15.12.1986

„In drei Tagen um herrliche 20 Jahre verjüngt“

Rostschutzmittel für die Zellen, Muntermacher fürs Gehirn, Abwehrwaffe gegen Schnupfen und Grippe - Vitamine, so verspricht eine aggressive Werbung, können Wunder wirken. Millionen Bundesbürger schlucken die bunten Pillen und Dragees haufenweise, um sich fit, potent und jugendlich zu halten. Nützt es?
Der Friseur ist nicht nur Figaro, noch vor dem Schick des Kopfes rangiert für den Meister die Gesundheit des Leibes. Vidal Sassoon, weltberühmter Erfinder kunstvoller Haarschnitte, hat da seine eigene Philosophie entwickelt: Frei von Spliß, flott und perfekt getrimmt solle auch die Physis eines Erfolgsmenschen sein.
Gern erzählt der Endfünfziger, wie er sich selbst seit Jahren fit hält. Nicht genug damit, daß er morgens um sechs in seinen Swimmingpool steigt und auch noch nachmittags Gymnastik treibt. Das Wesentliche sind die 60 Pillen und Tabletten, "rein natürliche", wie Sassoon hervorhebt: Vitamine der Sorten B, C und E, auch ein paar Mineralstoffe, Knoblauch und Ginseng. Zum frühen Obstsalat schluckt er die ersten 30, dann 20 zum Mittag, den Rest abends.
Ohne diese Mixtura mirabilis geht Sassoon nie auf Reisen. Sie garantiere ihm Energie, sagt er - "das wichtigste Wort in meinem Leben".
Damit liegt der Friseur voll im Trend. Stärker als je zuvor sei der Drang, sich mit Vitaminen auf Trab zu bringen und in Hochform zu halten, meint der Gießener Ernährungswissenschaftler Ibrahim Elmadfa: Noch nie waren die Dosierungen so hoch, die Vitaminpräparate so vielfältig, mit denen Erlösung von allen Übeln erkauft werden soll.
Dafür stehen nicht nur die Elixiere und Kapseln, die Tropfen und Tabletten in Apotheken, Reformhäusern und Supermärkten bereit; auch zahlreiche Nahrungsmittel - Säfte, Kuchen, Fertiggerichte - werden zunehmend durch Vitamin-Zusätze veredelt.
Der "exzessive Vitaminkonsum", so der amerikanische Pharmakologe Wayne R. Bidlack, wurzele in "einem weitverbreiteten Wunderglauben". Der Verbraucher verspreche sich "mindestens vieles, wenn nicht alles von den Vitaminen", weiß Volker Pudel, Ernährungspsychologe an der Universität Göttingen - eben das, was die Hersteller in ihrer Werbung verheißen: *___Vitamin A soll müde Augen scharf machen, rauhe Haut ____glätten, gegen Krebs und Schwerhörigkeit helfen. *___Vitamin B1 gilt als Herz- und Hirnnahrung, als ____Heilmittel gegen Konzentrationsschwäche, aber auch ____gegen Verstopfung, Virusleiden und Nervenentzündungen. *___Vitamin B6 ("das Zyklus-Vitamin") vertreibe, so heißt ____es, die Trübsal und lindere Beschwerden vor der ____Menstruation *___VitaminB12 ("Muntermacher fürs Gehirn") wird ____Abgeschlafften zum Wiederaufbau empfohlen. *___Die B-Vitamine Folsäure, Pantothensäure und Biotin ____sollen Appetit machen, die Blutbildung ankurbeln und ____das Grauwerden der Haare verhindern. *___Vitamin C soll schlechthin "supergesund" machen. Es ____helfe gegen Grippe und Erkältungskrankheiten, lasse ____aber auch Wunden schneller heilen und Tumore ____schrumpfen. *___Vitamin E ("aktiver Zellschutz") steht im Ruf eines ____"Rostschutzmittels" für den Organismus. Die "Quelle ____neuer Kraft" strafft angeblich Haut und Nerven, macht ____potent und fruchtbar.
"Praktisch keine Erkrankung", so resümiert der Paderborner Ernährungswissenschaftler Professor Roland Bitsch, "bei der nicht bereits angebliche Therapie-Erfolge mit Vitaminen erzielt worden wären."
Ob krank oder gesund - dem Drang, sich mit zusätzlichen Vitaminen Gutes zu tun, widersteht kaum einer:
Studenten wollen sich für den Prüfungsstreß wappnen, Jogger sich noch effektiver trimmen; Großväter möchten Alterserscheinungen bremsen, Mütter ihre Schulkinder schlauer machen.
Sekretärinnen haben die Schachteln in der Schreibtischschublade, Models jetten (wie Vidal Sassoon) nur mit dem Vitamin im Gepäck, Journalisten werfen die Kapseln als Inspirationshilfe ein. Ein Hamburger Photograph läßt sich das Mischpräparat "Him" ("Naturprodukt, speziell auf die Bedürfnisse des Mannes abgestellt") regelmäßig aus San Francisco kommen: acht bunte Kügelchen pro Tag, als handliche Rationen in Klarsichtfolie abgepackt.
Popstar Michael Jackson futtert, außer Obst und Grünzeug, täglich Dutzende von Vitaminpillen. Und ganz unentbehrlich scheinen die bunten Flottmacher dort, wo es um sportliche Hochleistung geht. Den Angaben über erhöhten Vitaminbedarf
bei Sportlern lägen vor allem subjektive Erfahrungen, aber zu wenig wissenschaftliche Erkenntnisse zugrunde", meinte Sportmediziner Joseph Keul auf einem Vitamin-Symposium in Mainz.
Auch gebe es "keine Anzeichen", daß Vitamine eine zusätzliche Leistungssteigerung bewirken könnten. Doch fast jeder Spitzensportler nimmt sie.
Tennis-As Boris Becker bekommt pro Match zwei Liter eines Zaubertranks, dem die Vitamine, C, E und B12 beigemischt sind. Zehnkämpfer Jürgen Hingsen schluckt Multivitamin-Pillen zum Dessert. Himalaja-Bezwinger Karl Herrligkoffer schleppte auf seiner jüngsten Expedition hochdosiertes Vitamin E mit auf den Gipfel. Den gleichen Stoff verteilte Franz Beckenbauer an seine WM-Elf die sich obendrein täglich eine Ampulle Vitamin C spritzen ließ. Weltklasse-Sportlerinnen wie Martina Navratilova, von Diätberater Robert Haas betreut, sollen sich (unter anderem) mit Riboflavin (Vitamin B2) "zum Sieg essen" (Haas). Olympiasiegerin Ulrike Meyfarth schluckte Vitamine, um beim Training "dem ausgemergelten Körper etwas nachzuhelfen". Doch die Hochspringerin räumt ein: "Sicherlich ist da auch viel Glaube im Spiel."
