegenkommen." Salibi stellte fest: *___Für die Herkunft der Hebräer aus Mesopotamien und ihre ____vermutete Wanderung von dort über Nordsyrien nach ____Palästina sind über ein Jahrhundert lang Spuren ____gesucht, aber niemals wirklich gefunden worden. *___Ebenso ist bis jetzt keine echte und unbestrittene Spur ____einer israelitischen Gefangenschaft in Ägypten oder ____eines israelitischen Exodus von dort entdeckt worden. *___Auch ein Wanderweg der Israeliten aus Ägypten durch den ____Sinai nach Palästina und die sogenannte Landnahme im ____Gebiet des heutigen
Palästina konnten bislang von keinem Bibelwissenschaftler befriedigend nachgezeichnet werden.
Dann begann Salibi, an Hand seines Ortsnamenverzeichnisses "eine Bibelpassage nach der anderen auf die Landkarte Südwestarabiens zu übertragen, und siehe da, es schien alles zu passen".
Da er bei seiner Arbeit ausschließlich mit Ortsnamen operiert, macht Salibi jedoch eine wichtige Einschränkung: "Bevor die These, die diese Arbeit aufstellt, als gesichert betrachtet werden kann, müßten die Archäologen die sprachlichen Funde mit ihren Methoden bestätigen."
Und da hat Salibi vermutlich noch etwas Zeit. Archäologen haben nämlich an den mutmaßlichen biblischen Plätzen in Asir bislang nicht graben dürfen. Für die saudiarabischen Herrscher ist die Provinz Asir, die sie erst in den dreißiger Jahren ihrem Reich einverleibt haben, noch heute ein besetztes Gebiet.
Asir ist gegenüber Ausländern strenger abgeschirmt als der kommunistische Balkanstaat Albanien. Selbst die US-Militärberater, die in Asir eine Abhörstation aufbauen und einen Militärflughafen als Ersatz für das eritreische Asmara anlegen, dürfen sich nur in Begleitung saudischer Offiziere außerhalb ihrer Stützpunkte bewegen.
Die Abschottungspolitik hat aber auch religiöse Gründe: In einem Land, dessen Einwohner zwangsislamisiert wurden, sollen alle Spuren der Zeit vor Mohammed getilgt werden - peinlich genug, daß einige, wie etwa die Mauern der Kuppelkirche von Narjan, erhalten geblieben sind.
So bleiben Salibis Erkenntnisse zunächst nur ein Spiel mit Worten, ein Spiel allerdings, das geeignet sein könnte, die Forschung in Unruhe zu versetzen.
Denn Ortsnamen, sagt Salibi - und nicht wenige Bibelwissenschaftler sind derselben Meinung -, "halten Geschichte fest, frieren sie ein". Die Ortsnamenforschung habe sogar einen Vorteil gegenüber der Archäologie. Salibi: "Während archäologische Funde, wenn sie keine Inschriften haben, stumm sind, sprechen Ortsnamen eine sehr deutliche Sprache."
In fünf Arbeitsgängen versucht Salibi, Informationen aus seinen Funden herauszuholen: *___Stufe 1: Er identifiziert Ortsnamen in Westarabien, ____"die aus einer Sprache kommen, die konsonantisch mit ____dem biblischen Hebräisch oder dem biblischen Aramäisch ____identisch ist" (sowohl in der arabischen wie in der ____hebräischen Schrift werden nur Konsonanten notiert). *___Stufe 2: Er findet bei einer großen Anzahl dieser ____hebräischstämmigen Ortsnamen heraus, daß sie in der ____Bibel vorkommen, "während nur wenige der biblischen ____Ortsnamen ihr lebendiges Gegenstück in Palästina ____haben". *___Stufe 3: Er stellt fest, daß "in anderen Gebieten der ____arabischen Halbinsel oder in anderen Teilen des Nahen ____Ostens" keine Entsprechungen zu den biblischen ____Ortsnamen zu finden sind, jedenfalls "bei weitem nicht ____in dem Ausmaß wie in Westarabien". *___Stufe 4: Er weist nach, daß die westarabischen ____Entsprechungen biblischer Namen auch zu den Aussagen ____passen, die der Bibeltext über den betreffenden Ort und ____seine Beziehung zu anderen Orten macht - die ____westarabischen Orte passen ins biblische ____Koordinatensystem "besser als ins palästinensische". *___Stufe 5: Er versucht außerbiblische - vor allem ____ägyptische und mesopotamische _(Mit Felsendom und Klagemauer (r.) )
- Quellen, in denen biblische Namen vorkommen, im Hinblick auf seine Funde zu lesen. Ergebnis: "Auch dann paßt die Bibel nach Asir."
