05.01.1987

„Wat de kriegen kannst, det nimmste“

SPIEGEL-Redakteur Karl Heinz Krüger über den geteilten Jubel zur 750-Jahr-Feier in Berlin *
Den Berlinern bleibt auch nichts erspart. Was mußten sie in der kurzen Geschichte ihrer Stadt schon alles durchmachen - die Pest und die Cholera hatten sie, die Hohenzollern, die Nazis, die Russen, die Mauer. Und nun auch noch das: ein obskures Jubiläum.
1987 wird Berlin ca. 750 Jahre alt.
Berlin ist die Stadt, in der es alles zweimal gibt, zwei Bürgermeister, zwei Währungen, zwei politische Wahrheiten. Anno 1987 gibt es auch zwei 750-Jahr-Feiern. 1,8 Millionen Berliner (West) und 1,2 Millionen Berliner (Ost) sind aufgerufen, jeweils ein volles Jubeljahr einzulegen.
Die Festivitäten wälzen sich durch alle Jahreszeiten, koste es, was es wolle - ein paar hundert Millionen werden es mit Sicherheit sein, am Ende vielleicht ein paar Milliarden. Einen Voreindruck von der Wucht des Kommenden vermitteln die Bücher zum Fest, die Veranstaltungskalender. Das Ost-Programm, mit hartem Deckel, hat ein Gewicht von - na? - 750 Gramm; das West-Programm, im Paperback, bleibt ein Viertelpfund darunter.
Es wird gnadenlos gefeiert werden. Ein Jahr lang gibt es Feuerwerk und Friedenstauben, Turnfeste und Militär-Paraden. Jahrmärkte und Staatsbesuche. Kunst en gros und Sackhüpfen für die Kleinen. Von Preußens Friedrich bis zum Hauptmann von Köpenick, vom Eckensteher Nante bis zum November-Revolutionär Karl Liebknecht: alles drin; mit Sicherheit auch eine Menge Ärger.
Daß Ost und West nun auch noch um die Wette feiern, mag dem Vergnügen derer dienen, die sich ohnehin darüber freuen, daß es diese wunderbare Stadt gleich zweimal gibt. In den jeweils 1000 Veranstaltungen wird es manche Dublette, aber wenig Gemeinsamkeit geben. Was der einen Hälfte der Staatsgast Reagan, ist der anderen Hälfte der Staatsgast Gorbatschow - was wäre diese Feier ohne die Befreier.
Ein absurder Show-Kampf der Systeme, ein gigantisches Kuriosum, wird da zu besichtigen sein. West-Berlin präsentiert sich in diesem Turnier als "Stadt der Gegenwart". Ost-Berlin als "Stadt des Friedens". Im Westen heißt es: "Berlin
tut gut". Im Osten gilt: "Berlin macht Laune".
Wie sich West-Berlin über Jahrzehnte als "Schaufenster der Freiheit" feilbot, will Ost-Berlin heute Schaufenster des Sozialismus sein. Der "Stolz unseres sozialistischen Vaterlandes" ("Neues Deutschland") soll sichtbar werden. So hat es die DDR zur "Ehrensache" des ganzen Volkes erklärt, das "Antlitz" der Hauptstadt von Tag zu Tag schöner zu gestalten; Versorgungsverzicht bedeutet das für den Rest der Republik.
Die Ost-Berliner müssen sich erst recht ins Zeug legen. Sie wetteifern um die "Goldene Hausnummer" für besonders fleißige Hausgemeinschaften. Kulturstätten und gastronomische Betriebe haben für den Sommer Urlaubssperre verhängt. Das Backwaren-Kombinat hat sich verpflichtet, zur 750-Jahr-Feier den "Frischegrad der Schrippen zu erhöhen".
In West-Berlin, wo alles zu haben ist und das meiste frisch, muß immerzu was los sein. Der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen hat für die 365 Feiertage die Durchhalteparole ausgegeben, West-Berlin müsse 1987 "brillieren und offerieren, animieren und musizieren, diskutieren und organisieren, räsonieren und sich strapazieren, koordinieren, konzentrieren, improvisieren und tolerieren, ein wenig renommieren, viel repräsentieren und schließlich triumphieren".