Albert M. Kligman, Chef einer Hautklinik der Universität in Philadelphia, deutet die Liebe zum Vitamin tiefenpsychologisch. Nach jahrelanger Beobachtung seiner vitaminbegeisterten Patientinnen ("middle-class, middle-aged") kam der Dermatologe zu dem Schluß: Die Damen üben, mit dem Schlucken hoher Vitamin-E-Dosen, "irrationale oral-erotische Praktiken".
Ähnlich wie Süßstoff im Kaffee, interpretiert der Göttinger Psychologe Pudel, dienten die Pillen oder Brausetabletten ihren Benutzern oftmals als Alibi bei "ungünstiger Ernährung": Die Sahnetorte für die Eßlust, hinterher Vitamine für die Gesundheit.
Die Nahrung werde nicht, wie im Science-fiction-Roman vorausgesagt, zur Tablettenform schrumpfen, meinte das Fachblatt "Lebensmittel-Zeitung" - gerade umgekehrt sei es gelaufen: Die (Vitamin-)Tablette werde "heute schon so behandelt, als wäre sie auch so etwas wie ein Nahrungsmittel".
"Vitamine" als Halbwelt-Synonym für "Geld", "Vitamin B" gebräuchlich für "gute Beziehungen" - das 75 Jahre alte Kunstwort ist langst vereinnahmt und verinnerlicht. Wenn auch die Kenntnisse über Vitamine meist dürftig sind, löst der Begriff fast immer "magische Vorstellungen von Omnipotenz" aus, fand Professor Pudel bei einer repräsentativen Befragung: Gleich, mit welchem Buchstaben das Vitamin einherkommt, es steht für "Lebenselixier".
Vitamine, nur soviel ist daran richtig, sind für alle Funktionen und Stoffwechselvorgänge des Körpers unentbehrlich. Da der menschliche Organismus diese Nahrungsbestandteile und ihre Vorstufen nicht selbst produzieren kann, ist er auf ihre Zufuhr von außen angewiesen. Mit "vernünftiger", gemischter Kost werden die 13 teils wasser-, teils fettlöslichen Vitamine fast immer in genügender Menge aufgenommen.
Um ganz sicher zu gehen, schlucken jedoch viele Glaubige die Wirkstoffe in gewaltigen Dosierungen: Mit vielen Präparaten wird das Doppelte, mit manchen das Vielhundert- oder Tausendfache der von wissenschaftlichen Gremien empfohlenen Tagesmenge aufgenommen.
Als Allerweltsremedium, nach dem Motto "Viel hilft viel", propagieren manche Ärzte solche "Megavitamin-Therapie": Zusatz-Vitamine, so fordern die von dem Vitamin-Papst und Nobelpreisträger Linus Pauling angeführten Heilkundler, gehörten auf jeden gedeckten Tisch; das Leben ließe sich damit "um 35 Jahre Verlängern" (Pauling).
Gleichzeitig häufen sich aber Berichte über Patienten, denen diese Behandlung gar nicht guttat: Nach monatelanger Überfütterung mit Vitaminen stellten sich Vergiftungen ein, der erhoffte Effekt verkehrte sich ins Gegenteil.
In jedem Falle gesundheitsförderlich ist die "Vitamanie" (so der Lübecker Mediziner Hans Glatzel) indes für die Pharma-Industrie. Rund 31 Millionen Packungen vitaminhaltiger Präparate verkauften die Hersteller binnen eines Jahres (Mitte 1984 bis Mitte 1985) in Westdeutschland; der Umsatz der Branche ab Fabrik betrug 285 Millionen Mark. Die Käufer mußten für diese Vitalpillen, in der Apotheke oder im Reformhaus, etwa die doppelte Summe hinlegen; die Kasse bezahlt nur selten.
Vitamine für drei Milliarden Dollar jährlich setzen die Pharmakonzerne, laut "Wall Street Journal", derzeit in den USA um - weltweit verzeichnet die Branche bei Vitaminpräparaten jährliche Zuwachsraten von 20 Prozent.
Der enorme Werbeaufwand - allein im ersten Halbjahr 1986 waren es in der Bundesrepublik rund 30 Millionen Mark - zahlt sich aus: Unter den freiverkäuflichen Arzneimitteln sind Vitamine (neben Knoblauchpräparaten) seit Jahren der Renner; 1984 wurden 2,4mal soviel umgesetzt wie noch 1982.
Dabei ist Vitaminmangel, wie sogar die "Deutsche Apotheker Zeitung" feststellt, "in der Wohlstandsgesellschaft ein seltenes Problem" - anders als noch zu
Beginn dieses Jahrhunderts, als die Rolle der Vitamine im Stoffwechsel des Menschen aufgeklärt wurde.
Schon 1754 hatte der schottische Schiffsarzt James Lind in seinem "Traktat über Skorbut" empfohlen, das Seemannsleiden mit Saft von Zitronen und Orangen zu behandeln: Damals gingen in Kriegszeiten mehr britische Seeleute an Skorbut zugrunde, als im Kampf fielen. Frisches Gemüse führe dem Körper "ein gewisses Etwas" zu, das die Besatzungen vor Zahnfleischbluten und Muskelschmerzen schütze, berichtete einige Jahrzehnte später auch der englische Marinearzt Thomas Trotter.
Doch noch lange holte sich das weiterhin rätselhafte Übel an Bord seine Opfer. Immer wieder mußten die Wissenschaftler durch unfreiwillige Ernährungsexperimente auf die rechte Spur gebracht werden.
So verbreitete sich im Frühjahr 1915 die Nachricht von einer sonderbaren Massenerkrankung auf dem deutschen Dampfer "Kronprinz Wilhelm". Der ehemalige Luxusliner, zum Hilfskreuzer in Kriegsdiensten umgerüstet, hatte bereits 14 feindliche Transportschiffe vor der Ostküste der noch neutralen USA aufgebracht.
Die Mannschaft schwelgte in den erbeuteten Vorräten: englisches Corned beef, französische Backwaren, norwegischer Käse, dazu Kaffee, Tee und Zucker nach Herzenslust.
Dennoch wurde die Stimmung zusehends schlechter. Immer mehr Männer klagten über Nervenschmerzen, Atemnot, Magenbeschwerden oder Gelenkschwellungen. Das Schiffshospital füllte sich, bald glich der Kreuzer einem schwimmenden Hospital.
Amerikanische Gesundheitsbeamte und Gelehrte, die an Bord kamen, konnten über die merkwürdige Seuche nur mutmaßen.
Zwar hatte der polnische Arzt Kasimir Funk das Kunstwort "Vitamin" (von "Vita", lat. Leben, und "Amin", Stickstoffverbindung) schon drei Jahre zuvor geprägt - in der fälschlichen Annahme, es handele sich dabei um Aminosäuren. Gleichwohl waren diese "Lebensstoffe" noch kaum ein Begriff unter Wissenschaftlern.
