05.05.1986

Warnkes Streichaktion

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Franz Josef Strauß arbeitet weiter an der Wende der Bonner Politik im südlichen Afrika: Unter dem Druck des CSU-Vorsitzenden

soll Entwicklungsminister Jürgen Warnke der Friedrich-Ebert-Stiftung den Geldhahn zudrehen. Der SPDnahen Stiftung, so der von Warnkes Staatssekretär und Strauß-Spezi Siegfried Lengl betriebene Plan, wird ein vom Entwicklungsressort finanziertes Ausbildungsprogramm für 13 Führungskräfte der linken südwestafrikanischen Befreiungsbewegung Swapo gesperrt. Die vorgesehene Streichaktion ist für Warnke ein peinlicher Rückzieher: Ende 1983 hatte der Minister dem Ausbildungsprogramm für die Swapo-Kader an der Universität Marburg ausdrücklich zugestimmt. Außerdem fördert das Entwicklungshilfeministerium bisher noch das von der unabhängigen Otto-Benecke-Stiftung betriebene Stipendienprogramm für Swapo-Flüchtlinge mit rund 80 Millionen Mark. Hintergrund der CSU-Aktion gegen die Swapo-Kader: Strauß unterstützt mit allen Mitteln die von der Bonner Regierung und ihren westlichen Verbündeten offiziell als "null und nichtig" eingestufte "Übergangsregierung" in Windhuk, die von Südafrika ausgehalten wird.


DER SPIEGEL 19/1986
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