Frohsinn in allen Preisklassen, drüben wie hüben. Ost-Berlin arrangiert ein Fest der Bauarbeiter und einen Jubiläumsball mit Trümmerfrauen; in West-Berlin zieht Filmproduzent Artur "Atze" Brauner einen (Opernball mit internationaler Schickeria auf (Eintrittspreise: 500 bis 1000 Mark).
Manches kommt doppelt vor, sogar am gleichen Wochenende; Ende Juli steigen ein "Wasserfest" auf der Ost-Spree und ein "Wasserkorso" auf der West-Spree. Anderes ist echt einmalig, so der Start zur 74. Tour de France auf dem Kurfürstendamm.
Rund vier Millionen Mark läßt sich der West-Berliner Senat diesen Prolog des traditionellen französischen Profirennens kosten. Nur: Nach zwei Halbetappen zwischen dem Brandenburger Tor und der Havellandschaft müssen die Pedaleure ihre Tretmühlen verfrachten und sich zum Weiterstrampeln per Luftbrücke in die Bundesrepublik begeben - die Ostdeutschen verwehren ihnen die Durchfahrt.
Dafür gibt''s im Osten die "Internationale Friedensfahrt" Berlin-Prag-Warschau, wie überhaupt "Friedens"-Veranstaltungen noch und noch. Ost-Berlins Jogger starten zum "Berliner Friedenslauf". Und 120000 Sporttauben werden zu einem "Friedensflug" aufgelassen.
Dem Frieden dienen natürlich auch die Kampfdemos der Werktätigen und die diversen Auftritte der Nationalen Volksarmee: mit Wachaufzug und Großem Zapfenstreich Unter den Linden sowie der Waffenschau auf der Karl-Marx-Allee.
In West-Berlin übernehmen, in Ermangelung von Bundeswehr, die alliierten Streitkräfte den martialischen Teil der Darbietungen: mit der traditionellen alliierten Parade auf der Straße des 17. Juni (immer erstklassige Bläser) und der ebenso traditionellen Queen''s Birthday Parade auf dem Maifeld (diesmal mit der leibhaftigen Elizabeth).
Volkstümlich, massenhaft soll es zugehen. Unter der Losung "Turnen verbindet - auf nach Berlin!" reisen 70000 Turner/innen aus aller Welt zum Deutschen Turnfest in die Stadt von Turnvater
Jahn. Und über dem Flughafen von Tempelhof soll ein japanisches Feuerwerk aufsteigen, wie es Gesamtdeutschland noch nicht gesehen hat: mit 7000 Riesenraketen, die alle Jahreszeiten an den Himmel ballern.
"Wir wollen", sagt West-Berlins Diepgen, "daß die Feier selbst ein historisches Ereignis wird" - denn 750 Jahre Berlin seien nun mal "mehr als 2000 Jahre Posemuckel". _(Nach: Groß- und Klein-Posemuckel, ) _(Kreis Bomst, Mark Brandenburg; heute ) _(polnisch. )
Und in dieser Großspurigkeit sind sich, Berlin bleibt doch Berlin, die Brüder diesseits und jenseits einig. Sie machen ihre Dreiviertel-Jahrtausend-Feier zum doppelten, alle Grenzen und Zeitläufe übergreifenden "Ereignis".
West-Kultursenator Volker Hassemer nennt die Festivität präzise ein "deutsches und europäisches Ereignis". Ost-Oberbürgermeister Erhard Krack spricht im Duett von einem "hervorragenden Ereignis von nationaler und internationaler Bedeutung".
Es ist, zuallererst, ein zweifelhaftes Ereignis. Denn dieses Jahr, 1987, ist kein exaktes Jubeldatum. Der Geburtstermin der Stadt wurde vor einem halben Jahrhundert von einem Zugereisten, dem Nazi-Gauleiter Joseph Goebbels, ausbaldowert - und der Nachwelt somit vorgeschrieben .
Berlins Anfänge liegen im mittelalterlichen Dunkel. Belege über die Gründung der Stadt gingen offenbar schon 1380 verloren, als ein Großfeuer das Doppelstädtchen Berlin-Cölln und auch sein Rathaus in Asche legte. Berlins urkundliche Erwähnungen reichen nur bis ins Jahr 1244 zurück.
