24.03.1986

„Das ist die Handschrift des KGB“

Ex-Verfassungsschutzpräsident Günther Nollau über Heinz Felfes Buch „Im Dienst des Gegners“ *
Ich hatte keinen engen beruflichen Kontakt zu Heinz Felfe. Er leitete im Bundesnachrichtendienst (BND), früher Organisation Gehlen, das Referat "Gegenspionage Sowjet-Union". Ich beschäftigte mich damals, Mitte der fünfziger Jahre im Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), mit dem deutschen Kommunismus in Ost und West. Doch wußte ich, daß Felfe, wie ich, aus Dresden stammte. Da ich mich gern mit Landsleuten unterhielt, setzte ich mich zu ihm, als ich ihn eines Tages mit einem seiner BfV-Gesprächspartner in der Kantine beim Mittagessen sah.
Unser Gespräch schleppte sich zunächst dahin. Felfe, der den Eindruck eines unscheinbaren Büroarbeiter machte, taute erst auf, als die Rede auf Ferien und Freizeit kam. Da schilderte er lebhaft, wie schön die Gegend um Oberaudorf sei, wo er sein Ferienhaus baute. Das interessierte mich, weil ich - für später - auch an ein Domizil in Oberbayern dachte.
Auf den Gedanken. Felfe hätte den Bau, wie manche seiner BND-Kollegen später behaupteten, nur mit illegal erworbenen Mitteln finanzieren können, kam ich nicht. Ich sah doch so manchen meiner Mitarbeiter mit dem Bau eines Eigenheims beschäftigt, was den Angehörigen des öffentlichen Dienstes durch Bundesdarlehen erleichtert wurde.
Ich wußte damals nicht, daß es Felfe war, der dem BND unter anderem die Materialien aus dem SED-Zentralkomitee beschafft hatte, die wir ab und zu erhielten. Der Inhalt dieser "Dokumente" war absurd. Fragen nach der Quelle hatte der BND indigniert abgeblockt: Quellenschutz.
Es war nicht meine Sache, ein so heikles Thema beim Essen anzuschneiden. Heute lese ich aber in Felfes Buch am Dienst des Gegners, nie seien ihm vom sowjetischen Geheimdienst KGB Protokolle aus dem ZK der SED überlassen worden. Das stimmt schon, denn was ich gesehen hatte, waren keine echten Protokolle, sondern Fälschungen. Derartige Materialien waren aber von Felfe geliefert worden. Im BND waren diese Protokollfälschungen für echt gehalten worden, was meine Meinung bestätigte, daß viele Mitarbeiter des BND zwar stramme Antikommunisten waren, aber nicht wußten, wie es im Innern einer kommunistischen Partei aussah.
Warum beteuert Felle so auffällig, vom KGB keine SED-Protokolle erhalten zu haben? Weil das KGB, das den Eindruck verwischen wollte, es habe Material aus der SED-Bruderpartei einem Agenten zum "Spielen" mitgegeben, ihm die Feder geführt hat.
Was hat Felfe, 17 Jahre nach seiner Haftentlassung, sonst verleitet, sein Buch zu veröffentlichen? Das macht er nicht plausibel. Wer hat schon noch 1986 an den einstigen Sowjetspion im Bundesnachrichtendienst gedacht? Felfe macht sich zum Werkzeug antiamerikanischer Desinformation des KGB. Er leistet durch die Enthüllungen von BND-Interna aber auch einen Beitrag zur Zeitgeschichte.
Die Hand des KGB wird an zahlreichen Stellen des Felfe-Textes erkennbar. Die Amerikaner beschuldigt er, schon in der letzten Phase des Krieges gegen Hitler-Deutschland den Kampf gegen die Sowjet-Union vorbereitet zu haben. Damals also hätten die Yankees daran gedacht, schreibt er, antisowjetische Anarchisten zu benutzen, um im Nachkriegsdeutschland eine gegen die Sowjet-Union gerichtete Entwicklung zu fördern. Nur: Bei Kriegsende war weit und breit kein solcher Anarchist zu sehen.
Anschließend überspringt der Autor 25 Jahre, um die KPdSU und ihre Bruderparteien gegen den Vorwurf zu verteidigen, sie hätten Terroristen in der Bundesrepublik unterstützt. Daran schließt Felfe eine plumpe Desinformation an: Über die Verbindungen zwischen "Verfassungsschutz und der Terrorszene in der BRD sei ausführlich geschrieben" worden. Wenn über diese Absurdität irgendwo geschrieben worden ist, dann in KGB-Papieren.
Felfe kennt auch geheime militärische Pläne: Er enthüllt einen auf US-Präsident Trumans Geheiß von den "Vereinten Stabschefs" der USA ausgearbeiteten Plan "Drop-Shot", der angeblich in den ersten Monaten eines künftigen Krieges gegen die Sowjet-Union den Einsatz von 300 Atombomben vorgesehen haben soll. Natürlich war dieser Plan "supergeheim". Felfe hat ihn der Desinformationskiste des KGB entnommen.
