Eine neue "Pille danach", die unerwünschte Schwangerschaften verhindert oder auf schonende Weise abbricht, soll demnächst in Frankreich auf den Markt kommen. Das auf Veranlassung der WHO von der Firma Roussel-Uclaf entwickelte Präparat ("RU 486") kann - unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen - eine Schwangerschaft verhindern. Nach Ausbleiben der Menstruation geschluckt, löst die Pille eine Blutung aus, die schon befruchtete Eizellen ausschwemmt. "RU 486" blockiert, durch eine Besetzung von Rezeptoren in der Gebärmutter, die Wirkung des Hormons Progesteron, das die Schwangerschaft aufrechterhält. Bisherige "Pillen danach" enthielten meist Östrogen in so hoher Dosis, daß ihre Anwendung mit heftigen Nebenwirkungen - Erbrechen und starken Bauchschmerzen - verbunden war.
DER SPIEGEL 45/1986
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