Erst ein New Yorker Lebensmittelchemiker kam schließlich auf die Idee, daß es der Mannschaft bei allem Überfluß am Notwendigsten fehlte. Eine Woche nachdem er frisches Gemüse und Obst auf den Speisezettel gesetzt hatte, lebten die entkräfteten Seeleute auf; wenig später waren sogar die Gelähmten wieder auf den Beinen.
Wie beim Skorbut sollte es nun auch bei den anderen Volkskrankheiten Rachitis, Beriberi und Pellagra, dem "lombardischen Aussatz", nur noch wenige Jahre dauern, bis Vitaminmangel als Ursache dingfest gemacht war.
Die Nöte des Ersten Weltkriegs trieben auch die Suche nach der Substanz voran, deren Fehlen Rachitis auslöste. Vor allem unter Kindern lichtarmer _(Rechts oben: Rachitis-gefährdete ) _(Londoner Kinder (mit Müttern) bei der ) _(vorsorglichen Bestrahlung mit ) _(Höhensonnen, 1938. ) _(Unten: Marinearzt James Lind bei der ) _(Skorbut-Behandlung mit Zitrusfrüchten ) _((Gemälde). )
Großstadtviertel breitete sich die Knochenverkrümmung erschreckend aus, als der aus Norwegen eingeführte Lebertran knapp wurde.
Da fand ein Berliner Arzt heraus, daß ultraviolette Bestrahlung dieselbe Heilkraft wie das stinkige Fischöl hatte: Binnen weniger Monate wurden Hinterhof-Kinder mit der typischen Hühnerbrust auch unter der Quarzlampe gesund, ihre Knochen hatten sich gefestigt.
Den seit langem genutzten, bis dahin unbekannten Wirkstoff enträtselte dann der Göttinger Chemiker Adolf Windaus das antirachitische Vitamin D konnte industriell hergestellt werden.
Unvorstellbar blieb der Wissenschaft lange Zeit, daß auch eine andere, in allen Reisländern grassierende Volkskrankheit durch unzulängliche Ernährung ausgelöst sein sollte: die Beriberi. Unsichtbare belebte Erreger, so galt als sicher, seien die Ursache der muskellähmenden und schließlich tödlichen Nervenentzündung.
Daß die modische Sitte die braunen Reiskörner mit amerikanischen Schälmaschinen weiß zu polieren, schuld sei, mochte dem Kolonialarzt Christiaan Ejkmann zunächst niemand abnehmen. Erst 30 Jahre später, 1929, erhielt der Niederländer den Nobelpreis für seine Entdeckung.
Für eine Ansteckungskrankheit wurde hartnäckig auch die "Pellagra" (von "pelle", ital. Haut, und "agra", rauh) gehalten, ein in den Mais-Regionen der Alten und Neuen Welt verbreitetes Leiden. Noch in den 20er Jahren wurden Hunderttausende von Nordamerikanern von dem Hautleiden befallen, jeder zehnte Erkrankte starb an den begleitenden Nervenstörungen. Erst Ernährungsversuche machten deutlich, daß auch die Pellagra eine Folge von Vitaminmangel war.
Ein drastischer Vitamin-A-Mangel machte sich schließlich in Dänemark breit, nachdem dort, um 1910, als Butterersatz die bis dahin unbekannte Margarine eingeführt worden war. Die Symptome - Nachtblindheit, Wachstumsstillstand oder Hautschäden - schwanden erst wieder, als die Anreicherung der Margarine mit Vitamin A gesetzlich vorgeschrieben wurde.
Nachdem zuerst 1933 das chemische Gefüge des skorbutverhütenden Vitamins C geklärt worden war, kam die Enträtselung auch der anderen Vitamine schnell in Gang; die neuentdeckten Substanzen, nach der Reihenfolge ihrer Entdeckung mit den Buchstaben des Alphabets bezeichnet, wurden im Labor nachgebaut: Das antirachitische Vitamin D, das gegen Nachtblindheit wirksame Vitamin A, die vor Beriberi und Pellagra schützenden B-Vitamine konnten nun fabriziert und für Prophylaxe und Therapie eingesetzt werden.
Doch schon damals, als die Vitaminforschung noch in den Anfängen steckte, zeigte sich die magische Anziehungskraft der neuentdeckten organischen Verbindungen: "Mit einem Schlage", so schrieb 1935 der Arzt und Autor Gerhard Venzmer (der im Oktober dieses Jahres 94jährig starb), "sind die Vitamine modern geworden." Die Arznei- und Nahrungsmittelindustrie habe sich ihrer schon bemächtigt, und "kaum glaublich ist''s, welcher Mißbrauch mit dem Wort ''Vitamine'' getrieben wird, was alles sie verhüten und heilen können sollen" (Venzmer).
Die prominente Kochbuch-Verfasserin Mary Hahn beklagte sich in jenen Jahren über die neue Unsitte, aus Sorge um die Vitamine alles nur noch roh zu essen - wo man doch bislang, aus Angst vor den Bazillen, beileibe nur Gekochtes gegessen habe. Und der Wiener Medizinprofessor Julius Tandler mokierte sich, auf seiner Reise in die USA habe er dort "zwei geistige Epidemien" wahrgenommen: die Individualpsychologie und die Vitamine.
Der Rummel werde bald ein Ende haben, meinte damals der fortschrittsgläubige Doktor Venzmer: Mit wachsenden Kenntnissen über die eigentliche Natur der Vitamine verlören "die geschäftstüchtigen Afterwissenschaftler und Nutznießer übertriebener Ängstlichkeit an Boden".
Aber da irrte der brave Mediziner. Die Anwendung von Vitaminen erlebe jetzt ihre dritte Ära, hieß es jüngst im "New England Journal of Medicine". Nach dem Einsatz gegen spezielle Mangelkrankheiten und der in den 50er Jahren entwickelten Vitaminbehandlung seltener erblicher Stoffwechselleiden, sei nun das Zeitalter der "Megadosierung" da - des "wahllosen Gebrauchs" (so die Zeitschrift) gefährlich hoch dosierter Präparate.
"Den Stein ins Rollen" (Elmadfa) brachte 1970 Professor Pauling mit seinem Buch "Vitamin C and the Common Cold", zu deutsch "Vitamin C und die gewöhnliche Erkältung". Nicht nur für die feuchtkalte Jahreszeit wurden darin wie üblich, Vitaminpillen angeraten. Der geniale Apothekerssohn behauptete vielmehr, tägliche Megadosen von Vitamin C ("Kaufen Sie die billigste Sorte") könnten jedermann lebenslang vor grippalen Infekten und ihren unangenehmen Begleiterscheinungen bewahren.