Daher stammt auch seine Behauptung, der Aufstand vom 17. Juni 1953 - Felfe nennt ihn, der KGB-Terminologie folgend, einen konterrevolutionären Putschversuch - sei vom amerikanischen Geheimdienst CIA und der Organisation Gehlen angezettelt worden. Wenn der Aufstand wirklich von der Organisation Gehlen "initiiert" worden wäre, dann hätte Felfe einige Belege bringen können und sich nicht nur auf die bloße Wiederholung der alten KGB-Behauptung zu beschränken brauchen.
Wie es in Wahrheit um diesen Putsch" stand, habe ich selbst erlebt - amerikanische und westdeutsche Geheimdienste waren ahnungslos. Am 16. Juni 1953 war ich mit einem amerikanischen Kollegen zum Abendessen verabredet. Er war im Hauptquartier des amerikanischen Counter Intelligence Corps in Stuttgart verantwortlich für Operationen in Ost- und Westdeutschland. Kaum war ich gegen 18 Uhr in seiner Wohnung eingetroffen, da wurde er telephonisch abgerufen. Mich nahm er mit.
In einem Dienstzimmer warteten schon einige Kollegen, die auch ich kannte, um über die neuesten Fernschreiben aus Berlin zu diskutieren. Unruhen waren dort ausgebrochen. Wir alle waren überrascht. Mein Freund ließ bei der CIA, bei der Organisation Gehlen und beim Hauptquartier der 7. US-Armee in Heidelberg anfragen. Ich telephonierte mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz, das ich am Morgen ahnungslos verlassen hatte. Keiner wußte
Unser Abendessen fiel aus, denn bis spät in die Nacht trafen immer neue, überraschende Nachrichten ein. Ich hörte, welche Aufträge mein Freud seiner Berliner Filiale gab. Er wollte wissen,
was passierte. Von Kontakten zu den "Aufständischen" war keine Rede.
Das Etikett "Konterrevolution hat Felfe nicht nur im Falle des 17. Juni zur Hand. Er hängt es auch dem Volksaufstand in Ungarn (1956) und dem Versuch der Tschechoslowakei an, die sowjetischen Ketten (1968) zu lockern. Auch das ist die Handschrift des KGB.
Doch nicht nur Klischees sind in Felfes Buch zu entdecken. Den Kampf Gehlens gegen den damaligen Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Otto John, hat er annähernd zutreffend dargestellt. (Er irrt allerdings, wenn er meint, John und Nollau seien von General Reinhard Gehlen nicht als Besucher in Pullach zugelassen worden.)
Felfe kann sich keinen Reim darauf machen, wer die Rufmordkampagne gegen John und sein Amt "initiiert" hat. Ich habe da - für meine Person - keinerlei Schwierigkeiten. Der frühere Generalbundesanwalt Max Güde hat mir selbst - und nicht mal unter dem Siegel der Verschwiegenheit - mitgeteilt. Gehlen habe ihn vor dem Ostargenten Nollau gewarnt. Hatte Gehlen auch die Finger im Spiel, um den BfV-Präsidenten zur Strecke zu bringen?
Felfe beurteilt John als anständigen Demokraten, aber schwachen Menschen. Da Felfe John nicht gekannt hat, dürfte er ein KGB-Urteil wiedergegeben. Mir scheint es zutreffend, aber es erstaunt mich, diese wohlwollende KGB-Meinung zu finden, da John doch die Russen jahrelang beschuldigt hat, ihn nach Ost-Berlin entführt zu haben. Denken die Moskauer Prätorianer wie ihre einstigen römischen Kollegen: "Minima non curat praetor"? ("Um Kleinigkeiten kümmert sich der Prätor nicht")
Von geradezu zeitgeschichtlichem Wert sind Felfes Enthüllungen über die in der Organisation Gehlen herrschende Vetternwirtschaft. Der General brachte Söhne. Brüder. Schwäger und Freunde in seinem Dienst unter. SS- und SD-Männer, wie Felfe, sowieso. Vom BND wurde die Traditionspflege getreulich übernommen. Ich hatte selbst Gelegenheit, einige Fälle zu beobachten. Felfe aber ist an Vollständigkeit wohl nicht zu überbieten. So detailliert Felfes Bericht ist, in einem Punkte spielt er den feinen Mann: Pikante Geschichten, die sich in einer Vettern- und Cousinenwirtschaft natürlich auch ereignen, übergeht er. Ich schließe mich ihm an.
Der Leser muß sich allerdings selbst die Frage stellen, wie so etwas von Vettern-Mißwirtschaft in einer offenen Demokratie möglich ist. Felfe führt es auf Gehlens Geschick zurück, seine Gesprächspartner in den zuständigen Gremien zu düpieren: Parlamentarische Kontrollorgane, das Vertrauensmänner-Gremium, Bundesrechnungshof, die Richter des Bundesgerichtshofs, die Innenminister der Länder waren Gehlens "Opfer". Düpieren. Türken hauen, ja, das verstanden "Dr. Schneider" und seine Paladine, deren Felfe einer war.
