13.01.1986

„Die falsche Geschichtsschreibung“

Von Brauchitschs Aktenvermerke zur Daimler-Transaktion *
Eberhard von Brauchitsch in einem Aktenvermerk vom 9. Januar 1975: _____" Ich hatte soeben (15.00 h) einen Anruf von Minister " _____" Friderichs, der einen etwas unfreundlichen Eindruck am " _____" Telefon machte. Friderichs teilte mir das Folgende mit: " _____" Soeben sei der Kollege Apel bei ihm gewesen und habe " _____" . . . berichtet: Heute vormittag sei Ulrich (damals " _____" Vorstandssprecher der Deutschen Bank - die Red.) mit " _____" seinem Steuerberater bei Apel gewesen und habe Apel " _____" darüber unterrichtet, daß die Deutsche Bank beabsichtige, " _____" die gesamten 39 % Daimler von der Flick-Gruppe " _____" abzukaufen. Diese Entscheidung sei notwendig gewesen, " _____" nachdem Flick andernfalls nach Persien verkaufe. " _____" Inzwischen lägen sichere Anzeichen dafür vor, daß auch " _____" das Quandt-Paket inzwischen in Persien gelandet sei. " _____" Würde auch das Flick-Paket nach Persien gehen, dann hatte " _____" Teheran die absolute Mehrheit an Daimler. " _____" U. sei der Meinung, daß die DB (Deutsche Bank) gar " _____" nichts anderes tun könne, als das Flick-Paket zu kaufen. " _____" Apel habe Friderichs gegenüber die gleiche Auffassung " _____" vertreten und darauf hingewiesen, daß auch der " _____" Bundeskanzler die deutsche Lösung vorziehe. Friderichs " _____" sagte, er habe Apel geantwortet, daß auch er, Friderichs, " _____" die deutsche Lösung vorziehe.. . Im übrigen werde die " _____" Öffentlichkeit verstehen, daß die DB diese Transaktion " _____" durchführe, weil ja andernfalls das Unheil der persischen " _____" Mehrheitsbeteiligung im Raum steht. " _____" U. hat bei der Gelegenheit Apel gegenüber erklärt, " _____" daß er, U., bei einer solchen nationalen Tat ein " _____" steuerliches Entgegenkommen erwarte... Friderichs habe " _____" Apel dann gefragt, ob es noch andere steuerlichen " _____" Probleme gäbe. Apel habe geantwortet, daß er, Apel, in " _____" steuerlicher Hinsicht für den Verkäufer nicht zu sprechen " _____" sei. Der Verkäufer müsse nun einmal ca. 50 % des Erlöses " _____" an den Fiskus abführen. "
Eberhard von Brauchitsch in einem Schreiben an den Journalisten Günther Markscheffel vom 23. Januar 1975: _____" Sie müssen wissen, daß Flick zu keiner-Zeit bereit " _____" gewesen wäre, einer ausländischen Gruppe - wo immer sie " _____" angesiedelt sein mag - ein unbeschränktes " _____" Einwirkungsrecht auf Daimler einzuräumen. Zwingende " _____" Rücksichtnahmen haben unsere Erklärungen in der " _____" Öffentlichkeit so bescheiden gehalten. "
Eberhard von Brauchitsch in einem Aktenvermerk vom 7. März 1975: _____" Ich habe Friderichs ausdrücklich klar gemacht, daß " _____" wir nur eine begrenzte Zeit die bisherige falsche "Ge " _____" schichtsschreibung" - insbesondere der " _____" Daimler-Transaktion - hinnehmen können. Wir hätten uns " _____" bisher über den tatsächlichen Geschehensablauf deshalb " _____" nicht öffentlich geäußert, weil wir weder die Deutsche " _____" Bank noch die Bundesregierung desavouieren wol len. Zu " _____" irgendeinem Zeitpunkt werden wir aber klarzustellen " _____" haben, daß nie mals die Absicht bestanden hat, ein " _____" beherrschendes Daimler-Paket "über den Ladentisch" an " _____" Persien zu geben. "
Eberhard von Brauchitsch in einer vertraulichen Notiz für Friedrich Karl Flick vom 8. Juli 1975: _____" Ich habe die Gelegenheit wahrgenommen, (den damaligen " _____" nordrhein-westfälischen Finanzminister Friedrich) " _____" Halstenberg auf die unrichtige Geschichtsschreibung über " _____" die Angelegenheit Daimler/Persien/Daimler/ Deutsche Bank " _____" hinzuweisen. Allerdings habe ich Halstenberg gebeten, von " _____" der richtigen Geschichtsschreibung nur sehr vorsichtig " _____" Gebrauch zu machen, weil wir unter gar keinen Umständen " _____" zu diesem Zeitpunkt Spannungen zwischen der " _____" Bundesregienung und der Deutschen Bank erleben möchten. "

DER SPIEGEL 3/1986
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