20.10.1986

Plutonium in Hanau

*
Ohne Wissen der Brüsseler Regierung sind über mehrere Jahre hinweg 600 Kilogramm des Bombenstoffs Plutonium für die Hanauer Atomfabrik Alkem in Belgien "unter falscher Bezeichnung zwischengelagert" worden. Weil das hessische Wirtschaftsministerium als Genehmigungsbehörde "diplomatische Verwicklungen" befürchtete, durfte das gefährliche Material dann unter Umgehung der deutschen Bestimmungen auf dem Alkem-Gelände deponiert werden. Diesen Vorwurf erheben - neben anderen - Hanauer Staatsanwälte in einer 658 Seiten starken Anklageschrift, die letzten Freitag den Alkem-Managern Alexander Warrikoff, CDU-MdB, und Wolfgang Stoll sowie drei Beamten der Genehmigungsbehörde zugestellt wurde. Sie werden beschuldigt, die kerntechnische Anlage illegal betrieben beziehungsweise Beihilfe dazu geleistet zu haben - und damit "das Gefährdungsrisiko in der Anlage um ein Vielfaches erhöht" zu haben.

DER SPIEGEL 43/1986
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 43/1986
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Plutonium in Hanau