Auf den ersten Blick jedenfalls paßt tatsächlich verblüffend viel, von Anfang an.
Dem ersten Buch Mose zufolge begann die Geschichte des jüdischen Volkes mit "Abram, dem Hebräer", der von Ur in Chaldäa auf Gottes Geheiß nach Kanaan zog und (mit dem Namen Abraham) zum Stammvater der Stammväter Israels wurde.
Nach Salibi waren die Hebräer ursprünglich ein westarabischer Volksstamm, der in den Wäldern im Hochland von Asir lebte. In dem saudiarabischen Ortsregister fand Salibi einen Ort Al al-Gabaran, übersetzt: "Gott der Wälder"; und darin stecke die arabische Form des Namens "Hebräer". Abrahams Herkunftsort, bisher - wie Salibi sagt: falsch - mit "Ur in Chaldäa" übersetzt und in Mesopotamien lokalisiert, soll der heutige Ort Warya im Wadi (Trockental) Adam sein.
Die in 1. Mose 11,31 bis 13,18 beschriebene Wanderschaft Abrahams glaubt Salibi Ort für Ort in Westarabien nachgewiesen zu haben: das biblische Haran im südwestarabischen Nahra, das biblische Sichem im heutigen al-Kasma, More im heutigen Marwa. Die biblischen Stätten Beth-El und Ai fand Salibi in den südwestarabischen Batila und Gayy.
Auch eine der bekanntesten Erzählungen aus dem ersten Buch Mose, die Geschichte Josephs, der von seinen Brüdern als Sklave nach "Ägypten" verkauft wurde und dort am Hof des Pharao Karriere machte, verliert bei Salibi Farbe: Für Ägypten steht im hebräischen Text die Buchstabenfolge msrym, und das entspricht dem westarabischen Ortsnamen Misrama. Es ist dasselbe Misrama, das schon der Stammvater Abraham aufgesucht hatte, um einer Hungersnot zu entkommen.
Etwas bescheidener als in den bisherigen Bibelübersetzungen fällt bei Salibi das Land aus, das Gott dem Abraham verheißen hat - nach 1. Mose 15, 18 das Land "von dem Wasser Ägyptens an bis an das große Wasser Euphrat". Salibi identifiziert das Gebiet in Asir zwischen Lith und Jizan.
Was nämlich unsere Bibeln an dieser Stelle mit "Wasser Ägyptens" übersetzen, ist nach Salibi der Fluß bei Misrama, nämlich das Wadi Itwad. Und was unsere Bibeln mit "Euphrat" übersetzen, ist bei Salibi der westarabische Fluß von Farat, nämlich das Wadi Adam.
In der Gegend des südwestarabischen Misrama, und nicht in Ägypten, seien die Israeliten auch in der sogenannten ägyptischen Gefangenschaft gewesen. Und als ihr Volksführer Mose sie aus der Gefangenschaft befreite, führte er sein Volk zunächst durch das etwa drei Kilometer breite Wadi Itwad, das nach den jährlichen Regenfällen oft tagelang zu einem reißenden Strom wird - und nicht durch das Rote Meer, wie bislang meist angenommen.
Innerhalb von Minuten kann das Wadi dabei seine Wassermassen verlieren, um kurz darauf von neuen Flutwellen überschwemmt zu werden - wie in 2. Mose 14 beschrieben: Gott "machte das Meer trocken, und die Wasser teilten sich voneinander".