Die Nazis beriefen sich bei ihrer 700-Jahr-Feier auf ein Pergament mit sieben Siegeln über ein Rechtsgeschäft zwischen dem Bischof und den Markgrafen von Brandenburg am 28. Oktober 1237. Der lateinische Text besagt, daß "Sym pleban de Colon", Pfarrer Simon aus Cölln (der in späteren Urkunden auch als Probst von Berlin auftaucht), die Abmachung bezeugte.
Die Nazis nutzten die beschriftete Tierhaut, um ein Jahr nach den Olympischen Spielen, im August 1937, wieder ein Spektakel zu inszenieren.
Der Festumzug - mit 5000 Personen, 600 Pferden und 130 Wagen - strotzte vor "deutschem Wesen" (Oberbürgermeister Julius Lippert), und berauscht beschrieb das "Berliner Tageblatt" die Fahnen des Dritten Reiches, die Leibstandarte des Führers und dahinter in einer prachtvollen Marschsäule die Männer des Spatens". Nach SA und SS, nach Luftschutz, Reichsnährstand und Winterhilfswerk kam "Kraft durch Freude" und schließlich Berlins Symbolfigur die dicke "Berolina".
Klar, daß der Triumphzug zum Roten Rathaus führte. In der Festschrift zur
700-Jahr-Feier beschwor Goebbels noch einmal den "Kampf um Berlin" nach dem Ersten Weltkrieg, in den zwanziger und dreißiger Jahren: "Hier hatte der Feind seine Burgen, hier war die Internationale aller Schattierungen festgenistet, hier tobte der rote Terror in sonst nicht gekannter Brutalität und Wildheit. Hier hatte der Bolschewismus sich häuslich niedergelassen."
Und ebenso klar, daß 50 Jahre später die DDR dort anknüpfte, wo es Schmach zu tilgen und rote Kontinuität herzustellen galt. Da war noch eine Rechnung zu begleichen, und die 750-Jahr-Feier bot Gelegenheit, die Sache zu erledigen.
In eigens zum Stadtjubiläum entwickelten "Thesen" streicht die DDR-Führung das "Vermächtnis" der Novemberrevolutionäre Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg heraus, das "im sozialistischen Berlin bewahrt und weitergeführt" werde - nicht nur mit alljährlichen "Kampfdemonstrationen" zur Gedenkstätte der Sozialisten: auch das erhaltene Portal IV vom beseitigten Stadtschloß, das der Fassade des Staatsratsgebäudes einverleibt wurde, gehört dazu.
Vom Balkon des Portals hatte der Spartakist Liebknecht am 9. November 1918 die "Freie Sozialistische Republik ausgerufen. Kaiser Wilhelm II. hatte abgedankt, und auf dem Schloß wehte die rote Fahne.
Zwei Monate später wurden Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg von Konterrevolutionären ermordet, und erst im Mai 1945 wehten wieder rote Fahnen über Berlin, Symbol des sowjetischen Sieges. Im Oktober 1949 wurde die DDR gegründet, und Ost-Berlin wurde, durch Artikel 2 der Verfassung, zu ihrer Hauptstadt erklärt. Mit dem Mauerbau im August 1961 wurde West-Berlin ausgegrenzt.
Seitdem erblühte die Hauptstadt, wie Staats- und Parteichef Erich Honecker, Ehrenbürger von Berlin (Ost), findet. "schöner denn je". Das heraufziehende "große" Jubiläum war mithin dazu angetan, eine "politisch stabile, leistungsfähige und attraktive Weltstadt" (Thesen) ganz "im Zeichen des Sozialismus" zu präsentieren. Die DDR wollte Staat machen, das Anniversarium wurde wie ein Parteitag vorbereitet.
Die Arbeit erledigte das "Büro für nationale Jubiläen und kulturelle Gedenktage" im Kulturministerium; die politische Gewichtung übernahm ein staatliches Komitee aus 169 Funktionären, Kulturschaffenden, Prominenten und Musterbürgern (Vorsitzer: Honecker).
Die Ausrichtung der West-Berliner Jubelei wurde Sache des Senats, und der begriff offenbar lange Zeit gar nicht, was da im Osten vor sich ging: nicht einfach ein Stadtfest, sondern eine historischpolitische Staatsaffäre. Ob Sozialdemokraten oder Unionschristen am Ruder waren - alle hatten die Illusion, es ließe sich mit dem Osten etwas gemeinsam machen.