Wissenschaftlich bewiesen ist, trotz zahlreicher Studien, die Fama vom Grippe-Vitamin-C bis heute nicht; neuere,
sorgfältig angelegte Untersuchungen widerlegen hingegen die behauptete Wirkung des Vitamins als Schnupfenkiller.
Schätzungsweise zehn Prozent aller Amerikaner nehmen regelmäßig Mega-Vitamindosen, "ein wachsendes Problem", meint David Heber, Ernährungswissenschaftler an der University of California in Los Angeles. Amerikanische, aber auch europäische Ärzte berichteten über zahlreiche Fälle, in denen der Dauerkonsum extremer Mengen von Vitaminen Erkrankungen nach sich zog: *___Vitamin A löste Hautschuppungen und -risse aus; in der ____Schwangerschaft genommene Megadosen führten zu ____Mißbildungen des ungeborenen Kindes, ältere Kinder und ____Erwachsene erlitten Blutarmut. *___B-Vitamine verursachten akneähnliche Pusteln, aber auch ____schwere Nervenlähmungen (B6). *___Vitamin C begünstigte Durchfälle, Magen- und ____Darmgeschwüre sowie, als Vorläufer für Oxalsäure, die ____Bildung von Nierensteinen. *___Vitamin E rief Muskelschwäche hervor, es vertrug sich ____offenbar nicht mit Vitamin K und Eisen - ____Blutgerinnungsstörungen und Anämie waren die Folge.
Dabei geben in den Industrieländern Ernährungsexperten regelmäßig Empfehlungen für die Vitaminzufuhr, die sich nach dem Ernährungszustand der Bevölkerung richten. Besonders großzügig bemessen sind die Richtwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).
Seit 1968 veröffentlicht die Gesellschaft, im Auftrag der Bundesregierung, Lageberichte über die Ernährung der Westdeutschen. Zuletzt 1984 legten die 60 Chemiker, Lebensmitteltechnologen, Agrarwissenschaftler, Mediziner und Ernährungsforscher ihren Befund vor.
Um zu erfahren, was und wieviel die Westdeutschen essen, gucken die Wissenschaftler in Einkaufskörbe und Kochtöpfe, protokollieren und analysieren, was bei Jungen und Alten, bei Singles und in Familien auf den Tisch kommt. Aus repräsentativen Stichproben schlossen die Untersucher in ihrem jüngsten Bericht, daß die Westdeutschen zwar zu viel, zu fett, zu süß schlemmen; aber "ein biochemisch nachweisbarer Mangel an verschiedenen Vitaminen" sei "eher die Ausnahme als die Regel".
Am günstigsten sei die Situation bei "Personen mittleren Alters", heißt es in dem Bericht. Aber auch "Senioren sind besser mit Vitaminen (und Mineralstoffen) versorgt als ursprünglich angenommen".
Vitamindefizite scheint es am ehesten bei der Pommesund-Cola-Generation, bei den 18- bis 24jährigen, zu geben. Doch "wenn die Sturm-und-Drang-Periode abklingt", so DGE-Mitglied Professor Werner Kübler, "werden auch, mit geregelter Berufstätigkeit, die Vitaminreserven aufgefüllt".
Von den insgesamt 13 Vitaminen mit unterschiedlichen Funktionen (siehe Graphik Seite 179) kommen, laut DGE, vor allem die Vitamine C und A reichlich auf den Tisch. Auch vom B12 wird mehr als genug aufgenommen.
Besser könnte, nach den zum Teil widersprüchlichen Ergebnissen der DGE-Untersuchungen, die Versorgung mit den B-Vitaminen Thiamin (B1) und Folsäure sein: Etwa 10 bis 20 Prozent der Untersuchten nähmen zuwenig Thiamin auf. Bei Frauen erhöht offenbar die
empfängnisverhütende Pille noch den B6-Bedarf.
Auch hinsichtlich der täglich empfohlenen Menge an Vitaminen braucht niemandem bange zu sein: Die von der DGE festgelegten Werte zeugen vom deutschen Bedürfnis nach Sicherheit.
So liegt, mit 75 Milligramm pro Tag, die empfohlene Tagesration an Vitamin C weltweit an der Spitze (übertroffen nur noch von 100 Milligramm in Bulgarien). Zu diesem Quantum, rät die DGE in ihren jüngsten "Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr" (1985), solle der Verbraucher möglichst noch weitere 30 Milligramm zuschlagen - als Ersatz für mögliche Verluste durchs Kochen oder Lagern von Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln.
Die Ernährungswissenschaftler tun sich offenbar schwer bei der Bestimmung der optimalen Vitaminzufuhr. Die unterschiedlichen Richtzahlen, erläutert der Mainzer Physiologe Karlheinz Bäßler, kämen durch höchst unterschiedliche Untersuchungsmethoden und -kriterien zustande- "sehr schwierig und mit Fehlern behaftet" seien auch die nötigen Erhebungen über den Verzehr, zudem schwanke der Bedarf individuell stark. So sind durch die Festlegung hoher Durchschnittswerte, "eine ganze Menge Leute natürlich überversorgt", meint Professor Bäßler, Autor eines Lehrbuchs über Vitamine.
Die in den Nährwerttabellen empfohlenen Vitaminmengen müssen auch keineswegs jeden Tag verzehrt werden, damit das Wohlbefinden gesichert ist. Zwar stellen sich in den Lebensmitteln Verluste rasch ein: Ein frischgepreßter Orangensaft verliert schon binnen einer Stunde ein Drittel seines Vitamin-C-Gehalts, Kopfsalat ist drei Tage nach der Ernte seiner Vitamine gänzlich beraubt, und Gemüse, das im Topf warm gehalten wird, hat mit jeder Stunde zehn Prozent Vitamine weniger.
Aber der "Tagesbedarf", etwa an Vitamin C, ist andererseits einfach gedeckt: mit einer großen Pampelmuse, anderthalb Kiwi-Früchten, 150 Gramm Erdbeeren oder einer Portion Blumenkohl.
Daß der Körper auch keineswegs von heute auf morgen an einem Vitamin verarmt, zeigte sich in Versuchen mit Freiwilligen, denen das Vitamin B, in der Nahrung entzogen wurde. In den ersten zehn Tagen registrierten die Wissenschaftler keinerlei Veränderungen, erst danach konnten Unterschiede im Stoffwechsel festgestellt werden, klagten die Versuchspersonen über Schlaflosigkeit, Unwohlsein und Reizbarkeit.
Erst wenn die Testpersonen das im Schweinefleisch, in Leber, Nüssen oder auch im Gemüse enthaltene Thiamin 200 Tage oder länger entbehrt hatten, traten die typischen Beriberi-Symptome auf - Nervenstörungen und Muskelschwäche.