Von dort habe Mose die Israeliten in die große arabische Wüste östlich von Asir geführt. Den Berg Horeb, auf dem Mose die Zehn Gebote empfing, meint Salibi in der Nähe des heutigen Ortes Harib gefunden zu haben.
Das Land, das Jahwe dem Mose versprochen hat (4. Mose 34, 1-12), das Land "Kanaan nach seinen Grenzen",
ist nach Salibi nichts anderes als Westarabien zwischen Mekka im Norden, Nordjemen im Süden, dem Roten Meer im Westen und der zentralarabischen Wüste im Osten.
Die in der Bibel genannten Grenzen zeichnet Salibi Ort für Ort dort unten nach: beispielsweise "das große Meer" als das Rote Meer (und nicht das Mittelmeer), die "Wüste Zin bei Edom" in der heutigen Oase Zin entlang dem Wadi Idima, den Berg Hor als den Bergzug von al-Harra, das biblische Sepham als das heutige al-Tafan.
Josua, so erzählt die Bibel, führte die Israeliten aus der Wüste ins Gelobte Land - über den Jordan. Aber dieser Jordan ist nach Salibi kein Fluß, und schon gar nicht das Flüßchen Jordan in Palästina, sondern ein jäh nach Westen abfallender Bergkamm des Asir-Gebirges, und zwar der Hauptkamm des Sarat zwischen Taif im südlichen Hedschas und der Grenze Nordjemens.
Salibi glaubt auch für diese kühne Lesart gute Gründe zu haben. In dem biblischen "Jordan" stecke eine Wortwurzel mit der Bedeutung "herabsteigen, fallen, herunterfallen". Die Bezeichnung "Jordan" sei ein topographischer Begriff und bedeute fast immer Steilhang, Bergkamm.
Mit vier Argumenten stützt Salibi seine Behauptung: Zum einen wird der Jordan in der hebräischen Bibel niemals ausdrücklich als Fluß bezeichnet, während alle anderen Flüsse und Wadis auch als solche bezeichnet werden.
Zudem komme in den fünf Mose-Büchern und im Buch Josua sechsmal die Bezeichnung "dieser Jordan" vor, und das gebe nur Sinn, wenn es sich nicht um den Namen eines Flusses oder Bergkammes handele, sondern um einen allgemeinen topographischen Begriff: "dieser Bergzug" (oder "dieser Steilhang").
Zum dritten wäre das laut Bibel große und beschwerliche Ereignis der Jordan-Überquerung weit plausibler, wenn Josuas Zug über den Jordan nicht im Durchzug durch ein im Sommer zehn Meter breites Flüßchen bestand, sondern in der Überquerung einer bis zu 3000 Meter hohen Gebirgskette, deren Wasserläufe sich überdies noch bei den heftigen Regenfällen Asirs in reißende Sturzbäche verwandeln.
Auch Details des biblischen Berichts passen nach Salibis Meinung besser nach Asir als ins heutige Palästina:
Laut Bibel führte Mose die Israeliten vom Berge Hor nach Zalmona (dem heutigen Salaman) und über sechs weitere Orte (die Salibi allesamt in Asir identifiziert) bis nach Sittim (Satan) und "auf den Jordan von Jericho" (wie die Stelle in 4. Mose 33 nach Salibi genau übersetzt werden müßte), für Salibi der Bergkamm beim heutigen Dorf Warah, dem biblischen Jericho.
Sogar die Stelle des Übergangs kann Salibi, "wenn der hebräische Text genau gelesen wird", exakt bezeichnen: den Buqran-Paß zwischen Adam und Guraba. Als die Kinder Israels den Paß überquert hatten, nahmen sie nach Josua 4, 8 aus dem Steilhang (traditionelle Übersetzung: Jordan) zwölf Steine, Symbol der zwölf Stämme Israels, die sie zur Erinnerung in Gilgal (dem heutigen südwestarabischen Gulgul) aufstellten.