Jahrelang antichambrierte der Senat in Ost-Berlin, um sich mit der DDR-Führung über die Gestaltung der Festivitäten zu verständigen. Er stieß gegen eine Mauer. Die erste Abfuhr holte sich der SPD-Bürgermeister Dietrich Stobbe im Dezember 1979 vom Ost-Berliner SED-Chef Konrad Naumann.
Soll sich, so Naumann, der Senat doch "der Geschichte des Territoriums zuwenden, für das er sich 1948 durch seine Abspaltung freiwillig entschieden" habe. Über die Jubiläumsfeier ihrer Hauptstadt - auf deren Territorium der historische Stadtkern liege - befinde die DDR "wirklich ganz allein".
Den nächsten Anlauf unternahm Stobbe- und Vogel-Nachfolger Richard von
Weizsäcker. Für die Verhandlungen hatte Senatssprecher Winfried Fest vier "Vokabeln der Vernunft" ausgegeben: 1. Gedankenaustausch, 2. Abstimmung, 3. Gegenseitige Hilfe, 4. Rücksichtnahme. Die folgenden, insgesamt vier Gespräche auf unteren Ebenen endeten jeweils bei Punkt 1.
"Wir würden uns der Lächerlichkeit der Welt ausliefern", mahnte der Sozialdemokrat Harry Ristock noch 1984 im Abgeordnetenhaus, "wenn wir die jeweils andere Seite als weißen Fleck betrachten würden."
Aber so lächerlich ist die Sache nun mal: West-Berlin ist auf Stadtplänen und Landkarten der DDR buchstäblich ein weißer Fleck, eine Art Sahara, lediglich als "WB" gekennzeichnet. Umgekehrt weisen auch Karten aus dem Westen Ost-Berlin gelegentlich als Terra incognita aus.
In den DDR-Thesen zum Jubelfest wurde der Westteil der Stadt nur sporadisch erwähnt - aber auch dann nur als "Hort des Revanchismus, als Zentrale des Wirtschaftskrieges gegen den Sozialismus, als Drehscheibe der Spionage und der psychologischen Kriegsführung".
Gleichwohl versuchten auch Weizsäcker-Nachfolger Diepgen und sein Kultursenator Volker Hassemer ihr Glück. Hassemer: "Unsere Tür steht offen." Honecker in einem Interview: "Wir beabsichtigen nicht, uns im Zusammenhang mit der 750-Jahr-Feier in die inneren Angelegenheiten von Berlin (West) einzumischen."
Ost-Berlins Bürgermeister Krack brauchte solche Überlegungen gar nicht erst anzustellen. Auf die Existenz West-Berlins angesprochen, antwortete er: "Existiert für uns nicht." Also konnte er Post von Diepgen offiziell gar nicht beantworten. Logo.
Zum Jahresende mußte auch Diepgen einsehen, daß streng getrennt gejubelt wird. Und das ist gar nicht einfach für West-Berlin, das alles andere als bestens gerüstet ist.
Daß sich die West-Berliner nicht mit der Perfektion der Festeplaner Honeckers ans Werk machten, kann ja noch sympathisch berühren. Aber daß sie so taten, als hätte sie die Nachricht vom bevorstehenden Stadtjubiläum wie der Blitz aus heiterem Himmel überrascht, ist mit Gelassenheit nicht zu erklären.
Der West-Berliner Senat legte erst im September 1983 einen vagen Entwurf für das Jubelfest vor. Im Januar 1984 bestellte er den Leiter der Berliner Festspiele, Ulrich Eckhardt, als "Beauftragten" und Hauptausrichter der Feier. Vier Monate später präsentierte der Jubelmeier ein "Drehbuch" mit einem Potpourri aus 157 Nummern.
Das Buch wurde einhellig verrissen, zusammengestrichen, umgeschrieben - und auch in der neuen Fassung verrissen. Die SPD-Opposition sagte, wie es war: "Ausgesprochen dumm." Der Vordenker konnte es keinem recht machen. Die einen wünschten sich "Bleibendes", andere wollten mehr Amüsement. Preußisches und Republikanisches sollte sein, Handfestes und Intellektuelles - das alte Berlin und der neue Westen. Fröhlich sollte es sein. Aber mit Würde.
Schuld an dem Programmgezänk mag nicht zuletzt die West-Berliner Stadtneurose sein. Die Leute verlieren ihre Gelassenheit, werden reizbar, übelnehmerisch. Sie haben, mittlerweile, zu viele Komplexe.