Wo kein echter Mangel zu ermitteln ist, muß, im Interesse des Vitamin-Umsatzes, zumindest ein "subklinischer Mangel" herbeigezaubert werden. Welch akrobatische Mühen darauf verwandt werden, solche "Behauptung ohne Beweis" (Glatzel) aufzubauen, zeigt eine Studie von Professor Pudel.
Der Ernährungspsychologe sitzt, mit drei weiteren Professoren im Beirat des 1985 von Vitaminhersteller Hoffmann-La Roche gegründeten Arbeitskreises "Evi" (abgekürzt für "Ernährungs- und Vitamin-Information"). Evi richtet Symposien und Pressekonferenzen aus, um vor der "trügerischen Sicherheit" zu warnen, in der sich viele angeblich mit Vitaminen unterversorgte Westdeutsche wiegen.
Zu den Gruppen, um die Evi sich sorgt, gehören die Alten. Zwar ergab eine schweizerische Studie in 15 "Alterssiedlungen", daß Frauen und Männer auch dort genügend Vitamine bekommen, und eine Untersuchung von Professor Elmadfa und seinen Mitarbeitern in einem Hamburger Altenheim zeigte eine gute Versorgung mit Vitamin E. Doch Pudel versuchte nachzuweisen, daß es einen "subklinischen" symptomlosen Mangel gebe, der bedrohlich werden könne. Bei 60 Personen über 65 Jahren ließ der Psychologe die Konzentrationsfähigkeit sowie das allgemeine seelische Befinden testen und messen.
"Nur für Thiamin und Plasmafolsäure" habe "bei jeweils mehr als vier Personen eine Unterversorgung festgestellt" werden können, räumt Pudel ein. Und es seien auch "letztlich nicht kontrollierbare Einflüsse" im Spiel gewesen. Doch auf einem Symposium der Firma Eckes in Mainz trug der Professor die Ergebnisse als "recht eindeutig" vor: Die Gruppe mit "subklinischem Vitaminmangel" werde durch "größere emotionale Labilität" gekennzeichnet.
Mit Hilfe von Extra-Vitaminen Krankheiten vorzubeugen, die nicht auf Vitaminmangel zurückgehen, sei "nach gegenwärtiger Kenntnis nicht möglich", konstatiert Ernährungsforscher Bitsch. Und "wer sich vielseitig ernährt, Obst, Gemüse und Vollkornprodukte ißt", so Professor Elmadfa, "braucht keine Unterversorgung zu befürchten".
Schlimmstenfalls, so der Frankfurter Ernährungsphysiologe Professor Harald
Förster, seien in der Wohlstandsgesellschaft "schwierig festzustellende verborgene Mangelzustände zu erwarten". Sogar bei extrem einseitiger Ernährung - etwa vegetarisch - komme es nur selten zu ausgeprägtem Vitaminmangel, obwohl in der fleischlosen Nahrung das Vitamin B12 völlig fehle.
Einen erhöhten Bedarf (und damit am ehesten einen Mangel) an Vitaminen haben nur einige Risikogruppen: chronisch Kranke, schwangere oder lange stillende Frauen, Alkoholiker sowie, vermutlich, starke Raucher.
Doch die Pharmafirmen schert dies wenig. Sie deklarieren ihre freiverkäuflichen Dragees und Kapseln als Wundermittel und verheißen Erlösung von nahezu allen Übeln. Ob Manager, Schulkinder oder Alte, ob Karrierefrauen oder liebesuntüchtige Männer - es gibt kaum eine Gruppe, die nicht als Werbeziel in Frage käme.
Als "Vitamin der achtziger Jahre" wurde das in den USA längst modische Vitamin E auch in den westdeutschen Markt gedrückt. Daß dem Vitamin wunderbare Eigenschaften als Sex- und Fruchtbarkeitsstimulans zugeschrieben wurden, hängt mit der Entdeckungsgeschichte zusammen: Ratten, die aufgrund einseitiger Ernährung unfruchtbar geworden waren, konnten sich nach Verabreichung von Vitamin E normal fortpflanzen - beim Menschen blieben Versuche, Fortpflanzungsstörungen mit Vitamin E zu beheben, ohne Erfolg. Dennoch wurde Vitamin E mit dem Namen "Tocopherol", auf griechisch "geburtenbringend", geziert.
Die vorgebliche Potenz-Rakete werde auch den Apothekenumsatz "vitalisieren", versprachen die Hersteller. Der Chemiekonzern Henkel, mit rund 100 Millionen Mark Umsatz führender Rohstoff-Produzent für Vitamin E, rechnet laut "Lebensmittel-Zeitung" für 1989 bereits mit der fünffachen Summe.
Zu diesem Zweck wurde das bis dahin in Europa kaum beachtete Vitamin E beinahe als Allheilmittel propagiert: Die Waschzettel der etwa zwei Dutzend Anbieter lesen sich, so Professor Bäßler, "wie das Inhaltsverzeichnis eines Lehrbuchs der Inneren Medizin":
300 Milligramm täglich (DGE-Empfehlung: zwölf Milligramm) verordnet OptoVit-E-Produzent Hermes als Dauertherapie gegen "Erkrankungen der Herz- und Kreislaufgefäße, Beschwerden des Muskel-, Binde- und Stützgewebes sowie Störungen der Keimdrüsentätigkeit". Von "Evit" (Deutsche Chefaro Pharma) sollen täglich 400 Milligramm genommen werden, damit der gesamte Organismus "in Hochform" kommt; "Detulin 400" macht, laut Hersteller Woelm Pharma, "die roten Blutkörperchen widerstandsfähiger" und wirke "günstig auf Blutfettspiegel"; mit einer Tagesdosis von 600 Milligramm Vitamin E verlängert "Eusovit 300" (Wölfer) angeblich "die schmerzfreie Gehstrecke bei Durchblutungsstörungen".
Wer "leistungsstark und standfest" - kurzum "mehr Mann" sein möchte -, soll "Repursan mit Vitamin E" (Hersteller: Biokanol) einnehmen.
Mit der zweifach abgebildeten "Frau Gerda Brettschneider" wirbt schließlich das "Institut Elysee". Die Hausfrau aus Wuppertal, "vorher" gleichsam eine Schrunzelmaske aus dem Gruselkabinett, "nachher" als Covergirl zu sehen, habe "sich selbst in nur drei Tagen um herrliche 20 Jahre verjüngt - eben mit "VITA-minE 500".
