01.09.1986

Honecker räumt auf

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Erich Honecker setzt die Säuberung der SED-Spitze fort. Nachdem im November letzten Jahres sein mächtigster Widersacher im Politbüro, Konrad Naumann, wegen Alkoholproblemen und Beschimpfungen des Generalsekretärs ("impotenter Zwerg", SPIEGEL 50/1985) gehen mußte, traf es jetzt eine bewährte Altgenossin. Gisela Glende, seit 1968 Leiterin des Büros des Politbüros und von 1971 bis zum Parteitag im April Mitglied des ZK der SED,
wurde in die Zentrale Revisionskommission der Partei abgeschoben. In ihrer alten Funktion hätte sie Naumann, zu dem sie enge Kontakte pflegte, wie auch sowjetische Stellen weiter über Interna aus der Parteispitze informieren können. Als der DDR-Professor Herbert Meißner im Westen die Entmachtung ausplauderte, versuchte Honecker die Sache zu kaschieren. Gisela Glende wurde im August der Karl-Marx-Orden verliehen - den sie im Oktober 1985 zu ihrem 60. Geburtstag schon einmal bekommen hatte.

DER SPIEGEL 36/1986
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