Da ist der "Hauptstadt"-, ein Minderwertigkeitskomplex, der mit zunehmender Ausbesserung und Aufwertung Ost-Berlins um sich greift und zum Bedürfnis dauernder Selbstbestätigung führt: Die Halbstadt spielt Metropole, die der Bürgermeister ohne Hintersinn für die "spannendste Stadt Europas" hält.
Da sind die Ängste vor dem Sumpfgeruch, die Schamgefühle wegen der aufgedeckten Bestechungsskandale und Subventionsschwindeleien, die sich bis zur Putzwut im Stadtbild, in der Beseitigung von "Schandflecken", auswirken: Diepgen will sich "nicht schämen müssen".
Da ist, schließlich, die krankhafte Sorge, West-Berlin könnte seinen Ruf als Reiseziel verlieren. Jede Abnahme oder auch nur Stagnation der Besucherzahlen lassen Hoteliers und Gastronomen wehklagen, und sie erschrecken auch gleich
die Stadtregierung - könnte etwa "out" sein?
So werden Schlagzeilen wie diese schließlich selbstverständlich: "Opernball soll die Augen der Welt auf Berlin lenken".
Bei Schwierigkeiten jeglicher Art hilft nach dem Berlin-Rezept am besten immer noch die Salbe Geld. Doch die Finanzierung der Stadtfeier aus vielerlei Quellen ist reichlich unübersichtlich, und auch Bonn scheint zu unbegrenzter Alimentierung nicht bereit - der Kanzler hat sich womöglich mit dem der Stadt aufgedrängten "Historischen Museum" verausgabt, jedenfalls 250 Millionen Mark zugesagt.
So verfielen die Berliner auf eine uralte Einnahmequelle: Sie gingen betteln. Sie stellten einen Katalog aus "Geschenken" im Gesamtwert von 24,1 Millionen Mark zusammen und suchten dafür Mäzene: für die Gartenlaube eines Seniorenheimes (nach Gutdünken) wie für die Restaurierung eines Schlößchens (rund sechs Millionen).
Die Berliner, vor allem der Initiator Hans Rosenthal ("Dalli Dalli"), fanden die Idee ganz prima. Dummerweise pfuschten ihnen die Geldschieber Antes & Co. dazwischen und verschreckten potentielle Gönner. Geld nach Berlin zu geben war letzten Sommer wirklich nicht mehr "in" .
Immerhin, ein stattliches Geschenk ging ein. Die Daimler-Benz AG machte 1,3 Millionen Mark für ein Carillon locker, ein Spiel mit 68 Glocken - zu dem aber ein 42 Meter hoher Turm (für 2,5 Millionen Mark) gehört. Doch wohin damit?
Die Ost-Berliner haben für ihr Geläut zum Jubelfest gleich zwei historische Türme parat. Ein 30 Tonnen schweres Glockenspiel vom VEB Leichtmetallguß wird im Französischen Dom am ehemaligen Gendarmenmarkt installiert. Ein weiteres "akustisches Wahrzeichen" soll von Berlins ältestem Bauwerk, der Nikolaikirche, ertönen.
Die West-Berliner hatten den Tower mit den Daimler Glocken in der Nähe der Philharmonie eingeplant. Doch dort würde er gleich doppelt stören: als zu hoch und zu laut.
Vermutlich wird er irgendwo im Tiergarten landen, der bevorzugten Berliner Ecke für Geschenke - zwischen der eingestürzten und wiederaufgebauten Kongreßhalle (einem US-Geschenk) und dem drohenden "Historischen Museum".
Als dem Senat nichts Weiteres mehr einfiel zur Bereicherung des Festprogramms, besann er sich auf die alte Berliner Weisheit: "Der Mensch kann noch so dämlich sein - er muß sich nur zu helfen wissen."
Der Senat half sich, indem er in einer großangelegten Beschlagnahmeaktion alle Aktivitäten in der Stadt zu Bestandteilen der 750-Jahr-Feier erklärte - von der Landwirtschaftsausstellung Grüne Woche bis zum Sechstagerennen, von der Woche der Brüderlichkeit bis zur EG-Konferenz über die Luftreinhaltung.