Zwar braucht der Körper offensichtlich das vor allem in Pflanzenölen vorkommende Vitamin E: Die Substanz bewahrt die Körperfette sowie eine Reihe leicht oxidierbarer Stoffe, etwa Vitamin A, vor schädlicher Sauerstoffeinwirkung. Aber dafür genügen die von der DGE festgesetzten Mengen (einschließlich Sicherheitszuschlag für Verluste), die mit gemischter Kost leicht erreicht werden. "Ein Vitamin-E-Mangel", so betont Tocopherol-Experte Elmadfa, "kommt beim Menschen so gut wie nicht vor."
Die Studien über die lebensverlängernde Wirkung von Vitamin E sind zahlreich, aber wissenschaftlich fast immer "suspekt" (Elmadfa). Immer wieder seien, um die Behauptung zu stützen, mangelleidende Versuchstiere mit normalversorgten verglichen worden, kaum aber normalversorgte Testtiere mit solchen, die Vitamin E über den Bedarf hinaus erhalten hätten: Zwischen diesen beiden Gruppen, so habe sich in kritischen Untersuchungen stets gezeigt, gab es niemals signifikante Unterschiede.
Zur Steigerung ihres Absatzes, so scheint es, kam den Vitamin-E-Produzenten der Strahlenunfall von Tschernobyl gerade recht: OptoVit-E, "als aktiver Zellschutz täglich eingenommen, hilft gesundheitliche Folgeschäden (der Strahlenbelastung) zu vermeiden", warb Marktführer Hermes.
Hermes beruft sich auf die Fähigkeit des Vitamin E, als Antioxidans die nachteilige Wirkung der sogenannten "freien Radikalen" zu bremsen. Diese auch durch starke, lang andauernde Radioaktivität vermehrt gebildeten Moleküle vagabundieren
im Organismus umher und können dabei Zellstrukturen angreifen. Daß Vitamin E als "Radikalenfänger" vor den Folgen der Kernstrahlung schütze, sei aber "reine Spekulation", meint Professor Jörg Schuster, Pharmakologe am Bundesgesundheitsamt. Professor Johannes-Friedrich Diehl, Strahlungsexperte an der Karlsruher Bundesforschungsanstalt für Ernährung, findet die Argumentation "an den Haaren herbeigezogen".
Auf Angst und Eitelkeit setzen auch die Hersteller der anderen Vitamine zwischen A und K: *___Lange Fernseh-Abende könnten den Bedarf an Vitamin A um ____das 50fache erhöhen, "Sanhelios-Vit.A-Kapseln" seien ____vonnöten, um die Sehkraft zu erhalten - in Wahrheit ist ____müden Augen mit zusätzlichem Vitamin A, das laut DGE ____ohnehin reichlich aufgenommen und im Körper gespeichert ____wird, nicht zu helfen. Das Vitamin ist Bestandteil des ____Sehpurpurs, der das Sehen in der Dämmerung ermöglicht. ____Ein Mangel an Vitamin A kann allenfalls die ____Hell-Dunkel-Anpassungsfähigkeit des Auges mindern und, ____im Extremfall, nachtblind machen. *___"Vitasprint B12" in Trinkfläschchen abgefüllt, soll ____"degenerative Störungen der Nerven" verhindern. Aber ____die aufbauende Wirkung des bei Arzt und Patient ____hochbeliebten B12 ist, wie Pharmakologe Professor Peter ____Mitznegg feststellt, eine "Legende". Das Vitamin hat ____seinen Sinn nur bei einer Form von Blutarmut ____(perniziöse Anämie), die mit B12-Mangel einhergeht. Was ____überschüssig ist, wird zudem rasch mit dem Harn ____ausgeschieden. *___Vitamin C, der Renner und Klassiker unter den ____Vitaminen, sei sogar auch für die Bildung des ____hautverschönenden Kollagens zuständig, wollen die ____Hersteller der "Acerola plus Vitamin-C-Taler" ____weismachen. Die mit 500 Milligramm dosierte ____Lutschtablette soll verhüten, daß ständiger ____Vitamin-C-Mangel "das Bindegewebe frühzeitig ____erschlaffen läßt" - "Wunschdenken", meint Professor ____Elmadfa: "Weder ist eine Therapie mit solch hoher ____Dosierung erforderlich, noch ist eine Prophylaxe zu ____empfehlen."
Zwar bemühen sich die Verbraucher-Zentralen, der Überfütterung mit Vitaminen durch Aufklärungskampagnen entgegenzuwirken, und auch Apotheker riskieren gelegentlich den Versuch, Kunden von extrem hohen Dosen abzuraten. Aber meist kommen die Gläubigen, so die Kieler Apothekerin Elisabeth Braband, "schon mit dem Zeitungsausschnitt in der Hand" und fordern ein spezielles Mittel: "Die Werbung funktioniert hundertprozentig."
Den Massenwahn, daß Vitamine gesund seien und leistungssteigernd, nutzt auch die Lebensmittelindustrie: Mindestens jedes vierte Produkt in den Regalen der Branche ist schon "vitaminiert", die Zahl chemisch aufgebesserter Spezialitäten nimmt ständig zu. Ob Säfte, Bonbons, Fertiggerichte, Kartoffelchips oder Kuchen - der Verbraucher wird mit "gesundheitlich wertlosen Lebensmitteln überschwemmt, die mit Vitaminen aufgepäppelt sind", meint Silke Schwartau-Schuld, Ernährungsberaterin in der Hamburger Verbraucher-Zentrale.
Ein paar Milligramm Vitamin (Kilopreis für synthetisches Vitamin C: etwa 25 Mark), so meinen die Hersteller offenbar , rechtfertige stattliche Preise und schöne das Firmenimage.
So stylt beispielsweise die Aretsrieder Molkerei Alois Müller ihre "Multivitamin-Buttermilch" zum kostbaren Therapeutikum hoch. Über das Gebräu aus wärmebehandelter fettarmer Milch mit Stabilisatoren, Aromastoffen und Zucker liegen, laut Werbung, "folgende gesicherte Informationen" vor: "Die zahlreichen Vitamine decken jeweils den Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen und geben seiner Haut einen verführerischen Teint ..."
Eindeutiger ist die Sprache meist in der brancheninternen Werbung, wo etwa Süßgummi-Produzent Haribo "Vitamine für ein gesundes Geschäft" präsentiert. ",Fanta" rühmte sich, seit der C-Vitaminisierung des Zuckerwassers binnen eines halben Jahres 20 Millionen Liter mehr verkauft zu haben.
Doch Ernährungswissenschaftler und -berater ließen, auf einem Seminar des West-Berliner Verbraucherinstituts, kaum ein gutes Haar an der Vitaminierung: Sie verfestige ungesunde Eßgewohnheiten, und wer sich ständig mit hohen Vitamindosen anreichere, der könne davon krank werden.
Riskant ist ein Übermaß an den fettlöslichen (und: daher im Körper gut speicherbaren) Vitaminen A und D; die wasserlöslichen Vitamine werden, wenn der Bedarf gedeckt ist, über den Harn meist rasch ausgeschieden.