Salibi: "Die Anekdote ist zweifellos ein Versuch zu erklären, warum der Felsenhügel Jabal Gulgul in der Ebene von Sahl Gulgul im Wadi Adam steht. Die Ebene und den Felsenhügel gibt es dort bis auf den heutigen Tag, ihre biblischen Namen sind unverändert erhalten."
Folgerichtig bleibt auch die Stadt Jerusalem bei Salibi nicht am alten Platz. Das Jerusalem der Könige David und Salomo sei nicht das heutige Jerusalem, sondern "sehr wahrscheinlich" das heutige Al Sarim auf einem 2500 Meter hohen Gebirgsrücken in Asir, rund 35 Kilometer nördlich der Stadt Nimas.
Al Sarim liegt in strategisch günstiger Position, mit Überblick über die Seeseite wie das Inlandgebirge und mit Verbindungsstraßen nach Norden und Süden. Der Ort ist, für Durchreisende leicht sichtbar, "besonders reich an archäologischen Überresten, die noch erforscht werden müssen" (Salibi).
Daß das biblische Jerusalem der Zeit Davids und Salomos (1004 bis 932 vor Christus) dort und nicht im heutigen Palästina gelegen hat, glaubt Salibi unter anderem auch an Hand der in der Bibel genannten 25 Stadttore Jerusalems erhärten zu können: Die biblischen Namen dieser Tore, deren Benennung bislang weitgehend unklar war, korrespondieren mit Ortsnamen, die es noch heute im Umkreis von Al Sarim gibt.
Und es geht noch weiter: Als David seine Residenz von Hebron nach Jerusalem verlegte, machten ihm vor seinem Einzug in die Stadt unter anderen "Blinde und Lahme" Schwierigkeiten. Der biblische Bericht lautet in 2. Samuel 5 in der geglätteten "Einheitsübersetzung": _____" Der König zog mit seinen Männern nach Jerusalem gegen " _____" die Jebusiter, die in dieser Gegend wohnten. Die " _____" Jebusiter aber sagten zu David: Du kommst hier nicht " _____" herein; die Blinden und Lahmen werden dich vertreiben ... " _____" David sagte an jenem Tag: Jeder, der den Schacht " _____" erreicht, soll die Jebusiter erschlagen, auch die Lahmen " _____" und Blinden, die David in der Seele verhaßt sind. "
Daß ausgerechnet Blinde und Lahme für David ein Hindernis gewesen sein und daß sie auch noch seinen Haß auf sich gezogen haben sollen, war für Bibelwissenschaftler bislang so unerklärlich, daß beispielsweise die katholische Bibelübersetzung von Riessler/ Storr aus den Blinden und Lahmen einfach "Blonde und Dunkle" machte.
Salibi brachte Sinn in die Schilderung, ohne daß er den Text veränderte - durch seine Lokalisierung Jerusalems. Die in der Bibel als "Blinde" und "Lahme" übersetzten Worte bezeichnen nämlich die Bewohner von zwei Bergregionen im nördlichen Teil der heutigen Provinz Jizan. Das Gebiet der "Blinden": Jabal Aura, das der "Lahmen": die Gegend um den heutigen Ort Suhaif.
Im Jerusalem Asirs baute dann Davids Sohn und Thronfolger Salomo jenen ersten Tempel, in dessen Allerheiligstem die Bundeslade aufgestellt wurde; sie enthielt die Gesetzestafeln. Der Tempel wurde zum Mittelpunkt jüdischen Glaubens über Jahrhunderte, aber im heutigen Jerusalem Palästinas ist bislang kein Stein von ihm gefunden worden.
Hat Salomo tatsächlich in Westarabien residiert, ist auch seine - nach 1. Könige 10 und 2. Chronik 9 - enge Beziehung zum Königreich von Saba leichter erklärlich: Falls das Königreich von Saba im Jemen lag, hätte es die Königin von Saba als Nachbarin Israels nicht weit gehabt.