Auf diese Weise geriet der Westen sogar noch in Übereinstimmung mit dem Osten. Denn auch die Impresarios von der Einheitspartei beherzigten eine Lebensregel vom "Alex": "Der Stolz, der is det Schlimmste. Wat de kriegen kannst, det nimmste."
Sie nahmen den "Kampf- und Feiertag der Werktätigen", den 1. Mai, mit ins Programm wie die "7. Kernobst-Lehrund-Leistungsschau", die "21. Hundeausstellung der Kleintierzüchter" wie das alljährliche "Drushba-Fest" .
Erst am Ende des Jahres 1987 wird feststehen, wer bei der Vereinnahmung besser gefahren ist, erst dann wird sich zeigen, wer wem wobei über war bei diesem Zweikampf der Städte und Systeme. Aufschlußreiche Unterschiede sind aber schon auszumachen.
Die große Ost-Berliner Kunstausstellung kulminiert im "sozialkritisch-realistischen Kunstschaffen der DDR". Die West-Berliner Kunstschau endet bei Baselitz und dem Neuen Wilden Salome.
Zudem eröffnet die Weststadt die Serie ihrer Ausstellungen mit einem "Skulpturenboulevard" auf dem Kurfürstendamm. Künstler unterschiedlichster Provenienz sollen Großskulpturen und Installationen zur Diskussion stellen. Die Diskussion hat schon begonnen.
Denn die Amerikaner Edward und Nancy Kienholz wollen am Adenauerplatz die "permanenten Spannungen der Welt" darstellen - und zwar in Form überdimensionierter Kondome, die an schwarzrotgold lackierten Kränen aufeinanderprallen. Auf einer Pressekonferenz blieb den Kritikern die Spucke weg: Handliche Modelle wurden ausgegeben, Marke "London hauchdünn".
Ost-Berlin, wiederum, gönnt sich endlich mal ein ganzjähriges Weltstadtprogramm mit 150 Ensembles und 140 Solisten aus 35 Ländern - mit der Academy of St. Martin in the Fields und der Martha Graham Dance Company, mit Bolschoi und Kabuki, "Cats" aus Wien und der Revue "Hallo Paris".
In direkte Konkurrenz zueinander gehen die Stadthälften mit ihren historischen Ausstellungen und aktuellen Bauvorhaben; und da hilft den West-Berlinern wohl auch kein Beten mehr.
Die DDR zeigt ihre Darstellung der Berliner Geschichte in vier Abschnitten in vier historischen Bauten, und die Tendenz wird, na klar, schon in den Ankündigungen deutlich. Etwa: Berlin als "junkerlich-bourgeoise Kaisermetropole". Oder: Berlin als "Zentrum des revolutionären Kampfes". Schließlich: das neue Berlin "unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer Partei", das "wichtigste Kapitel" der gesamten Stadtgeschichte.
Die Parteistrategen haben die Schau von langer Hand vorbereitet und sich ein hohes Ziel gesteckt. "Erst erfreuen, dann belehren!" - diese Empfehlung Karl Friedrich Schinkels steht als Motto über allen Ausstellungen in Ost-Berlin. An eindrucksvollen Exponaten aus dem "historischen Erbe" kann es den Ausstellern nicht mangeln.
Die West-Berliner versuchen vorzubauen. Als "nüchtern, kantig, ungemütlich" annoncieren sie ihre Show, die zwar der Knüller des Festprogramms sein soll, die aber auf dem letzten Drücker zusammengesucht werden mußte.
Die Veranstalter versprechen allerlei abstrakten Schnokus wie Montagen und Collagen, Rauminszenierungen, Sichtverschiebungen. Doch was, konkret, haben sie zu zeigen? Eine Ritterrüstung. Das abgerissene Stadtschloß in Pappmache. Tafelsilber aus dem Hause Hohenzollern. Lilian-Harvey-Souvenirs. Kennedys Redeskript mit der phonetischen Umschreibung des Satzes "Ich bin ein Berliner". Und so fort.
Die größte Blamage aber haben sich die West-Berliner selbst eingebrockt mit der vor rund acht Jahren großmäulig angekündigten "Internationalen Bauausstellung 1984". Ein "Weltereignis" sollte sie werden, die "größte Veranstaltung dieser Art"''.
