18.08.1986

PHILOSOPHENFührer der Führer

Martin Heideggers politischer Irrtum von 1933 war gravierender, als er die Welt glauben machen wollte. *
Am 11. März 1966 schrieb der Philosoph Martin Heidegger an den Schriftsteller Erhart Kästner: "Im Grunde handelt es sich gar nicht um mein kurzfristiges Rektorat 1933/34, sondern allein um das, was Paul Valery... feststellt: ''Wer das Denken nicht angreifen kann, greift den Denkenden an.''"
Diesen Eindruck, sein politisches Engagement von 1933 habe mit seinem Denken nicht das geringste zu tun, wollte der seit dem Erscheinen von "Sein und Zeit" (1927) weltberühmte Denker Heidegger (1889 bis 1976) zeitlebens erwecken, und seine Bewunderer haben auch das nachgeahmt.
So schreibt Heinrich Wiegand Petzet, der den Briefwechsel zwischen Philosoph und Schriftsteller vor kurzem herausgegeben hat _("Martin Heidegger - Erhart Kästner: ) _(Briefwechsel 1953-1974". Herausgegeben ) _(von Heinrich W. Petzet. Insel Verlag, ) _(Frankfurt; 156 Seiten; 38 Mark. )
, Heideggers "Mißgriff" beruhe auf einem "schweren persönlichen Irrtum", der "in der Sache nichts zu tun hat mit jenem weltverändernden Denken, das Heidegger in seiner Lebensarbeit geleistet hat und das allein ... vor der Geschichte zählt und besteht".
Immerhin hat Heidegger laut Petzet sein Rektorat als "die größte Dummheit
meines Lebens" bezeichnet. Doch über diese Dummheit wollte er in der Öffentlichkeit nie etwas sagen. Zwar ließ er sich von Freund Kästner 1966 zum SPIEGEL-Gespräch überreden, aber entgegen Kästners Absicht, es sofort als Verteidigung gegen politische Angriffe drucken zu lassen, bestimmte er, es dürfe erst nach seinem Tod erscheinen.
Ziemlich einsilbig nannte Heidegger das Gespräch in einem Brief vom 26. Oktober "ganz erfreulich". Was er jedoch in Wahrheit dachte, enthüllt sein übernächster Satz: "Die ''Öffentlichkeit'' ist doch das Fragwürdigste im Bezirk der heutigen ''Gesellschaft''."
Auch der französische Heidegger-Sympathisant Jean-Michel Palmier _(Michel Haar (Hrsg.): "L''Herne - ) _(Martin Heidegger". Editions de L''Herne, ) _(Paris; 520 Seiten; 240 Franc. )
blieb davon überzeugt: "Genau genommen, gibt es nicht die mindeste Verbindung zwischen seinem (Heideggers) Denken und dem Nationalsozialismus."
Ebenso urteilen die Historiker Bernd Martin und Gottfried Schramm _(Gottfried Schramm/Bernd ) _(Martin-(Hrsg.): "Martin Heidegger. Ein ) _(Philosoph und die Politik". Ein Gespräch ) _(mit Max Müller und Beiträge von ) _(Alexander Hollerbach, Bernd Martin, ) _(Walter Biemel, Ute Guzzoni, Gerhart ) _(Schmidt. "Freiburger ) _(Universitätsblätter", Heft 92, Juni ) _(1986. Verlag Rombach, Freiburg; 120 ) _(Seiten; 7 Mark. )
: "Solange Heidegger auf dem ihm eigenen Felde blieb... dachte er auf Bahnen, die mit dem Nationalsozialismus im Grunde unvereinbar waren."
Allerdings schreiben sie auch, Heideggers Denken habe ihn nicht befähigt, den Nazis skeptisch und hellhörig zu begegnen: "Es gilt daher... auch zu bedenken, ob nicht dieses Denken von vornherein Affinitäten" zu ihnen eingeschlossen habe.
Auch der junge Philosoph Gerhart Schmidt behauptet: "Heideggers Philosophie hat mit dem Nationalsozialismus keinerlei Gemeinsamkeit..." Aber auch er widerlegt die eigene Behauptung, indem er die Nähe des Philosophen zur sogenannten nationalen Revolution von 1933 beschreibt.