Wären David und Salomo jedoch wirklich die Herren eines syrischen Reiches gewesen, das - den üblichen Bibelübersetzungen gemäß - "von dem Strom Euphrat bis zu der Philister Lande und bis an die Grenze Ägyptens" reichte, "gäbe es sicherlich ägyptische und mesopotamische Berichte darüber oder zumindest Namensbezüge", meint Salibi; "aber das ist nicht so".
Daß es dennoch im heutigen Palästina zu einem zweiten Jerusalem kam, ist nach Salibi eben das Werk jüdischer Einwanderer aus Asir. Sie gaben der bereits lange zuvor vorhandenen Stadt den namen Jerusalem.
Einen Beleg für diese These sieht Salibi in späteren alttestamentlichen Schriften (etwa bei Micha, Jesaja, Sacharja), in denen das palästinensische Jerusalem als "Tochter Jerusalem" und der palästinensische Berg Zion als "Tochter Zion" bezeichnet werden - ähnlich, wie die Auswanderer des englischen York ihre "Tochter"-Stadt in Amerika "New York" nannten.
Die Philister, mit denen sich die Israeliten nach dem Bibelbericht so viel herumbalgten - nach Meinung der Bibelwissenschaft ein Seevolk, das von Kreta aus Palästina eroberte und dem Land seinen Namen gab -, gehören nach Salibi ins Gebiet des westarabischen Lith, wo ihr Name noch heute in mehreren Ortsnamen enthalten ist. Berühmte Philisterstädte wie Gaza und Asdod, Askalon, Gath und Ekron ortet Salibi zwischen dem heutigen westarabischen Lith, Qunfudha, Birk und Jizan.
Von Westarabien aus erst besiedelten die Philister schließlich Palästina, was Salibi unter anderem durch den griechischen Historiker Herodot bestätigt findet. "Diese Nation", schrieb der Grieche im 5. Jahrhundert vor Christus über "die Phönizier" und "die Syrer von Palästina", "wohnten ihren eigenen Berichten nach in alten Zeiten am Roten Meer. Aber nachdem sie von dort herübergekommen waren, ließen sie sich an der Meeresküste von Syrien nieder, wo sie immer noch wohnen."
Ähnlich machten sich auch - mutmaßt Salibi - die Kanaaniter von Westarabien aus auf Wanderschaft nach Palästina und gaben dann ihrem neuen Land entlang der syrischen Nordküste von Palästina den Namen Kanaan. Ihr ursprüngliches Siedlungsgebiet lag an der Küstenseite von Asir, wie Salibi wiederum an Hand zahlreicher Namensvergleiche darzutun versucht.
Das Juda der alten Israeliten identifiziert Salibi in dem schluchtenreichen Hügelland des südlichen Hedschas und Asirs, das zum Meer hin abfällt. Nach traditioneller Darstellung war Juda in Palästina das südliche, Israel das nördlich gelegene Königreich.
Die biblische Erklärung des Namens Israel (1. Mose 32, 29: "Du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft") tut Salibi als "typische Volksetymologie" ab. Das Wort "Israel" gehe vielmehr auf ein archaisches Verb mit der Bedeutung "hoch gelegen sein" zurück, weise damit auf den Namen des Gebirges Sarat und auf einige Dutzend Ortsnamen in der Gegend mit derselben Bedeutung hin.
Selbst in der Erzählung vom mythischen Garten hat Salibi eine historische Reminiszenz aus Westarabien entdeckt: Das Paradies lag nicht irgendwo in Mesopotamien, wie Wissenschaftler bislang vermuten, sondern im Gebiet des westarabischen Hawala (biblisch Hevila), wo das Wadi Tabala, ein Zufluß des Wadi Bisha (biblisch Pison) liegt und die Oase Gunaina (übersetzt: Garten) von Flüssen bewässert wird, die aus Adana (biblisch: Eden) gespeist werden, 20 20'' N und 42 55'' E.