Nichts wurde daraus bis 1984 und auch nur Kümmerliches bis 1987. "Wir haben nicht so viel zum Anfassen, wie wir gern gehabt hätten", muß Bausenator Georg Wittwer offenbaren. Ein paar Wohnblocks, etwas Stadtreparatur in Kreuzberg, der halbfertige Kammermusiksaal neben der Philharmonie - das ist nun alles. Die Großvorhaben blieben im West-Berliner Subventionssumpf stecken.
Ost-Berlin hingegen - erst wegen seiner stalinistischen Relikte und schließlich wegen seiner Montagebauweise verhöhnt - liegt voll im Plan. Das "Antlitz" der Hauptstadt nimmt Formen an. Der Platz der Akademie mit Schinkels Schauspielhaus, die Staatsoper Unter den Linden und die Altstadt sind fertig.
Die ganze Innenstadt gleicht einer Baustelle. Die Friedrichstraße wird zur Wohn-, Bummel- und Einkaufsstraße; die Otto-Grotewohl-, einst Wilhelmstraße, wird Wohnanlage, mit einem Park bis an die Sperrmauer, auch über dem eingeebneten Bunker der Reichskanzlei.
So wird der 28. Oktober 1987 wohl doch ein denkwürdiger Tag in der Geschichte der Stadt. An diesem Mittwoch werden in Berlin zwei deutsche Staatsmänner als Bauherren in Erscheinung treten. Kinoreif: *___Erich Honecker hatte den Berlinern das Nikolaiviertel, ____die neue Altstadt, zum 750. Geburtstag versprochen. Es ____ist fertig, Honecker kann es am 28. Oktober einweihen. *___Helmut Kohl hatte, im Mai 1983, den Wunsch geäußert, ____das von ihm be triebene "Deutsche Historische Mu seum" ____möge "im Jubiläumsjahr seine Tore öffnen". Er wird ____durch kein Tor gehen können am 28. Oktober, son dern ____allenfalls den Hammer in die Hand nehmen und einen ____"symboli schen Grundstein" legen.
Punkte konnte Honecker schon letzten September sammeln, als er beiläufig nicht nur den West-Berliner Bürgermeister, sondern auch die Bonner und die drei Westalliierten in die Bredouille
brachte. Damals quälte sich der Senat noch mit Protokollfragen auf kommunaler Ebene, die ihm eine besonders delikate Programm-Dublette eingetragen hatte: die Treffen in- und ausländischer Bürgermeister Mitte Mai in West- und Anfang Juni in Ost-Berlin.
Ost-Berlin hatte zwar die Bürgermeister von Köln, Nürnberg, Stuttgart und Saarbrücken eingeladen, Diepgen aber nicht. West-Berlin wiederum hatte Einladungen nach Dresden, Leipzig, Magdeburg und Rostock verschickt, nicht jedoch an den Ost-Berliner Krack.
Da, Ende September, kam von Honecker die Annonce, die seitdem die Deutschlandpolitiker im westlichen Lager umtreibt.
Das Festkomitee der DDR hatte im Staatsratsgebäude beifällig die Rechenschaftsberichte der Ressorts entgegengenommen. Nach einem Tag der langen Reden kam der Chef zu seinen Schlußbemerkungen. Honecker würdigte den Festplatz Berlin als "Treffpunkt der Verständigung" und "Ort konstruktiven Gesprächs" und fuhr fort: _____" Davon schließen wir selbstverständlich die ständigen " _____" Einwohner von Berlin (West) nicht aus. Es ist für uns " _____" eine Selbstverständlichkeit, daß wir zum Staatsakt am 23 " _____" Oktober 1987 als Ehrengäste auch den Regierenden " _____" Bürgermeister und den Oppositionsführer von Berlin (West) " _____" einladen. "
Frei nach Adenauer: Die Situation war da. 13 Tage später lag die Einladung auf Diepgens Schreibtisch. Champagnerfarbene Leinenmappe, dreifacher Briefkopf: Honecker als Vorsitzender des Komitees, als Staatsratsvorsitzender und als SED-Chef. Text: _____" Sehr geehrter Herr Regierender Bürger meister, es ist " _____" mir eine Freude, Sie zum Staatsakt der Deutschen " _____" Demokratischen Republik aus Anlaß des 750jährigen " _____" Bestehens von Berlin als Ehrengast einzuladen. Der " _____" Staatsakt der Deutschen Demokratischen Republik findet am " _____" 23. Oktober 1987 im Palast der Republik am " _____" Marx-Engels-Platz statt. In der Hoffnung, Sie in der " _____" Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik begrüßen " _____" zu können, verbleibe ich mit vorzüglicher Hochachtung " _____" Erich Honecker Berlin, Oktober 1986 "
Mit gleichem Kurier kam eine Einladung von Krack zum Bürgermeistertreffen, gültig auch für Ehefrau Monika; und zwei Tage drauf waren die Einladungen an die Oppositionsführer Walter Momper (SPD) und Heidemarie Bischoff-Pflanz (AL) in Schöneberg.