Schmidt wirft Heidegger vor, das Wesen der Institutionen nicht verstanden zu haben: "Für ihn war der Nationalsozialismus... gleichbedeutend mit der Auflösung der institutionalen Gängelung des Menschen. Für ihn war (und blieb) er nicht bloß eine Partei, sondern eine ''Bewegung'', und das bedeutet für den Philosophen die Auflösung des Festen, den Aufbruch zu neuen Ufern, die Chance zu geschichtlicher Größe."
Nicht Schmidt, sondern der bedeutende Philosoph Max Müller, 79, ein Schüler Heideggers, der katholische Tradition und Existenzdenken zusammenführen wollte, hat den Denkhintergrund von Heideggers politischem Engagement beschrieben: "Den Nationalsozialismus parallelisierte er... mit dem eigenen denkerischen Vorhaben als einen grundsätzlichen Abschied von der bisherigen Politik. Das war natürlich utopisch: Die Leute, denen er dieses zutraute, wollten ja etwas ganz anderes als er in seinem Abschied vom bisherigen Denken."
Müller meint sogar, 1934 habe Heidegger mit dem Rücktritt als Rektor nur Abschied von der Partei genommen: "Er setzte nicht auf die Partei, sondern auf eine Person und auf die Richtung, auf die ''Bewegung''." Und diesen Glauben an Führer und Bewegung habe Heidegger "viel länger beibehalten, als er selbst es sich später eingestand".
Ähnlich urteilte der Bochumer Philosoph Otto Pöggeler, den Heidegger vor rund 20 Jahren als besten deutschen Deuter seines Denkens belobigt hatte, im ausführlichen Nachwort zur 2. Auflage seines Buches _(Otto Pöggeler: "Der Denkweg Martin ) _(Heideggers". Verlag Günther Neske, ) _(Pfullingen; 356 Seiten; 48 Mark. )
: "War es nicht eine bestimmte Ausrichtung seines Denkens, durch die Heidegger - nicht nur zufällig - in die Nähe des Nationalsozialismus geriet, ohne jemals wieder wirklich aus dieser Nähe herauszukommen?"
Die Philosophin Ute Guzzoni meint sogar, daß nach Heideggers "eigener Überzeugung" seine "politische Verirrung" nichts wäre, "was jenseits seiner Philosophie stünde, was lediglich ein Irrtum des fehlbaren Menschen Heidegger gewesen wäre".
Die subtilen Widersprüche der Meinungen in Sachen Heidegger sind nicht zufällig. Sie bezeugen die zweideutige Rat- und Rastlosigkeit, die sich in Person und Sache selbst finden: in Martin Heidegger, dem fraglos bedeutendsten deutschen Denker seit Friedrich Nietzsche - und in seinem ebenso fraglosen politischen Wirkungswillen, der sich im Freiburger Rektorat vom 22. April 1933 bis 23. April 1934 bekundet hat.
Heidegger hat nichts zurückgenommen, nichts be- oder erkannt. Sein SPIEGEL-Gespräch - für Max Müller "die größte Enttäuschung" - erschien erst 1976. Die ähnlich dürre Version kurzer "Tatsachen und Gedanken" zum Rektorat, schon 1945 verfaßt - für Ute Guzzoni "bestürzender" als die Rektoratsrede -, kam erst 1983 (bei Vittorio Klostermann in Frankfurt) heraus.
Palmier berichtet, daß er mit Ernst Jünger vor Jahren über Heideggers Schweigen gesprochen habe. Und Jünger gab damals boshafte Auskunft: Heidegger habe sich für seinen politischen Irrtum deshalb nicht entschuldigen wollen, weil er von seinem Standpunkt aus eher hätte erwarten müssen, daß Hitler wiederauferstünde und um Verzeihung bäte, ihn, Heidegger, irregeführt zu haben.
"Dieser Ausfall", urteilt Palmier, "enthält viel Wahres. Alles läßt darauf schließen, daß Heidegger niemals anerkannte, sich über das Wesen von Hitlers Nationalsozialismus tragisch getäuscht zu haben. Statt dessen dachte er, der Irrtum stamme aus der Bewegung, denn sie habe irgendwie der metaphysischen Wahrheit nicht entsprochen, die er in ihr entdeckt haben wollte."
Auch der Philosoph Walter Biemel meint zu einer Vorlesungsstelle, in der Heidegger noch im Krieg dem Nationalsozialismus "geschichtliche Einzigartigkeit" bescheinigte, Heidegger habe darauf angespielt, "was in seiner Vorstellung der Nationalsozialismus hätte sein können, eine wirkliche Revolution, die eine entscheidende Wandlung herbeiführt".