Säuglinge beispielsweise sind gefährdet, wenn sie mehr als 0,025 Milligramm Vitamin D pro Tag aufnehmen: Kalkablagerungen in Blutgefäßen und Nieren können die Folge sein. Die ungefährliche Höchstmenge kann leicht überschritten werden, wenn das Kind die meist mit dieser Dosis versehenen Fertigmilch- oder Breizubereitungen erhält und zusätzlich das oft (zur Rachitisvorbeugung) routinemäßig verordnete Vitamin D. Obendrein kann sich das Vitamin noch durch Sonneneinstrahlung bilden.
Daß Vitamine "Pharmaka" nach altgriechischer Definition sein können, nämlich Heilmittel und Gift zugleich, zeigt sich vor allem an den Folgen der Megavitamin-Therapie.
Nobelpreisträger Linus Pauling, Vitaminfreak seit 50 Jahren, propagierte als erster die Idee, mannigfachen Leiden durch enorme Gaben von Vitaminen abzuhelfen. Bald entwickelte sich, vor allem in den USA und England, eine regelrechte Bewegung von Ärzten und Gesundheitsaposteln, die auf Vitamin-Roßkuren schworen.
Vitamin A beispielsweise wurde von den Anhängern dieser Therapie in Dosen bis zu 75 Milligramm täglich (DGE-Empfehlung: 0,9 Milligramm) gegen Akne, Allergie, Erkältung, Ekzeme, Haarausfall oder auch Herzerkrankungen angeraten. Vitamin C, von dem Pauling
selbst täglich zwölf Gramm (entsprechend 130 Viertellitergläsern Orangensaft) schluckt, sollte die Wundheilung fördern und zudem einer ganzen Liste von Übeln abhelfen, vom Krebs bis zur Depression.
Der amerikanische Arzt Robert C. Atkins, Autor des Bestsellers "Diät-Revolution", verschreibt seinen übergewichtigen Patienten gern das Vielhundertfache des Tagesbedarfs vom Vitamin B-Komplex, von Vitamin C "und ganz besonders von Vitamin E", weil es "sehr gut gegen Symptome eines niedrigen Blutzuckers bei dieser Diät zu sein scheint".
Vitamin B6, so behaupten Megatherapeuten, könne in hohen Dosierungen das prämenstruelle Syndrom beseitigen; sogar gegen Autismus und Lernschwierigkeiten bei Kindern verordneten gläubige Ärzte Höchstmengen von Vitaminen.
Doch die versprochenen Effekte blieben sämtlich unbewiesen, und auch Linus Pauling mußte hinnehmen, daß Studien über die Erfolge des Vitamins C als Tumorhemmer wissenschaftlich strengeren Untersuchungen nicht standhielten. "Es tut uns leid", resümierte Robert E. Wittes vom amerikanischen National Cancer Institute die jüngste Kontrollstudie im "New England Journal of Medicine", "daß die Ergebnisse negativ waren."
"Vitamin-C-Megadosen sind ''out''", schrieb im Juni dieses Jahres auch die "Deutsche Apotheker Zeitung". Anton Stier, Direktor des Göttinger Max-Planck-Instituts für Biophysikalische Chemie, hatte auf unerwünschte Nebenwirkungen aufmerksam gemacht: Bereits die Zufuhr von ein bis zwei Gramm Vitamin C pro Tag könne die Entstehung von Magen- und Darmgeschwüren begünstigen.
Im Übermaß genossen, warnte auch das Bundesgesundheitsamt (BGA), könnten die lebenswichtigen Substanzen schwere Schäden auslösen - vom erhöhten Hirndruck bis zur Nervenlähmung.
So mußte die West-Berliner Journalistin Evelyn Köhler, die sich "wegen Streß, Rauchen, Pille" von USA-Reisen stets "Megabomben" Vitamin B12 aus dem Drugstore mitbrachte, mit Schrecken beobachten, wie ihre Haut zusehends schuppiger wurde. Cremes halfen nicht, die Symptome wurden schließlich so schlimm, daß sich die Journalistin im Klinikum Steglitz zur Behandlung einfand.
Professor Constantin Orfanos, Chef der Hautklinik, sah die Folgen solchen "Abusus aus übertriebener Besorgnis" nicht zum ersten Mal. "Immer wieder," so der Dermatologe, "kommen Patienten, die durch zuviel Vitamin A und B Akne, Haarausfall oder weiche Nägel bekommen."
Unter diesem "Umkehrphänomen" litten auch Säuglinge, deren Mütter während der Schwangerschaft hohe Vitamin-C-Dosen eingenommen hatten. Schon bald nach der Geburt erkrankten die Kinder am sogenannten Säuglingsskorbut, offenbar weil der kindliche Organismus den plötzlichen Entzug des Vitaminüberschusses als Vitaminmangel mißdeutet.
Sowohl der Mangel als auch Megadosen an Vitamin E können Muskelschwund hervorrufen. In beiden Fällen, so Professor Elmadfa, sei - im krassen Gegensatz zu hochtönenden Werbeversprechen - "ein Leistungsabfall meßbar", der durch eine drastische Abnahme des Enzyms Kreatinkinase im Muskel ausgelöst wird.
An die Lähmungserscheinungen beim Vitamin-B6-Mangel erinnern auch wieder die Symptome von Überdosierungen dieser Substanz. Vor allem Frauen, die sich von B6-Präparaten Hilfe bei prämenstruellen Beschwerden versprochen hatten, erkrankten an sogenannten Neuropathien: Nach längerer Einnahme von täglich einer 500-Milligramm-Kapsel (DGE-Empfehlung: 1,6 Milligramm) klagte beispielsweise eine 34jährige Amerikanerin über ein Taubheitsgefühl von den Füßen bis zur Hüfte; die Patientin konnte sich schließlich nicht mehr bewegen, so daß die Ärzte schon Multiple Sklerose vermuteten. Nachdem die Frau das Präparat abgesetzt hatte, trat Besserung ein. Über ähnliche Fälle berichteten Mediziner im "New England Journal of Medicine".
Auf jährlich etwa 200 neue Fälle in den Industrieländern wird die Zahl der Vergiftungen mit Vitamin A geschätzt. Über einen Vitamin-Fimmel mit tödlichem Ausgang berichteten jetzt Schweizer Mediziner.
Die Ärzte hatten sich monatelang um eine 62jährige Frau bemüht, die mit Gelbsucht eingeliefert worden war und schließlich an Leber- und Nierenversagen starb; jeglichen Mißbrauch von Medikamenten hatte die Patientin von sich gewiesen. Die Ursache kam erst durch eine Autopsie zutage: Die Frau hatte jahrelang, in großen Mengen, ein rezeptfreies Multivitamin-Präparat konsumiert - bis zu 17 Kapseln täglich, wie die Gemeindeschwester später bestätigte. Leber und Milz konnten schließlich die extremen Mengen an Vitamin A nicht mehr verkraften.
