22.07.1985

Benoit Bartherotte

Benoit Bartherotte, 38, Chef des Pariser Modehauses Jacques Esterel, gewann einen fünf Jahre währenden Rechtsstreit und darf nun seinem bekannten Kollegen Yves Saint-Laurent Ideen-Klau nachsagen. 1979 hatte YSL mit einer von den Werken Picassos inspirierten Winterkollektion Furore gemacht, bei der er auch Modelle mit Torero-Touch zeigte (Photo r.). Bartherotte bezichtigte ihn, seinen eine Saison früher vorgestellten Anzug (l.) kopiert zu haben. Er beschwerte sich bei dem mächtigen Chef des Verbandes französischer Modemacher, Jacques Moclier, der ihn ("Junger Mann, Sie sollten stolz darauf sein, von Herrn Saint-Laurent kopiert zu werden") wegen unkollegialen Verhaltens aus der Vereinigung ausschloß. Als Esterel deswegen nicht mehr an den gemeinsamen Modeschauen teilnehmen durfte (Bartherotte: "Das kostete uns die Hälfte unseres Umsatzes"), zog der Modeschöpfer vor den Kadi. YSL reagierte mit einer Gegenklage wegen Verleumdung, wurde aber jetzt zu einem Schadensersatz von 30000 Mark verurteilt. Ein Sprecher des Hauses Saint-Laurent kündigte in der vorvergangenen Woche Berufung an: "Das ist der Sieg eines Einbeinigen über Nurejew."

DER SPIEGEL 30/1985
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