Damit umschreibt Palmier (und auch Bewunderer Biemel) Heideggers Denk-Dilemma, das zum Existenz-Trauma wurde: das Schwanken zwischen Wahrheits- und Wirkungswillen, die verbohrte Ratlosigkeit vor dem Abfall in die Politik, die Rastlosigkeit, der politischen Verstrickung noch nachträglich durch immer neue metaphysische Machtsprüche über das Welt-Geschick und damit auch den politischen Fallstricken seines frühen Denkens entgehen zu wollen.
Jetzt enthüllt eine Vorlesung aus dem Wintersemester 1929/30 _(Martin Heidegger: "Gesamtausgabe. ) _(Band 29/30: Die Grundbegriffe der ) _(Metaphysik. ) _(Welt-Endlichkeit-Einsamkeit". Vittorio ) _(Klostermann, Frankfurt; 544 Seiten; 98 ) _(Mark. )
, wie verheerend Heideggers romantischer Tragizismus, seine Lust an Schrecken, Scheitern und Untergang, aber auch seine verkappte Kritik an der Weimarer Republik politisch gewirkt haben müssen.
Denn Heidegger sah im politischen Kleinkram und Parteiengezänk der liberalen Demokratie, in deren Reformversuchen, "in all dem Organisieren und Programmbilden und Probieren", nur "ein allgemeines sattes Behagen in einer Gefahrlosigkeit".
"Durch Anhäufung der Tüchtigkeiten", belehrte der 41jährige Philosoph seine Studenten, "sind... Kraft und Macht nie zu ersetzen", und ahnungsvoll: "Wer sich nichts zumutet, kann nie um ein Versagen und Versagtsein wissen", der wiege sich vielmehr "in einem Behagen, das hat, was es wünscht, und nur wünscht, was es haben kann".
Heideggers Studenten sollten sich also das Unmögliche wünschen, und warum? Um "das Dasein sich auf die Schulter zu werfen", weil es etwas ist, "was der Mensch eigens übernehmen muß" - weswegen und wofür, wird nicht gesagt. Und Heidegger drohend: "Weil wir aber der Meinung sind, es nicht mehr nötig zu haben, stark zu sein und uns der Gefahr entgegenwerfen zu dürfen, haben wir uns auch schon... aus der Gefahrenzone des Daseins fortgeschlichen."
Gelobt sei, was stark macht, was jenen Schlichen des Geschleiches den Garaus macht - aber was macht stark? "Das Geheimnis fehlt in unserem Dasein, und damit bleibt der innere Schrecken
aus", er erst gibt "dem Dasein seine Größe". Was also ist zu tun? "Eine allgemeine Verbrüderung im Unwesentlichen" - auf deutsch: die Grundrechte und der Grundkonsens liberaler Verfassungen - hilft zu nichts. Es gilt vielmehr, wieder dem "Geheimnis seines Daseins" zu begegnen. Das ist natürlich "dem heutigen Normalmenschen und Biedermann" nicht möglich, dem wird dabei "zuweilen vielleicht schwarz vor den Augen", der klammert sich deshalb "um so krampfhafter an seine Götzen".
Doch die anderen, die inkünftig auserwählten Geheimnisträger, was müssen sie samt ihrem Katheder-Propheten tun? Heidegger wußte darauf schon im Winter 1929/30 die passende Antwort: "Wir müssen erst wieder rufen nach dem, der unserem Dasein einen Schrecken einzujagen vermag."
Der kam auch: Zuerst der Gerufene - und dann der Terror. Doch Heidegger hielt Hitler 1933 für den Telepathen des deutschen Seins- und Geschichtsgeschicks, für die Ernte der ganzen Zeit.
Als Freiburger Universitätsrektor strebte er danach, Rektor aller Rektoren, "Führer der Führer", so der Freiburger Sozialhistoriker Hugo Ott _(Hugo Ott: "Martin Heidegger als ) _(Rektor der Universität Freiburg ) _(1933/34". In "Zeitschrift für die ) _(Geschichte des Oberrheins", Bd. 132 ) _((1984). )
, zu sein: eine Art Plato, scheint es, der neudeutsch-revolutionären Tyrannis, nicht gerade der Tyrann des Führers, aber doch der Führer des Tyrannen.