Da "wird''s einem doch unheimlich, meint Professor Bäßler - obschon feststehe, daß "ganz wenige Substanzen so unschädlich sind wie die Vitamine".
Bäßler gehört, wie noch acht weitere Experten, dem 1985 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft einberufenen Arbeitskreis "Megavitamin-Dosen" an. Das Gremium soll versuchen, den Drang zum Vitamin "in richtige Wege zu leiten, bevor hier etwas passiert" (Bäßler) - möglicherweise auch durch die Einführung der Rezeptpflicht für Präparate, in denen hochdosierte Vitamine wie Arzneimittel wirken.
Wie stark die Faszination der Zauberpillen ist, mußten die Wissenschaftler sogar schon im eigenen Kollegenkreis feststellen.
So berichtet Physiologe Bäßler von einem "bekannten Pharmakologen", der stets gegen den Vitamin-Tick wettert, sich selbst aber bei Tisch Vitamin-C-Pulver in den Saft streut, mit der Bemerkung: "Es kommt nur drauf an, ob man dran glaubt oder nicht."
Eine aus den USA zurückgekehrte jüngere Wissenschaftlerin, so erzählte einmal der Gießener Ernährungsforscher Elmadfa, nehme täglich 400 Milligramm Vitamin E zu sich.
Auf die erstaunte und zweifelnde Frage des Professors, was denn durchs Vitamine-Schlucken besser geworden sei, gestand die Kollegin: "Nichts."
[Grafiktext]
"Nachweisbarer Mangel ist die Ausnahme" Tatsächlicher Bedarf an wichtigen Vitaminen, ihre Wirkung, Folgen von Unter- oder Oberdosierung FETTLÖSLICHE Empfohlene Funktion Mangelerscheinungen Folgen von Überdosierung Wichtige Vitaminquellen VITAMINE: Tageszufuhr 0,8 Milligramm Leber, Milchprodukte A (Frauen) Beteiligt am Sehprozeß, Nachtblindheit, Wachs- Wachstumsstörungen Speisefette; Provitamin A (Retinol) bis 1 Milligramm an Schleimhautbildung tumsstörungen, Hautver- Hautschäden, (Carotin): Spinat, Feldsalat (Männer) und Schilddrüsentätigkeit änderungen Haarausfall Möhren 0,005 Milligramm Beeinflußt Knochen- und Wachstumsstörungen, Kalkablagerungen in Organen D (Kleinkind: Zahnbildung, Förderung der Knochenentkalkung, Rachitis und Blutgefäßen Seefisch, Butter, Eigelb, Hefe (Calciferol) 0,01 Milligramm) Kalziumaufnahme Genaue Funktionen unbe Nur bei krankhaften Muskelschwäche, Nüsse pflanzliche Öle und E kannt, schützt wahrschein Störungen der Fettver- Beeinträchtigung Fette (Tocopherol) 12 Milligramm lich Fette und Vitamin A im dauung, sonst nicht nach- Blutgerinnung Körper vor Oxidation gewiesen Bildung von Prothrombin Verzögerung der Störungen im Blutbild, Milch, Blumenkohl und K 0,7 Milliqramm (Vorstufe eines Blut Blutgerinnung Durchblutungsstörungen andere Kohlarten, Tomaten (Phyllochinon) bis 2,1 Milligramm gerinnungsfaktors) WASSERLÖSLICHE VITAMINE: 1,2 Milligramm Mitwirkung beim Kohlen Müdigkeit, Verdauungs B1 (Frauen) hydratstoffwechsel, wichtig störungen, Appetitlosigkeit, Schweißausbrüche, Juckreiz Vollkornbrot, Hülsenfrüchte, (Thiamin) bis 1,4 Milligramm für Funktionen von Nerven schwerer Mangel: Kartoffeln, Schweinefleisch (Männer) zeilen und Muskeln Beriberi 1,5 Milligramm B2 (Frauen) Beteiligt am Eiweiß-. Fett Wachstumsstörungen, (Riboflavin) bis 1,7 Milligramm und Kohlenhydratstoff Schädigungen an Augen Nicht bekannnt Fleisch, Milch, Vollkornbrot (Männer) wechsel und Haut, Mundwinkelrisse 15 Milligramm Beteiligt am Eiweiß-, Fett Rauhe Haut, Durchfälle. Niacin (Frauen) und Kohlenhydratstoff Schädigung des Zentral- Allergie-Symptome Vollkornbrot, Hulsenfrüchte, (Nicotinsäureamid) bis 18 Milligramm wechsel nervensystems Kartoffeln, Schweinefleisch (Männer) 1.6 Milligramm Mitwirkung beim Empfindungsstörungen B6 (Frauen) Eiweißstoffwechsel, wichtig Störungen des Nerven- auf der Haut, Fleisch, Seefisch, Gemüse, (Pyridoxin) bis 1,8 Milligramm für Bildung von systems, Hautschäden Lähmungserscheinungen Kartoffeln, Vollkornbrot (Männer) Gewebshormonen Anämie, Schleimhaut-Folsäure 0.16 Milligramm Erforderlich für Blut veränderungen, Magen- Nicht bekannt Vollkornbrot, Milch bildung, Zellteilung darmstörungen Beteiligt am Aufbau von Leber, Blumenkohl, Panthothensäure 8 Milligramm Fettsäuren, Abbau von Äußerst selten Nicht bekannt Vollkornbrot, Milch Fetten und Kohlenhydraten, an Entgiftungsreaktionen Beteiligt an Synthese von Nicht bekannt Milch, Innereien Biotin Nicht bekannnt Fettsäure Äußerst selten B12 (Cobalamin) 0,005 Milligramm Zellaufbau, Blutbildung Anämie, Schädigung der Akne Leber, Fleisch, Ei, Milch Magenschleimhaut Reguliert den Zellstoff Anfälligkeit für Infek Hagebutten, Sanddorn. C wechsel, bremst Oxidations tionen, verzögerte Wund- Bildung von Harnsteinen, Erdbeere, Kiwi, Zitnustruchte, (Ascorbinsäure) 75 Milligramm vorgänge im Organismus heilung, schwerer Mangel: Diarrhoe, Säuglingsskorbut Paprika, Kohl, Kartoffeln Skorbut
[GrafiktextEnde]
Rechts oben: Rachitis-gefährdete Londoner Kinder (mit Müttern) bei der vorsorglichen Bestrahlung mit Höhensonnen, 1938. Unten: Marinearzt James Lind bei der Skorbut-Behandlung mit Zitrusfrüchten (Gemälde).

DER SPIEGEL 51/1986
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