02.03.1987

Neue Risse im Opec Kartell

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In der vergangenen Woche ist der Preis für Nordsee-Öl erstmals seit Dezember auf unter 16 Dollar je Barrel gefallen. Er liegt damit um über zwei Dollar unter der 18-Dollar-Marke, auf der das Ölexport-Kartell Opec den Weltmarktpreis für Rohöl stabilisieren wollte. Durch eine Mitte Dezember vereinbarte Produktionseinschränkung war es den Opec-Mitgliedern zunächst gelungen, den Preis von 15 Dollar auf die gewünschte Höhe zu hieven. Aber fast alle westlichen Ölgesellschaften weigerten sich, zu dem Preis von 18 Dollar auch mehrmonatige Lieferverträge abzuschließen. Zu Recht kalkulierten die Firmen damit, daß die Opec ihren Festpreis nicht einhalten würde. Tatsächlich stehen jetzt Opec-Länder wie der Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuweit und Nigeria im Verdacht, mehr als ihren zulässigen Produktionsanteil zu fördern. Über 20 Prozent weniger als erlaubt haben hingegen die Saudis in den ersten drei Februarwochen produziert. Ihre Kunden aber springen ab, weil sie sich ihr Öl an den freien Märkten wesentlich billiger beschaffen können.

DER SPIEGEL 10/1987
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