Im nächsten Heft
Wissen nahe Null bei den Alttestamentlern - Die Schwäche der Bibel-Archäologie: Vorurteile ersetzen Beweise - Politik und Bibel gehören in Israel zusammen, Archäologie ist für die Juden zum Nationalsport geworden
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Der Herr sprach zu Abram: "Zieh in das Land, das ich dir zeigen werde." Auszug der "Kinder Israels" aus Ägypten, Wüstenwanderung, Bundesschluß, Empfang der zehn Gebote Eroberung Jerichos Landnahme in Kanaan Bau des ersten Tempels Zerfall des Salomonischen Reiches in Israel (Hauptstadt Samaria) und Juda (Hauptstadt Jerusalem) Jerusalem fällt an Nebukadnezar II. Beginn der Babylonischen Gefangenschaft Entlassung der Juden aus der Gefangenschaft vor Christi Geburt Alle Zeitangaben sind umstrittene Schätzungen. Sie sind rekonstruiert unter der Voraussetzung, daß die Bibel historische Ereignisse schildert. Abraham Isaak Jakob Joseph Jakobs Familie zieht zu Joseph nach Ägypten Anwachsen der nachkommen Jakobs zum "Volk Israel" Versklavung der Israeliten in Ägypten Mose Josua Gideon Samuel Simson Saul David Salomo Jerobeam I. Rehabeam Asa Ahab Omri Josaphat Samaria fällt an Assyrien Hiskia Jesaja König Josia fällt bei Megiddo Jeremia Vollendung des zweiten Tempels Esra und Nehemia kehren zurück Altes Testament: 1. Mose 2. Mose 3. Mose 4. Mose 5. Mose Josua Ruth Richter 1. Samuel 2. Samuel 1. Chronik 2. Chronik 1. Könige 2. Könige Esra Nehemia Esther WO LAG DAS GELOBTE LAND? KIMMERIER URARTÄER LYDER HURRITER Kaspisches Meer PHRYGIER HETHITER KARER CILICIER ARAMÄER MEDER ZYPRER AMORITER ASSYRER Großes Meer PHONIZIER KANAANITER AKKADER BABYLONIER PERSER ELAMITER SUMERER KALDÄER PALÄSTINA ÄGYPTER MIDIANITER ARABER Persischer Golf DEDANITER Rotes Meer ÄTHIOPIER ASIR Kilometer PALÄSTINA Gad Asser Wohnsitze der Stämme Israels EDOMITER nichtjüdische Völker biblische Ortsnamen, die in die Asir-Karte eingetragen sind MITTEL-MEER PHÖNIZIER Damaskus ARAMÄER Dan Asser Sebulon Naphtali See Genezareth Megiddo Isaschar Manasse Samaria JORDAN Manasse Sichem Ephraim Gilead Beth-El Gilgal? Gad AMMONITER Ekron Benjamin Jericho Gilgal? Jerusalem Bethlehem Ruben Asdod Askalon PHILISTER Gath? Juda Totes Meer Gaza Hebron Simeon MOABITER Beer-Seba EDOMITER Kilometer ASIR (SAUDI - ARABIEN) Da Asir kartographisch nicht ausreichend erfaßt ist, lassen sich nicht alle im Text erwähnten Orte verbindlich lokalisieren Dschidda MEKKA Taif Buqran Jericho (Warah) Wadi Adam Gilgal (Gulgul) Sichem (al-Kasma) Wadi Bisha Garten Eden Lith Bethlehem JORDAN (SARAT) Adana Gunaina Rausan Bisha LAND ABRAHAMS Jerusalem (Al Sarim) Qunfudha Samaria Nimas LAND MOSES Wadi Idima ROTES MEER Birk Horeb Harib Abha Ägypten (Misrama) Oase Zin Wadi Itwad TIHAMA Farasan-Inseln Jizan (JEMEN) Saba (Marib) Jericho (Warah) biblische Ortsnamen (in Klammern heutige Bezeichnungen) Kilometer
[GrafiktextEnde]
Sein Buch erscheint unter dem Titel "Die Bibel kam aus dem Lande Asir. Eine neue These über die Ursprünge Israels" (224 Seiten, 36 Mark) im Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg. Mit Felsendom und Klagemauer (r.)
Von Salibi, Kamal

DER SPIEGEL 38/1985
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