Im Nu war der Streit um das hemdsärmelig zusammengeschusterte West-Berliner Festprogramm vergessen. Thema eins wurde das Diepgen-Dilemma: Kann er, will er, darf er? Wo müßte er sitzen? Welcher Rang könnte ihm zugemessen werden - möglicherweise der eines Staatsoberhauptes der selbständigen politischen Einheit Berlin (West)?
Diepgen nahm Bedenkzeit. Die Medien und die Stahlhelmer der CDU rieten zum Mauern. "FAZ": "Eine Zumutung." West-Berlins "Tagesspiegel": "Hier sieht man, was aus einer 750-Jahr-Feier alles werden kann." Sozialdemokraten und Alternative rieten zum Rübergehen; sie würden ihre Einladungen annehmen.
Die einen sahen die rote Brechstange am Viermächtestatus; sie stellten jedenfalls Bedingungen: Der Schießbefehl müsse weg. Schüsse an der Mauer erfüllten sie gerade wieder mit Abscheu und Empörung.
Die anderen überlegten bereits, ob Diepgen nun nicht Honecker nach West-Berlin einladen könnte, sollte, müßte - und sahen den Staatsratsvorsitzenden schon zwischen Kohl und von Weizsäcker unterm Funkturm hocken.
Die kleinste Truppe im Parlament, die mit Diepgen koalierende FDP, bezog Sowohl-Als-auch-Position, zeigte sich aber vor allem pikiert, weil sie in Ost-Berlin nicht auf der Liste stand: Der Landesvorsitzende Walter Rasch fühlte sich von Honecker "übergangen". Als Grund konnte er nur vermuten: Die DDR scheine sich "über die Realitäten unseres demokratischen Staates nicht im klaren" zu sein.
Kann schon sein. Denn die namentlich eingeladene Alternative Bischoff-Pflanz wird im Oktober aus dem Abgeordnetenhaus längst wieder herausrotiert sein.
Berlin, wie es weint und lacht.
Tatsache: Diepgen ist nicht frei in seiner Entscheidung. Die Stadt steht unter Besatzungsrecht. Das letzte Sagen haben die Alliierten. Und die hüllten sich bislang in sibyllinisches Schweigen.
Ihre drei Botschafter in Ost-Berlin und Bonns Ständiger Vertreter dort zierten sich allerdings nicht lange, den DDR-Auftakt zum Jubeljahr wahrzunehmen; sie akzeptierten eine Einladung Honeckers zum Neujahrskonzert im Schauspielhaus. Eine musikalische Darbietung, so ihre Begründung, verstoße nicht gegen den Viermächtestatus der Stadt.
Diese Ansicht demonstrierte Diepgen bereits im Dezember - durch private Präsenz. Er besuchte ein Konzert West-Berliner Cellisten im Schauspielhaus und ging danach mit den Musikern einen heben. Er rief dazu auf, es ihm nachzutun .
Den Berlinern bleibt gar nichts anderes übrig, auch über 1987 hinaus. Sie müssen die Feste feiern, wie sie fallen, und sie fallen Schlag auf Schlag.
Für 1988 hat die Europäische Gemeinschaft West-Berlin zur "Kulturstadt Europas" ausgerufen; das Gezänk um das Programm hat bereits begonnen.
1989 ist Ost-Berlin ausgebucht. Die vierte Null der DDR steht an. Und 40 Jahre "Hauptstadt der DDR" sind für Honecker und Genossen natürlich mehr als 750 Jahre Berlin.
Nach: Groß- und Klein-Posemuckel, Kreis Bomst, Mark Brandenburg; heute polnisch.
Von Karl Heinz Krüger

DER SPIEGEL 2/1987
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