Schon am 13. Mai 1933 beklagte sich der Freiburger Nationalökonom Walter Eucken bei Prorektor Josef Sauer (wie aus dessen Tagebuch hervorgeht), Heidegger "fühle sich offenbar als der... geistige Führer der neuen Bewegung, als der einzige große und überragende Denker seit Heraklit".
Ott stellt daher die wohl entscheidende Frage, wie denn unter dem Rektor Heidegger das "praktische Besorgen" der von ihm beanspruchten "geistigen Führerschaft", wie also dessen Hochschulpolitik ausgesehen habe.
Immerhin setzte Heidegger laut Ott im Musterländle Baden eine neue vorläufige Hochschulverfassung nach dem Führerprinzip durch. Diese Verfassung sah vor, daß jeder Rektor vom Kultusminister zum "Führer der Universität" mit unbegrenzter Amtszeit ernannt werden sollte (was auch bei Heidegger geschah). Damit entfielen die Mitsprache- und Wahlrechte der Universitätsgremien.
"Finis universitatum (das Ende der Universitäten)!" schrieb Prorektor Sauer in sein Tagebuch. "Und das hat uns dieser Narr von Heidegger eingebrockt, den wir zum Rektor gewählt haben, daß er uns die neue Geistigkeit der Hochschulen bringe. Welche Ironie!"
Heidegger mußte jedoch bald erkennen, daß die Partei ihn nur als nützlichen Idioten benutzte. "Die Übereinkunft zwischen Nationalsozialismus und dem Denken Heideggers konnte nicht währen", schreibt Ott, "wollte Heidegger sich nicht selbst aufgeben."
Ott sieht daher die "politische Philosophie" Heideggers schon 1934 als gescheitert an. Pöggeler hingegen macht Heideggers Lust am tragischen Untergang für eine verhängnisvolle Weiterentwicklung seines Denkens verantwortlich: "Treten nicht jene Leitvorstellungen, die Heidegger in die Nähe des Nationalsozialismus führten, nur um so schroffer heraus, je mehr Heidegger im Nationalsozialismus eine Verteufelung erkennt?" Auch in den Kriegsjahren, so Pöggeler, habe Heidegger am metaphysischen Vorrang der Deutschen - er sah in ihnen das Hölderlin-Volk der Dichter und Denker- "gegen die Kleingeisterei der modernen Welt" festgehalten.
In Heideggers "Parmenides"-Vorlesung 1942/43 heißt es, das geschichtliche Volk (der Deutschen) habe schon gesiegt und sei unbesiegbar, "wenn es das Volk der Dichter und Denker ist, das es in seinem Wesen bleibt, solange es nicht der... Abirrung von seinem Wesen" zum Opfer falle. _(unten: beim SPIEGEL-Gespräch mit Rudolf ) _(Augstein (l.) und Heidegger-Freund ) _(Heinrich W. Petzet. ) _(Oben: Leipziger Wahlkundgebung der ) _(deutschen Wissenschaft am 11. November. ) _(Rechts neben Heidegger: Kunsthistoriker ) _(Wilhelm Pinder, Berliner Rektor Eugen ) _(Fischer, Chirurg Ferdinand Sauerbruch; )
Als sich die Wahrheit über den Völkermord herausstellte und das Volk der Dichter und Denker wahrhaftig von seinem Wesen abgeirrt war, da sprach Heidegger nach der ungedruckten Erstfassung eines 1949 öffentlich gehaltenen Vortrages den schlimmen, alles nivellierenden, alles entschuldigenden Satz _(Mitgeteilt von Wolfgang Schirmacher ) _(in "Technik und Gelassenheit" (Karl ) _(Alber, Freiburg). )
: "Ackerbau ist jetzt motorisierte Ernährungsindustrie, im Wesen das Selbe wie die Fabrikation von Leichen in Gaskammern und Vernichtungslagern, das Selbe wie die Blockade und Aushungerung von Ländern, das Selbe wie die Fabrikation von Wasserstoffbomben."
Schon der Anspielung Heideggers auf den Spanischen Bürgerkrieg, Kennzeichen des "Nihilismus" sei nicht die Zerstörung von Kirchen und Klöstern und das Hinmorden von Menschen, hatte Pöggeler entgegnet: "Hätte ein Philosoph aber nicht Anlaß, sich darauf zu besinnen, ob es Menschenrechte gebe - ein zu verteidigendes Recht auf Leben, auf Glaubensfreiheit und so fort?"