Zur Nimbus-Mache Gehlens gehörte es auch, sich selbst als hochgefährdet hinzustellen. Wie Felfe berichtet, ließ Gehlen manchen Besuchern ein Dia zeigen, auf dem ein Loch in der Windschutzscheibe des Gehlenschen Autos zu sehen war. Gehlen behauptete, auf sein Fahrzeug sei auf der Fahrt von Pullach nach Berg, wo er wohnte, geschossen worden. Felfe meint dazu, da im Wageninneren keine Kugel gefunden worden sei, habe wohl ein Stein die Windschutzscheibe durchbrochen.
Gehlen demonstrierte seine Rolle als gefährdeter Abwehrchef auch im Ausland. Im Mai 1970 besuchte ich die Türkei. Am Marmarameer führte mich ein Begleitoffizier zum Essen in ein Lokal mit großen Aussichtsfenstern. Ich nahm den mir angebotenen Platz gern an, worauf der Offizier bemerkte, vor einem Jahr habe er den gleichen Platz Herrn General Gehlen angeboten, der aber abgelehnt habe, ihn einzunehmen, da er am Fenster leicht Opfer eines Attentats werden könne.
Ein weiteres dreistes Desinformationsstück sei erwähnt: Das KGB läßt Felfe schreiben, die Gründung der Organisation Gehlen habe erst die "Schaffung eines wirkungsvollen Abwehrapparats, des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR" (MfS) provoziert. Tatsächlich sind ähnlich wirkungsvolle Abwehrapparate wie das MfS in allen Ostblockstaaten unmittelbar nach Kriegsende geschaffen worden, ohne daß dort die Organisation Gehlen provozierte. Und in ihrer Zone haben die Russen bald nach 1945 Vorgänger des MfS, die sogenannten Kommissariate 5 (K 5), aufgehaut, die alle Merkmale einer kommunistischen Geheimpolizei aufwiesen: Personal nur bewährte Kommunisten. Ausbildung der leitenden Funktionäre in Moskau.
Auch die Felfe-Behauptung, "angefangen, in Deutschland Spionage zu treiben, hat Gehlen", ist falsch. Dieses Verdienst kommt dem General nicht zu. Lange bevor er wieder "durfte", waren die Alliierten selbst am Zuge.
Zweifel sind auch an Felfes Darstellung seines Wandels vom SS-Offizier zum Sowjetspion begründet. Nach den Ergebnissen des Strafprozesses war man der Meinung, er habe sich zwar bei Kriegsende geschickt dem automatischen Arrest entzogen, aber wirtschaftlich keinen Boden unter die Füße bekommen. Einige Zeit hätten ihn die Engländer nachrichtendienstlich beschäftigt. Doch sei er von ihnen "abgeschaltet" (entlassen) worden, weil sie der Meinung gewesen seien, er beliefere mehrere Dienste. Mit Felfes Haß gegen die Alliierten, so spöttelte man damals, sei es also vereinbar gewesen, für sie - gegen Entgelt - Nachrichten zu sammeln.
Bei Felfe liest man es heute anders. Noch während des Krieges, behauptet er, sei ihm die Sowjet-Union als "reale Alternative erschienen. Sein Umschwenken motiviert er mit Propagandaphrasen wie "moralische Überlegenheit" der Sowjet-Union. Ihrer "zutiefst menschlichen Politik, so will er weismachen, gehöre die Zukunft. In dieser Auffassung
bestärkte ihn die "barbarische Zerstörung meiner Heimatstadt Dresden durch die Anglo-Amerikaner, über die er bittere Tränen vergossen hat, der eiskalte Bursche.
Aber getan hat er damals nichts, was von einem "rückhaltlosen Bruch mit der Vergangenheit" (Felfe) zeugen könnte. Er lief nicht zu den Alliierten über, wie mancher ehrliche Kommunist, sondern schlängelte sich in Wehrmachtsuniform aus der SS-Verantwortung. Nach der Entlassung aus der Gefangenschaft begann er nicht etwa, in der westdeutschen KPD zu arbeiten, sondern tat sich mit seinen alten SS-Kumpanen zusammen, die ihn prompt in die Arme der Russen und später in die der Organisation Gehlen führten.
Nein, Felfes Wiederkauen von Propagandaphrasen reicht nicht aus, seinen Bruch mit der Vergangenheit zu begründen. Wäre er ehrlich gewesen, hätte er geschrieben, in Westdeutschland habe es keine Stelle gegeben, der er Logalität schuldete, keine, die ihm Lohn und Brot stellte. So sei er eben zu den Russen gegangen. Allerdings hätte ein ehrliches Felfe-Buch nicht die KGB-Handschrift aufweisen können. Es wäre nicht erschienen.
Von Günther Nollau

DER SPIEGEL 13/1986
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