In einer Logik-Vorlesung hatte der junge Heidegger 1925 davon gesprochen, der Philosoph müsse sich die Möglichkeit des Irrtums zumuten: "Dieser Mut zum Irrtum besagt nicht nur, Mut ihn zu ertragen, sondern weit mehr: Mut ihn einzugestehen..."
Doch seinem Freund Kästner hatte Heidegger 1966 noch ein zweites Mal Valery zitiert: "Für einen genügend weit entfernten Augenzeugen schlägt die Beschimpfung nicht dort ein, wohin sie gezielt ist: jeder ausgespieene Auswurf beschreibt eine geschlossene Kurve."
Wem jeder Anwurf zum Auswurf wird, wer jeden Vorwurf als Beschimpfung abtut, wer sich für den Augenzeugen hoch über den Irrungen und Wirrungen der Welt hält, der kann Irrtümer nicht eingestehen.
Doch Ute Guzzoni versucht zu erklären, warum es Heidegger nicht möglich gewesen sei, nach 1945 "die Schuld seines Irregehens von 1933 einzubekennen". Heideggers Haltung sei "eine - vielleicht letztlich gläubig zu nennende - Hinnahme des Zugeschickten", des sogenannten Seinsgeschicks gewesen.
Eine durchaus weitergehende Bilanz jedoch zieht Max Müller - dem Heidegger noch 1937 durch den schönen Gutachter-Satz, Müller sei "diesem Staat gegenüber negativ eingestellt", den Zugang zur Dozentur bis 1945 verbaut hatte. Müller, der sich nach dem Krieg Heidegger wieder genähert hatte, urteilt über ihn, seine "''antidemokratische'' Einstellung''" habe Heidegger wohl niemals preisgegeben.
Und über Heideggers politische Verstrickung befindet Müller: "Das Denken ist nur dann Denken im Heideggerschen Sinne, wenn es in der Antwortlosigkeit verharrt. Für mich steckt darin dann doch ein gewisser...''Nihilismus''. Dieser führt dazu, daß der so antwortlos Denkende dann auch im Politischen der Verantwortung ausweicht. Das wollte Heidegger nicht und hat es letzten Endes doch getan."
Wenn schon "Einblick in das was ist", dann auch in Heideggers Feigheit, verantwortlich zu sein. Rudolf Ringguth
"Martin Heidegger - Erhart Kästner: Briefwechsel 1953-1974". Herausgegeben von Heinrich W. Petzet. Insel Verlag, Frankfurt; 156 Seiten; 38 Mark. Michel Haar (Hrsg.): "L''Herne - Martin Heidegger". Editions de L''Herne, Paris; 520 Seiten; 240 Franc. Gottfried Schramm/Bernd Martin-(Hrsg.): "Martin Heidegger. Ein Philosoph und die Politik". Ein Gespräch mit Max Müller und Beiträge von Alexander Hollerbach, Bernd Martin, Walter Biemel, Ute Guzzoni, Gerhart Schmidt. "Freiburger Universitätsblätter", Heft 92, Juni 1986. Verlag Rombach, Freiburg; 120 Seiten; 7 Mark. Otto Pöggeler: "Der Denkweg Martin Heideggers". Verlag Günther Neske, Pfullingen; 356 Seiten; 48 Mark. Martin Heidegger: "Gesamtausgabe. Band 29/30: Die Grundbegriffe der Metaphysik. Welt-Endlichkeit-Einsamkeit". Vittorio Klostermann, Frankfurt; 544 Seiten; 98 Mark. Hugo Ott: "Martin Heidegger als Rektor der Universität Freiburg 1933/34". In "Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins", Bd. 132 (1984). unten: beim SPIEGEL-Gespräch mit Rudolf Augstein (l.) und Heidegger-Freund Heinrich W. Petzet. Oben: Leipziger Wahlkundgebung der deutschen Wissenschaft am 11. November. Rechts neben Heidegger: Kunsthistoriker Wilhelm Pinder, Berliner Rektor Eugen Fischer, Chirurg Ferdinand Sauerbruch; Mitgeteilt von Wolfgang Schirmacher in "Technik und Gelassenheit" (Karl Alber, Freiburg).
Von Rudolf Ringguth

DER SPIEGEL 34/1986
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